Kastanien Grillen: Eine Anleitung für köstliche Maronen vom Grill

Maronen, auch bekannt als Edelkastanien, sind eine beliebte, nussig-süße Spezialität, die vor allem in den Herbst- und Wintermonaten auf Weihnachtsmärkten und bei Grillveranstaltungen zu finden ist. Sie können nicht nur im Ofen, sondern auch auf dem Grill zubereitet werden und bieten dadurch eine warme, herzhafte Alternative zum klassischen Sommergrillen.

Vorbereitung der Maronen

Bevor die Maronen auf den Grill kommen können, ist eine sorgfältige Vorbereitung erforderlich, die den Erfolg der Zubereitung entscheidend beeinflusst. Dazu gehören das Waschen, das Einweichen und das Einritzen der Maronen.

Reinigung und Prüfung

Zunächst sollten die Maronen von grobem Schmutz befreit werden. Dazu reicht ein gründliches Waschen unter fließendem Wasser. Ein wichtiger Schritt ist zudem die Prüfung der Maronen auf Schwimmfähigkeit: Schwimmende Maronen sind in der Regel nicht mehr genießbar und sollten daher nicht verwendet werden.

Einweichen

Ein weiterer entscheidender Vorbereitungsschritt ist das Einweichen der Maronen. Laut mehreren Rezepten sollte man die Kastanien mindestens eine Stunde lang in Wasser einweichen. Dies hat zwei Vorteile: Erstens wird die Schale weicher, was das Einritzen und Schälen später erleichtert.

Einritzen

Ein weiterer Schritt, der in allen Quellen erwähnt wird, ist das Einritzen der Maronen. Hierzu wird die Schale der Kastanien auf der Oberseite kreuzförmig eingeritzt. Einige Rezepte empfehlen dazu ein spezielles Maronenritzer, da das Einritzen mit einem normalen Küchenmesser aufgrund der harten, glatten Schale oft unpraktisch ist. Ein Maronenritzer perforiert die Schale und setzt eine „Sollbruchstelle“, an der die Kastanie beim Grillen gleichmäßig aufplatzt. Alternativ wird in einem Rezept auch eine zweite Methode beschrieben: Die Spitze der Marone wird abgeschnitten und an dieser Stelle ein kreuzförmiger Einschnitt vorgenommen.

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Die Grillphase

Die eigentliche Grillphase ist der Schlüssel zu einem gelungenen Ergebnis. Hierbei ist es wichtig, dass die Maronen gleichmäßig erhitzt werden, nicht anbrennen und sich nach der Zubereitung gut schälen lassen.

Grillen im Grillkorb

Eine empfohlene Methode ist das Grillen der Maronen in einem Edelstahl-Grillkorb. Dies hat den Vorteil, dass die Kastanien leichter zu wenden und zu entnehmen sind, was die Handhabung vereinfacht.

Die Maronen sollten indirekt bei ca. 200 Grad Celsius gegrillt werden. Dies bedeutet, dass die Kastanien nicht direkt in die Flamme gestellt werden, sondern sich in einem Bereich mit indirekter Hitze befinden.

Wenden und Befeuchten

Ein weiterer entscheidender Faktor ist das Wenden der Maronen. Laut mehreren Rezepten sollte man die Kastanien alle 5 Minuten wenden, um sicherzustellen, dass sie gleichmäßig erhitzen. Gleichzeitig wird empfohlen, die Maronen alle 5 Minuten mit etwas Wasser zu besprühen.

Alternative: Drehspießkorb

Eine alternative Methode ist die Verwendung eines Drehspießkorbs. Laut einem Rezept ist dieser Vorteil, dass man die Maronen nicht manuell wenden muss, was die Handhabung vereinfacht. Zudem brennen die Kastanien in einem Drehspießkorb nicht so leicht an, da die Hitzeverteilung gleichmäßiger ist.

Temperatur und Garzeit

Die Temperatur und die Garzeit sind entscheidende Faktoren für das Gelingen der Maronen. Laut mehreren Rezepten sollten die Kastanien bei ca. 200 Grad Celsius für etwa 20-25 Minuten gegrillt werden. Bei einigen Rezepten wird jedoch auch eine Garzeit von 30-40 Minuten genannt, was je nach Grilltyp und Dicke der Maronen variieren kann.

