Ballone verzieren den Eingang der McDonald’s-Filiale im Zürcher Letzipark. Nicht zu Ehren der Journalistinnen und Journalisten, die für die McDonald's-Jahresmedienkonferenz nach Zürich-Altstetten kommen. Sondern für die Familien. «Die Spielplätze in unseren Filialen waren zwei Jahre lang geschlossen. Nun feiern wir die Rückkehr zur Normalität», sagt Aglaë Strachwitz (40), Länderchefin von McDonald's Schweiz.
McDonald’s verdankt seinen Erfolg den Pommes frites - so machst du sie selber. Wer denkt, dass der Big Mac oder Cheeseburger die Fast-Food-Kette zum Imperium machten, liegt falsch. Es waren die Pommes frites. Wir verraten das Originalrezept für zu Hause.

Die legendären Pommes Frites von McDonald's
Die Schweizer Pommes von McDonald's
In der Schweiz werden die Pommes frites von McDonald’s aus Schweizer Kartoffeln hergestellt und in Rapsöl frittiert. Eine mittlere Portion hat 435 Kalorien.
McDonald's Schweiz hat letztes Jahr für 185 Millionen Franken Kartoffeln, Rindfleisch & Co. eingekauft. Ein Plus von 29 Millionen im Vergleich zum Vorjahr. Das ist auch dem Take-away-Geschäft geschuldet - und den Heimlieferungen. «Vor der Pandemie boten 66 unserer Restaurants Heimlieferungen an, heute sind es 110», sagt Aglaë Strachwitz stolz.
Selbstgemachte POMMES gehen IMMER 😍🍟 | Lege kommt auf den Geschmack
McDonald's Schweiz hat im letzten Jahr für 185 Millionen Franken Kartoffeln, Rindfleisch & Co. eingekauft, ein Plus von 29 Millionen im Vergleich zum Vorjahr. Mit 7900 Angestellten und täglich 300'000 Kunden gehört McDonald's zu den grössten Gastronomen im Land. Und das Wachstum geht weiter. Erst letzte Woche wurde eine neue Filiale in Winterthur ZH eröffnet. Nächste Woche folgt eine weitere in Embrach ZH. 172 sind es mittlerweile in sämtlichen Landesteilen. «Mittelfristig sehen wir in der Schweiz Potenzial für 200 Restaurants», sagt Strachwitz.
Die Geschichte der McDonald's Pommes
«1955 frittierten wir allein am Samstag 500 Kilo Pommes, die Menschen kamen von weit her, um eine Portion zu ergattern», sagt Ben Stacks der Zeitschrift «GQ». Damals betrieb er eine McDonald’s-Filiale in San Bernardino im Bundesstaat Kalifornien und weiss genau, was das Geheimnis seiner Mac-Fritten war, die sogar Jahrhundertkoch Paul Bocuse einst für gut befand. Auch in der ältesten (noch betriebenen) Mc Donald’s-Filiale in Downey, Kalifornien, waren Pommes frites der Verkaufsrenner.

Die älteste noch betriebene McDonald's Filiale in Downey, Kalifornien
«Wir verwendeten Idaho Russet-Kartoffeln, die geschält, geschnitten und abgespült wurden, um überschüssige Stärke zu entfernen, bevor sie in die Fritteuse kamen. Dann wurde das überschüssige Öl abgetropft und man liess sie ruhen, bevor man sie nochmal in 100 % Rindsfett frittierte und mit einem Hauch von Salz würzte», erklärt der Franchisenehmer das Rezept der ersten Stunde. In den Anfängen von McDonald’s in den 50ern entstanden die Pommes in viel Handarbeit.
Genau dieses Rindsfett war damals das Geheimnis für die unglaubliche Knusprigkeit und den feinen Geschmack der Pommes frites von McDonald’s. Phil Solokof war ebenfalls Fan dieser Pommes, ass sie regelmässig, bis er 1966 einen Herzinfarkt erlitt, welchen er auf seine Ernährung - und eben die Liebe zu Fast Food - zurückführte. Nach seiner Genesung sagte er McDonald’s und anderen Fast-Food-Läden in den USA den Kampf an und gründete die National Heart Savers Association, die so lange Druck ausübte, bis McDonald’s 1990 das Rindsfett durch eine gesündere Alternative ersetzte. In der Schweiz frittiert der Fast-Food-Riese heute seine Pommes in rein pflanzlichem Rapsöl aus lokaler Produktion.
