Marmelade selber machen: Ein umfassender Ratgeber

Langsam kommt die Erntezeit und mit ihr die spätsommerliche Obstschwemme. Äpfel, Birnen und Pflaumen werden neben vielen anderen Früchten reif und hängen in großen Mengen an Bäumen und Büschen - bereit gegessen zu werden. Doch alles auf einmal kann keiner aufessen. Die Frage lautet also: Was machst Du mit dem vielen Obst im Garten? Eine von vielen Antworten ist: Marmelade! In diesem Artikel erfährst Du, wie Du Deine eigene Marmelade herstellen kannst und worauf Du achten musst.

Die wichtigste Zutat: Früchte

Für Deine Marmelade benötigst Du Früchte Deiner Wahl. Achte darauf, einwandfreies Obst zu verwenden - das erhöht die Haltbarkeit Deiner Marmelade. Am besten säuberst Du die Früchte zuerst gründlich und entfernst alle Bestandteile, die nicht in Deiner Marmelade landen sollen wie z. B. Kerne, Schalen oder Stiele. Stören Dich die kleinen Kerne, bei beispielsweise Johannis- oder Himbeeren, so kannst Du die Früchte durch ein sehr dünnes Sieb pressen. Großes Obst schneidest Du entweder in Stücke, raspelst oder pürierst es.

Früchte und ihr Pektingehalt

Jede Frucht hat einen natürlichen Pektingehalt. Pektin sorgt dafür, dass die Fruchtmasse geliert, also die typische Konsistenz erhält. Dabei gilt: Je mehr Pektin im Obst enthalten ist, desto einfacher geliert Deine Marmelade.

Früchte mit einem hohem Pektingehalt sind z. B.:

  • Heidelbeeren
  • Äpfel
  • Quitten
  • Zitrusfrüchte
  • Stachelbeeren
  • Schwarze Johannisbeeren

Einen mittleren Pektingehalt bringen beispielsweise Birnen, Himbeeren, Pflaumen, Marillen, Schlehen oder Rote Johannisbeeren mit sich. Ananas, Erdbeeren, Feigen, Kirschen, Holunderbeeren und Weintrauben enthalten nur geringe Mengen des Stoffes. Du kannst also alleine durch die Obstwahl den Gelierprozess fördern.

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Marmelade süßen

Zucker macht die Marmelade nicht nur süßer, sondern konserviert sie auch. Natürlich kannst Du den Zucker auch komplett außen vor lassen, allerdings verringert sich die Haltbarkeit dadurch deutlich. Für die Herstellung von Marmeladen gibt es speziellen Zucker - den Gelierzucker. Dieser unterstützt durch das in ihm enthaltene Pektin den Geliervorgang der Fruchtmasse beim Einkochen zusätzlich. Das bedeutet: Unabhängig von der Obstsorte und deren natürlichen Pektingehalt geliert die Masse durch den Gelierzucker. Gelierzucker gibt es in verschiedenen Sorten, die sich im Pektingehalt unterscheiden. Je nach Packungsanweisung ist das Verhältnis von Früchten zu Zucker bei der Herstellung Deiner Marmelade 1:1, 2:1 oder 3:1.

Hast Du nur gewöhnlichen Haushaltszucker parat, kannst Du trotzdem Marmelade einkochen. Dabei wird Deine Marmelade so lange gekocht, bis sie durch das Pektin in den Früchten geliert. Bei Früchten mit einem hohen Pektingehalt funktioniert das am besten.

Durch bestimmte Zutaten ist es möglich den Gelierprozess zu fördern: Verwende zusätzliches Pektin oder andere Geliermittel wie Agar Agar, Guarkernmehl oder pulverisierte Fohsamenschalen. Auch etwas Limetten- oder Zitronensaft wirkt unterstützend.

Übrigens kannst Du statt Zucker z. B. auch Honig, Xylit, Erythrit oder Ahornsirup zum Süßen verwenden.

DIY: Grundrezept mit Gelierzucker

Du hast 500 g Früchte Deiner Wahl vorbereitet und Gelierzucker besorgt - dann geht es los. Gib das Obst zusammen mit der laut Packungsanweisung angegebenen Zuckermenge in einen Topf. Koche die Masse aus Fruchtstückchen und Gelierzucker auf mittlerer Stufe und unter ständigem Rühren zu einem Mus. Der Kochvorgang sollte nicht zu lange dauern, damit Farbe und Geschmack nicht verloren gehen. Sobald die Masse eher dickflüssig vom Kochlöffel tropft, kannst Du sie direkt in passende Gläser füllen und den Deckel verschließen. Um möglichst wenig bakterien- und keimbelastete Luft im Glas zu haben, empfehlen wir Dir, die Gläser bis zum Rand mit der Marmelade zu füllen. Sobald der Deckel geschlossen ist, drehst Du das Marmeladeglas auf den Kopf und lässt es so für ca. eine halbe Stunde stehen. Somit wird die Restluft durch die heiße Masse nach oben gedrückt und dabei konserviert.

