Schweizer Dessert Klassiker: Eine süsse Reise durch die Schweizer Küche

Die Schweiz ist nicht nur für ihre atemberaubend schönen Landschaften und ihre weit zurückreichenden Traditionen bekannt, sondern hat auch eine vielfältige Kulinarik zu bieten. Neben dem allbekannten Käse und der feinen Schokolade gibt es noch einiges mehr zu entdecken.

Die Schweizer Küche verbindet Einflüsse aus der deutschen, französischen und norditalienischen Küche. Sie ist jedoch regional sehr unterschiedlich.

Entdecke typische Schweizer Dessert-Rezepte, die besonders beliebt sind bei Gross und Klein. Sie können ganz einfach, aber auch sehr raffiniert ausfallen. Regionale Produkte, dazu zählen etwa frische Milchprodukte, Früchte und hochwertige Schokolade, ebenso wie die Saisonalität spielen eine grosse Rolle. Die Saisonalität gibt auf natürliche Weise vor, wann die feinen Naschereien besonders gut schmecken.

Heute will ich dir die süsse Seite meines Heimatlandes näher bringen: Dessertklassiker aus der Schweiz. Leckere, typische schweizerische Nachspeisen.

Hier sind einige der beliebtesten Desserts, die du unbedingt probieren solltest, falls du sie bisher nicht kennst und die süssen kulinarischen Seiten der Schweiz kennenlernen möchtest. Wenn du sie bereits kennen- und lieben gelernt hast, möchtest du sie vielleicht einmal selbst zubereiten?

Die beliebtesten Dessert-Klassiker:

Bündner Nusstorte

Das Rezept für die Bündner Nusstorte war im Engadin schon um 1900 bekannt. Ihre Erfolgsgeschichte begann aber durch einen ausgewanderten Engadiner Zuckerbäcker in Toulouse. Von dort wurde sie in ganz Frankreich vertrieben. Ab den 30er Jahren wurde die leckere Torte auch in der Schweiz bekannt und ist heute für alle ein Begriff. Ganz viel Zucker und Nüsse in einem Mürbeteig und das Sonntagsnachmittags Dessert ist perfekt.

Meringues

Die Meringues stammen aus Meiringen aus dem Berner Oberland, die dort vermutlich um 1600 vom italienischen Zuckerbäcker Gasparini erfunden worden sind. In Deutschland sind sie unter dem Namen Baiser besser bekannt. Das luftig, schaumige Zuckergebäck wird meistens mit Schlagsahne gegessen oder im Herbst gerne auch mit Vermicelle oder Vanilleeis.

Zuger Kirschtorte

Erfunden wurde der heutige Exportschlager aus dem Kanton Zug 1915. Seitdem hat die Torte mehrere Preise gewonnen und ist verschiedenen Male ausgezeichnet worden. Geliebt von Charlie Chaplin, Audrey Hepburn und dem Vatikan, wurde die Zuger Kirschtorte 2008 Inventar «Kulinarisches Erbe der Schweiz» aufgenommen. Die luftige Torte mit dem zarten Kirschgeschmack sollten alle probieren, die in der Schweiz Halt machen.

Vermicelle

Vermicelle ist in der ganzen Schweiz verbreitet, ist aber eigentlich eine Spezialität aus der Südschweiz. Die Masse wird aus pürierten Kastanien zubereitet und hat demzufolge im Herbst Hochsaison. Dann steht vor fast jedem Restaurant ein Schild mit „Vermicelle und Suser“. Suser ist Wein, der gerade erst zu gären begonnen hat, also „noch nicht fertig“ ist. Vermicelle gibt es in verschiedenen Arten, beispielsweise mit Meringues, Rahm oder auch mit Vanilleeis.

Wer die süsse Nachspeise das erste Mal serviert bekommt, schaut oft ein bisschen irritiert, schaut das ganze doch etwas speziell aus. Aber lass dir gesagt sein, es ist es absolut wert, Vermicelle zu probieren. Für mich die beste Schweizer Nachspeise überhaupt!

Marronipüree selber machen, 1000x besser als das gekaufte Kastanienpüree (Vermicellespüree)

Aargauer Rüeblitorte

Zum spezifizieren: „Rüebli“ ist der schweizerdeutsche Ausdruck für Karotten. Hier handelt es sich also um eine Karottentorte. Da sich das aber irgendwie komisch anhört, bleibe ich bei Rüeblitorte.

Dennoch ist die Aargauer Rüeblitorte eigentlich auf ein sprachliches Missverständnis zurückzuführen. Auch heute noch gilt der Kanton Aargau als Rüeblikanton, obwohl dort eigentlich Rüben und nicht Rüebli angebaut werden. Die Ähnlichkeit im Schweizerdeutsch ist aber so gross, dass die beiden Gemüsearten so oft verwechselt wurden, dass aus Rüben Rüebli wurden. So wird die Rüeblitorte auch heute noch den Aargauer:innen zugeschrieben, obwohl sie in einem Basler Kochbuch das erste Mal aufgetaucht ist.

Wer auch immer die Torte schlussendlich erfand, heute ist sie ganz klar als Aargauer Rüeblitorte bekannt und ist einfach nur saftig lecker!