Kartoffel-Knappheit und Preisaufschläge
Der Fast-Food-Riese hat die Pandemie gut verdaut. Doch nun steht bereits die nächste Krise ins Haus: der Ukraine-Krieg. Er trifft nicht nur McDonald's in der Ukraine und Russland, wo die Restaurants geschlossen sind, sondern auch in der Schweiz. Der Big Mac wird teurer! Wie viel teurer, das hängt von der Filiale ab.
Schon heute kostet der Big Mac nicht überall in der Schweiz gleich viel. McDonald's arbeitet im Franchising-System. Die Betreiber der Filialen legen die Preise selber fest, orientieren sich dabei aber an einer unverbindlichen Empfehlung der Zentrale in Crissier VD. «Wir haben unsere Preisempfehlung angepasst», gibt Strachwitz zu. Mehr will sie nicht verraten. Im Zürcher Letzipark kostet der Big Mac aktuell 6.50 Franken.
Aber warum der Preisaufschlag? Schliesslich rühmt sich McDonald's damit, 87 Prozent seiner Lebensmittel von Schweizer Bauern zu beziehen. Die Pommes werden in Schweizer Rapsöl frittiert, nicht in Sonnenblumenöl aus der Ukraine. «Die Rohstoff- und Energiepreise steigen massiv, ebenso die Preise für Dünger und Futtermittel, das macht auch die heimischen Produkte teurer. Aber wir geben die Preissteigerung nicht eins zu eins an den Gast weiter», erklärt Strachwitz.
Hinzu kommt, dass die Schweizer Kartoffelernte im letzten Jahr historisch schlecht ausfiel. Während der Chips-Hersteller Zweifel übergangsmässig auf ausländische Kartoffeln zurückgreift, verspricht McDonald's: «Die Schweizer Pommes gehen uns nicht aus!»
Aber die Kartoffeln sind wegen der schlechten Ernte kleiner, statt Pommes werden vermehrt Wedges daraus geformt - sie sind kürzer, dafür dicker als herkömmliche Pommes. Und bei den Kunden sowieso der Renner. Gute Nachrichten gibt es auch für Burger-Liebhaber: Auf den Big Mac gibts mehr Sauce. «Das entspricht einem Wunsch der Gäste», so Strachwitz.
Die Produktion der Pommes Frites in Cressier
Zwölf bis 15 Tonnen Kartoffeln verarbeitet die frigemo AG in Cressier (NE) pro Stunde zu Pommes frites. Es ist kurz nach 20 Uhr, wir sind in einem McDonald’s-Restaurant in Crissier, nicht weit von Lausanne (VD). Dieses hier gehört zu den bestlaufenden Restaurants des Gastronomieunternehmens. Ausgelassene Jugendliche stecken sich genüsslich in Ketchup getunkte Pommes frites in den Mund. Eine typische Szene, besonders an den Wochenenden. Die rote Tüte mit den knusprig goldgelb frittierten Kartoffelstäbchen ist zum Sinnbild für «eine Portion Pommes frites» geworden, nicht nur hier bei uns, sondern weltweit. Was wohl die wenigsten wissen: Die Kartoffeln für die Frites von McDonald’s Schweiz kommen aus dem Drei-Seen-Land und werden ausschliesslich bei einer Tochtergesellschaft der fenaco in Cressier (NE) verarbeitet.
«Seit es McDonald’s in der Schweiz gibt, also seit 45 Jahren, beziehen wir unsere Pommes frites von der frigemo», erklärt Rainer Rufer, Bereichsleiter Beschaffung, Qualität und Umwelt von McDonald’s Schweiz. Von den beliebten Pommes frites über Rösti Fries bis zu Potato Wedges: Gut 15 200 Tonnen veredelte Kartoffeln kaufte McDonald’s im letzten Jahr bei frigemo ein. «Schweizer Qualität ist uns wichtig», fügt Rufer an.