Idee: Probiere dieses Grundrezept doch mal mit 300 g Äpfeln, 200 g Birnen, Gelierzucker (Verhältnis zu den Früchten je nach Sorte) und getrockneten Goji Beeren.

DIY: Marmelade mit Flohsamenschalen

Auch hier benötigst Du 500 g Früchte Deiner Wahl, die Du vorbereitest und schneidest. Außerdem brauchst Du 2,5 TL Flohsamenschalenpulver (optional: Flohsamenschalen im Hochleistungsmixer mahlen) und den Saft zweier Limetten - nach Belieben Zucker oder eine süße Alternative. Koche die Früchte in einem Topf und lasse sie für ca. 5 Minuten köcheln. Dann rührst Du das Flohsamenschalenpulver und den Zitronensaft (sowie die optionale Süße) für ungefähr 1 Minute ein, bis die Masse beginnt dicklich zu werden. Fülle diese nun in Gläser ab und verfahre wie beim Grundrezept mit Gelierzucker.

Idee: Probiere dieses Rezept doch mal mit Pflaumen, Zimt, Ahornsirup und Walnüssen - lecker!

DIY: Marmelade mit Guarkernmehl - ohne Erhitzen

Marmelade ohne Einkochen? Das geht! Der Vorteil von Guarkernmehl ist, dass es auch kalte Zutaten bindet. Für Deine Marmelade musst Du nur die Zutaten miteinander verrühren. Bei 500 g Früchten benötigst Du gute 10 ml Limettensaft und ca. 4 g Guarkernmehl. Die vorbereiteten Früchte pürierst Du zusammen mit dem Limettensaft zu einer feinen Masse. Füge das Guarkernmehl nun Stück für Stück hinzu und püriere die Masse nochmal. Das Guarkernmehl wirkt bindend und sorgt für die richtige Konsistenz. Hättest Du gerne Stückchen in Deiner Marmelade, kannst Du sie jetzt noch untermischen. Fertig! Dieses Rezept eignet sich zum direkten Verzehr, denn diese Marmelade hält sich nicht so lange wie die eingekochte Variante. Bewahre sie deswegen im Kühlschrank auf.

Idee: Wie wäre es mit einer Mischung aus Mirabelle und Vanille?

Zusätzliche Zutaten: Gewürze, Superfood und Co

Theoretisch und praktisch kannst Du sämtliche Marmeladen-Kombis ausprobieren. Dabei helfen Dir Gewürze wie Ingwer Pulver, Vanille, Zimt, Nelken oder Muskat. Auch Superfood, Nüsse und Trockenfrüchte können einfach beim Kochvorgang untergerührt werden. Ebenso geben Kräuter und Blüten gewöhnlichen Marmeladen einen ganz besonderen Touch. Es eignen sich beispielsweise Zitronenmelisse, Rosmarin, Salbei, Thymian, Basilikum, Lavendel, Lindenblüten oder Rosenblüten. Auch einige Tropfen Backaroma können Deine Marmelade aufpeppen. Wie wäre es z. B. mit Bittermandel oder Rum?

Wenn Du experimentierfreudig bist, kannst Du auch Gemüse in Deine süßen Marmeladen-Rezepte einbinden.

Weiße Johannisbeeren Marmelade

Die weisse Johannisbeeren Marmelade gehört auf jeden Fall zu den Basics am sonntäglichen Frühstückstisch der Familie, doch bevor wir Ihnen aber eines von vermutlich hunderten Rezepten für weisse Johannisbeeren Marmelade vorstellen, kurz zu einigen Grundlagen für den richtigen Weg ins Marmeladenglück. Da Sie als erfahrener Freizeitgärtner den unschätzbaren Vorteil haben, sich auf und zwischen den eigenen Beeten mit taufrischen Zutaten bedienen zu können, kennen Sie den optimalen Ernte- und Verarbeitungszeitpunkt Ihrer Beeren ganz genau.

Dennoch der Hinweis: Nehmen Sie möglichst nur vollreifes und völlig unbeschädigtes Obst und besonders bei weisser Johannisbeeren Marmelade ausschliesslich frisch vom Strauch gepflückte Früchte. Sollte aus Zeitgründen keine sofortige Weiterverarbeitung möglich sein, frieren Sie die Johannisbeeren zunächst einfach ein. Ausser bei Weintrauben, Birnen oder Äpfeln bleiben die wertvollen Inhaltsstoffe auch im Gefrierschrank erhalten, sodass die Zubereitung der Marmelade auch einige Tage, Wochen oder Monate später noch gelingt. Gerade wenn etwas herbere Sorten für weisse Johannisbeeren Marmelade genutzt werden, spielt die richtige Süsse durchaus eine wesentliche Rolle.

