Wechselwirkungen zwischen Antibiotika und Milchprodukten: Was Sie bei der Einnahme von Amoxicillin und Joghurt beachten sollten

Bestimmte Antibiotika können mit Milch und Milchprodukten so zusammenwirken, dass der Nutzen des Medikaments verringert wird. Daher ist es wichtig zu wissen, welche Wechselwirkungen auftreten können und wie man diese vermeidet.

Wie Milchprodukte die Aufnahme von Antibiotika beeinflussen

Viele Milchprodukte enthalten hohe Mengen an Kalzium und anderen Mineralien. Diese Bestandteile können sich im Verdauungstrakt mit einigen Antibiotika verbinden und dadurch verhindern, dass das Medikament vollständig in den Blutkreislauf aufgenommen wird. Milch und Milchprodukte können die Aufnahme bestimmter Antibiotika verringern.

Wenn einige Antibiotika oral eingenommen werden, binden sich diese Metallionen aus der Milch leicht an die Arzneimittelmoleküle; dieser Vorgang wird als Chelatbildung bezeichnet. Darüber hinaus können Milchprodukte oder schwere Nahrung gelegentlich die Magenentleerung verzögern; entscheidend ist jedoch die chemische Bindung des Antibiotikums an Kalzium.

Wichtig zu wissen ist, dass diese Wechselwirkungen vom Verabreichungsweg abhängen: Sie treten hauptsächlich bei oral eingenommenen Antibiotika während der Verdauung auf. Intravenöse (IV) oder intramuskuläre (IM) Antibiotika gelangen direkt in den Blutkreislauf und umgehen somit den Verdauungstrakt, weshalb Essen und Trinken ihre Aufnahme nicht beeinflussen.

Betroffene Antibiotika

In den nächsten Abschnitten erläutern wir, welche Antibiotika besonders stark durch Milchprodukte beeinträchtigt werden und welche im Allgemeinen unproblematisch sind.

Tetrazyklin-Antibiotika

Tetrazyklin-Antibiotika sind das klassische Beispiel für eine Wechselwirkung mit Milchprodukten. Zu dieser Klasse gehören Medikamente wie Tetrazyklin selbst, Doxycyclin, Minocyclin und ähnliche Wirkstoffe. Tetrazykline gehen leicht eine Chelatbindung mit Kalzium ein.

Wenn ein Patient eine Tetrazyklin-Kapsel mit einem Glas Milch einnimmt, könnte sich ein erheblicher Anteil der Dosis an Kalzium binden und niemals aufgenommen werden. Dabei spielt nicht nur Kalzium eine Rolle; auch andere Mineralien wie Eisen, Magnesium oder Zink (enthalten in bestimmten Nahrungsergänzungsmitteln oder Antazida) zeigen ähnliche Bindungseffekte gegenüber Tetrazyklinen.

Neuere Tetrazykline wie Doxycyclin und Minocyclin sind etwas weniger anfällig für die Kalziumbindung als das ältere Tetrazyklin. Dennoch besteht der klinische Konsens weiterhin darin, die gleichzeitige Einnahme von Doxycyclin oder Minocyclin mit Milchprodukten zu vermeiden. Selbst wenn der Effekt etwas geringer ausfällt, kann Kalzium immer noch die Konzentration von Doxycyclin im Körper senken, sodass es ratsam bleibt, bei diesen Medikamenten vorsichtig zu sein und sie zeitlich getrennt von Milchprodukten einzunehmen.

Wird einem Patienten beispielsweise Doxycyclin verschrieben, sollte er es nicht mit Milch herunterspülen oder gleichzeitig Joghurt essen.

Fluorchinolon-Antibiotika

Fluorchinolon-Antibiotika, wie Ciprofloxacin, Levofloxacin und Ofloxacin, bilden eine weitere wichtige Gruppe, die durch Milchprodukte beeinflusst wird. Ähnlich wie Tetrazykline können auch Fluorchinolone Chelatkomplexe mit zweiwertigen Kationen - einschliesslich Kalzium - bilden.

