Aktuelle Nachrichten aus dem Harz: Waldbrand am Brocken

Die Löscharbeiten am Brocken im Harz gestalten sich schwierig und werden voraussichtlich mehrere Tage dauern. Trotz des Einsatzes von Einsatzkräften am Boden und aus der Luft ist das Feuer am höchsten Berg Norddeutschlands noch nicht unter Kontrolle.

Löscharbeiten dauern an

Die Feuerwehr hat sich auf einen mehrtägigen Einsatz eingestellt. Einsatzleiter Immo Kramer erklärte, dass man mit den vorhandenen Kräften die nächsten Tage von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang plane. Es wird erwartet, dass die Löscharbeiten noch Tage andauern werden.

Es wird zunächst nicht mit Regen, sondern eher mit Wind gerechnet. Man müsse sehen, wie sich das auf den Brand auswirke, so Kramer.

Beim Brand im Harz sind am Morgen die Löscharbeiten aus der Luft wieder aufgenommen worden. Derzeit seien ein Hubschrauber, ein Flugzeug sowie rund 150 Einsatzkräfte am Boden im Einsatz, teilte der Landkreis Harz mit. Gegen Mittag würden drei weitere Flugzeuge sowie ein weiterer Hubschrauber erwartet.

Einsatzleiter Jerry Grunau sagte dem MDR: «Im Vergleich zu vor zwei Jahren ist die Lage auf jeden Fall schwieriger und schlimmer anzuerkennen.»

Ausmaß des Brandes

Es brenne auf einer Länge von 1.000 Metern, sagte ein Landkreis-Sprecher am Vormittag. Die Waldbrände im Harz rund um den Brocken haben eine Länge von 1000 Metern erreicht.

Am Freitag war an Sachsen-Anhalts höchstem Berg an mehreren Stellen Feuer ausgebrochen. Die Brandstellen hatten sich später zu einer grösseren Feuerfront vereinigt.

Logistik und Unterstützung

In den nächsten Stunden ist weitere Verstärkung aus der Luft geplant. Gegenwärtig sei man dabei, die Logistik aufzubauen, da die Hubschrauber und Flugzeuge nicht überall landen könnten.

Es ginge zudem darum, das Betanken mit Sprit und Wasser sicherzustellen, sagte Kramer.

Nach Angaben des Landkreises wurde in Elend ein Hubschrauber-Flugplatz eingerichtet. Auch der Wasserbetankungsplatz in Aue Hattorf sei einsatzbereit. Am Boden würden weitere Schutzstreifen geschlagen und Wege geschaffen.

Evakuierung und Sperrungen

Wegen des Waldbrandes wurden rund 500 Menschen vom Brocken in Sicherheit gebracht. Es handele sich um Touristen, Wanderer und Sportler, sagte ein Sprecher des Landkreises Harz. Sie wurden mit Bussen von dem Harzgipfel geholt.

Das gesamte Gebiet im Nationalpark ist nach Angaben vom Freitag gesperrt, alle Veranstaltungen rund um den Brocken sind abgesagt worden.

Ursache unklar

Weshalb es zu dem Brand kam, ist noch unklar.

Luchsin Rikki im Harz erwartet

Nach mehr als einem Jahr des Planens, Organisierens und angespannten Wartens hat es endlich geklappt: Die sieben Jahre alte Luchsin Rikki aus dem Zoo Kyiv in der ukrainischen Hauptstadt ist Ende September in Deutschland angekommen. Sie wird im Harz sehnlich erwartet: Die Katze soll nach einer vierwöchigen Quarantäne in der Wildtier- und Artenschutzstation Sachsenhagen bei Hannover in das große Freigehege des Nationalparks Harz an der Rabenklippe einziehen und dort im Rahmen eines europäischen Erhaltungszuchtprogramms für Nachwuchs sorgen.

