Nachdem selbstgemachtes Brot und eigener Sauerteig in Mode gekommen sind, ist handgemachte Pasta das neue grosse Thema der Food-"Craft"-Szene.
Man besinnt sich auf die Tradition und schaut den italienischen Nonnas über die Schulter, die gerade auf Instagram und YouTube die Herzen der Foodies erobern, und übersetzt die Kunst der handwerklichen Pastaherstellung in zeitgemässe Gerichte.
Claudio Del Principe pflegt seit jeher eine grosse Leidenschaft für "pasta fatta in casa", und er ist überzeugt: Jeder kann Pasta machen.
Gekonnt kurzweilig, witzig und anschaulich zeigt er, wie mit Achtsamkeit und Sorgfalt aus Mehl, Wasser und Ei verführerische Köstlichkeiten entstehen.
Ob simple Tagliarini oder kleine kunstvoll gefertigte Gebilde, ob Pappardelle, Cappellacci, Garganelli, Agnolotti oder Fagottini, ob Cavatelli, Trofie oder Orecchiette - jede dieser Sorten wird genau erklärt und mit den passenden klassischen Zugaben, "ragù" und "sughi", kombiniert.
Auf der Redaktion sind wir uns einig: Hausgemachte Pasta schmeckt einfach am besten! Ein guter Teig, ein bisschen Zeit und die eigenen Hände genügen dabei, um köstliche Nudeln selbst zuzubereiten.
Hier findest du Tipps und Ideen, wie du Pasta auch ohne Maschine selbst machen und dabei auch noch kreativ werden kannst.
Grundrezepte für Pasta ohne Maschine
Auch in der Schweiz sind Nudeln bei Gross und Klein sehr beliebt. Anstatt zu Nudeln aus dem Supermarkt zu greifen, kannst du die Pasta gleich selbst machen - ohne Maschine: Die Zubereitung geht fix und einfach und ausserdem du weisst genau, was im Nudelteig steckt.
Wenn du keine Nudelmaschine hast, lassen sich die Nudeln wunderbar von Hand ausrollen und formen. Hier sind zwei einfache Grundrezepte für Pasta mit oder ohne Ei, wie du daraus Spaghetti, Tagliatelle und Farfalle formst, sowie Tipps für feine Nudel-Rezepte.
Für die Zubereitung von selbstgemachter Pasta brauchst du nur wenige Zutaten. Mit den Grundrezepten lassen sich verschiedene Nudeln formen, die du entweder trocknen und lagern, oder frisch in den Kochtopf geben kannst.

Zutaten Rezept 1 (Nudeln mit Ei), für drei Personen
- 275 Gramm Mehl Type 00 (Hartweizen) oder Type 405
- 3 Eier
- 1/2 TL Salz
- 1 TL Olivenöl
Zutaten Rezept 2 (vegane Nudeln), für drei Personen
- 240 Gramm Weizenmehl Type 405
- 150 Gramm Hartweizengriess
- 1/2 TL Salz
- 3 bis 4 EL Olivenöl
- 160 ml Wasser
Ausserdem brauchst du
- Etwas Mehl für die Arbeitsfläche
- Ein Nudelholz oder eine Nudelmaschine
- Ein scharfes Messer oder ein Teigrädchen
- Einen grossen Topf
Tipp: Normale Nudeln sind dir zu langweilig? Mit einem Esslöffel Rote-Bete-Saft verleihst du den Nudeln einen Farbtupfer und kreierst bunte Pasta. Einfach zum rohen Teig hinzugeben und untermischen. Oder du kannst aus dem gleichen Teig deine liebsten Ravioli selber machen.
Zubereitung: In wenigen Schritten zu frischer Pasta
Ob du vegane Pasta oder Nudeln mit Ei, Bandnudeln oder gefüllte Pasta selber machst: Die Zubereitung des Nudelteigs erfolgt in fünf Schritten.
- Mische alle Zutaten in einer grossen Schüssel zusammen.
- Knete den Teig mit den Händen 10 Minuten lang gut durch, bis ein glatter, glänzender Teig entsteht.
- Forme drei gleichgrosse Kugeln aus dem Teig.