So konnte gezeigt werden, dass Kalzium und Casein (ein Eiweissbestandteil der Milch) die Aufnahme von Ciprofloxacin deutlich verringern können. Eine klinische Übersicht ergab, dass bei verschiedenen Fluorchinolon-Antibiotika die Aufnahme (also die Blutspiegel) deutlich verringert war, wenn sie gleichzeitig mit Milch eingenommen wurden, was diese Wechselwirkung als konsistent bestätigt.

Allerdings hängt der Effekt bei Fluorchinolonen auch davon ab, wie die Milchprodukte konsumiert werden. Das heisst konkret: Patienten sollten die Ciprofloxacin-Tablette nicht unmittelbar mit Milch oder Joghurt schlucken. Das Kalzium könnte andernfalls das Medikament binden und dessen Aufnahme verringern.

Interessanterweise weisen die Hersteller jedoch darauf hin, dass Ciprofloxacin durchaus mit einer Mahlzeit eingenommen werden darf, die Milchprodukte enthält, solange diese nicht das einzige Nahrungsmittel im Magen sind. In der klinischen Praxis empfehlen jedoch viele Ärzte zur Sicherheit weiterhin, Fluorchinolone zeitlich getrennt von Milchprodukten einzunehmen - insbesondere bei schweren Infektionen. Dies sind erhebliche Verringerungen. Deshalb ist bei Fluorchinolonen die richtige zeitliche Einnahme im Verhältnis zum Konsum von Milchprodukten entscheidend.

Üblicherweise wird empfohlen, Fluorchinolone nicht gleichzeitig mit Milch oder Käse einzunehmen. Eine häufige Faustregel lautet, das Antibiotikum mindestens 2 Stunden vor oder 2 bis 6 Stunden nach dem Konsum von Milchprodukten oder kalziumhaltigen Nahrungsergänzungsmitteln einzunehmen. So bleibt genügend Zeit, damit das Antibiotikum vollständig aufgenommen werden kann.

Idealerweise nüchtern, d.h. Bei Sondenernährung: Notwendigkeit individuell überprüfen.

Antibiotika, die unproblematisch mit Milchprodukten sind

Glücklicherweise werden die meisten anderen Antibiotikaklassen nicht wesentlich von Milchprodukten beeinflusst. Diese Medikamente neigen nicht dazu, mit Kalzium unlösliche Komplexe zu bilden, wie es bei Tetrazyklinen und Fluorchinolonen der Fall ist. Ihre Aufnahme bleibt daher weitgehend unbeeinträchtigt, auch wenn Milchprodukte konsumiert werden.

Penicilline (z.B. Amoxicillin, Penicillin V) sowie die meisten Cephalosporine können problemlos mit oder ohne Nahrung eingenommen werden; ein Glas Milch beeinträchtigt ihre Absorption nicht wesentlich. Tatsächlich wird bei einigen Antibiotika wie Amoxicillin-Clavulansäure (Augmentan) sogar ausdrücklich empfohlen, diese zusammen mit einer Mahlzeit (auch milchhaltig) einzunehmen, um die Verträglichkeit zu verbessern. Andere Antibiotika, wie Nitrofurantoin, werden mit Nahrung sogar besser aufgenommen.

Dennoch gibt es einige spezifische Situationen, die nicht mit Kalziumchelatbildung zusammenhängen, aber dennoch zu beachten sind: Azithromycin beispielsweise hat eine verminderte Aufnahme, wenn es mit Nahrung eingenommen wird (bis zu ca. Ein anderes Beispiel ist das Antibiotikum Linezolid (eingesetzt bei schweren Infektionen): Patienten, die Linezolid einnehmen, sollten auf gereiften Käse und fermentierte Milchprodukte verzichten - jedoch aus einem völlig anderen Grund.

Wenn in der Packungsbeilage eines Medikaments nicht explizit vor Milch oder bestimmten Lebensmitteln gewarnt wird, ist der moderate Konsum von Milchprodukten zu einer Mahlzeit normalerweise akzeptabel. Dennoch ist es stets ratsam, die spezifischen Einnahmehinweise zu prüfen: Für viele gängige Antibiotika (z. B. Cefalexin, Cefdinir, Amoxicillin, Makrolide) gibt es keine Milchprodukteinschränkungen.