Schälen

Ein wichtiger Hinweis ist, dass die Maronen nach dem Grillen schleunigst geschält werden sollten. Laut einer Quelle gelingt das Schälen im warmen Zustand deutlich besser als bei abgekühlten Kastanien.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Reinigung und Prüfung der Maronen: Waschen Sie die Maronen gründlich unter fließendem Wasser.
  2. Einweichen der Maronen: Legen Sie die Maronen für mindestens eine Stunde in Wasser ein.
  3. Einritzen der Maronen: Schneiden Sie die Schale der Kastanien auf der Oberseite kreuzförmig ein. Verwenden Sie dafür ein Maronenritzer oder ein scharfes Küchenmesser.
  4. Grillen der Maronen: Legen Sie die Maronen in einen Edelstahl-Grillkorb oder eine Grillschale. Grillen Sie die Kastanien indirekt bei ca. 200 Grad Celsius.
  5. Schälen der Maronen: Sobald die Maronen fertig gegrillt sind, entfernen Sie sie aus dem Grill und schälen Sie sie, solange sie noch heiß sind.
  6. Servieren: Die gegrillten Maronen können pur oder als Beilage serviert werden. Sie können auch weiterverarbeitet werden, z. B.

Variationen und Rezeptideen

Neben der klassischen Variante gibt es auch eine süße Variante der gegrillten Maronen.

Kandierte Maronen

  1. Vorbereitung der Füllung: Erhitzen Sie Butter, Zucker und Ahornsirup in einer Pfanne.
  2. Kandieren der Maronen: Geben Sie die gegrillten, geschälten Maronen in die Pfanne und schwenken Sie alles gut durch.
  3. Servieren: Die kandierten Maronen können als Snack oder als süße Beilage serviert werden.

Weitere Rezeptideen

Neben der klassischen Variante gibt es auch Möglichkeiten, gegrillte Maronen in weiteren Rezepten zu verwenden. Laut einem Rezept aus den Quellen kann man z. B. eine Maronen-Creme-Suppe herstellen. Dazu werden gegrillte Maronen mit Gemüse wie Kürbis oder Zwiebeln gekocht und anschließend mit Sahne oder Brühe glattgemixt.

Ein weiteres Rezept ist der Maronen-Burger mit Kürbis und Feta. Dazu werden gegrillte Maronen mit Kürbis und Feta-Käse kombiniert und in einem Brötchen serviert.

Tipps für den Einkauf und die Lagerung

Frische Maronen erkennen

Verwenden Sie frische Maronen: Frische Maronen erhitzen besser und ergeben ein besseres Ergebnis.

Frische Kastanien müssen an ihrer Oberfläche glatt sein und glänzen, sich zwischen Daumen und Zeigefinger prall anfühlen und dürfen weder Löcher haben noch von Würmern angefressen sein. Sind sie zu alt, verlieren sie, obwohl wir es ihnen äusserlich kaum ansehen, wesentlich an Geschmack.

Der Frischegrad der Nüsse kann übrigens innerhalb weniger Sekunden überprüft werden, indem die braunen Kugeln in eine mit lauwarmem Wasser gefüllte Schüssel gegeben werden. Sinken sie in kurzer Zeit nach unten, ist das ein Zeichen dafür, dass sie frisch sind.

Du erkennst frische Esskastanien daran, dass sie sich schwer und fest anfühlen. Zudem sollte die Schale einen leichten Glanz haben.

Lagerung und Haltbarkeit

Kastanien sind grundsätzlich nur kurz haltbar. Frisch vom Baum bleiben sie nur für eine kurze Zeit gesund und geniessbar. Einige wenige Wochen können sie sich natürlich gegen Pilze und andere mikrobielle Feinde wehren (die auch an die Stärke rankommen möchten), aber mit dem beginnenden Schrumpfen des Nusskerns erhöht sich die Angriffsfläche für Pilze und andere Krankheiten - und sehr schnell sind die Früchte nicht mehr geniessbar.

Über eine Lagerung im Kühlschrank kann diese Haltbarkeit auf einige Wochen ausgedehnt werden, eine professionelle Lagerung bei 1 bis 4 °C erhöht die Lagerfähigkeit auf wenige Monate.

Alternativ zur frischen Zubereitung der Esskastanien werden die ganzen Kerne getrocknet. So werden sie langfristig haltbar und können jederzeit wieder aufgeweicht und gekocht werden.

