Depressionen nehmen in der heutigen Gesellschaft stetig zu, vor allem bei Jugendlichen. Immer häufiger wird vermutet, dass unser Darm-Mikrobiom einen großen Einfluss auf die Entstehung von Depressionen haben könnte.

Pommes Frites sind beliebt, können jedoch gesundheitsgefährdende Stoffe enthalten. (Bild: Shutterstock)
Studie zeigt Zusammenhang zwischen frittierten Speisen und Depressionen
Wer gerne Frittiertes hat, muss seinen Konsum in Zukunft möglicherweise überdenken. Eine neue Studie gibt bekannt, dass solche frittierten Speisen Depressionen und Angstzustände begünstigen können. Zu diesem Schluss kommen chinesische Forscher der Universität Hangzhou.
Das Team hat die Konsumation von Frittiertem in Zusammenhang mit psychischen Erkrankungen analysiert. Besonders der Verzehr von Pommes frites erhöht das Risiko für Depressionen um sieben Prozent. Bei Angstzuständen steigt das Risiko sogar um zwölf Prozent. Weisses Fleisch wie Hühnchen hat ausserdem im Vergleich zu frittierten Kartoffeln ein kleineres Risiko.
Knusprige Pommes im Ofen selber machen
Der chemische Täter: Acrylamid
Stark erhitzte Lebensmittel wie Pommes setzen auch den chemischen Stoff Acrylamid frei, welcher als krebserregend gilt. Eben dieser Stoff soll nun auch verantwortlich dafür sein, dass solche psychischen Erkrankungen begünstigt werden.
In einer Nebenstudie setzten die Forscher in einem Test Zebrafische dem Acrylamid aus. Die Fische zeigten darauf angst- und depressionsähnliche Verhaltensweisen, die sie in ihrer Erkundungsfähigkeit sowie Sozialität beeinträchtigten.
Weitere Risikofaktoren: Transfette
Spanische Forscher hatten schon in einer Studie aus dem Jahr 2011 den Zusammenhang zwischen dem Konsum bestimmter Nahrungsbestandteile und dem Auftreten von Depressionen beschrieben. Demnach haben Menschen, die über die Nahrung viele Transfette und gesättigte Fettsäuren aufnehmen, ein erhöhtes Risiko für psychische Erkrankungen.
Als grössten Risikofaktor machten die Forscher Transfette (TFA, Abkürzung für trans unsaturated fatty acids) aus. Diese ungesättigten Fettsäuren entstehen, wenn eigentlich gesundes Pflanzenöl durch industrielle Verarbeitung gehärtet wird. Sie finden sind etwa in Pommes frites, Chips, Backwaren und etlichen Fertigprodukten.
Die Rolle des Darm-Mikrobioms
Spricht man über das Darm Mikrobiom, steht die Ernährung natürlich ganz oben auf der Liste. In einer Metaanalyse aus dem Jahr 2018 wurde ein höherer Verzehr von Obst und/oder Gemüse mit einem geringeren Depressionsrisiko in Verbindung gebracht.
Da Obst und Gemüse reich an Ballaststoffen sind, könnte die Aufnahme von Ballaststoffen mit dem Depressionsrisiko verbunden sein. Die höchste (im Vergleich zur niedrigsten) Aufnahme von Ballaststoffen war mit einer um 14 % geringeren Wahrscheinlichkeit verbunden, an einer Depression zu erkranken.
Ballaststoffe haben auf unser Darm Mikrobiom einen sehr grossen Einfluss. Sie gelangen von uns unverdaut in den Dickdarm und werden dort unter anderem von unseren Darmbakterien als Futter verwendet. Durch Ballaststoffe kann es uns gelingen das Darm Mikrobiom zu unseren Gunsten zu optimieren.
Ultrahochverarbeitete Lebensmittel: Eine zusätzliche Gefahr
Ultrahochverarbeitete Lebensmittel, sogenannte UPF, sind ungesund. Demnach weisen 14 Prozent der Erwachsenen und 12 Prozent der Kinder ein Suchtverhalten bei ultrahochverarbeiteten Lebensmitteln auf - ähnlich wie bei Alkohol oder Nikotin.
Neben dem Suchtverhalten zeigen immer mehr Studien, wie problematisch UPF für die Gesundheit sind. Ein hoher Konsum von UPF wird Forschungsergebnissen zufolge auch mit Fettleibigkeit, Typ-2-Diabetes, Depressionen, Demenz und Karies in Zusammenhang gebracht.
Erkennen von ultrahochverarbeiteten Lebensmitteln
UPF sind nicht immer leicht zu erkennen. Die Lebensmittelindustrie muss hochverarbeitete Produkte nicht deklarieren. So ist nicht klar, welche Verfahren bei der Herstellung angewendet werden. Besonders schwierig wird es bei vermeintlich gesunden verarbeiteten Produkten, etwa Fleisch- und Milchersatzprodukten, Müesliriegeln und fettreduzierten Joghurts.
Empfehlungen für eine bessere psychische Gesundheit
Experten in der Ernährungsberatung betonen, dass eine abwechslungsreiche Ernährung für die Gesundheit wichtig ist und daher auch nicht darauf verzichtet werden muss. Die Studie konnte nicht abschliessend begründen, ob die Kausalität auch so erklärt werden könnte, dass Menschen mit psychischen Problemen eher zu Fast Food wie frittierten Lebensmitteln greifen.
Es gibt aber auch andere Hinweise darauf, dass hoch verarbeitete Lebensmittel negativ auf das Gehirn wirken könnten. Das brasilianische Forscherteam verweist selber auf mögliche entzündliche Prozesse im Gehirn, die durch falsche Ernährung ausgelöst werden könnten.
Lebensmittel für gute Laune
Gute-Laune-Lebensmittel können wirklich jede Menge: Sie machen glücklich, schmecken hervorragend und sind gesund. Gesetzt wird dabei auf eine ausgewogene und nährstoffreiche Ernährung.
Hier ist eine Tabelle mit einigen Lebensmitteln, die zu einer besseren Stimmung beitragen können:
| Lebensmittel | Vorteile |
|---|---|
| Vollkornprodukte | Enthalten weniger Zucker als andere Kohlenhydrate. |
| Bananen | Hoher Anteil an Vitamin B6, verringert Erschöpfungszustände. |
| Spargel | Voller Vitamin B, wichtig für das Nervensystem. |
| Avocados | Reich an gesunden Fetten, Tryptophan und Vitamin B6. |
| Naturreis und Paranüsse | Enthalten viel Selen und Magnesium, wirken bei Stress. |
| Walnüsse | Reich an Omega-3-Fettsäuren, unterstützen die Gehirnfunktion. |
| Randen | Folsäure hilft, Depressionen zu verringern. |
| Leinsamen | Reich an Lignanen, wirken hormonausgleichend. |
| Aprikosen | Aminosäure Tryptophan wird im Körper in Serotonin umgewandelt. |
Tipps für eine gesündere Ernährung
- Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse.
- Reduzieren Sie den Konsum von frittierten Speisen und ultrahochverarbeiteten Lebensmitteln.
- Integrieren Sie ballaststoffreiche Lebensmittel in Ihre Ernährung.
- Bevorzugen Sie natürliche, unverarbeitete Lebensmittel.

Eine ausgewogene Ernährung ist wichtig für die psychische Gesundheit.