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Klinische Konsequenzen von Wechselwirkungen

Die Wechselwirkung bestimmter Antibiotika mit Milchprodukten stellt nicht nur ein theoretisches Problem dar, sondern hat reale klinische Konsequenzen. Wenn die Aufnahme eines Antibiotikums durch Milchprodukte erheblich vermindert wird, könnten die Medikamentenspiegel im Blut unter die therapeutisch wirksame Konzentration fallen. In einem solchen Fall erreicht das Antibiotikum möglicherweise nicht die Konzentration, die erforderlich ist, um die Bakterien effektiv abzutöten.

Daher könnte der Arzt gezwungen sein, eine erneute Antibiotikatherapie zu verschreiben oder zu einem anderen, möglicherweise stärkeren Antibiotikum zu wechseln, um die Infektion zu beseitigen. Zusätzlich entstehen weitere Risiken, wenn die Antibiotika-Spiegel im Blut zu niedrig sind. Bakterien, die nur niedrigen Konzentrationen eines Antibiotikums ausgesetzt sind, sterben oft nicht ab, sondern erhalten stattdessen Gelegenheit, sich anzupassen oder Resistenzmechanismen zu entwickeln. Deshalb ist es entscheidend, bei der Behandlung von Infektionen eine ausreichende Dosierung sicherzustellen.

Eine weitere mögliche Folge ist, dass sich eine persistierende Infektion verschlimmern kann, was medizinisches Personal möglicherweise zu aggressiveren Massnahmen zwingt ( z.B.

Insgesamt können Wechselwirkungen zwischen Milchprodukten und Antibiotika gravierende klinische Folgen haben: von verlängerten Erkrankungen und zusätzlichen Nebenwirkungen (falls neue Medikamente erforderlich sind), bis hin zu höheren Gesundheitskosten und einem gesteigerten Risiko für resistente Infektionen.

Praktische Tipps zur Vermeidung von Wechselwirkungen

Grundsätzlich sollte man bei Tetrazyklinen (z.B. Doxycyclin, Tetrazyklin, Minocyclin) und Fluorchinolonen (z.B. Ciprofloxacin, Levofloxacin, Moxifloxacin) immer von einer Wechselwirkung mit Milch und Milchprodukten ausgehen. Diese Medikamente sollten nicht zusammen mit einer milchreichen Mahlzeit oder einem Snack eingenommen werden.

Prüfen Sie stets den Beipackzettel oder fragen Sie einen Apotheker nach expliziten Hinweisen zu Milchprodukten. Wenn ein orales Antibiotikum eingenommen wird, für das Einschränkungen bezüglich Milchprodukten bestehen, verwenden Sie ausschliesslich Wasser, um die Tabletten oder Kapseln einzunehmen.

Trennen Sie die Einnahme von Antibiotika und Milchprodukten zeitlich klar voneinander. Empfohlen ist, mindestens 2 Stunden nach dem Konsum von Milchprodukten zu warten, bevor Sie das Antibiotikum einnehmen, und danach weitere 2-3 Stunden bis zum nächsten Konsum von Milchprodukten verstreichen zu lassen. In der Praxis bedeutet dies oft, die Antibiotika-Einnahme zwischen den Mahlzeiten zu planen.

Vermeiden Sie, Antibiotika direkt in milchhaltige Lebensmittel einzurühren. Patienten mit Schluckproblemen tendieren manchmal dazu, Medikamente in Pudding, Joghurt oder Milch einzumischen. Tetrazykline und Fluorchinolone dürfen keinesfalls mit Milchprodukten vermischt werden, da hierdurch unmittelbar eine starke Verringerung der Wirksamkeit entsteht (Chelatbildung).

Falls ein Medikament zerstossen oder gelöst werden muss (z.B.

Manche Antibiotika verursachen Übelkeit oder Magenreizungen. Patienten glauben oft, Milch könne den Magen beruhigen. Bei Antibiotika, für die Milchprodukte nicht erlaubt sind, sollten Sie stattdessen eine kleine, nicht milchhaltige Mahlzeit oder neutrale Lebensmittel (z.B. Cracker oder Toast) zu sich nehmen. Doxycyclin beispielsweise verursacht oft Magenbeschwerden, die durch Einnahme mit neutralen Lebensmitteln (ohne Milch oder Eisenpräparate) gelindert werden können.