Haltbarmachen durch Trocknen

Die schnell und leicht verderblichen Kastanien können auch durch Trocknen haltbar gemacht werden. Frisch geerntete Esskastanien werden dafür so schnell wie möglich geschält, indem mit einem scharfen Gemüsemesser die Schale aufgeschnitten und entfernt wird. Das ist eine ziemlich aufwändige Arbeit: für ein Kg Maronen geht schnell einmal eine Stunde und mehr vorbei...

Wenn das unter der Schale liegende Häutchen nicht ganz entfernt werden kann, so ist das nicht weiter schlimm: Es löst sich meist im Trocknungsvorgang und kann dann leicht abgezogen werden. Die geschälten frischen und ungekochten Maronen werden jetzt locker auf einem Blech verteilt und in einem warmen, aber gut gelüfteten Innenraum getrocknet.

Dabei werden die Esskastanien jeden Tag etwas bewegt und 'gekehrt', so dass sie gleichmässig abtrocknen und schrumpfen. Achtung: Entfernen Sie Maronen, die schon erste Zerfallserscheinungen oder Schimmelpilze zeigen, gleich zu Beginn des Trocknungsvorgangs; solche schlechten Früchte sind am ehesten an der Spitze des Kerns zu erkennen, wo die Früchte am empfindlichsten sind.

Der gesamte Trocknungsvorgang dauert 2-3 Wochen, bei kleinen Esskastanien eher kürzer, bei grossen Maronen eher länger. Die Haltbarmachung der Esskastanien ist abgeschlossen, sobald die Früchte bei starkem Druck zwischen Zeigefinger und Daumen kein Bisschen mehr nachgeben. Sie können dann ins Glas geschüttet und verschlossen werden.

Weitere Zubereitungstipps

Braten im Ofen

Wenn Sie auf dem Backblech Esskastanien zubereiten und rösten, müssen die Schalen der Maronen zunächst einmal an ihrer runden Seite einmal eingeschnitten werden. Anschliessend kommen sie, auf einem Kuchenblech verteilt, in den vorgeheizten Backofen (E-Herd: 220 °C, Umluft: 200 °C, Gas: Stufe 4). Sie werden so lange geröstet, bis die Schale nach ungefähr 10 bis 20 Minuten aufspringt. Alle 3-5 Minuten sind die Esskastanien mit der Wasser-Sprühflasche zu bespritzen.

Mit der Gabel testen Sie, ob die Esskastanien innen weich sind.

Braten in der Pfanne

Das Braten der Esskastanien geht am besten mit der speziellen Maronipfanne, die am Boden mit Löchern versehen ist. Vor dem Braten werden die Esskastanien mit einem scharfen Messer einmal eingeschnitten. Zu Beginn wird der Deckel auf der Maronipfanne belassen und zwischendurch werden die braunen Früchte immer wieder mit Wasser besprüht (am besten eine Sprühflasche wie für Zimmerpflanzen benutzen).

Kochen

Fürs Kochen werden die Esskastanien nicht einmal, sondern kreuzweise zweimal eingeschnitten. Für Füllungen, Pürees und Suppen, aber auch für die Herstellung von Vermicelles und von karamellisierten Maronen reicht es aus, wenn die doppelt eingeritzten Maronen lediglich gekocht wurden. Nachdem sie bei kleiner Hitze nach ca. 20 Minuten gegart sind, werden sie weich, was leicht mit einer Gabel festzustellen ist.

Kastanien vom Grill im Dutch Oven zubereiten

Es ist üblich, Esskastanien zu grillieren. Auf dem Rost ist das allerdings schwierig. Beste Lösung: Den Maroni im Dutch Oven zubereiten. Wichtig ist die richtige Vorbereitung: Die Maronen zuerst für fünf Minuten in ein Wasserbad legen. Früchte, die oben schwimmen, werden entfernt - sie sind nicht mehr gut. Das Wasser hilft zudem dabei, die Schale weicher zu machen.

Die Esskastanien für den Dutch Oven mit der runden Seite nach oben auf ein Schneidebrett legen und kreuzförmig einritzen. Das macht es leichter, die gerösteten Maronen zu essen. Zudem würden sie sonst unkontrolliert aufplatzen. Wenn du im Dutch Oven Maronen zubereiten möchtest, sollte der Eisentopf heiss sein, aber nicht direkt auf der Glut stehen. Stelle ihn daher entweder auf einen Rost oder bau dir eine kleine Erhöhung, zum Beispiel aus Ziegelsteinen.