Die Pommes Produktion bei Frigemo in Cressier
130 dieser Landwirtinnen und Landwirte haben Mitte Oktober ihre letzten Kartoffeln der diesjährigen Ernte bei fenaco Landesprodukte in die Lager Bargen (BE) und Payerne (VD) angeliefert. Die stärkehaltige, grossfallende Sorte Innovator, die McDonald’s verwendet, ist besonders beliebt in der Frites-Produktion. Innovator ist eine mittelfrühe Sorte, benötigt rund 110 Tage und kann ab Ende August geerntet werden.
Das schlechte Sommerwetter schlug sich in diesem Jahr allerdings deutlich in der Ernte nieder. Grosse Niederschlagsmengen, Starkregen und Hagel haben die Kulturen in Mitleidenschaft gezogen. Wachstumsrisse, Schorf, Hohlherzigkeit und verminderte Lagerfähigkeit stellen auch die Verarbeiter vor besondere Herausforderungen. Qualitativ seien die Frites zwar einwandfrei, hält Urs Vollmer, Mitglied der Geschäftsleitung von frigemo, fest. «Sie können vereinzelt aber leichte optische Mängel aufweisen und sind etwas kürzer als gewohnt.»
Die schlechten Wachstumsbedingungen hätten bei der Sorte Innovator Mindererträge von rund 25 Prozent zur Folge gehabt. Gleichzeitig falle der Preis für die Kartoffeln dieses Jahr höher aus, um die Verluste für die Landwirtschaft abzufedern. Dank der Solidarität aller Beteiligten - Produzentinnen und Produzenten, verarbeitende Industrie und Abnehmer - konnte die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage bestmöglich geschlossen werden. Auch auf Kundenseite ist man entgegenkommend. «Wir setzen bewusst auf Schweizer Kartoffeln und decken unseren Bedarf immer zuerst mit einheimischen Knollen ab. Dank der engen, partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit frigemo finden wir auch in anspruchsvollen Jahren immer gute Lösungen.
Von den Lagern von fenaco Landesprodukte in Bargen und Payerne werden die Kartoffeln zur Verarbeitung in die Produktionsstätte Cressier (NE) gebracht und dort einer ersten Qualitätskontrolle unterzogen. Die kleinkalibrigen, unter 45 Millimeter grossen Kartoffeln landen auf der Flockenlinie. Bei Kartoffelstock spielt die Grösse der Knolle schliesslich keine Rolle. Die Pommes frites dagegen werden aus Kartoffeln mit Kaliber 60 Millimeter oder grösser hergestellt. 12 bis 15 Tonnen werden pro Stunde zu Pommes verarbeitet.
Kontrolliert und sortiert kommen die auserwählten Knollen in den Dampfschäler. Bei hohem Druck und Dampfhitze verlieren sie ihre Schale. Erneut müssen sich die Kartoffeln, nun schon fast zu fertigen Pommes geworden, beweisen. Die elektronische Qualitätssicherung untersucht die Stäbchen auf optische Makel, die Mechanik sortiert die zu klein geratenen Stäbchen und solche mit schwarzen Flecken aus. Schön und lang sollen die Pommes frites am Schluss sein; ohne Dellen, ohne Flecken. Im Anschluss werden sie blanchiert. Für einen knusprigen Biss wird ihnen dann Flüssigkeit entzogen.
Eine der letzten Stationen, gleich nach der Fritteuse, ist der 30 Meter lange Schockfroster. Bei minus 40 Grad Celsius erhalten die Pommes frites eine längere Lebensdauer. Rund eine halbe Stunde dauert es, bis die Kartoffelstäbchen auf dem Fliessband das Ende des Gefrierers erreicht haben. Während dieser Zeit wird ihnen durch bewegte Luft die Wärme entzogen - frisch frittiert sind die Pommes über 150 Grad heiss -, bis sie eine Kerntemperatur von circa minus 18 Grad aufweisen. Man nennt diese Methode des Schockfrostens auch Kaltluftgefrierverfahren.