- Wickle den Teig anschliessend in ein feuchtes Küchentuch oder lege ihn in eine Tupperbox.
- Den Teig nun für eine halbe Stunde im Kühlschrank ruhen lassen.
Nachdem du den Teig aus dem Kühlschrank genommen hast, kannst du ihn entweder mit der Nudelmaschine oder von Hand zu Spaghetti, Bandnudeln, Tagliatelle oder Farfalle formen.
Pasta selbst machen mit oder ohne Nudelmaschine
Nun entscheidest du, welche Form deine Pasta bekommen soll. Ob mit oder ohne Nudelmaschine: Die verschiedenen Nudelsorten kannst du ganz einfach herstellen.
Mit Nudelmaschine
Um dünne Platten aus dem portionierten Nudelteig zu formen, musst du ihn mehrfach durch die Nudelmaschine walzen.
- Walze den Teig mehrfach durch die Nudelmaschine.
- Verringere den Abstand nach und nach, sodass der Teig langsam dünner wird.
- Falte den Teig zwischen jeder Walzung einmal längs in der Mitte.
Den gesamten Vorgang wiederholst du etwa drei mal, bis die Nudelplatten gleich dick sind (etwa 2 bis 3 Millimeter). Damit der Nudelteig nicht verklebt, kannst du zwischendurch etwas Mehl auf den ausgerollten Teig streuen. Anschliessend ziehst du die Nudeln durch die Bandnudel- oder Spaghetti-Walze.
Ohne Nudelmaschine
Rolle den Teig portionsweise auf einer bemehlten Arbeitsfläche mit dem Nudelholz aus. Nudeln kannst du auch von Hand ausrollen und formen.
Alternativ lassen sich auch Farfalle ganz leicht formen: Schneide den Pastateig dafür in kleine Rechtecke, falte diese je einmal längs und drücke sie in der Mitte zusammen.
Die rohen Nudeln kannst nun entweder trocknen lassen, oder direkt in einen Topf mit kochendem Salzwasser geben und 2 bis 3 Minuten kochen. Farfalle haben ihren Namen wegen der bekannten Schmetterlings-Form.
Wenn Sie die Nudeln nach dem veganen Rezept zubereitet haben, sind sie getrocknet für mehrere Monate haltbar und können in einem Glas aufbewahrt werden. Getrocknete Nudeln mit Ei sollten innert etwa zwei Wochen verbraucht und im Kühlschrank aufbewahrt werden.
PASTA wie in Italien: Nudeln ganz einfach selber machen
Weitere Rezepte und Tipps
Frische Nudeln kannst du mit verschiedenen Saucen servieren: Auf italienische Art mit einer würzigen Aglio e Olio Sauce oder klassischem Pesto, mit selbstgemachtem Bärlauchpesto, Baumnusspesto oder einer rassigen Tomatensauce.
Mit diesen Tipps und Inspirationen für feine Pasta-Gerichte kannst du die selbstgemachten Nudeln ganz nach deinem Geschmack variieren:
- Das Tolle an selbstgemachter Pasta: Aus einem Teig kannst du verschiedene Nudelspezialitäten zubereiten. Wie wäre es zur Abwechslung mit einer Lasagne? Dafür einfach den Pastateig ausrollen und den glatten Teig eine halbe Stunde lang auf der bemehlten Arbeitsfläche antrocknen lassen. Anders als gekaufte musst du die selbstgemachten Lasagnenblätter nicht in Wasser einweichen, sondern können sie direkt verwenden.
- Selbstgemachte Nudeln schmecken auch aufgewärmt: Wenn nach dem Kochen Pasta übrig bleibt, kannst du diese am nächsten Tag schnell und einfach in der Pfanne mit 2 EL Olivenöl und Saisongemüse deiner Wahl anbraten und mit Salz und Pfeffer abschmecken - fertig ist ein feines Reste-Essen
- Wenn du Gäste mit frischer Pasta bekochen möchtest, kannst du den Nudelteig problemlos am Vortag zubereiten. Stelle ihn über Nacht einfach in den Kühlschrank. Die Pasta lässt sich am nächsten Tag bestens in die gewünschte Form bringen.
- Mit dem Nudelteig kannst du auch gefüllte Pasta herstellen: hier zeigen wir, wie du frische Ravioli selber machen und mit verschiedenen Füllungen verfeinern kannst.
