Truthahn-Weihnachtsessen in verschiedenen Ländern: Traditionen und Variationen

Weihnachten ist weltweit ein Fest des Zusammenseins und der kulinarischen Genüsse. Doch was an Heiligabend oder in den Weihnachtsfeiertagen aufgetischt wird, variiert von Land zu Land. Dieser Artikel beleuchtet, wie verschiedene Länder Weihnachten feiern und welche besonderen Speisen dabei eine Rolle spielen, insbesondere im Hinblick auf den Truthahn und andere festliche Gerichte.

Am 24. November feiern die USA Thanksgiving. Wie es sich auch bei anderen amerikanischen Bräuchen wie Halloween verhält, haben sich das Erntedankfest und die Sitte des Truthahn-Essens längst auch in Europa verbreitet.

Essen an Heiligabend: Kartoffelsalat mit Würstchen und internationale Bräuche

Der Truthahn erobert Europa

War es früher vor allem die Gans, die um diese Jahreszeit ihr Leben für kulinarische Zwecke lassen musste, hat sich in der Schweiz und anderen Ländern Europas längst auch die uramerikanische Sitte des Truthahns verbreitet.

Eine Mode, die durchaus mit Herausforderungen verbunden ist, denn um die Truten in einem saftigen Zustand an den Tisch zu bekommen, sind allerlei Kniffe vonnöten.

Auf die richtige Zubereitung kommt es an (die Niedrigtemperaturmethode ist am besten geeignet), aufs Marinieren, Füllen, Würzen, die Beilagen. Gänse sind einfacher zuzubereiten.

Kein Wunder, dass man nach den richtigen Truthahn-Angeboten in den Restaurants ein bisschen suchen muss, denn obwohl sich die Mode des amerikanischen Erntedankfestes bereits seit einer Weile in die Schweizer Kultur eingeschlichen hat, scheuen viele Gastronomen den Aufwand.

Die wenigen, die sich mit der Sache beschäftigen, müssen kaum Werbung machen.

Thanksgiving in Schweizer Restaurants

Einige Restaurants in der Schweiz bieten spezielle Thanksgiving-Menüs an:

  • Im «Wilden Mann» hat das Thanksgiving Dinner Tradition, allerdings muss man gar nicht mehr versuchen, sich einzubuchen. Das Essen am 24. November war bei Redaktionsschluss dieses Beitrages restlos ausverkauft.
  • Dann vielleicht lieber ins «Parkhuus», das gerade erst mit 16 Punkten im Guide «Gault-Millau» ausgezeichnet worden ist. Der Vogel wird nicht schnöde gefüllt, sondern kunstvoll in ein viergängiges Menu verpackt.
  • Im «Echo» im Zürcher Mariott Hotel geht es buffetmässig und mit 89 Franken pro Kopf günstiger zu.
  • Der «Willow Yard» ist ein gediegener Irish Pub in Dietikon, der am 24. November zum Thanksgiving-Anlass lädt; eine Show ist hier im Gesamtpaket inkludiert. Ähnlich hält es der Basler Pub «Auld Dubliner».
  • Im «Parkhotel Zug» wiederum reicht man das Essen als Buffet, was bedeutet, dass die Gäste nicht nur Truten mit Preiselbeerfüllung, sondern auch Süsskartoffelauflauf mit Marshmallows und anschliessend American Apple Pie auf besonders ungezwungene Weise verzehren können.

Thanksgiving für zu Hause

Wer nicht ausgehen will oder mangels verfügbarer Tische keine Möglichkeit bekommt, darf sich trotzdem freuen.

  • Das «Baur au Lac» kümmert sich um die häuslich veranlagten Gourmets und bereitet den Turkey zum Abholen zu: Vier Personen zahlen zusammen 360 Franken und können sich über jede Menge Beilagen wie Rotkraut und Marroni freuen. Das Angebot gilt vom 24. bis zum 27. November.
  • Während man in diesem Falle nur aufwärmen muss, ist bei Ware von Heu & Herz mehr Arbeit notwendig. Dafür kann man sicher sein, dass dieser Lieferant sogenannte Bronze-Truten in Bio-Qualität anbietet. Weil für dieses Jahr nichts mehr zu haben ist, sollte man sich schon auf 2023 freuen und entsprechend langfristig vorbestellen.
  • Ganz sicher gibt es aber noch was bei «Hiltl»: natürlich kein Fleisch, aber einen Herbstteller mit Rotkraut, Marronen, Rosenkohl und Dinkelspätzli. Da vermisst kaum jemand die Turkey-Komponente.

Weihnachtsessen in anderen Ländern

Andere Länder, andere Sitten - das gilt auch für Weihnachtsessen. Die Traditionen unterscheiden sich teils drastisch zwischen den verschiedenen Ländern. Italien etwa startet mit Fisch, Spanien mit Tapas und in Frankreich isst man praktisch die ganze Nacht durch.

Auch in Indien, wo es gar nicht so viele Menschen christlichen Glaubens hat, wird Weihnachten im ganzen Land gefeiert - meist mit einem Reisgericht.

Das eine Weihnachtsgericht, das wirklich in allen Schweizer Familien auf den Tisch kommt, gibt es nicht.

Dafür gibt es eine Reihe von Klassikern, die besonders häufig an den Feiertagen gereicht werden: etwa Fondue Chinoise, «Schüfeli» oder Raclette.

Schon in unseren Nachbarländern sieht das anders aus.

