Kurdistan, eine Region, die sich über die Grenzen der Türkei, des Iran, des Irak und Syriens erstreckt, beheimatet eine Bevölkerung mit einer einzigartigen Kultur und Traditionen. Im Fokus dieses Artikels stehen die Essgewohnheiten der Kurden und die möglichen Gründe, warum bestimmte Lebensmittel, wie Joghurt, in ihrer Ernährung eine besondere Rolle spielen könnten.

Verbreitungsgebiet der Kurden.
Kurdistan: Eine Region im Wandel
Die Gebiete der Türkei, die an den Iran, die UdSSR und den Irak grenzen, gehören zu einer grösseren Einheit mit ganz eigenem Charakter: Kurdistan. In den letzten Jahren wurden mehrere ausländische Expeditionen in den türkischen Teil von Kurdistan unternommen, wo um Hakkâri zahlreiche kühne Gipfel bis zu fast 4000 m aufragen.
Ganz anders beschaffen sind die Gebiete im Norden, um den Van-See und an der Grenze zu den UdSSR: eine vulkanische Landschaft mit zahlreichen 3000, 4000 oder sogar 5000 m hohen kegelförmigen Bergen.
Gastfreundschaft und Traditionelle Ernährung
In Kurdistan ist Gastfreundschaft von grosser Bedeutung. Man will uns nicht mehr draussen auf dem Boden schlafen lassen; man lädt uns ein, leert das lauwarme Wasser aus unseren Kanistern und füllt sie mit kaltem Quellwasser. Kurz, eine vollständige Gastfreundschaft!
Die tägliche Nahrung der Bergbewohner besteht traditionell aus Tee, Joghurt, Fladenbrot und Käse. Manchmal kommt noch etwas Gemüse und Hammelfleisch hinzu.
Zwölf Kurden vom Kleinkind bis zur Oma und 60 Gäste haben gemeinsam kurdische Spezialitäten gegessen und getanzt. Vier Frauen haben die Köstlichkeiten aus ihrer Heimat zubereitet, darunter Joghurt, gefüllte Weinblätter und Häppchen aus Bulgur mit Käse-Spinat-Füllung.
Mögliche Gründe für den Verzicht auf Joghurt
Es gibt keine direkten Hinweise darauf, dass Kurden generell keinen Joghurt essen dürfen. Im Gegenteil, Joghurt ist ein traditionelles Nahrungsmittel in der kurdischen Ernährung. Allerdings könnten individuelle Vorlieben, gesundheitliche Gründe (wie Laktoseintoleranz) oder regionale Unterschiede eine Rolle spielen.
Es ist wichtig zu beachten, dass die kurdische Kultur vielfältig ist und sich je nach Region und Lebensweise unterscheiden kann. Daher ist es nicht möglich, allgemeingültige Aussagen über ihre Essgewohnheiten zu treffen.
Diskriminierung und kulturelle Identität
Noch vor wenigen Jahren war der Zugang zu dieser ganzen Region schwierig, sowohl wegen ihrer strategischen Bedeutung als auch, weil es sich um kurdisches Gebiet handelt, also um einen Unruheherd innerhalb des türkischen Staates.
Hier leiden die Kurden unter einer völkerrechtlichen Ungerechtigkeit, die alle staatenlosen Völker trifft: ohne Staat keine anerkannte Identität. Mit der Anerkennung einer eigenständigen kurdischen Kultur tun sich auch die Schweizer Ämter schwer.
Ein 40-jähriger Iraner kurdischer Herkunft verlor in den 80er Jahren beim irakischen Giftgasangriff sämtliche 20 Familienmitglieder auf einen Schlag und lebt seither in Norwegen als Flüchtling. Er ist sichtlich verbittert über die täglichen Schikanen und Benachteiligungen von Kurden. Der Gebrauch der kurdischen Sprache, des Kurmanci, wird allenfalls geduldet ist aber ansonsten nach wie vor verpönt und hat in der von Atatürk proklamierten türkischen Einheit keinen Platz.