Brönnti Creme

Ursprünglich ist die gebrannte Creme in der spanischen, portugiesischen und französischen Küche zu finden und heisst Crema Catelana oder Crème brûlée. Die Besonderheit der schweizerischen Version ist, dass die Karamellcrème ohne Kruste, sondern nur mit Sahne serviert wird. Super lecker und ein Schweizer Dessertklassiker, wovon man kaum genug kriegen kann.

Berner Haselnusskuchen

Zum Berner Haselnusskuchen gibt es eigentlich keine grosse Hintergrundgeschichte, jedenfalls keine die ich kenne oder herausgefunden habe. Der Kuchen gehört aber fest zum Kanton Bern und wird oft als Nachspeise angeboten.

Weitere süsse Versuchungen

  • Meitschibei (Mädchenbein, ein Nussgebäck)
  • Basler Leckerli (ein traditionelles, lebkuchenartiges Gebäck)
  • Magebrot (Gebäckstück, besonders beliebt auf Jahrmärkten)
  • Fasnachtschüechli (während der Fasnachtszeit)

Weitere Rezept-Ideen

  • Süssmostcreme: Diese Creme ist ein Schweizer Dessert-Klassiker schlechthin. Süssmostcreme wurde im Thurgau, das liebevoll auch als Mostindien gilt, erfunden und schmeckt besonders gut mit frischem Apfelsaft.
  • Bretzeli: Nichts ist verführerischer als der Hauch von süssen Bricelets, mit Geduld selbst gemacht und liebevoll serviert.
  • Caramel-Köpfli: Mit einem Caramel-Köpfli landest du nicht nur bei Caramel-Fans einen garantierten Volltreffer ins kulinarische Herz. Dieses Dessert ist ausserdem schnell und einfach zubereitet.
  • Cremeschnitten: Cremeschnitten sind ein Meisterstück der Patisserie-Kunst. Zugegeben, kein Blitz-Dessert, aber der Aufwand lohnt sich definitiv!
  • Lebkuchen: Viele verbinden den Duft von Lebkuchen mit der Weihnachtszeit. Der Luzerner Lebkuchen, mit seiner typischen rissigen Oberfläche, ist aber das ganze Jahr ein Hit!
  • Magenbrot: Magenbrot ist ein traditionelles süsses Gebäck, das besonders auf Chilbis und Weihnachtsmärkten verkauft wird - in der Schweiz, in Süddeutschland und im Elsass.
  • Nusstorte: Überrasche bei der nächsten Einladung deine Gäste mit einer selbst gebackenen Version des Klassikers aus dem Kanton Graubünden: Nusstorte.
  • Roulade: Rouladen sind in der Schweiz äusserst beliebt.
  • Schoggi-Mousse: Im Nu zubereitet, schmeckt Schoggi-Mousse mit oder ohne Eier. Dunkle Schokolade kannst du auch durch Milchschokolade ersetzen.
  • Spitzbuben: Vor allem in der Weihnachtszeit werden gerne Spitzbuben gebacken und genascht. Wir finden, sie machen das ganze Jahr eine gute Figur.

Weitere Dessert-Rezepte

  • Maja's Linzertorte ist ein klassisches Schweizer Dessert, das besonders durch seine aromatische Himbeerfüllung und die feinen Haselnüsse überzeugt.
  • Tatsch ist ein altes Gericht aus dem Kanton Graubünden. Eigentlich nichts anderes als super schnelle Pfannkuchen. In der Regel mit Puderzucker bestäubt oder mit Apfelmus serviert. Wer es herzhaft mag ergänzt das Gericht mit Käse.
  • Die „Sèche“ aus den Kantonen Waadt und Neuenburg ist etwas ganz Besonderes: Ein dünner salziger Fladen mit flüssiger Butter bestrichen und für kurze Zeit bei sehr hohen Temperaturen gebacken. Sie eignet sich perfekt für einen Apéro oder auch als Snack für Zwischendurch.
  • Besonders in Basel ist die Fastenwähe zur Fasnachtszeit beliebt.
  • Das Chnusperbrot verdient seinen Namen dank der porösen Krume und der knusprigen, dunklen Rinde.

Schnelles Rezept für Toblerone-Mousse zum Nachmachen

Heute gibt es eine Anleitung dazu, wie man den Schweizer Dessert-Klassiker daherzaubert: Toblerone Mousse. Viel Spass beim Nachkochen!

Zutaten:

  • 200 g Toblerone
  • 200 g Rahm
  • 2 Eier
  • 2 EL Zucker
  • 1 Handvoll Früchte (optional)

Zubereitung:

  1. Die Toblerone erwärmen, sodass sie flüssig wird.
  2. Rahm in eine Schüssel geben und mit dem Handmixer schlagen.
  3. In einer separaten Schüssel Eier zusammen mit dem Zucker ebenfalls mit dem Handmixer kurz mixen. Hierzu die geschmolzene Toblerone geben und alles vermengen.

Es gibt viele Möglichkeiten, die Schweizer Dessertküche zu geniessen. Ob traditionelle Klassiker oder moderne Interpretationen - die Vielfalt ist beeindruckend.

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