Insekten gewinnen als Nahrungsmittel an Bedeutung aufgrund ihrer Nachhaltigkeit, ihres Nährstoffreichtums und ihrer vielfältigen Einsatzmöglichkeiten in der Küche. Sie benötigen weniger Ressourcen und haben einen geringeren ökologischen Footprint als herkömmliche Nutztiere. Insekten sind reich an Proteinen, Vitaminen und Mineralien.

Essbare Insekten werden in vielen Teilen der Welt als Nahrungsquelle konsumiert.
Sind Insekten in Lebensmitteln erlaubt?
Ja, in der Schweiz sind Insekten als Lebensmittel erlaubt. Seit dem 1. Mai 2017 erlaubt das schweizerische Lebensmittelgesetz den Verkauf von Lebensmittel auf Insektenbasis. Seit dem 1. Mai 2017 erlaubt die schweizerische Lebensmittelgesetzgebung den Verkauf von ausgewählten Insektenarten für den menschlichen Verzehr.
In der Schweiz gibt es keine spezifischen Gesetze oder Vorschriften, die den Konsum von Insekten verbieten. Daher ist der Verzehr von Insekten grundsätzlich erlaubt.
Welche Insekten sind zugelassen?
So sind Mehlwurm, Hausgrillen und Wanderheuschrecken schon seit dem Jahr 2017 in bestimmten Lebensmitteln zugelassen. In der Schweiz dürfen Grillen, Mehlwürmer im Larvenstadium sowie europäische Wanderheuschrecken schon seit 2017 zum menschlichen Verzehr angeboten werden.
Ende Januar 2023 hat die EU zwei neue Insektenarten für die Zugabe zu Lebensmitteln erlaubt. So dürfen Bestandteile von Grillen und Getreideschimmelkäfern neu in Lebensmittel gemischt werden. Auch in der Schweiz sind bestimmte Insekten in der Lebensmittelverarbeitung zugelassen.
In welchen Lebensmitteln können Insekten enthalten sein?
Insekten sind noch nicht sehr weit verbreitet in Lebensmitteln, jedoch gibt es einige Produkte, die bereits Insekten enthalten. Dazu gehören zum Beispiel:
- Proteinriegel
- Nudeln
- Snacks
Wie das Portal «Infosperber» berichtet, sind Insektenbestandteile in Form von Mehl und Paste neu in Brot, Brötchen, Biskuits, Backmischungen, Müesli, Pizza, Nudeln, Saucen, Schokolade oder als Zusatz in anderen Lebensmitteln erlaubt.
Seit Montag dürfen in der EU in Pasta, Brot und Co. 4 Prozent Mehlwurmmehl stecken. Die EU-Zulassung ist auch in der Schweiz anwendbar.
Ab dem 10. Februar ist der Einsatz von Mehlwurm-Pulver zum Beispiel in Brot oder Teigwaren zulässig. Aber auch die Verwendung für Käse, Kuchen oder sogar Konfitüre ist möglich.
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Kennzeichnungspflicht und Allergiehinweise
Insekten und insektenbasierte Lebensmittel gelten als neuartige Lebensmittel und müssen einem Genehmigungsverfahren gemäss der Novel Food Verordnung der EU unterzogen werden.
Es gibt eine Deklarationspflicht. Es muss als «UV-behandeltes Larvenpulver von Tenebrio molitor (Mehlwurm)» ausgewiesen werden. Neben einer Erwähnung in der Zutatenliste braucht es zudem einen Allergiehinweis.
Denn: «Insbesondere bei Personen, die gegen Krebstiere, Milben und Weichtiere allergisch sind, können Insekten auch allergische Reaktionen auslösen.» Auch wer gegen Hausstaubmilben allergisch ist, muss mit Reaktionen bei Insektenprodukten rechnen. «Dieser Hinweis muss in unmittelbarer Nähe der Zutatenliste angebracht werden», so das BLV.
Wenn Insektenpulver verwendet wird, müssen sowohl der lateinische als auch der deutsche Name auf der Verpackung vermerkt sein.
Pflicht ist auf der Verpackung auch der Hinweis für Allergikerinnen und Allergiker. Denn laut aha!Allergiezentrum Schweiz sind Personen bei Insekten-Mehl gefährdet, welche auch gegen Krebs- und Weichtiere sowie Hausstaubmilben allergisch sind.
E-Nummern für Insekten in Lebensmitteln
Einige der am häufigsten verwendeten E-Nummern für Insekten in Lebensmitteln sind:
- E120: Cochineal
- E140: Chlorophyll
- E441: Gelatine
- E904: Schellack
Es gibt zwei Haupttypen von E-Nummern, die mit Insekten in Lebensmitteln in Verbindung gebracht werden können:
- E-Nummern, die als Lebensmittelfarbstoffe verwendet werden können.