An einem Freitagmorgen erhielt Ole Anders, Luchsexperte der Harzer Nationalparkverwaltung, die erlösende Nachricht, dass Luchsin Rikki nach einer rund dreitägigen Reise von Kyjv über Polen nach Deutschland wohlbehalten in Sachsenhagen eingetroffen war und nach dem langen Transport durch das holländische Spezialunternehmen Crossborder Animal Services einen topfitten Eindruck machte.

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„Ich bin darüber mehr als erleichtert. Das war eine nervenaufreibende Zeit. Die größte Herausforderung war, das Tier nach Deutschland zu holen. Galt es zunächst, bürokratische Hürden im Zusammenhang mit der Ausfuhr der geschützten Tierart aus der Ukraine zu überwinden, die erforderlichen Dokumente zu besorgen und die organisatorischen Probleme eines Tiertransports aus dem vom Krieg heimgesuchten Land zu bewältigen, kam es dann auch noch bei den Grenzübertritten zwischen der Ukraine, Polen und der Bundesrepublik zu erheblichen Verzögerungen, die die Reise der Luchsin quasi auf der letzten Etappe nochmal zu einem Krimi für die Beteiligten machte. Die Zuchtempfehlung für die ukrainische Luchsin hatte die Zuchtbuchführerin im Tierpark Bern bereits am 3. September 2024 ausgestellt, also vor mehr als einem Jahr - so viel Zeit nahm die Vorbereitung des Transports letztendlich in Anspruch.

Bei der Zuchtbuchführerin sind alle Tiere in diesem Erhaltungszuchtprogramm (EEP) gelistet, so auch der Schweizer Kuder. „Auf dem Papier passen die beiden Tiere genetisch gut zusammen", erklärt Ole Anders. Die Vorgaben: Es soll eine unterartenreine Zuchtlinie mit einem niedrigen Inzuchtgrad sein. Doch ist es alles andere als einfach, ein Zuchtpaar zu bilden: „Weibchen sind im EEP extrem selten, fast alle sind in anderen Paaren gebunden", weiß der Harzer Luchsexperte. „Wir haben Kontakt mit dem Zoo in Kyjv aufgenommen und dort war man sofort einverstanden mit einer internationalen Kooperation", berichtet er. Den Verantwortlichen in der Ukraine war es trotz der aufgrund des Krieges schwierigen und belastenden Bedingungen wichtig, an dem europäischen Artenschutzprojekt teilzunehmen.

„Für den Nationalpark Harz und das Harzer Luchsprojekt ist es eine große Anerkennung, dass wir vom Europäischen Verband der Zoos und Aquarien (EAZA) in das Erhaltungszuchtprogramm einbezogen werden", betont Anders. „Wir hatten die Fürsprache von anerkannten Experten. Das große und naturnahe Gehege an der Rabenklippe war dafür sicherlich ausschlaggebend." Die Zucht von Luchsen ist neues Terrain für die Nationalparkverwaltung, in Person von Tierpfleger Paul Bridge verstärkt aber seit diesem Jahr ein ausgewiesener Fachmann das Team. Luchsin Rikki wurde im Jahr 2018 geboren. Sie hat bisher noch keinen Nachwuchs gehabt. Nach der Quarantäne wird sie im Harz zur Eingewöhnung zunächst in einem Kleingehege untergebracht, noch durch Zaun von ihrem zukünftigen Partner getrennt. „Zum Beschnuppern", sagt Ole Anders. „Wenn sie sich vertragen, kommen sie in ein gemeinsames Gehege." Dann heißt es abwarten.

Der Harz als Reiseziel

Was für Süddeutschland der Schwarzwald, ist für die Norddeutschen der Harz: ein schönes Naherholungsgebiet. Durch diese idyllische Landschaft tuckern noch heute Dampfbahnen der Harzer Schmalspurbahnen. Die Fahrt mit der Brockenbahn auf den höchsten Harzgipfel (1200 m) ist ein unvergessliches Erlebnis.

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