Der weibliche Körper bringt von Natur aus alle Voraussetzungen dafür mit, dass ein neuer Mensch in ihm heranwachsen kann. Doch mit einer gesunden Ernährungsweise können Sie ihn bei dieser wichtigen Funktion bestens unterstützen. Viele haben eine vage Vorstellung davon, welche Lebensmittel in der Schwangerschaft gemieden werden sollten - und wir haben Ihnen diesen Leitfaden zusammengestellt, damit Sie sich ganz sicher sein können.
Wir sind hier, um Ihnen zu helfen, aber denken Sie daran, dass jede Schwangerschaft einzigartig ist und unsere Ratschläge nicht den Gang zu Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ersetzen. Ihr*e Gesundheitsberater*in kann Ihnen mit einer speziell auf Sie abgestimmten Ernährung helfen.
Ernährung in der Schwangerschaft: „Nicht für zwei essen – sondern für zwei denken!“
Was darf ich in der Schwangerschaft nicht essen?
Die gute Nachricht lautet, dass sich eine gesunde Ernährung in der Schwangerschaft kaum von einer gesunden Ernährung für nicht schwangere Frauen unterscheidet. Sie sollten regelmässige Mahlzeiten zu sich nehmen und Speisen mit hohem Zuckergehalt sowie verarbeitete Lebensmittel meiden. Der Verzehr von Obst, Gemüse, Kohlenhydraten, Proteinen und dem in Milchprodukten enthaltenen Kalzium ist sehr wichtig, wenn Sie schwanger sind.7 Denken Sie bei der Auswahl Ihrer Milchprodukte daran, dass einige Käsesorten auf der Liste der verbotenen Lebensmittel in der Schwangerschaft stehen.
Also was sollten Schwangere nicht essen? Rohes oder nur teilweise gegartes Fleisch, Leber, roher Fisch oder Schalentiere, rohe Eier, unpasteurisierter oder schimmelgereifter Käse und Rohmilch oder Säfte müssen Sie sicherheitshalber aus Ihrem Speiseplan streichen.1 Im Folgenden finden Sie eine Liste mit verbotenen Lebensmitteln in der Schwangerschaft:2
Die meisten der Lebensmittel, die sie in der Schwangerschaft nicht essen sollten, sind bekannt dafür, dass sie verschiedene Keime enthalten können. Ihr Immunsystem ist während der Schwangerschaft geschwächt und kann darum Bakterien, Viren oder andere Erreger weniger zuverlässig bekämpfen.
Rohe Eier und Eierspeisen
Zu den ungeeigneten Lebensmitteln in der Schwangerschaft gehören auch rohe oder halb rohe (weich gekochte) Eier sowie alle Speisen, die mit rohen Eiern zubereitet werden. Rohe Eier und Speisen, die rohe oder halbrohe Eier enthalten, sollten während der Schwangerschaft gemieden werden. Hierzu zählen unter anderem Kuchenteig und Gebäck, weich gekochte Eier und Rühreier.
Vorsicht bei Speisen, die nicht vollständig gekochte Eier enthalten können, wie zum Beispiel Salate, Salatsaucen und Eiscreme. Während Ihrer Schwangerschaft sollten Sie nur vollständig gekochte, pasteurisierte Eier zu sich nehmen. Was, wenn Sie nicht auf Ihr Rührei verzichten wollen? Die gute Nachricht ist, dass es laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) in der Schwangerschaft in Ordnung ist, Rührei zu essen, solange sowohl Eiweiss als auch Eigelb so lange durchgegart werden, bis sie fest werden.7
Rohes oder halb roh können Eier Salmonellen enthalten. Verzichten Sie deshalb auf Tiramisu, Bayrische Creme, Schoggi-Mousse, hausgemachte Glace, Sauce Béarnaise und Hollandaise sowie selbst gemachte Mayonnaise.
Typische Symptome einer Salmonelleninfektion sind Fieber, Magen-Darm-Beschwerden, Durchfall und Erbrechen. Wenn Lebensmittel für mindestens zehn Minuten auf über 70 Grad Celsius erhitzt werden, sterben Salmonellen zuverlässig ab. Eier und Eierspeisen sollten Sie in der Schwangerschaft daher nur gut durchgegart genießen.
Häufige Fragen zum Thema rohe Eier
Sollte man als Schwangere nicht besser Eier ganz vom Speiseplan streichen? Eier übertragen doch Salmonellen!
