Industrie-Chic: Neun Hotels in ehemaligen Industriequartieren

Imposante Gebäude, alte Backsteinmauern, hohe Fenster und viel Platz erinnern an die industrielle Vergangenheit der Häuser. Früher hätte sich hier niemand freiwillig aufgehalten, schon gar nicht über Nacht. Doch seitdem ehemalige Fabriken und Lagerhallen in Hotels verwandelt wurden, bleibt man dort gerne etwas länger. Zahlenden Gästen wird das angenehme Gefühl vermittelt, absolut nichts tun zu müssen.

Hier sind neun Hotels in ehemaligen Industriequartieren, die den Charme der Vergangenheit mit modernem Komfort verbinden:

Athen: The Foundry Suites

Das Gebäude wurde 1930 errichtet. (Bild: PD)

Das 1930 errichtete Gebäude, in dem sich erst eine Giesserei, dann eine Druckerei und später ein Kulturzentrum befanden, steht in einer wenig frequentierten Ecke des historischen Stadtteils Psyrri. Der Blick aus den hohen Fenstern fällt auf blühende Bougainvilleen und üppiges Grün.

Die 12 grosszügigen Suiten haben Holzböden, hohe Decken, viel Sichtbeton und Kitchenettes. Bücher erinnern an die Vergangenheit, während ein altmodischer Kofferplattenspieler mit Bluetooth-Verbindung ausgestattet ist. Manche Suiten bieten private Terrassen, andere sind zweistöckig.

Jede der zwölf Suiten ist individuell gestaltet. (Bild: PD)

Über dem Ganzen thront eine Dachterrasse mit Holztischen, Sitzecken und Blick auf die Akropolis. Hotelgäste bekommen hier morgens einen Frühstückskorb und abends Cocktails und Pizza.

Highlight ist die begrünte Dachterrasse. (Bild: PD)

Suite ab 138 Euro; thefoundrysuitesathens.com

London: New Road Hotel

Die Geschichte des New Road Hotels beginnt in den 1960er Jahren, als ein Einwanderer aus Bangladesh in einer Textilfabrik arbeitete. Dessen Söhne kauften die Fabrik später, um sie in ein Hotel zu verwandeln.

New Road Hotel London Bewertung – Was WIRKLICH passiert ist

Die grossen Fenster, Metallrohre an der Decke und unverputzten Backsteinmauern wurden ebenso erhalten wie die grosszügige Lobby mit Cocktailbar und Restaurant Mr White’s English Chophouse.

(Bild: PD)

Die 79 Gästezimmer variieren in der Grösse, aber alle sind minimalistisch und praktisch eingerichtet. Einige Loft-Zimmer bieten einen Blick über die Dächer oder sogar eine Dachterrasse mit Whirlpool.

Loft mit eigener Terrasse. (Bild: PD)

Zürich: B2 Boutique Hotel + Spa

Wo einst Malz mit Wasser gemischt und Würze vergärt wurde, sind jetzt 60 schicke Zimmer und Suiten untergebracht. Das B2 Boutique Hotel befindet sich in der ehemaligen Hürlimann-Brauerei.

Alle Zimmer verfügen über Holzparkett, ein offenes Bad und einen mobilen Arbeitsplatz. Vintage-Mobiliar und Designklassiker erinnern an die industrielle Vergangenheit. Die Nespresso-Kaffeemaschine und die Minibar sind im Zimmerpreis inbegriffen.

Vieles in den Zimmern erinnert an die Vergangenheit des Gebäudes. (Bild: PD)

Der elf Meter hohe Raum beherbergt eine Bibliothek mit 33 000 antiquarischen Büchern. Für Ausstellungen bietet die Maschinenhalle mit Kältekompressor eine exklusive Kulisse. Der moderne Fitnessraum befindet sich im ehemaligen «Pumpenraum», während das Hürlimann-Bad mit Spa und Rooftop-Pool lockt.

Die Bibliothek umfasst 33 000 Bücher. (Bild: PD)

DZ ab 390 Franken; b2boutiquehotels.com

Oslo: Sommerro

Nordischer Funktionalismus und Art Déco vereinen sich im Hotel Sommerro, das die ehemalige Zentrale des Elektrizitätswerks bespielt. Das denkmalgeschützte Gebäude mit roter Backsteinfassade steht in Frogner.

Das Hotel Sommerro befindet sich in der ehemaligen Zentrale des Elektrizitätswerks. (Bild: PD)

Im historischen Altbau haben 231 Zimmer und Suiten, vier Restaurants, drei Bars und ein gigantischer Wellnessbereich Platz gefunden. Eine Dachterrasse mit Pool, Sauna und Cinemascope-Aussicht rundet das Angebot ab.

Das Interieur ist warm, romantisch und plüschig, mit Birkenholz, norwegischen Folkloremotiven und handgeknüpften Teppichen.

Das Interieur ist warm, romantisch und teilweise gar plüschig. (Bild: PD)

DZ ab 2490 Norwegische Kronen; sommerrohouse.com

Paris: Hôtel Paris Bastille Boutet

Das Bastille-Viertel hat seit Ende 2015 ein Luxushotel: eine Fabrik aus den 1920er Jahren, die in ein Gästehaus verwandelt wurde. Es bespielt den ehemaligen Hauptsitz der Firma Boutet, die exotisches Holz importierte.

