Unterschied zwischen Koch- und Räucherschinken: Eine detaillierte Betrachtung

In der Welt der Fleischspezialitäten nehmen Schinken und Wurstwaren eine besondere Stellung ein. Ob geräuchert oder nicht, sie sind vielseitig verwendbar und bieten eine schmackhafte Ergänzung zu zahlreichen Gerichten. Das Räuchern ist eine der ältesten und raffiniertesten Methoden, um Fleisch haltbar zu machen und ihm ein besonderes Aroma zu verleihen.

Die Herstellung von Schinken

Zur Herstellung von Schinken gibt es unterschiedliche Methoden. Dementsprechend unterscheidet man zwischen Kochschinken, Räucherschinken und luftgetrocknetem Schinken. Die Schweinekeule, auch als Schweineschinken bezeichnet, ist das größte Teilstück des Schweins und wird oft für die Schinkenherstellung verwendet. Im Handel findet man die Keule in der Regel nicht als Ganzes, sondern in Teilstücken, die auch als Braten sehr beliebt sind.

Dabei gibt es jedoch einige Unterschiede in der Fleischkonsistenz. Oberschale, Hüfte und Nuss besitzen feinfaseriges, zartes Fleisch. Während Oberschale und Hüfte relativ mager sind, ist die Nuss schon mit mehr Fettgewebe durchsetzt. Die Unterschale ist grobfaserig und der Fettanteil hoch.

Grundsätzlich kann man das Fleisch aus der Keule vielfältig zubereiten - schmoren, braten oder grillieren - so wie man es am liebsten mag. Schweinefleisch darf im Inneren ruhig noch etwas rosa sein. Das ist bei einer Kerntemperatur von 65 °C noch der Fall. Übrigens: Auch die beliebten Schweineschnitzel werden vorzugsweise aus der Keule geschnitten.

Beim Schweinefleisch Kauf wird empfohlen, das Fleisch von Schweines aus Freilandhaltung bzw. Weidehaltung und Biorichtlinien zu kaufen, um die beste Qualität zu erhalten. Das Fleisch vom einem frisch geschlachteten und gesunden Schwein ist fest, kompakt und hat eine hellrosa Farbe.

Räuchern: Eine alte und bewährte Methode

Geräuchert wurde schon vor Jahrhunderten, um Fleisch oder Fisch zu konservieren und zu aromatisieren. Die eingesalzenen oder gepökelten Lebensmittel werden über längere Zeit dem Rauch von Holzfeuern ausgesetzt. Damit trocknet das Fleisch und verliert einen Teil des Wassergehalts von zirka 10 bis 40 Prozent.

Mit dem Räuchern kann das Fleisch sehr gut haltbar gemacht werden. Der Rauch stört die vorhandenen Bakterien und die Feuchtigkeit wird ihnen entzogen. Beim Fleisch ist die Feuchtigkeit eine wichtige Lebensgrundlage für die Bakterien.

Durch das Räuchern werden die Farbe, der Geruch und der Geschmack des Nahrungsmittels positiv beeinflusst. Geräuchert werden heute sehr viele Nahrungsmittel, unter anderem auch Käse und Gemüse.

Der Räuchervorgang

Die Räucherkammer muss gut belüftet werden können, um die Rauchentwicklung zu fördern und einen guten Abzug zu gewährleisten. Die Fleischstücke dürfen sich nicht berühren, damit Luft und Rauch gut zirkulieren können. Zum Heizen werden trockene Hobelspäne von Hartholz oder Sägemehl verwendet. Wer eine Spezialität oder gar eine Rarität herstellen will, der muss langsam räuchern, damit der Wassergehalt nicht zu hoch bleibt.

Mit Wachholderbeeren oder Tannzweigen kann ein würziger Geschmack im Fleisch erreicht werden. Die Räucherdauer beträgt bei Schinken und Speck 2 bis 4 Wochen. Geräuchert wird bei einer Temperatur zwischen 20 bis 40 C. Mit einem Thermometer kann die Temperatur kontrolliert werden.

Um eine optimale Qualität zu erlangen, wird zirka alle zwei Tage Rauch erzeugt. Räuchern ist ein Vorgang, der viel Erfahrung und grosse Sorgfalt voraussetzt. Die Industrie hat spezielle Anlagen gebaut, um das Fleisch gleichmässig zu räuchern.

Kalträuchern

Das Kalträuchern ist eine traditionelle Methode, um Fleisch, Fisch oder Wurst zu konservieren und gleichzeitig ein intensives Aroma zu verleihen. Es erfolgt bei niedrigen Temperaturen, wodurch das Räuchergut nicht gekocht wird, sondern lediglich durch den Rauch veredelt wird.