Rohes Fleisch und Fisch
Ungeeignete Lebensmittel in der Schwangerschaft sind alle rohen Fleischprodukte. Rohes Fleisch kann mit Toxoplasmose-Erregern infiziert sein. Falls Sie durch eine früher durchgemachte Toxoplasmose-Infektion nicht bereits immun sind, können die Erreger auch auf Ihr Baby übergreifen. Fleisch sollten Sie grundsätzlich mehrere Minuten über 70 Grad Celsius erhitzen. Auch das Einfrieren von Fleisch für mindestens drei Tage bei einer Temperatur von unter -20 Grad Celsius tötet die Toxoplasmose-Erreger ab.
Rohes oder nicht vollständig durcherhitztes Fleisch kann unter anderem Toxoplasmose-Erreger enthalten. Meiden Sie deshalb blutige Steaks, Carpaccio, Tatar, Salami, Cervelat, rohen Schinken und Pökelfleisch. Besondere Vorsicht ist bei Schweine-, Lamm und Ziegenfleisch geboten.
Roher Fisch und rohe Meeresfrüchte - etwa Sushi, marinierter Hering, Räucherfisch (heiß oder kalt geräuchert, inklusive Räucherlachs), Austern oder Shrimps - können ebenfalls Listerien enthalten. Zur Enttäuschung aller Sushi-Liebhaberinnen: roher Fisch und rohe Schalentiere dürfen Sie nicht essen in der Schwangerschaft. Allerdings können Sie Sushi dennoch geniessen, wenn der Fisch gründlich gegart wurde. Sie sollten auch darauf achten, dass geräucherter Fisch vollständig gegart und durchgehend dampfend heiss ist.9
Ob Sushi, Sashimi, Maki, roh geräucherte Forellenfilets oder Räucherlachs, Hering, rohe Krabben oder Austern: Rohe und halb gegarte Fischmahlzeiten können eine für Schwangere gefährliche Lebensmittelvergiftung, Listeriose und Toxoplasmose verursachen.
Häufige Fragen zum Thema roher Fisch
- Darf man in der Schwangerschaft noch rohen Fisch essen, z.B. Sushi?
- Ich esse nicht gern Fisch. Wie kann ich meine Jodaufnahme verbessern?

Quecksilberhaltiger Fisch
Schwangere Frauen sollten vorsichtshalber die stärker mit Quecksilber belasteten Fischsorten meiden. Dies sind vor allem Thunfisch, Schwertfisch, Heilbutt oder Hecht, Hai, Torpedo- und Zackenbarsch. Essen Sie keine Fische, die einen hohen Quecksilbergehalt haben, wie zum Beispiel Speerfisch, Schwertfisch, Königsmakrele, Thunfisch und Torpedobarsch. Dosenthunfisch können Sie ab und zu in kleinen Mengen zu sich nehmen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt sich auf maximal zwei Portionen fettreichen Fisch und 70 g Thunfisch aus der Dose pro Woche zu beschränken.5,10
Grundsätzlich ist Fisch aber gesund, es wird zu zwei Fischmahlzeiten pro Woche geraten.
Häufige Fragen zum Thema Quecksilber
- Fisch soll ja sehr gesund sein in der Schwangerschaft. Aber was ist mit der Quecksilberbelastung?
Rohmilch und unpasteurisierte Produkte
Auf unpasteurisierte Milch (Rohmilch) und Rohmilchprodukte sollten Sie während der Schwangerschaft vollständig verzichten - dies gilt nicht nur für Erzeugnisse aus Kuhmilch, sondern auch für Rohmilchprodukte aus Ziegen- oder Schafsmilch. Achten Sie auf den Hinweis "pasteurisiert". Dabei wurde die Milch nämlich so stark erhitzt, dass alle Keime abgetötet sind. Rohe Milch und die aus ihr hergestellten Produkte wie zum Beispiel Weich-, Frisch- oder Halbhartkäse können dagegen Listeriose-Bakterien enthalten.
Typische Rohmilchprodukte sind Weiß- und Blauschimmel-Weichkäse (Camembert, Brie, Chevre, Roquefort, Gorgonzola). Auch Blauschimmel wie Roquefort oder Gorgonzola, sowie anderer Edelschimmel - zum Beispiel Camembert oder Brie - sollten Sie in roher Form wegen möglicher Listerien-Belastung in der Schwangerschaft nicht essen. Gekocht, zum Beispiel in einer Gorgonzola-Sauce, ist aber nichts dagegen einzuwenden. Weich- und Hartkäse sowie alle anderen Produkte aus pasteurisierter Milch (beispielsweise Gouda, Bergkäse oder Emmentaler) können Sie unbedenklich zu sich nehmen.
