In der Zahnarztpraxis gibt es zahlreiche Möglichkeiten, die Effizienz bei Abformungen zu steigern, Kosten zu senken und gleichzeitig qualitativ hochwertige Ergebnisse zu erzielen. Dieser Artikel bietet eine umfassende Sammlung von Tipps und Tricks, die Zahnärzten helfen können, ihren Arbeitsablauf zu optimieren.
Materialauswahl und -dosierung
Die Wahl des richtigen Abformmaterials und dessen korrekte Dosierung sind entscheidend für den Erfolg einer Abformung. Hier sind einige bewährte Methoden:
- Prestikschnur zum Ausblocken: Verwenden Sie Prestikschnur der Fa. Mage-plast anstelle von Hartsilikonen oder Boxing Wax zum Ausblocken von Abdrucklöffeln.
- Günstiges Hartsilikon: Verwenden Sie zum Ausblocken und für den Erstabdruck für Provisorien mit konfektionierten Kunststofflöffeln eine ausreichend große Portion günstiges Hartsilikon (z.B. Eurosil/Schein oder Finoputty/Laboshop).
- Exakte Dosierung: Abdruckmaterialien (Silikone, Impregum) lassen sich in der Menge mit einer elektronischen Waage (Fa. Kern) exakt dosieren.
Beim Anmischen von Abformmaterial aus der Tube kann es immer wieder zu Abbindeproblemen durch unterschiedliche Basis-Katalysator-Verhältnisse kommen. Abhilfe: Anmischblock auf digitale Briefwaage legen, auf Tara drücken, und dann unabhängig von der Strangdicke immer die gleiche Menge Abformmasse auf den Block geben und anmischen (optimales Gewicht muss nur einmal herausgefunden werden).
Beim Kartuschensystem verbleibt immer ein Rest, der gerade noch die Mischkanüle füllt, aber ansonsten zu nichts zu gebrauchen ist. Dieser Rest kann - ohne Mischkanüle - auf einen Mischblock gedrückt und von Hand angemischt werden. Dieser Rest reicht dann allemal für Kronenproben oder zum Markieren von Druckstellen.
Abformmaterial für Kronen und kleine Brücken: „Neocolloid“. Verarbeitung wie Alginat, innerhalb von 12 Stunden ausgiessen, beste Qualität vergleichbar mit Hydrokolloiden, Preis wie Alginate. Bezugsquelle: Schieren Dental, Prof.-Schröder-Str.3, 52511 Geilenkirchen, Tel 02453-383131, Fax -383132.
DMG preisen den Honiggum, Dentsply Aquasil, Espe Impregum. Bei allen kriegen Sie die Anmischer gratis dazu. Jeder ZA hat seine eigenen Marotten und jeder mit seinem eigenen Material Erfolg.
Ich verwende ausschließlich Impregum Penta Soft Quick oder Duovariante, habe so ziemlich jede andere größere Marke ausprobiert, und bin dann doch wieder zurückgekehrt. Für andere Abformmaterialien hab ich mich wohl zu doof angestellt, obwohl damit sicherlich auch gute Ergebnisse erzielbar sind, aber eben nicht von mir. Viel Spaß beim Ausprobieren !
Point of View: Einen Abdruck nehmen | ZFA - Die Praxishelden
Reinigung und Pflege von Abdrucklöffeln
Eine gründliche Reinigung der Abdrucklöffel ist wichtig, um die Lebensdauer der Löffel zu verlängern und die Qualität der Abformungen zu gewährleisten:
- Waschpulverlösung: Zur Reinigung von Abdrucklöffeln kann man statt Traypurol oder vergleichbaren Mitteln aus dem Depot sehr gut einen halben Becher Waschpulver auf ca. 1.5 Liter Wasser verwenden. Ein bis zwei Tage einwirken lassen.
- Ha-Ra Konzentrat: Zur Reinigung verwenden wir Ha-Ra Konzentrat. Dies ist ein Reinigungsmittel für den gesamten Haushaltsbereich, anzuwenden in niedrigster Dosierung (2-3 Tropfen auf 5 Liter Wasser) und biologisch abbaubar.
- Scheuermilch: Abdrucklöffel lassen sich sehr einfach säubern, wenn sie mindestens einen Tag lang in herkömmlicher Reinigerlösung gelegen haben und danach mit einer Zahnbürste und Scheuermilch für den Haushalt bearbeitet werden.
- Waschbenzin: Die Löffel in einen Behälter mit Waschbenzin legen. Das Silikon quillt in wenigen Stunden auf, dass es von selbst aus dem Löffel springt. Das Haftmittel wird gleich mit gelöst.
Tipps für schwierige Abformungen
Bei schwierigen Abformungen, wie z.B. bei mehreren präparierten Zähnen oder bei sehr lockeren Zähnen, gibt es spezielle Techniken, die angewendet werden können:
- Löffelrand erhöhen: Ein höher ins Vestibulum reichender Löffelrand kann Verziehungen der Stümpfe effektiv verhindern.
- Lichthärtender Löffelkunststoff: Ganz schnell ist das durch lichthärtenden Löffelkunststoff (Laborbereich) zu realisieren.
- Isolation mit Vaseline oder Frasaco-Hülse: Bei Abformungen über sehr lockere Zähne kann man diese dick mit Vaseline isolieren oder man stülpt eine locker sitzende Frasaco-Hülse darüber.
Hat man in einem Kiefer sechs oder mehr Zähne präpariert (z.B. beiderseits Zahn 4 bis 7), dann kann es bei der Abformung mit z.B. Impregum folgende Probleme geben: a) beim sorgfältigen Umspritzen der Präparationen vergeht zu viel Zeit und das Zeugs zieht an, bevor man den Löffel drin hat, b) wenn man nur eine Zahnarzthelferin zur Verfügung hat, kann man nicht beide Quadranten zuverlässig trocken halten.