Deutschland

Auch bei unseren nördlichen Nachbarn kann das Weihnachtsmenü ganz unterschiedlich ausfallen: Bei den einen werden traditionell Würstchen mit Kartoffelsalat serviert, bei den anderen Geflügel.

Auch Enten- und Gänsebraten stehen bei den Deutschen an Weihnachten hoch im Kurs. Genauso wie Raclette und Fondue.

Frankreich

Auch in Frankreich legt man sich nicht auf eine Speise fest.

Auch dann nicht, wenn man das traditionelle «Réveillon» begeht - ein besonders langes und auch luxuriöses Abendessen, bei dem es darum geht, bis zum Morgen, wenn die Mahlzeit zu Ende ist, wach zu bleiben.

Das Festmahl beginnt meist mit Austern, Schnecken oder Foie Gras (Gänsestopfleber). Als Hauptspeise gilt bei vielen Französinnen und Franzosen Dinde aux marrons, ein mit Kastanien gefüllter Truthahn. Oder Ente à l’orange. Ganz klassisch sind sieben Gänge vor dem Dessert, zu dem Bûche de Noël gereicht wird. In der Provence setzt man traditionell noch einen - beziehungsweise zwölf - drauf: Dort gibt es die Tradition der dreizehn Desserts.

Italien

Natürlich haben auch die Italienerinnen und Italiener die freie Wahl, was bei ihnen an den Feiertagen auf den Tisch kommt.

Und so unterscheiden sich die Spezialitäten von Region zu Region. Allgemein gilt aber: Unsere südlichen Nachbarn treffen sich am 24. Dezember zu einem traditionellen, meist fleischlosen, dafür sehr fisch- und meeresfrüchtelastigen Abendessen. Klassisch sind zum Beispiel Spaghetti alle Vongole - Pasta mit Venusmuscheln.

Erst mit der darauffolgenden Mitternachtsmesse beginnt dann das eigentliche Weihnachtsfest. Besonders in den ländlichen Gebieten ist es Brauch, sich im Anschluss vor der Kirche zu treffen und gemeinsam mit den anderen Kirchgängerinnen und -gängern ein Stück Panettone zu essen.

Panettone ist auch in der Schweiz gefragt. Besonders die von Pietro Cappelli, der schon mehrfach ausgezeichnet wurde. Vor seiner Fabbrica del Panettone in St. Gallen bildet sich regelmässig eine lange Schlange.

Am 25. Dezember hingegen kommt reichlich Fleisch auf die Teller bei den Italienerinnen und Italienern. Diese Mahlzeiten beinhalten meistens mehrere Gänge. Gestartet wird mit Antipasti wie Salami, Rohschinken, Oliven, Paprika, Artischocken, Käse und vielem mehr. Auch Pasta spielt dann oft eine grosse Rolle.

Österreich

Zünftig mögen es die Österreicherinnen und Österreicher an Weihnachten. Was wo als Tradition gilt, hängt von der Region ab.

Bei den Burgenländern zum Beispiel steht neben Tafelspitz mit Apfelmeerrettich Gansl hoch im Kurs: mal mit Maroni und Äpfeln gefüllt, mal gebraten oder mit Honig glasiert. In der Regel aber mit Rotkraut und Kartoffelklössen.

In Salzburg wird oft Würstelsuppe serviert. Karpfen ist dafür besonders in Wien, Ober- und Niederösterreich angesagt. In der Hauptstadt wird Fisch in der Suppe serviert.

Apropos Suppe: Nudelsuppe mit Würstel und Schweinsbraten mag man in Tirol. In Kärnten gibts traditionell mit Knoblauch gewürzte Selchwürstel mit Sauerkraut und Schwarzbrot. Bei den Vorarlbergern steht - wahrscheinlich auch wegen der Nähe zur Schweiz - Raclette zuoberst auf dem Speiseplan.

Weitere Beispiele für traditionelle Weihnachtsessen

Hier sind einige weitere Beispiele für traditionelle Weihnachtsessen in verschiedenen Ländern:

  • Schweden: Julbord Buffet mit Schinken, Fleischbällchen, Lachs, Hering und Rentierspezialitäten.
  • Griechenland: Gefüllter Truthahn und Melomakarona (Gebäck aus Mandeln und Griess).
  • Niederlande: Rinderbraten oder Wild, Fondue oder Gourmetten mit verschiedenen Beilagen.
  • Polen: Kutia (Getreidespeise mit Mohn, Nüssen, Honig und Trockenobst) und Barszcz Czerwony z uszkami (Randen-Suppe mit Teigtäschchen).
  • USA: Gefüllter Truthahn mit Kartoffelpüree, Preiselbeersauce und Gemüse.

Es müssen jedoch nicht immer üppige Gerichte sein, die auf den Tisch kommen, viel wichtiger ist die Tradition. So gibt es in vielen Familien auch einfache Gerichte, wie Kartoffelsalat mit Würstchen.

Traditionelle Weihnachtsgerichte in verschiedenen Ländern
Land Traditionelles Gericht
Frankreich Dinde aux marrons (Truthahn mit Kastanienfüllung)
Italien Spaghetti alle Vongole (am 24. Dezember), gefüllter Masthahn oder Lammbraten (am 25. Dezember)
Deutschland Gänsebraten oder Würstchen mit Kartoffelsalat
Schweden Julbord Buffet (Schinken, Fleischbällchen, Lachs, Hering)
USA Gefüllter Truthahn mit Kartoffelpüree und Preiselbeersauce

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