- E-Nummern, die als Lebensmittelzusatzstoffe verwendet werden können (z. B.
Die Europäische Union hat derzeit noch keine spezifischen E-Nummern für Insekten in Lebensmitteln festgelegt.
Akzeptanz von Insekten in der Schweiz
Essbare Insekten haben bei Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten bisher einen schweren Stand.
So hat die Migros ihre getrockneten Mehlwürmer, Grillen und Heuschrecken Ende 2021 nach rund drei Jahren wieder aus dem Sortiment genommen. Die Nachfrage war zu gering. Ob die Konsumenten Insektenmehl und Insektenpaste in Lebensmitteln langfristig akzeptieren, muss sich noch zeigen.
Die Migros kam zum Schluss, dass «Insektenprodukte noch nicht flächendeckend auf den Speiseplan der Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten gehören». Seither verkauft sie keine insektenhaltigen Produkte mehr. «Wir haben auch nicht die Absicht, dies in Zukunft zu tun», erklärt die Migros. Die neuen Mehlwurm-Produkte aus der EU ändern an dieser Haltung nichts.
Aldi Suisse erklärt: «Wir führen derzeit keine Insektenprodukte im Sortiment und eine Einführung ist aktuell nicht geplant.»
Denner führt ebenfalls keine Produkte im Sortiment und erklärt: «Erfahrungsgemäss ist die Akzeptanz von Konsumentinnen und Konsumenten bei Insekten sehr tief.»
Coop hat verschiedene Insektenprodukte im Angebot. Insgesamt sind es bei Coop sieben Produkte: vom Insektenburger über Insektenbällchen und verschiedene Snack-Mischungen bis hin zu zwei Riegeln. Der Grossverteiler ist zufrieden: «Die Rückmeldungen unserer Kundinnen und Kunden sind grundsätzlich positiv.»
Die Rolle von Insekten in der Lebensmittelversorgung
Insekten sind von entscheidender Bedeutung für unsere Lebensmittelversorgung. Ohne sie müssten Früchte, Gemüse und Nüsse aufwendig von Hand bestäubt werden, was die Ernte drastisch reduzieren würde. Dieser Nahrungsmangel könnte Millionen von Menschen jährlich das Leben kosten.

Insekten spielen eine wichtige Rolle bei der Bestäubung von Pflanzen.
Sind in Schokobons Insekten enthalten?
Nein, in Schokobons sind keine Insekten enthalten. Schokobons sind kleine Bonbons aus Schokolade mit einer Haselnuss in der Mitte. Kinder Schokobons sind mit einer Milchcreme gefüllte Schokoladeneier, die von Ferrero hergestellt werden. Die Hauptzutaten in Kinder Schoko Bons sind Milchschokolade, Milchcremefüllung und gehackte Haselnüsse.
Zusatzstoffe aus Insekten
Allerdings enthalten zahlreiche Lebensmittel den Farbstoff Karmin oder einen Überzug aus Schellack. Karmin wird durch Auskochen von Scharlachschildläusen und Schellack aus dem Sekret der Lackschildlaus gewonnen. Bei der Schellackproduktion könnten auch lebende Läuse verarbeitet werden, sagt die Tierschutzorganisation Peta.
Lebensmittelhersteller nutzen Schellack oder E 904 für glänzende Beschichtungen, zum Beispiel auf Zitrusfrüchten, Pralinen oder Schokolinsen. Karmin oder E 120 ist ein roter Farbstoff, der zum Beispiel in Gebäck verwendet wird.
Welche Lebensmittel Schellack und Karmin enthalten, kann den Durchschnittskonsumenten aber schon überraschen. Eine aktuelle Liste von Coop enthält 209 Eigenprodukte mit Schellack oder Karmin.
Die Liste enthält insgesamt 55 Produkte mit dem Laussekret Schellack (E 904) und 180 Produkte mit dem Farbstoff Karmin (E 120), 27 Produkte enthalten beides.
Überblickstabelle: Insekten in Lebensmitteln
| Aspekt | Details |
|---|---|
| Gesetzliche Zulassung | In der Schweiz seit 2017, in der EU mit spezifischen Genehmigungen |
| Zugelassene Insekten | Mehlwurm, Hausgrille, Wanderheuschrecke, Getreideschimmelkäfer |
| Kennzeichnungspflicht | Lateinischer und deutscher Name muss auf der Verpackung stehen |
| Allergiehinweis | Pflicht für Personen mit Allergien gegen Krebstiere, Milben und Weichtiere |
| Verwendung | Brot, Nudeln, Snacks, Proteinriegel, etc. |
| Akzeptanz | Bisher eher gering, aber wachsendes Interesse |