Die «MacFries» werden schliesslich von den TRAVECO Lastwagen in Cressier abgeholt. «Die Pommes frites von McDonald’s sind einfach unvergleichlich knusprig», schwärmt ein Jugendlicher an besagtem Abend im Waadtländer McDonald’s-Restaurant. Er ist einer von schweizweit täglich rund 300 000 McDonald’s-Gästen, die zu normalen Zeiten an den 170 Standorten ein- und ausgehen. Die MacFries gehören zu den absoluten Lieblingsprodukten unter den Gästen und werden entsprechend häufig bestellt. Das Erfolgsrezept?
Die Kartoffeln
Rund 170 Bauern produzieren die Kartoffeln für die Frites von McDonald's Schweiz. 90 Prozent der Kartoffeln bezieht die Frigemo von Produzenten aus einem Umkreis von 50 Kilometern um die Fabrik in Cressier. Für seine Frites setzt McDonald's zu 90 Prozent auf die Sorte Innovator, seit einigen Jahren wird auch die Sorte Ivory Russett angebaut.
Die grossknollige Innovator sei «keine Schönheit», sagte Kartoffelproduzent Raphael Sommer auf seinem Kartoffelacker im freiburgischen Muntelier. «Im Laden würde sie nicht gekauft.» Aber Innovator ist ideal für Pommes. Die grosse Knolle ergibt lange Frites, das weisse Fleisch enthält viel Stärke, bleibt fest und hat die von McDonald's gesuchte helle Farbe, wie Rainer Rufer, Einkaufschef bei McDonald's Schweiz, erklärte. Die Kartoffeln stammen aus konventioneller Produktion, eine Umstellung auf IP-Suisse sei derzeit «nicht im Fokus», so Rufer.
Vom Acker gelangen die Kartoffeln in die Fabrik in Cressier. Bei jeder einzelnen Ladung wird vor der Annahme unter anderem geprüft, ob der Stärkegehalt stimmt. Auch ein Frittierversuch wird durchgeführt. Danach werden die Kartoffeln in grossen Bunkern, getrennt nach Sorten, bei kühlen 8 Grad und 95 Prozent Luftfeuchtigkeit gelagert. Damit wird verhindert, dass die Kartoffeln während der Lagerung austrocknen.
Für ein Kilogramm Frites braucht es zwei bis zweieinhalb Kilogramm Kartoffeln. Das tönt nach viel Food-Waste. Das sei aber nicht der Fall, betonte Jenni. Die Schale und der Wasserverlust während des Trocknens und Frittierens seien hauptverantwortlich, dass die Ausbeute 50 Prozent betrage. Lebensmittelabfall falle praktisch keiner an. «Wir verwerten die ganze Kartoffel.» Die Kartoffelschalen werden als Tierfutter an Schweineproduzenten abgegeben.
In der Frites-Produktion durchlaufen Frites mit braunen oder dunklen Flecken einen zweiten optischen Sortierer, der die fehlerhaften Stellen abschneidet, und den Rest wieder in den regulären Frites-Strom einspeist. Gewünscht sind zwar möglichst lange Frites, ein gewisser Prozentsatz an kürzeren Frites wird aber akzeptiert. Die anfallenden Abschnitte verarbeitet die Frigemo zu Kartoffelflocken, Rösti, Kroketten undsoweiter.
Neun Tonnen Frites pro Stunde kann die Frigemo auf ihrer topmodernen Pommes-Linie produzieren. Je nach anfallender Kartoffelernte läuft die Linie an fünf bis sechs Tagen pro Woche im Dreischichtbetrieb rund um die Uhr. Produziert wird fast das ganze Jahr über. Einzig an Weihnachten ruht die Linie für eine Woche und im Sommer wird die Anlage mit ihren mehreren hundert Motoren vier bis fünf Wochen lang gründlich revidiert.
Die Frites-Produktion ist energieintensiv. Den Dampf fürs Schälen und Blanchieren erzeugt die Frigemo mit Gas. «Das ist am effizientesten», sagte Jenni. Die hohen Gaskosten seien aber eine Herausforderung, ebenso die Strompreise. «Wir haben nächstes Jahr 40 Prozent höhere Stromkosten.» Auch Wasser braucht die Frigemo in grossen Mengen, um die Kartoffeln zu waschen und die Knollen und Frites über die Produktionsanlage zu bewegen. Auf dem Firmengelände steht eine eigene, riesige Kläranlage.