Zucker ist nicht gleich Zucker

Besonders wichtig: Zucker ist nicht gleich Zucker, denn der soll nicht nur die Fruchtsäure der Beeren ein wenig neutralisieren, sondern trägt auch dazu bei, dass Ihr jeweiliges Einmachgut gelierfähig wird und später so lange wie möglich haltbar bleibt. Omas traditionelle Einkochtechnologie von wegen Zucker und Früchte im Verhältnis 1 : 1 zu mischen, gilt übrigens (auch aus ernährungsphysiologischer Sicht) als überholt. In der modernen Neuzeit gibt es eine Reihe verschiedener Gelierzuckersorten, die später in der weissen Johannisbeeren Marmelade weniger süss schmecken und vor allem im Interesse der Vitaminerhaltung für verkürzte Einkochzeiten sorgen.

Damit Sie sich später am Frühstückstisch über einen leckeren Brotaufstrich freuen können, sollten nur völlig unbeschädigte und sterilisierte Gläser (sowie Deckel) verwendet werden. Keimfreiheit gelingt am sichersten, wenn die vorher gesäuberten und abgetrockneten, leeren Gläser zunächst für 10 Minuten bei 120 °C in einen Backofen gestellt werden. Hierfür braucht es ein wenig Timing, denn um ein Zerspringen der Behälter zu verhindern, soll das heisse Einkochgut, in diesem Fall unsere weisse Johannisbeeren Marmelade, in die noch warmen Gläser gefüllt werden.

Der Schuss Zitrone macht, wie oft angenommen wird, die Marmelade keineswegs noch herber, sondern entzieht den Johannisbeeren einen grossen Teil ihrer Säure. Die vorher gewaschenen Beeren werden zusammen mit Wasser, Zitronensaft und Gelierzucker in einen Topf gegeben und unter ständigem Umrühren zum Kochen gebracht. Anschliessend die Hitze am Herd zurücknehmen und maximal fünf Minuten sanft köcheln lassen. Wenn die Masse zu gelieren beginnt, rühren Sie ganz zum Schluss den Vanillezucker vorsichtig unter, ehe die nun fertige weisse Johannisbeeren Marmelade mit einer nicht zu grossen Schöpfkelle in die vorbereiteten Gläser gefüllt wird. Jetzt noch schnell die Ränder säubern, Deckel drauf und fertig.

Nach einer knappen Stunde sollten die Deckel fest auf dem Glas sitzen, da sich bei Abkühlen im Innern ein Unterdruck bildet. Bei Twist-of-Gläsern erkennen Sie das besonders deutlich, da sich die Deckeloberfläche ein wenig nach innen wölbt.

Tipps und Tricks

  • Ihre weisse Johannisbeeren Marmelade ist Ihnen zu hell: Für eine wahre Farbexplosion im Glas sorgt eine Mischung mit einer unserer schwarzen Sorten, wie der besonders süssen Lowberry® Little Black Sugar.
  • Das Kind tönt: "Iiiihhh Mama, in Deiner weissen Johannisbeeren Marmelade sind ja solche Kerne drin!" Jetzt nur nicht überreagieren, in unserem nächsten Rezept erklären wir Ihnen, wie Sie aus Ihrer Beerenernte ganz leicht ein völlig kernloses Gelee gezaubert bekommen.

Zucchini-Piccata Rezept

Diese leckeren Zucchini-Piccatas passen perfekt als Beilage zu Grilladen, Risotto, Tomatenspaghetti oder zu einem knackigen Salat.

Zutaten:

  • 3 Zucchini, klein
  • 2 Eier
  • Parmesan
  • Mehl
  • wenig Salz
  • wenig Pfeffer, schwarz, gemahlen
  • wenig Bratbutter

Schritte:

  1. Zucchini (3) in Scheiben schneiden, Salz (wenig) und Pfeffer, schwarz, gemahlen (wenig) und ca. 10 Minuten stehen lassen. Den Saft mit einem Küchenpapier abtupfen.
  2. Eier (2) verquirlen und mit dem Parmesan (50 g) mischen.
  3. Die Zucchini-Scheiben zuerst im Mehl (4 Esslöffel) dann in der Eier-Parmesan-Mischung wenden.
  4. Auf mittlerer Stufe im Bratbutter (wenig) beidseitig ca. goldbraun braten.

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