Ist Leinöl zum Braten geeignet? Eine umfassende Betrachtung

Leinöl ist ein Naturprodukt mit langer Tradition in Europa und gilt als eines der gesündesten Pflanzenöle, das in keiner Küche fehlen sollte. Es wird nicht nur als Lebensmittel eingesetzt, sondern findet in sehr grossen Mengen Einsatz in der Produktion von Lacken, Ölfarben und sogar Bio-Sprit. Allerdings ist nur durch Kaltpressung hergestelltes Leinöl von so hoher Qualität, dass es für pharmazeutische Zwecke und als Lebensmittel verwendet wird.

Was ist Leinöl?

Leinöl wird aus Leinsamen gepresst. Es wird aus den Samen von Lein gewonnen und anschliessend durch ein Kaltpress-Verfahren schonend, ohne den Einsatz von Chemie oder Hitze, zu einem qualitativ hochwertigem, nativem Leinöl verarbeitet. Lein wird hauptsächlich in Europa, aber auch in China und in einigen russischen Anbauländern kultiviert.

Eigenschaften und Zusammensetzung

Leinöl kaltgepresst Bio besteht zu 100% aus Leinöl aus biologischer Landwirtschaft. Dieses Leinöl ist kaltgepresst und enthält einen hohen Anteil an Omega-3-Fettsäuren.

Nährwerte von Bio-Leinöl pro 100g

Die Nährwerte von Bio-Leinöl pro 100g sind wie folgt:

  • Energie: 3475 kJ / 830 kcal
  • Fett: 93g
    • davon gesättigte Fettsäuren (Palmitinsäure und Stearinsäure): 8g
    • einfach ungesättigte Fettsäuren (Ölsäure): 19g
    • mehrfach ungesättigte Fettsäuren (Linolsäure und Alpha-Linolensäure): 67g
  • Kohlenhydrate: 0g
  • davon Zucker: 0g
  • Eiweiss: 0g
  • Salz: 0g

Im Vergleich zu anderen Ölen ist beim Leinöl der Anteil der mehrfach ungesättigten Fettsäuren sehr hoch. Ja nach Saatgut sind es 10-30% Linolsäure (Omega-6-Fettsäure) und 40-70% Alpha-Linolensäure (Omega-3-Fettsäure), was vom Körper in DHA (Docosahexaensäure) und EPA (Eicosapentaensäure) umgewandelt werden kann.

Anwendung von Leinöl

Dieses 100% naturreine Öl aus Leinsamen eignet sich vor allem für die kalte Küche, für Quark- und Kartoffelgerichte. Frisches Leinöl ist eine wahre Delikatesse! Leinöl passt perfekt zur kalten und lauwarmen Küche wie beispielsweise Salat, Kartoffeln, Müesli. Es kann auch einfach pur (täglich 1 Esslöffel) genossen werden.

Nicht geeignet zum Braten, Backen und Frittieren.

Leinöl ist sehr hitzeempfindlich und deshalb zum Braten oder Kochen nicht geeignet. Wird es zu heiss entsteht ein sehr unangenehmer Geschmack, welche die ganze Speise verderben kann. Kaltgepresste Öle (ausser Kokosöl) sind hitzeempfindlich und eignen sich deshalb vorwiegend in der kalten Küche.

Warum ist Leinöl so gesund?

Leinöl ist mit ca. 50% Alpha-Linolensäure/Omega 3 einer der potentesten Lieferanten dieser wichtigen Fettsäure. Bereits 1 Esslöffel Leinöl deckt den Tagesbedarf von 2g Alpha-Linolensäure bei einer erwachsenen Person ab.

Omega-3-Fettsäuren sind für unseren Stoffwechsel von grosser Bedeutung. Sie sind wichtige Bausteine unserer Zellmembranen, wirken entzündungshemmend, schützen die Zellen gegen vorzeitigen Alterungsprozess und stärken die Immunabwehr.

Mit dem regelmässigen Verzehr von Leinöl schenkst du deinem Körper wichtige Nährstoffe wie Omega-3-Fettsäuren, die er für einen gut funktionierenden Organismus benötigt. Die im Leinöl enthaltenen Antioxidantien wirken zudem entzündungshemmend und entgiftend. Leinöl ist gut für unser Herz, unsere Nieren und unser Gehirn. Es reguliert den Blutzuckerspiegel, stärkt den Kreislauf und sorgt für einen gesunden Blutdruck.

Leinöl und Hautpflege

Neben den wichtigen Omega-3-Fettsäuren enthält frisches Leinöl Antioxidantien und die Vitamine C und E. Leinöl reduziert Entzündungen und fördert die Gesundheit von Haut und Haaren.

Alternativen zum Braten

Beim Anbraten wird es in der Pfanne so richtig heiss. Nicht jedes Öl und auch nicht jedes Fett ist aber dafür geeignet. Auf die Wahl kommt’s an. Wenn du etwas anbrätst, herrschen in der Pfanne schnell einmal bis zu 200°C. Bei einer solch grossen Hitze eignen sich nicht alle Fette bzw. Öle zum Anbraten.

Grundsätzlich gilt, dass gesunde Öle, die besonders reich an ungesättigten Fettsäuren sind (z.B. Walnussöl, Kürbiskernöl, Traubenkernöl, Leinöl, Distelöl), einen sehr niedrigen Rauchpunkt aufweisen und daher nicht zum Braten geeignet sind.

Geeignete Alternativen zum Braten sind:

  • Kokosfett
  • Bratbutter
  • Raffiniertes Olivenöl
  • Erdnussöl (raffiniert)
  • Rapsöl (kaltgepresst für geringe Hitze)

Lagerung und Haltbarkeit

Optimale Lagerung: Kühl und vor Sonnenlicht geschützt. Leinöl ist aufgrund seines hohen Gehaltes an ungesättigten Fettsäuren sehr luftempfindlich. Deshalb sollte es stets luftdicht in Flaschen mit geeigneter Grösse, damit möglichst wenig Sauerstoff in der Flasche verbleibt, aufbewahrt werden. Andernfalls wird es bitter. Im Kühlschrank dunkel und kühl gelagert hält das Leinöl wenige Wochen.

Mindesthaltbarkeit nach dem Pressen ist 3 Monate. Bitte das Leinöl immer im Kühlschrank aufbewahren, auch vor der Erstöffnung der Flasche. Dies verlangsamt die beim Leinöl sehr schnell verlaufende Oxidation. Um die Haltbarkeit zusätzlich zu verlängern, gibt es 2 Möglichkeiten: Ganz moderne Kühlschränke haben teilweise eine 0-Grad-Zone. Dort gelagert bleibt das Leinöl zirka einen Monat länger haltbar oder man kann es auch einfrieren, wodurch sich die Haltbarkeit auf 6 Monate verlängert.

Einmal geöffnet, sollte die Flasche innert 3-4 Wochen konsumiert werden.

Wichtige Hinweise

Leinöl und Leinsamenöl? Einen Unterschied gibt es nicht. Bei Leinöl und Leinsamenöl handelt es sich um das gleiche Speiseöl.

Leinöl und Leindotteröl sind nicht dasselbe. Während Leinöl aus Leinsamen gepresst wird, stammt das Leindotteröl vom Leindotter. Leindotteröl ist länger haltbar, hat jedoch mit ca.

Leinöl, Firnis und Co. - Was ihr über diese genial einfache Oberflächenbehandlung wissen sollte.

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