Weichkäse mit Schimmel oder aus Rohmilch Um Bakterien wie Listerien zu vermeiden, sollten Sie auch bestimmte Weichkäsesorten nicht essen in der Schwangerschaft. Die wichtigsten Regeln lauten: Vermeiden Sie Weichkäse aus Rohmilch und meiden Sie Schimmel - auch bei Käsesorten, die absichtlich schimmelgereift sind. Sie finden Schimmel in Blauschimmelkäse wie Roquefort oder Gorgonzola und in Weichkäse mit weissem Belag wie Brie und Camembert. Wenn Sie eine Käseliebhaberin sind und es nicht ertragen können, neun Monate ohne Ihren Lieblingsweichkäse auszuhalten, können Sie Weich- oder Blauschimmelkäse erhitzen, bis er dampfend heiss ist, um Bakterien abzutöten.1,3 Es ist in Ordnung, Hartkäse wie Cheddar oder Parmesan zu essen, auch wenn er nicht pasteurisiert ist.6
Genau wie bei Weichkäse sollten Sie darauf achten, dass alle Milchprodukte oder Säfte, die Sie in der Schwangerschaft konsumieren, pasteurisiert sind, um Bakterien abzutöten. Denken Sie daran, dass auch frisch gepresste Säfte zu den unpasteurisierten Säften gehören. Dieselbe Regel gilt für Milch und Saft. Frisch gepresster Saft oder jede Art von nicht pasteurisierter Milch kann schädliche Bakterien enthalten (E.coli, Listerien, Salmonellen)4 und sollte während der Schwangerschaft vermieden werden.
Der klassische Feta wird aus Rohmilch vom Schaf hergestellt und häufig an der Käsetheke aus offenen Gefässen verkauft. Kaufen Sie ihn besser abgepackt und achten darauf, dass er pasteurisiert wurde. Gleiches gilt für Ziegenkäse.
Häufige Fragen zum Thema Listeriose
- Darf ich in der Schwangerschaft Rohmilch trinken?
- Kann man eine Listeriose nur durch Verzehr von Rohmilchprodukten bekommen?
- Ist Parmesan aus Rohmilch?
Weitere zu vermeidende Lebensmittel
Auch Obst und Gemüse aus Freilandanbau können mit Listerien oder - durch den Kot von Katzen - mit Toxoplasmose-Erregern infiziert sein. Die Feuchtigkeit in den Plastikbeuteln in Kombination mit den austretenden Zuckern, Mineralstoffen und Proteinen aus den Salatblättern liefert einen guten Nährboden für Bakterien - sogar im Kühlschrank. Dies gilt auch für nicht erhitzte Sprossen und Keimlinge.
Rohes Gemüse und Obst sollten Sie immer gründlich waschen, so kann ein Grossteil der eventuell vorhandenen Pestizide und/oder Fungizide entfernt werden. Aber auch Bakterien, Fäkalkeime und Schimmelpilze - auch auf Bioprodukten - können Sie so entfernen.
Essen Sie keine Fische, die einen hohen Quecksilbergehalt haben, wie zum Beispiel Speerfisch, Schwertfisch, Königsmakrele, Thunfisch und Torpedobarsch.

Alkohol und Koffein
Es gibt keinen Grenzwert, bis zu dem Alkoholgenuss in der Schwangerschaft völlig unbedenklich ist. Um sicher zu gehen, sollten Sie deshalb in der Schwangerschaft ganz auf Alkohol verzichten. Auch in späteren Phasen Ihrer Schwangerschaft kann Alkohol für Ihr Baby schädlich werden. Zigarettenrauchen und Drogenkonsum sind ebenfalls tabu.
Nach aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen sind bis zu 200 Milligramm Koffein - beispielsweise zwei Tassen Kaffee oder Tee - für das Baby unbedenklich. Größere Tagesmengen erhöhen möglicherweise das Risiko einer Fehlgeburt.
Häufige Fragen zum Thema Alkohol
- Wie sieht es aus mit alkoholfreiem Bier in der Schwangerschaft?
- Wieviel Alkohol ist in der Schwangerschaft gerade noch erlaubt?
- Kann ich in der Schwangerschaft mit Alkohol kochen?
Empfehlungen zur Reduzierung bestimmter Lebensmittel
Auch wenn sie nicht komplett verboten sind, gibt es einige Lebensmittel, die Sie während der Schwangerschaft reduzieren beziehungsweise vermeiden sollten, damit Sie und Ihr Baby sich gut und gesund fühlen:
- Süssigkeiten, Fast Food und fettige Snacks: Wenn Sie Heisshunger auf Süssigkeiten, Fast Food oder fettreiche Lebensmittel haben, wird es Sie vielleicht nicht freuen zu hören, dass die DGE empfiehlt, den Konsum von Zucker und gesättigten Fettsäuren in der Schwangerschaft zu reduzieren.7 Dennoch können Sie immer auf gesündere Alternativen zurückgreifen. Lust auf Pommes zu jeder Mahlzeit? Warum frittieren Sie Ihr Essen nicht mit wenig oder ganz ohne Öl in einem Airfryer?