Rezept: Orecchiette Pasta mit Spargel und Chorizo
Diese delikate Kombination aus zarten Orecchiette Nudeln, herzhafter Chorizo und frischem Spargel wird die Sinne verwöhnen und den Gaumen erfreuen. Die Orecchiette-Nudeln bilden die perfekte Basis für dieses köstliche Gericht und nehmen die Aromen der würzigen Chorizo und des knackigen Spargels wunderbar auf. Ein Hauch von Parmesankäse rundet das Ganze ab und verleiht dem Gericht eine herrliche Geschmacksnote.
Dieses Gericht ist nicht nur unglaublich lecker, sondern auch einfach zuzubereiten. Perfekt für ein entspanntes Abendessen nach einem langen Tag oder für einen besonderen Anlass mit Freunden und Familie.

Zutaten:
- Sauerteigbrot oder französisches Brot
- Olivenöl
- Chorizo (aus dem Darm entfernt) oder Salsiccia
- 1 Schalotte
- Knoblauch
- Spargel, grün
- Wenig Salz
- Wenig Pfeffer, schwarz, gemahlen
- Chiliflocken, getrocknet
- Ricotta
- Zitrone, Abrieb (1 EL Schale und 1 EL Saft pro 6 Portionen)
- Pasta, Orecchiette
- Erbsen, tiefgekühlt
- Parmesan
Nährwerte pro Person
Die genauen Nährwerte variieren je nach verwendeten Mengen und spezifischen Zutaten.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Den Ofen auf 190 °C vorheizen.
- Knoblauch (3 Zehen) und Schalotte (1) fein hacken. Die Enden des Spargels (455 g) entfernen, den übrigen Spargel in 2,5 cm grosse Stücke schneiden. Den Darm der Chorizos (455 g) entfernen. Die Erbsen (165 g) auftauen und den Parmesan (45 g) reiben.
- Die Brotscheiben (4 Scheiben) auf ein Blech legen, mit Olivenöl (1 EL) beträufeln und etwa 7-10 Minuten im vorgeheizten Ofen backen, bis es goldbraun und knusprig ist.
- Aus dem Ofen nehmen und etwas abkühlen lassen. Das Brot mit den Händen zerbrechen, in eine Küchenmaschine geben und zerkleinern, bis das Brot groben Krümeln ähnelt.
- Die Krümel wieder auf das Backblech legen und einige Minuten im Ofen rösten, bis sie goldbraun sind. Aus dem Ofen nehmen und vollständig abkühlen lassen.
- Eine grosse Pfanne bei mittlerer Hitze erhitzen. Olivenöl (2 Esslöffel) hinzufügen und Chorizo mit einem Holzlöffel für etwa 5 bis 8 Minuten anbraten.
- Die gehackte Schalotte und den Knoblauch dazugeben und noch ein paar Minuten garen lassen. Spargel einrühren und mit Salz (wenig), Pfeffer (wenig) und Chiliflocken (1/2 TL) würzen.
- Spargel anbraten, bis er zart und hellgrün ist. Pfanne vom Herd nehmen und zur Seite stellen.
- In einer kleinen Schüssel Ricotta (240 g) sowie die Schale und den Saft der Zitrone (1 EL) vermischen. Mit Salz (wenig) und Pfeffer (wenig) würzen. Gut vermischen und beiseite stellen.
- Einen grossen Topf mit kaltem Wasser zum Kochen bringen. Mit viel Salz (wenig) würzen und erneut aufkochen. Pasta (455 g) hinzufügen und nach Packungsanweisung kochen, bis sie al dente sind.
- 2 Tassen Nudelwasser beiseite stellen.
- Die Nudeln abtropfen lassen, zurück in den Topf geben und auf niedrige bis mittlere Hitze erwärmen. Die Chorizo-Spargel-Mischung zu den Nudeln geben und mit etwa 1 Tasse des beiseite gestellten Nudelwassers verrühren.
- Etwa die Hälfte der Semmelbrösel zusammen mit den Erbsen und dem Parmesankäse zu den Nudeln geben. Alles verrühren und kochen, bis es gar ist.