Acrylamid in Pommes Frites
Mindestanforderung: goldene Farbe und ein knackiger Biss. Doch durch das Frittieren werden Pommes frites nicht nur knusprig, es entsteht auch Acrylamid. Eine Chemikalie, weiss und pulvrig in der reinen Form. «Man braucht es in der Kunststoff- und Farbindustrie», sagt Gregor McCombie, Leiter Chromatografie beim Kantonalen Laboratorium Basel-Stadt und einer der Top-Experten in Sachen Acrylamid. Der Stoff gelte als potenziell kanzerogen und genotoxisch, also krebserregend und DNA verändernd.
Ein Richtwert ist ein Messwert, den man einhalten und nach dem man sich richten soll. Es ist eine Empfehlung ohne Zwang, aber mit einem gewissen Nachdruck. Im Gegensatz zum Richtwert muss man einen Grenzwert unbedingt einhalten.
Wieso gibt es bei Pommes frites keinen Grenzwert, sondern nur einen Richtwert, bezüglich Acrylamid? Die Europäische Lebensmittelbehörde EFSA schreibt «Kassensturz» dazu: «Die EFSA hat keinen gesundheitsbezogenen Richtwert, z. B. eine tolerierbare tägliche Aufnahmemenge (TDI), für Acrylamid in Lebensmitteln festgelegt. Der Grund dafür ist, dass Acrylamid und sein Hauptmetabolit Glycidamid genotoxisch und krebserregend sind.
Acrylamid entsteht aber auch, wenn man stärkehaltige Lebensmittel, Kartoffeln zum Beispiel, frittiert, brät oder röstet. Kurz: In Pommes frites, Pommes Chips oder Bratkartoffeln hat es Acrylamid. Aber auch im Toast, im Kaffee oder in Frühstückszerealien findet sich die Substanz. Je dunkler beziehungsweise brauner der Farbton, desto grösser die Chance auf mehr Acrylamid.
Tipps zur Reduzierung von Acrylamid beim Frittieren:- Richtige Sorte Kartoffeln nehmen (auf der Verpackung ersichtlich).
- Kartoffeln richtig lagern (vor Licht geschützt, nicht unter 8° Celsius).
- Kartoffel-Schnitze vor dem Frittieren blanchieren.
- Pommes frites in zwei Schritten frittieren.
- Frisches Öl verwenden
- Mit tieferen Temperaturen frittieren.
- Bei dickeren Pommes frites mit mehr Wasser entsteht langsamer Acrylamid als bei dünneren.
«Kassensturz» und die Konsumentenzeitschrift «K-Tipp» wollten deshalb wissen, wie viel Acrylamid es in Pommes frites hat. An 18 verschiedenen Deutschschweizer Standorten wurden anonym je eine Stichprobe eingekauft; bei klassischen Fast-Food-Ketten wie McDonald’s, Burger King oder KFC, aber auch in Zoo-Restaurants, Badi-Beizli oder Museen.
Die Analyse eines akkreditierten Schweizer Labors zeigt: Alle 18 Stichproben halten den geltenden Acrylamid-Richtwert von 500 µg/kg für Pommes frites ein. Bei der Mehrzahl der Anbieter (13) ist der Wert unter 200 µg/kg. Vier Proben weisen einen Wert zwischen 200 und 300 µg/kg auf. Einzig die Pommes-Stichprobe aus dem McDonald’s Interlaken ist mit 446 µg/kg Acrylamid nah am Richtwert für genussfertige Pommes frites.
Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV hat dennoch die Absicht, den Acrylamid-Richtwert für Pommes frites zu senken. So steht es im Entwurf der neuen Kontaminantenverordnung, der zur Unterzeichnung und Inkraftsetzung ansteht. Neu soll ein Richtwert von 200 µg/kg Acrylamid für Pommes frites gelten.