- Zu viel Koffein: Auch den Kaffeegenuss müssen Schwangere etwas einschränken. Die EFSA empfiehlt, den Koffeinkonsum auf 200 mg pro Tag zu begrenzen.7,8 Obwohl Koffein normalerweise mit Getränken wie Tee, Kaffee und Cola in Verbindung gebracht wird, sollten Sie bedenken, dass auch Schokolade Koffein enthält.
Gesund essen in der Schwangerschaft
Die Entwicklung Ihres ungeborenen Kindes, und die damit verbundenen physiologischen Veränderungen bei Ihnen, erfordern eine Anpassung Ihrer Ernährung. Um zu wissen, welche Lebensmittel Sie in der Schwangerschaft meiden sollten und welche das gesunde Wachstum Ihres Babys unterstützen, empfiehlt es sich, mit einer Ärztin, einem Arzt oder anderen Gesundheitsexpert*innen zu sprechen. So können Sie sicherstellen, dass Sie die richtigen Nährstoffe in der richtigen Menge zu sich nehmen.
Hier sind einige wichtige Tipps für eine gesunde, ausgewogene Ernährung in der Schwangerschaft:
- Essen Sie Vollkornprodukte wie Vollkornbrot und -nudeln.7
- Bevorzugen Sie mageres Fleisch oder Geflügel und versuchen Sie, zwei Portionen gekochten Fisch pro Woche zu essen, davon eine Portion fettigen Fisch. Denken Sie daran, Fisch zu wählen, der wenig Quecksilber enthält.5,10
- Wählen Sie Lebensmittel aus den fünf Lebensmittelgruppen: Getreide, Obst, Gemüse, Proteine und Milchprodukte. Achten Sie darauf, dass Ihr Essen zur Hälfte aus Gemüse und Obst besteht. Die andere Hälfte sollten Sie mit Vollkornprodukten abdecken.
- Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über Ihren Ernährungsplan und vorgeburtliche Vitamine wie Folsäure und Eisen. Während der Schwangerschaft haben Sie einen höheren Bedarf an Vitaminen und Mineralstoffen und es kann schwierig sein, alles, was Sie brauchen, über die Nahrung zu bekommen.
- Wählen Sie einfach oder mehrfach ungesättigte Fette wie Olivenöl und Avocados und versuchen Sie, möglichst wenig gesättigte Fette zu sich zu nehmen. Auch auf „leere Kalorien“, wie sie etwa in Süssigkeiten oder zuckerhaltigen Getränken zu finden sind, sollten Sie möglichst verzichten.7
Konsultieren Sie immer eine Ärztin oder einen Arzt, bevor Sie mit einer speziellen Ernährungsweise beginnen.
Jetzt wissen Sie, was Schwangere nicht essen dürfen und auch, welche Art Nahrungsmittel während der Wachstumsphase Ihres Ungeborenen wichtig sind. Behalten Sie Ihre Gesundheit während Ihrer Schwangerschaft mit der Schwangerschafts+ App im Blick. Die App begleitet Sie während der kompletten Schwangerschaft bis hin zur Geburt und gibt Ihnen umfassende Ratschläge und Informationen zu jeder einzelnen Phase. Wenn Sie mehr über die Schwangerschaft und die Pflege Ihres Babys erfahren möchten, werfen Sie einen Blick auf unseren Leitfaden für Eltern.
Tabelle: Empfohlene und zu vermeidende Lebensmittel in der Schwangerschaft
| Lebensmittelgruppe | Empfohlen | Zu vermeiden |
|---|---|---|
| Fleisch | Vollständig durchgegartes Fleisch, Geflügel | Rohes oder halbgares Fleisch, Leber, Pastete |
| Fisch | Fettarmer Fisch (z.B. Hering, Karpfen, Forelle) | Roher Fisch (Sushi, Sashimi), Räucherfisch, Quecksilberhaltiger Fisch (Thunfisch, Schwertfisch) |
| Milchprodukte | Pasteurisierte Milch, Joghurt, Hartkäse | Rohmilch, Weichkäse (Camembert, Brie, Gorgonzola) |
| Eier | Vollständig gekochte Eier | Rohe oder weich gekochte Eier |
| Obst und Gemüse | Gründlich gewaschenes frisches Obst und Gemüse | Ungewaschenes Obst und Gemüse, vorgeschnittene Salate |
| Getränke | Wasser, ungesüsste Tees | Alkohol, Energydrinks, übermässiger Koffeinkonsum |
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