Ärzte und medizinisches Personal sollten Patienten immer aktiv über solche Wechselwirkungen aufklären, wenn ein betroffenes Antibiotikum verschrieben wird. Erwähnen Sie dabei ausdrücklich Milchprodukte zusätzlich zu Nahrungsergänzungsmitteln. Patienten erkennen oft nicht, dass Hinweise wie „keine Antazida“ oder „Kalzium vermeiden“ auch Milch, Käse oder Joghurt betreffen.

Hilfreich ist es, konkrete Beispiele von zu vermeidenden Milchprodukten zu nennen (Milch, Käse, Joghurt, Eiscreme, Butter, Sahnesossen usw.). Wenn Patienten über eine Ernährungssonde oder mit Nahrungsshakes ernährt werden, müssen Ärzte die Einnahmepläne entsprechend anpassen, sobald ein Wechselwirkungsrisiko besteht. Beispielsweise sollte bei Ciprofloxacin eine Unterbrechung der Sondenernährung 1-2 Stunden vor und nach der Antibiotikagabe erfolgen.

In Krankenhaussettings erfordert dies häufig Koordination, um kontinuierliche Ernährungspausen richtig einzuhalten. Halten Sie sich regelmässig auf dem Laufenden bezüglich klinischer Leitlinien und Arzneimittelinformationen zu Nahrungsmittelwechselwirkungen.

Bedeutung der Information und Ressourcen

Über Arzneimittel-Wechselwirkungen gut informiert zu sein, ist sowohl für Ärzte als auch für Patienten entscheidend, denn eine sorgfältige Arzneimittelverwaltung bildet die Grundlage für eine sichere und wirksame Behandlung. Ressourcen wie die Plattform just-medical! unterstützen diesen Prozess effektiv, indem sie eine umfassende Datenbank zu Arzneimittel-Wechselwirkungen bereitstellen. Nutzer können mögliche Wechselwirkungen schnell und zuverlässig überprüfen.

Weitere wichtige Hinweise zur Einnahme von Antibiotika

Während einer Behandlung mit Antibiotikum ist es wichtig, auf gewisse Lebensmittel zu verzichten. Denn sie können die Wirksamkeit der Behandlung beeinträchtigen. Bestimmte Antibiotika können mit dem Kalzium in Milchprodukten oder mit kalziumreichem Mineralwasser komplexe Bindungen eingehen. Dann gelangt zu wenig Wirkstoff ins Blut und das Antibiotikum wirkt zu schwach.

Die Zitrusfrucht kann die Wirkung von Makrolid-Antibiotika (zum Beispiel Erythromycin, Clarithromycin, Azithromycin) stark beeinflussen. Der Grund ist ein bestimmtes Enzym, das in der Frucht enthalten ist. Das Enzym vermindert den Abbau des Antibiotikums, was eine erhöhte Wirkstoffkonzentration im Blut zur Folge haben kann. Dies wiederum kann zu unerwünschten Nebenwirkungen führen.

Wer trotz einer Infektion nicht auf sein Gläschen Wein verzichten kann, könnte eine unangenehme Überraschung erleben. Die Einnahme vom Antibiotikum Metronidazol zusammen mit Alkohol kann zu einer auftretenden Rötung des Gesichts, zu Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen führen. Der Grund: Das Metronidazol verlangsamt oder hemmt ein bestimmtes Enzym (die Alkoholdehydrogenase), das für den Abbau von Alkohol verantwortlich ist.

Koffein kann durch einige Antibiotika, wie zum Beispiel Ciprofloxacin, schlechter abgebaut werden.

Amoxicillin: Details zu Wirkung und Anwendung

Amoxicillin ist ein Antibiotikum aus der Gruppe der Aminopenicilline. Diese besitzen im Vergleich zum klassischen Penicillin G beziehungsweise Penicillin V ein erweitertes Wirkungsspektrum im Bereich bestimmter Bakterien. Amoxicillin wird bei Einnahme über den Mund gut in den Körper aufgenommen. Erfahren Sie mehr über Wirkung und Anwendung von Amoxicillin!