Die Senkung des Richtwerts geschehe auf Vorschlag der Kantone, die den Markt analysiert hätten, sagt Mark Stauber, Leiter Lebensmittelhygiene beim BLV. «Die Gesundheit der Konsumentinnen und Konsumenten ist aber auch mit dem heutigen Wert genug geschützt», so Stauber.
McDonald’s: «Wir setzen auf hochwertige Zutaten sowie klare Prozesse bei der Zubereitung bei unseren Lieferanten und in unseren Küchen, so dass unsere Gäste feine Burger und Pommes geniessen können. Kartoffeln sind ein Naturprodukt und je nach Wetter, Boden sowie Zeitpunkt der Ernte kann die Beschaffenheit der Rohware variieren. Durch die Lagerung, Verarbeitung und Zubereitung unserer Pommes versuchen wir den Zuckergehalt der Kartoffeln optimal zu halten, doch durch die unterschiedliche Beschaffenheit der Rohware kann es zu kleinen Abweichungen kommen. Wir prüfen unsere Produkte regelmässig, damit wir den gültigen Richtwert von 500 μg/kg jederzeit einhalten. Unsere Testreihe belegt, dass wir immer unter diesem Richtwert liegen. Meist sogar deutlich darunter, jedoch können auch einzelne Werte über 400 μg/kg vorkommen. Ein konstant tieferer Wert wäre anspruchsvoll, da es grundsätzlich Schwankungen gibt aufgrund der Rohware.»
KFC: «KFC sind die Schweizer, als auch die europäischen Grenzwerte von Acrylamid bekannt und deren Einhaltung wird kontinuierlich von KFC überwacht. Die Schweiz gehört zur Westeuropäischen Business Unit von KFC; die Supply Chain für alle westeuropäischen KFC-Märkte wird zentral gesteuert. Das Monitoring aller Getreideprodukte bezüglich des Acrylamid Gehalts findet ein- bis zweimal jährlich statt, Kartoffelprodukte werden zweimal pro Jahr geprüft. Das Monitoring und die Analyse der konsumbereiten Produkte wird für jedes einzelne Produkt durchgeführt, d.h. die Acrylamid-Gehalte von Schweizer Pommes frites werden zweimal pro Jahr geprüft. Für die Bewertung der Ergebnisse gelten die europäischen Grenzwerte, sowie die lokalen Gesetzgebungen, d.h. für die Schweiz gilt aktuell der Grenzwert 500 mg/kg. Durch eine Temperatur von <175°C des Frittieröls für die Pommes-Zubereitung und täglichen Checks und Vorbeugungsmassnahmen zur Aufrechterhaltung der Ölqualität, sowie Prüfung der Farbe der frittierten Pommes frites, wird das Risiko von Acrylamid-Bildung minimiert. KFC sensibilisiert die Restaurantbetreibenden bezüglich dieser Massnahmen.»
Marzili Lounge: «In Bezug auf den von der Marzili Lounge GmbH erzielten Wert von 216 Mikrogramm/Kilogramm möchten wir feststellen, dass wir stets bestrebt sind, die Qualität unserer Produkte zu verbessern und wie in der momentanen Situation die Einhaltung der geltenden Vorschriften sicherzustellen. Wir werden die geplanten Änderungen der Verordnung VHK aufmerksam verfolgen, um den vorgeschlagenen Acrylamid-Gehalt von 200 Mikrogramm/Kilogramm in unseren Pommes frites zukünftig auch ohne zwingende Verordnung zu unterschreiten, um somit die Gesundheit und Zufriedenheit unserer Kunden zu gewährleisten.»
Coop: «Der nachgewiesene Wert an Acrylamid liegt unter den aktuell geltenden gesetzlichen Vorgaben. Für die Zubereitung der Pommes frites verfügt Coop über interne Richtlinien.
Die Schweiz nimmt mit der angedachten Senkung des Acrylamid-Richtwerts für Pommes frites eine Vorreiterrolle in Europa ein. «Das kann zu Problemen führen», sagt Mark Stauber. Stichwort: technische Handelshemmnisse. Andere Acrylamid-Werte, z. B. für Pommes Chips, Kaffee oder Zerealien, sind im neuen Verordnungsentwurf nicht angepasst worden.