Ein Lehrer in Silvan meint, dass die Kurden doch zufrieden sein müssten, sie haetten heutzutage Internet. Auf unsere Einwaende, dass erstens nicht alle Kurden Zugang zum Internet haetten und zweitens das Internet einen demokratischen Staat nicht davon entbinde, die Sprachenfreiheit zu gewaehrleisten, will er nicht eingehen.
Trotz dieser Situation sehen die Kurden ihre Lage gegenüber den 80er Jahren als markant verbessert. Sie wirken positiv eingestellt und hoffnungsvoll. Eigentlich ein guter Boden fuer eine solide politische Loesung, die einer Demokratie wuerdig waere.
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Die Basler Kurdenkolonie
Die Kurdenkolonie in Basel, die grösste der Schweiz, beweist es. Zu erreichen ist sie mit einer Fahrt im «Orientexpress», wie der Volksmund das 14er Tram bezeichnet, nach «Klein-Istanbul» (Klein-Basel), wo schon über 50 türkische Geschäfte zumeist von Kurden betrieben werden.
In den Buchladen kommen oft auch Analphabeten, auch Hilfesuchende. Denn Kismet, der ehemalige Sozialarbeiter, Vater zweier kleiner Mädchen, hilft seinen Landsleuten, wo er nur kann: Er übersetzt, telefoniert mit Ämtern, versucht Arbeits-, Schul- und Wohnungsprobleme anderer zu lösen, stellt Verbindungen zu Behörden und Organisationen her.

Eine kurdische Gemeinde in Basel.
Herausforderungen im Exil
Die Sorgen, Ängste und Nöte, die das erzwungene Exil in einem Land mit fremder Kultur, Sprache und Glaubensrichtung so häufig zur Qual machen, sie kulminieren alle im Buchladen Kismets. Kein Tag, an dem nicht jemand mit einem drückenden Problem zu ihm käme.
Die Schweiz, bevorzugter Zufluchtsort vieler Kurden und linker Türken, ist für die kurdischen und türkischen Flüchtlinge und Asylgesuchsteller aber auch noch aus einem anderen Grund nicht nur ein Land der Ruhe und des Friedens. 1985 bereits schossen in Basel Anhänger der Kurdischen Arbeiterpartei (PKK) und anderer kurdischer Parteien aufeinander.
Die Beziehungen zwischen der mächtigen PKK und anderen, kleineren Widerstandsorganisationen haben sich in der Schweiz normalisiert. Sogar PKK-kritisch eingestellte Kurden halten der schillernden Partei zugute, dass sie in der Türkei zurzeit die einzige erfolgreiche Gegenkraft zum Staatsterror sei. Deshalb müsse sie wohl oder übel unterstützt werden, keinesfalls aber auf Druck.
Integration und kulturelle Vielfalt
Die erste in der Schweiz gegründete «Kulturvereinigung der Alawiten und Bektaschi» hat sich zum Ziel gesetzt, die Kontakte zu anderen Religionen sowie zwischen Einheimischen und Ausländern zu fördern, um so dem Rassismus und der Fremdenfeindlichkeit entgegenzuwirken.
Die Todesschüsse aus der türkischen Botschaft in Bern sowie die Entführung von Schweizern sind Vorkommnisse, die zeigen, dass auch die Schweiz in den Kurdenkonflikt hineingezogen werden kann.
Die Schweiz und Kurdistan - das Schicksal hat die beiden schon 1923 zusammengeführt. Damals wurde Kurdistan im Vertrag von Lausanne von den Grossmächten und ohne Rücksicht auf die Bevölkerung auf vier Länder verteilt (Türkei, Iran, Irak, Syrien).
| Region | Typische Lebensmittel | Besonderheiten |
|---|---|---|
| Türkischer Teil Kurdistans | Tee, Joghurt, Fladenbrot, Käse, Gemüse, Hammelfleisch | Gastfreundschaft, traditionelle Ernährung |
| Basler Kurdenkolonie | Türkische und kurdische Spezialitäten | Integration, kulturelle Vielfalt |