Wirkungsweise

Amoxicillin ist ein Antibiotikum aus der Klasse der Aminopenicilline und wirkt bakterienabtötend (bakterizid):

Bei Wachstum und Vermehrung der Bakterien wird ständig die Zellwand an Stellen aufgelöst und dann wieder neu vernetzt und damit verfestigt. Amoxicillin hemmt ein bestimmtes bakterielles Enzym (Transpeptidase) und damit den letzten Schritt der bakteriellen Zellwand-Synthese. Es bindet an das aktive Zentrum des Enzyms und blockiert dieses dadurch irreversibel. In der Folge löst sich die Zellwand auf und kann nicht wieder neu verknüpft werden - das Bakterium stirbt ab.

Amoxicillin wird bei oraler Einnahme gut aufgenommen und ist magensäurestabil.

Anwendungsgebiete

Amoxicillin wird bei Infektionen mit Bakterien eingesetzt, die empfindlich auf das Antibiotikum reagieren. Unter anderem kommt es zur Anwendung bei:

  • Harnwegsinfekten
  • Infektionen der oberen Atemwege (z.B. Nasennebenhöhlenentzündung, Mittelohrentzündung, Bronchitis)
  • Gallenwegsinfektionen
  • Hautinfektionen

Anwendung

Das Antibiotikum wird normalerweise als Tablette eingenommen. Es stehen jedoch auch andere Darreichungsformen wie Säfte, Pulver zur Herstellung von Trinklösungen sowie Infusionslösungen für die intravenöse Anwendung zur Verfügung.

Üblicherweise wird Amoxicillin dreimal täglich (also im acht-Stunden-Rhythmus) eingenommen, manchmal aber auch nur zweimal täglich. Der Einnahmerhythmus sollte strikt eingehalten werden, um die Bakterien in ihrem Wachstum optimal zu behindern.

Nach Möglichkeit sollte das Antibiotikum zu Beginn einer Mahlzeit eingenommen werden, weil es dann besser verträglich ist. Die genaue Dosierung richtet sich nach der Art und Schwere der Infektion.

Eine Möglichkeit zur Verbesserung der Wirksamkeit des Medikaments ist die gleichzeitige Gabe von Clavulansäure, Sulbactam oder Tazobactam. Diese Stoffe hemmen ein Enzym der Bakterien (Betalaktamase), das sonst das Antibiotikum abbauen würde. Durch die Kombination aus beispielsweise Amoxicillin mit Clavulansäure kann also das Wirkspektrum erweitert werden.

Um zu verhindern, dass die Bakterien resistent gegen das Antibiotikum werden, sollten Patienten die vom Arzt verschriebene Menge, Dosis und Anwendungsdauer stets genau einhalten. Vor allem sollte die Therapie nicht eigenmächtig vorzeitig abgebrochen werden, auch wenn sich die Symptome bereits gebessert haben.

Antibiotika-Klasse Beispiele Wechselwirkung mit Milchprodukten Empfehlung
Tetrazykline Doxycyclin, Tetrazyklin, Minocyclin Starke Wechselwirkung Einnahme zeitlich getrennt von Milchprodukten
Fluorchinolone Ciprofloxacin, Levofloxacin, Moxifloxacin Mäßige Wechselwirkung Einnahme zeitlich getrennt von Milchprodukten
Penicilline Amoxicillin, Penicillin V Geringe bis keine Wechselwirkung Keine besonderen Einschränkungen
Cephalosporine Cefalexin, Cefdinir Geringe bis keine Wechselwirkung Keine besonderen Einschränkungen
Makrolide Azithromycin, Erythromycin, Clarithromycin Geringe bis keine Wechselwirkung Keine besonderen Einschränkungen, aber Einnahmehinweise beachten

Was ist bei der Einnahme von Amoxicillin zu beachten?

Gegenanzeigen

Amixicillin darf nicht angewendet werden bei Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder bekannter Penicillin-Allergie.

Wechselwirkungen

Milch-Genuss ist bei der Amoxicillin-Einnahme im Gegensatz zu anderen Antibiotika (Tetrazykline und Fluorchinolone) problemlos möglich.

Die gleichzeitige Einnahme von Allopurinol (Gichtmedikament) kann das Risiko für Nebenwirkungen der Haut erhöhen.