Lass den Dutch Oven auf Temperatur kommen und gib die Maronen dann ohne Fett hinzu. Wichtig: Die Maroni im Dutch Oven sollen rösten. Daher dürfen sie nicht zu eng und schon gar nicht übereinander liegen. Der Boden der Pfanne sollte zwischen den Esskastanien sichtbar sein. Wie lange Esskastanien im Dutch Oven brauchen, hängt von der Temperatur, ihrer Grösse und deinem persönlichen Geschmack ab. In der Regel sollten die gerösteten Kastanien etwa 20 Minuten lang garen. Sie sind gut, wenn sie eine schöne Röstfarbe angenommen haben.

Die gesunde Seite der Maronen

Maronen und Esskastanien haftet das unzutreffende Vorurteil an, dass sie schwer verdaulich und dickmachend sind. Das Gegenteil ist der Fall - und so sind findige Frauenzeitschrifts-Autorinnen auch schon auf die Idee gekommen, Abnehmdiäten auf der Grundlage von Edelkastanien zu entwickeln.

Anders als die meisten Nüsse beinhalten die Marone fast kein Fett (nur 1-2%), sehr viele Ballaststoffe und machen dank des hohen Stärkeanteils auch schnell satt (was dann die Essmenge beschränkt). Dank der genialen und ausschliesslich natürlichen Konstellation dieser edlen Kastanien kommt da schon eine beeindruckende Liste von Inhaltsstoffen zusammen.

100 g Marroni enthalten 2 g Fett, 2,5 g Eiweiss, 45 g Kohlenhydrate und knapp 200 kcal. Marroni sind also fettarm und sättigend. Ihr Nährwert ist demjenigen von Getreide und Kartoffeln sehr ähnlich.

Im Gegensatz zum Getreide, das Säure bildet, gehören Marroni zu den wenigen basenbildenden Stärkeprodukten und können daher helfen, eine Übersäuerung auszugleichen. Ein weiterer positiver Aspekt von Marroni ist, dass sie natriumarm und dafür reich an Kalium sind, was eine natürliche und sanfte Entwässerung des Organismus bewirken kann.

Marroni sind ausserdem glutenfrei und eignen sich daher auch für Zöliakiebetroffene. Ausserdem zählen Marroni zu den guten Kohlenhydraten, den sogenannten Slow Carbs: Das sind langsame, hochwertige Kohlenhydrate mit einem hohen Anteil an unverdaulichen Nahrungsfasern. Dadurch stellt sich rasch ein Sättigungsgefühl ein, und der Blutzuckerspiegel steigt dadurch nur langsam an, es wird weniger Insulin produziert. Und das hilft allen, die langfristig abnehmen wollen. Aber auch Sportlerinnen und Sportler profitieren von den komplexen Kohlenhydraten der Edelkastanie.

Kastanienwälder entdecken

Auf eigens dafür angelegten Lehrpfaden kann man durch die Kastanienwälder des Tessins, des Bergells, des Wallis' und der Zentralschweiz wandern.

Marroni wachsen bei uns in zum Teil recht ausgedehnten Kastanienwäldern im Tessin, im Bergell, im Wallis und in der Zentralschweiz. Sie können auf eigens angelegten Kastanienwegen erkundet werden, und an den meisten Orten ist es sogar erlaubt, die am Boden liegenden Kastanien zu sammeln.

Kastanienwälder in der Schweiz

  • Kastanienwald in Fully VS
  • Kastanienselven im Bergell GR
  • Kastanienwald in Arosio TI
  • Kastanienwald in der Zentralschweiz (Rigi-Chestene-Weg)
  • Kastanienwald in Murg SG

Das Sammeln von Kastanien, die am Boden liegen, ist grundsätzlich erlaubt, ausser es wird mit einem Schild auf ein Verbot hingewiesen, oder die Bäume befinden sich auf Privatgrund. Nicht erlaubt ist es hingegen, die Marroni mit Stecken oder Steinen von den Bäumen zu schlagen. Denn, wenn der Baum verletzt wird, können sich aggressive Pilze auf ihm ansiedeln und er könnte innert kurzer Zeit absterben. In einigen Regionen ist das Sammeln von Kastanien nicht oder nur mit Einschränkungen gestattet (z. B. Bergell) bzw. erst ab einem bestimmten Datum erlaubt (z. B. Tessin).

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