Das Kalträuchern ist besonders bei Schinken, Speck, Fisch und Wurst beliebt, da es die Haltbarkeit erhöht und gleichzeitig die Geschmacksrichtung vertieft. Es hat mehrere Vorteile, darunter die Erhöhung der Haltbarkeit und die Verfeinerung des Geschmacks. Es ist eine einfache und kostengünstige Methode, um selbstgemachtes Fleisch, Fisch oder Wurst zu produzieren.

Beim Kalträuchern wird bei Temperaturen von maximal 25 °C geräuchert. Es dient der Haltbarmachung und verleiht dem Räuchergut eine charakteristische Farbe, Geruch und Geschmacksrichtung. Im Gegensatz zum Warm- und Heißräuchern erfolgt das Kalträuchern nicht mit großer Hitze, sondern mit kaltem Rauch, wodurch das Räuchergut nicht gekocht wird.

Das Kalträuchern dient sowohl der Geschmacksveredelung als auch der Haltbarkeit. Es wird in der Regel über mehrere Tage hinweg durchgeführt, wobei das Räuchergut mehrfach geräuchert wird.

Vorteile des Kalträucherns:

  • Erhöht die Haltbarkeit des Räucherguts
  • Verleiht eine intensive Geschmacksrichtung
  • Einfache und kostengünstige Methode

Nachteile des Kalträucherns:

  • Langwieriger Prozess
  • Temperaturkontrolle wichtig
  • Saurer Geschmack bei unzureichender Trocknung

Benötigte Gerätschaften und Zutaten:

  • Räucherschrank oder Räucheraufsatz
  • Kaltrauchgenerator oder Kaltraucherzeuger
  • Anzündhilfe
  • Feine Buchenspäne

Geeignete Holzsorten:

  • Buche
  • Kirsche
  • Apfel
  • Birne
  • Nuss

Vorbereitung des Räucherguts:

  • Gut trocknen
  • Mit Salz, Gewürzen und anderen Zutaten einreiben
  • Auf die Dauer des Pökelns achten

Beispiele für die Zubereitung:

  • Fett und Silberhaut entfernen, das Filet trocken tupfen.
  • Die Gewürze mischen und das Filet damit einreiben.
  • Vakuumieren und pro cm Dicke 1 Tag plus 2 Tage extra im Kühlschrank ziehen lassen.
  • Nach der Pökelzeit gründlich abwaschen & trocken tupfen.
  • Für 4 Tage auf einem Gitter im Kühlschrank ruhen lassen.

Beispiele für die Zubereitung:

  • Salz und Gewürze abwiegen und gründlich miteinander vermischen.
  • Nach dem Einreiben sofort einvakuumieren, bevor der Fleischsaft durch das Salzen austritt und für 14 Tage in den Kühlschrank legen.
  • Den Lachsschinken gründlich mit Salz, Pfeffer, Zucker, Wacholderbeeren, Knoblauchpulver und Chiliflocken einreiben.
  • Nach der Pökelzeit den Schinken gründlich abwaschen und trocken tupfen.
  • Den Schinken in den Räucherschrank hängen und für 8 Stunden kalträuchern.

Beispiele für die Zubereitung:

  • Den Speck gründlich mit Salz, Pfeffer, Knoblauchpulver und Zucker einreiben.
  • Nach der Pökelzeit den Speck gründlich abwaschen und trocken tupfen.
  • Den Speck in den Räucherschrank hängen und für 8 Stunden kalträuchern.

Beispiele für die Zubereitung:

  • Das Rindfleisch gründlich mit Salz, Pfeffer, Zucker, Wacholderbeeren, Knoblauchpulver und Chiliflocken einreiben.
  • Nach der Pökelzeit das Rindfleisch gründlich abwaschen und trocken tupfen.
  • Das Rindfleisch in den Räucherschrank hängen und für 8 Stunden kalträuchern.

Beispiele für die Zubereitung:

  • Das Fischfilet gründlich mit Salz, Pfeffer, Zucker, Wacholderbeeren, Knoblauchpulver und Chiliflocken einreiben.
  • Nach der Pökelzeit das Fischfilet gründlich abwaschen und trocken tupfen.
  • Das Fischfilet in den Räucherschrank hängen und für 8 Stunden kalträuchern.