Experten empfehlen dringend, während der Anwendung von Amoxicillin Alkohol zu meiden. Beide - Antibiotikum und Alkohol - müssen nämlich von der Leber abgebaut werden, und diese Doppelbelastung für das Organ kann unerwünschte Wirkungen hervorrufen beziehungsweise verstärken.

Altersbeschränkung

Bei schweren Infektionen kann Amoxicillin unabhängig vom Alter verabreicht werden. Die Dosierung wird dann individuell in Abhängigkeit von Körpergewicht und Alter gewählt.

Schwangerschaft und Stillzeit

Es gibt keine Hinweise auf ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko durch Amoxicillin. Es gehört daher zu den Antibiotika der Wahl in der Schwangerschaft.

Auch in der Stillzeit gehört Amoxicillin zu den Antibiotika der ersten Wahl, weil es kaum in die Muttermilch gelangt. Im Einzelfall kann bei gestillten Kinder aber dünnerer Stuhlgang auftreten.

So erhalten Sie Medikamente mit Amoxicillin

Das Antibiotikum Amoxicillin ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz verschreibungspflichtig. Sie erhalten es auf Rezept in Apotheken.

Seit wann ist Amoxicillin bekannt?

Das eigentliche Urpenicillin, Penicillin G, wurde 1928 vom schottischen Bakteriologen Alexander Fleming entdeckt. Dieser stellte fest, dass eine seiner Bakterienkulturen - eine Staphylococcus-Kultur - von einem Schimmelpilz befallen war. Überall dort, wo sich der Pilz ausbreitete, konnte Fleming kein Bakterienwachstum erkennen. Dieser Pilz musste also einen Abwehrstoff gegen diese Bakterien entwickelt haben.

Fleming nannte diesen Abwehrstoff fortan Penicillin und den Pilz Penicillium notatum. Amoxicillin ist ein Penicillin-Abkömmling. Es kam 1972 auf den Markt, wurde 1977 in der Schweiz und 1981 in Deutschland zugelassen.

Mögliche Nebenwirkungen

Unter Behandlung mit Amoxicillin/Clavulansäure-haltigen Arzneimitteln wurde u.a. Gastrointestinale Störungen wie Magenbeschwerden oder Appetitlosigkeit, Blähungen, Dyspepsie, veränderte Leberwerte, Hautausschläge, Hautrötungen, Juckreiz und Urtikaria (Nesselsucht) können auftreten. Entzündung der Zunge oder der Mundschleimhaut. Selten stellte man oberflächliche Zahnverfärbungen fest. Diese Erscheinung verschwindet gewöhnlich mit dem Zähneputzen wieder.

Es können Hyperaktivität, Erregung, Angst, Schlaflosigkeit, Verwirrung, Verhaltensänderungen, Benommenheit, Krämpfe, Empfindungsstörungen und schwere anhaltende Durchfälle auftreten. Sehr selten wurden grippeähnliche Symptome mit Hautausschlag, Fieber, geschwollenen Drüsen und abnormalen Blutwerten (einschliesslich weisse Blutkörperchen (Eosinophilie) und Leberenzyme) (Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS) beobachtet (siehe «Wann ist bei der Einnahme von Co-Amoxi-Mepha Vorsicht geboten?»).

Es wurden Fälle von schwerwiegenden Hautreaktionen berichtet. Bei der Verabreichung von Amoxicillin im Alter von 0-9 Monate können Zahnschmelzschäden (z.B. Entzündung der Hirnhaut (aseptische Meningitis), Kristalle im Urin, die zu einer akuten Nierenschädigung führen könnten. Arzneimittelbedingtes Enterokolitissyndrom (Drug-Induced Enterocolitis Syndrome (DIES)): DIES wurde hauptsächlich bei Kindern berichtet, die Amoxicillin [mit oder ohne Clavulansäure] erhalten haben.

Es handelt sich um eine bestimmte Art von allergischer Reaktion mit dem Leitsymptom anhaltenden Erbrechens (1-4 Stunden nach der Einnahme des Arzneimittels). Weitere Symptome können Bauchschmerzen, Lethargie, Durchfall und niedriger Blutdruck sein. Beim Auftreten solcher allergischen Reaktionen ist Co-Amoxi-Mepha unverzüglich abzusetzen. Konsultieren Sie sofort Ihren Arzt bzw. Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin.

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