Dieses Problem lässt sich mit folgendem KNIFF vermeiden: Man macht einen Löffel aus lichthärtendem Material und trennt ihn in der Front durch. Im vorderen Bereich schleift man zusätzlich Retentionsrillen ein. Dann nimmt man in aller Ruhe Abdruck eines Quadranten, wischt den Impregumüberschuss in der Front weg, wartet bis es abgebunden hat und macht dann mit der gleichen Ruhe den Abdruck über den anderen Quadranten. Die Löffelhälften werden mit Triad-Gel (lichthärtendes Material von DeTrey) überschichtet und verbunden. Die so verbundenen Hälften vorsichtig herausnehmen.
Zur Vermeidung von Luftblasen an der Präparationsgrenze wird die dünnfliessende Abdruckmasse mit dem Luftbläser zu einer dünnen Schicht „verblasen“, dann erst den Löffel aufsetzen.
Kosten sparen
Es gibt viele Möglichkeiten, in der Zahnarztpraxis Kosten zu sparen, ohne die Qualität der Arbeit zu beeinträchtigen:
- Gebäckkapseln für Abfälle: Um die Übersicht und die Sauberkeit auf dem Tray zu erhalten, empfiehlt es sich eine Gebäckkapsel mit Durchmesser von 4-5 cm aufzustellen. Dort kann dann sämtliches wegzuwerfendes Material hineingegeben werden und komplett entsorgt werden. Die Gebäckkapseln sind im Bäckergroßeinkauf - BäKO - für ca. 7.00 DM pro 1000 Stück erhältlich.
- Reste verwerten: Prinzipiell jeden Gegenbiß mit Superhartgips (den Resten aus dem Meistermodell, Zahnkranz reicht, wird sowieso immer zuviel angemischt, Rest kann mit Blaugips aufgegossen werden).
- Materialkosten relativieren: Der Preis beim (Abform) Material ist bei mir sekundär. Im Vergleich zu Personal-, Raum- und Finanzierungskosten ist der Materialaufwand eher gering.

Doppelabformverfahren vereinfachen
Von kommerziellen Anbietern werden Platzhalterfolien angeboten, die nach Beschickung des Abdrucklöffels mit "heavy putty" auf die Abformmasse gelegt werden. Mit dieser Folie wird nun der Erstabdruck im Doppelabdruckverfahren gewonnen. Durch die Verwendung dieser Folie wird das Ausschneiden von untersichgehenden Bereichen im Abdruckmaterial unnötig oder zumindest auf wenige Stellen reduziert. Das Ausschneiden der Interdentalbereiche entfällt auf jeden Fall.
Statt der teuren Platzhalterfolien sind auch Koferdammstreifen zu verwenden. Vom Koferdammquadrat verbleiben in meiner Praxis immer wieder Streifen in etwa 2-3cm Breite als Rest, die hierfür gut verwendbar sind.
Noch preisgünstiger und nach eigener Erfahrung besser geeignet sind Frischhaltefolien aus PE- Kunststoff, die in Rollenform in fast jedem Lebensmittelladen erhältlich sind. Diese werden so in Streifen geschnitten, dass durch zwei dieser Streifen (je rechts und links einer) der Zahnbogen mit Überlappung im Bereich der Inzisivi soweit in der transversalen abgedeckt ist, dass der durch das Eindrücken des Abdruckes über die Zahnreihen erforderliche erhöhte "Breitenbedarf" vorhanden ist.
Nach Entfernen des ausgehärteten Abdruckmaterials wird die Folie abgezogen und man erhält einen glatten, meist komplett unterschnittfreien Primärabdruck, der sofort weiterverwenbar ist, da auch Speichelkontamination der Oberfläche praktisch entfällt.
Zusätzliche Tipps
- Offene Interdentalräume ausblocken: Impregum ist im parodontal geschädigtem Biß zu hart und reißfest, daher offene Interdentalräume unbedingt ausblocken.
- Primärabformung aufheben: Tip: Primärabformung bei Teleskopen aus Impregum aufheben.... ausschneiden oder mit Gipsfräse um die Stümpfe ausfräsen, mit Haftvermittler einpinseln und mit Gefühl und leichtem Druck mit diesem "individuellen Löffel" nochmals überabformen.... gibt beste Modelle.
- Air-Flow zur Reinigung: Reste von Adstringedent plus Blutkoagel, wie auch Schleifstaubablagerungen lassen sich von den Zähnen, also auch von den Präparierten bei liegendem Faden, mittels Air-Flow entfernen. Pulvereinstellung „minimal“.
- Melitta Toppits Folie: Zur Abdrucknahme von Inlaykavitäten nach der Korrekturmethode kann man Melitta Toppits Folie auf das Vorabdruckmaterial im Bereich der Abzuformenden Zähne legen. Vorteil: man spart sich das Ausschneiden der Kastenbereiche vor der Korrekturabformung.
Die Spritzen für den Korrekturabdruck gibt es für verschiedene Kartuschensysteme im Verhältnis 1:2 oder 1:1. Man kann mit einem Fräser den Plastikstab der Länge nach verdünnen, so dass man für beide Systeme nur einen Stab benötigt. Es entfällt dadurch auch das Umspannen des Stabes, der in das Karpulensystem eingreift.
Vor dem Abdruck mit Impregum bei parodontal vorgeschädigtem Gebiss werden die Zwischenräume des Restbestandes mit Wattepelletts ausgeblockt. Erleichter die Entnahme der Abdrücke.
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