Die Art-Déco-Fassade von früher macht noch heute staunen. (Bild: PD)

Die Art-Déco-Fassade blieb erhalten. Auch im Inneren erinnern die grosse Halle, das viele Holz und die Stahlstrukturen an die industrielle Vergangenheit. Eine Holztreppe führt zu den 80 Zimmern und Suiten, die mit Nespresso-Maschine, Rainshower-Dusche und Bluetooth-Dockingstation ausgestattet sind.

Der Wellnessbereich bietet eine «Essence de Bois»-Behandlung und einen Swimmingpool.

Der Wellnessbereich erinnert an die Vergangenheit. (Bild: PD)

DZ ab 231 Euro; hotel-paris-bastille-boutet.com

Kopenhagen: 25Hours Indre By

Das 243-Zimmer-Haus der Hotelgruppe 25Hours steht mitten im Kopenhagener Stadtzentrum. Das Haus aus dem 19. Jahrhundert beherbergte einst eine Porzellanfabrik und wurde später als Universitätsgebäude genutzt.

Das Designstudio von Martin Brudnizki gestaltete die Zimmer wie Studentenbuden. Einige bieten eine Terrasse sowie Zugang zum Secret Garden. Das NENI Restaurant und das Café Duse sind beliebte Anlaufstellen.

Das Interior-Design-Konzept stammt vom bekannten Londoner Designstudio von Martin Brudnizki. (Bild: PD)

Das Café Duse im «25Hours Indre By». Drinks in der Speakeasy-Bar. (Bild: PD)

Mailand: Viu Hotel Milano

Das Hotel befindet sich in einem Innenhof am belebten Corso Genova, zwischen Dom und Navigli. Die pflanzenbewachsene Fassade und der Kronleuchter in der Eingangshalle sind Hingucker.

Die mit Pflanzen bewachsene Fassade ist ein Hingucker. (Bild: PD)

Spiegel schmücken die Wände, und Glas säumt die Betontreppe, die zu den hellen Zimmern führt. Jedes davon ist eine Fundgrube für Designliebhaber.

Hamburg: Gastwerk Hotel Hamburg

Das Gastwerk Hotel befindet sich in einem denkmalgeschützten Gaswerk aus dem 19. Jahrhundert. Die Lobby ist 600 Quadratmeter gross und fünf Stockwerke hoch. Tageslicht durchflutet die Halle, in der früher 5000 Tonnen Kohle lagerten.

Loft-Atmosphäre im Gastwerk Hotel Hamburg. (Bild: PD)

Die Loft-Atmosphäre setzt sich in den 141 Zimmern fort, viele davon mit Steinmauern, hohen Fenstern und viel Platz. Warme Farben, edles Holz und feine Stoffe kontrastieren zur Kühle von Metall und Beton.

(Bild: PD)

Auch Hamburger kommen gerne auf einen Cocktail an der Bar und zum Dinner ins Restaurant Mangold. Industrie-Rohre, Holzdielen und Backsteinwände erinnern an die Vergangenheit.

Amsterdam: Sir Albert

Das «Sir Albert» befindet sich in einer ehemaligen Diamantenschleiferei unweit von Rijks Museum, Leidse Platz und dem berühmten Kanalviertel. Die Van-Moppes-Fabrik wurde 2005 geschlossen, 2013 eröffnete das Hotel in den historischen Mauern.

Das «Sir Albert» befindet sich in einer ehemaligen Diamantenschleiferei. (Bild: PD)

Die 90 Zimmer und Suiten sind in Schwarz-Weiss-Brauntönen gehalten und mit Kuhfell bezogenen Stühlen oder altmodischen Telefonen ausgestattet. Anstelle einer Lobby gibt es ein gemütliches Study mit Büchern und Perserteppichen.

Die 90 Zimmer sind elegant eingerichtet. (Bild: PD)

Die meisten Gäste frühstücken im Hotelrestaurant Izakaya, wo abends die Amsterdamer Schickeria Sashimi oder Wagyu-Rind geniesst.

DZ ab 170 Euro; sirhotels.com

Hotel Stadt Ehemalige Nutzung Besonderheiten Preis ab
The Foundry Suites Athen Giesserei, Druckerei, Kulturzentrum Dachterrasse mit Akropolisblick 138 Euro
New Road Hotel London Textilfabrik Originale Fabrikelemente erhalten -
B2 Boutique Hotel + Spa Zürich Brauerei Bibliothek mit 33.000 Büchern 390 CHF
Sommerro Oslo Elektrizitätswerk Art Déco Interieur 2490 NOK
Hôtel Paris Bastille Boutet Paris Holzimportfirma Art Déco Fassade 231 Euro
25Hours Indre By Kopenhagen Porzellanfabrik, Universität Studentenbuden-Design -
Viu Hotel Milano Mailand - Pflanzenbewachsene Fassade -
Gastwerk Hotel Hamburg Hamburg Gaswerk Loft-Atmosphäre 111 Euro
Sir Albert Amsterdam Diamantenschleiferei Gemütliches Study statt Lobby 170 Euro

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