Die Entstehung von Acrylamid
Für zu Hause gilt die Faustregel: Je dunkler die Frites, desto mehr Acrylamid hat sich gebildet. Nur schon eine Minute länger im Öl (4 Minuten anstatt 5 Minuten) hat beim Selbstversuch den Acrylamid-Gehalt fast verdoppeln lassen. Es ist also ein Balanceakt zwischen goldig-knusprig und zu fest frittiert. Ganz grundsätzlich geben deshalb alle Experten den Tipp: Vergolden - nicht verkohlen.
Internationale McDonald's Menüs
Alle Pommes-Stichproben erfüllen die behördlichen Anforderungen bezüglich Acrylamid. Sie sind lang, kurz, dick, dünn, Wedges, Metzger-Frites oder Zündhölzli-Pommes. Und: Pommes frites werden als Hauptmahlzeit, als Begleitung zum Burger, als Snack zwischendurch und beim Ausflug mit Kindern serviert.
In Südkorea dürfen McDonald's-Besucher neuerdings extravagante Pommes frites geniessen: mit Honigbutter. Wer schon mal im Ausland beim Fast-Food-Riesen eingekehrt ist, den dürfte die Kartoffel-Kreation wenig überraschen. Wir laden Sie ein zum Menü-Extra - inklusive Croque-Monsieur-Burger und Kiwi am Stiel.
Los gehts in Südkorea: Die Bevölkerung liebt offenbar Pommes Chips mit dem Geschmack von Honig und Butter. Jetzt steigt McDonald's in den Markt ein und bringt die Honigbutter-Pommes-frites.
In Japan gönnt man sich hingegen gerne mal einen Bacon & Potato Pie. Oder auch...gern den Katsu-Burger. Also eigentlich ein Cordon-Bleu im Brötchen.
Gesünder mögen es die Norweger mit der Lachswrap. Aber...die beste Alternative zum fettigen Burger haben die Italiener 2010 lanciert: «Le Frescallegre», die Kiwi am Stiel. Wir fragen uns einzig: Was passiert mit dem abgesägten Gupf?
Philippinen: Warum immer Pommes und Burger, wenn man den McRice haben kann?
Auch in Ungarn gibts eine komplette (vegetarische) Mahlzeit im Burger: Omelette, Rösti, Gemüse und Käse im Kürbiskernenbrötchen ergeben den McPumpkin.
Deftig mögens die Deutschen: Im Nürnburger hats drei Würstchen mit Senf. Im Netz finden sich mittlerweile diverse Food-Blogs, die die landestypischen Mc-Gerichte abbilden.
In Indien kann man den McCurry verzehren. Und zwar sowohl die Poulet-Gemüse-Füllung als auch die Blätterteig-Hülle.
Die Neuseeländer stellen Gourmet-Fast-Food: Im Kiwi-Burger hats neben den üblichen Verdächtigen auch Randenscheiben und ein pochiertes Ei!
Die Franzosen. Sie brauchen ihren Croque Monsieur natürlich auch im McDonald's. Bei den...französischsprachigen Kanadiern in Quebec gehts zu wie im Skilager: mit Poutine mit Pommes, Käse und Bratensauce.
Weiter gibt es in Kanada auch saisonale Highlights wie beispielsweise die Lobster-Roll.
In Thailand braucht man Servietten: Der Samurai-Burger trieft vor Teriyaki-Sauce.
Die mexikanische Version des McMuffin, McMolletes, olé. Auch in...Spanien setzt man auf vertraute Vorlieben. Statt Gartensalat gibts Gazpacho.
Bin ich heute mehr Ying oder mehr Yang? In China hat man immer die Wahl - zwischen schwarzem oder weissem Burger.
Und hier das Herzinfarkt-Menü aus Hongkong: ein furchterregender Burger mit «squeezy cheesy» Fritten.
Und hier noch wir. Auch in der Schweiz haben wir schliesslich unsere geliebten Besonderheiten: Käse, Käse, Käse. Ok,...die Japaner können das natürlich auch. Mit dem Fondue-Chicken-Burger. En Guete!

Internationale McDonald's Menüs