Beispiele für die Zubereitung:

  • Den Käse gründlich mit Salz, Pfeffer, Zucker, Wacholderbeeren, Knoblauchpulver und Chiliflocken einreiben.
  • Nach der Pökelzeit den Käse gründlich abwaschen und trocken tupfen.
  • Den Käse in den Räucherschrank hängen und für 8 Stunden kalträuchern.

Rippli und Schüfeli:

  • Rippli, Schüfeli oder Laffli sind gepökelte und geräucherte Stücke vom Schwein.
  • Das Rippli stammt vom Karree, dem Rückenbereich des Schweins, das auch das Nierstück umfasst.
  • Das Schüfeli, auch Laffli genannt, stammt von der Schulter des Schweins.
  • Sowohl das Rippli wie auch das Schüfeli gibt es mit oder ohne Bein und in verschiedenen Grössen.
  • Aus den Stücken ohne Bein werden zum Teil Rollschinkli gemacht, indem man sie in Netze fasst.
  • Auf der Oberfläche entsteht so das typisch quadratische Muster.
  • Verbreitet sind Rippli und Schüfeli in der ganzen Schweiz.

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Zubereitung und Konsum:

  • Rippli und Schüfeli müssen vor dem Konsum in siedendem Wasser gekocht werden.
  • Als Faustregel gilt: eine Stunde für das erste Kilo, eine halbe Stunde für jedes weitere.
  • Man kann allerdings noch vor dem Kochen ein bis zwei Zentimeter dicke Tranchen abschneiden und diese dann eine Viertelstunde auf dem Sauerkraut oder den Dörrbohnen, die klassischerweise zu Rippli und Schüfeli serviert werden, kochen.
  • Rippli und Schüfeli gehören in der kalten Jahreszeit zu den meist produzierten Fleischprodukten.

Geräuchertes auf dem Speiseplan

Das Fleisch (Speck, Rippli, Schinken, Rauchwürste) unter fliessendem Wasser mit einer Bürste gut abbürsten, in Wasser ohne Salzzugabe ziehen lassen. Pro Kilogramm Fleisch rechnet man eine Kochzeit von mindestens einer Stunde.

Als Beilagen zu geräuchertem Fleisch passen Salzkartoffeln, Kartoffelgratin, Rahmkartoffeln, Bohnen und Sauerkraut. Selbstverständlich passen auch Salate zu Schinken. Je nach Belieben können auch Saucen und Reis zu Geräuchertem serviert werden.

Lesen wir Speck, Rippli, Schüfeli oder Rollschinkli, dann sind es immer Fleischstücke vom Schwein. Trockenwürste gibt es vom Rind, Lamm, Ziege, Reh und Hirsch. Auf dem Produkt muss genau deklariert sein, von welchem Tier das Fleisch stammt. Es lohnt sich generell, die Deklaration zu lesen, auch in Bezug auf die Herkunft und Produktionsweise.

Weitere Fleischwaren vom Schwein

Schweinefleisch stammt von sieben bis acht Monate alten Mastschweinen. Es ist zart, feinfaserig und hat eine schöne rosa Farbe. Entgegen der verbreiteten Meinung besitzt Schweizer Schweinefleisch durchaus ein optimales Fleisch-Fett-Verhältnis. Die Stücke vom Schwein sind äusserst vielseitig verwendbar und lassen sich auf unterschiedlichste Art und Weise zubereiten. Schweinefleisch ist in der Schweiz die beliebteste Fleischsorte.

Schweinefleisch enthält viel wertvolles Protein, das vom menschlichen Körper besonders gut verwertet werden kann. Zudem ist es ein wichtiger Lieferant von Eisen, Vitamin B1, Zink und Selen.

Überblick über verschiedene Fleischstücke vom Schwein:

Fleischstück Beschreibung
Gnagi Teile von Schnörrli, Ohren sowie Schweinsfüsse und Schwanz
Presskopf Wurst aus groben Fleischstücken vom Kopf, Brät und Sulz, geräuchert
Schweinsbäggli Mager und zart
Nackenspeck Fettiges, durchzogenes Fleisch ohne Knochen
Kotelettstücke Kompakt und saftig, von einer Fettschicht umgeben
Huft Zart und sehr mager
Rückenspeck Nahezu 100% Fett, nicht durchwachsen
Bauchspeck Stark durchwachsen
Brustspitz Sehr durchwachsen und saftig
Schulter/Laffe Von einer Fettschicht umgeben, innen saftig
Haxe Wird mitsamt dem Knochen gekocht serviert
Filet Edelstes und teuerstes Stück, kaum Fett
Stotzen/Schinken Hinterlauf bis zur Haxe
Nüssli Qualitativ zweitbestes Stück, zart, aromatisch, kaum Fett

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