Kulinarische Reise in die Goethe-Zeit: Rezepte zum Kochen und Backen

Die Rezepte der Goethe-Zeit sind weit mehr als nur historische Dokumente; sie sind eine Quelle der Inspiration für kreative und köstliche Gerichte. Besonders die Torte, die Goethe zu Lebzeiten schätzte, hat sich über die Jahrhunderte hinweg fest in der deutschen Küche etabliert.

Rezepte aus dieser Epoche sind oft komplex, verwenden ungewöhnliche Zutaten und spiegeln den damaligen kulinarischen Stil wider. In diesem Artikel widmen wir uns den Rezepten der Goethe-Torte, die sowohl in der Literatur als auch in historischen Kochbüchern zu finden sind.

Johann Wolfgang von Goethe

Die berühmte Kartoffeltorte

Eine der bekanntesten Torten aus Goethes Zeit ist die sogenannte „Kartoffeltorte“. Das Rezept für diese Torte ist in verschiedenen historischen Quellen festgehalten, darunter auch im Kochbuch von Anna Margarethe Lindheimer, das als eines der frühesten Rezepte aus der Goethe-Zeit gilt.

Um 1750 war die Kartoffeltorte noch keineswegs alltäglich, da die Kartoffel hauptsächlich als Viehfutter und in botanischen Gärten bekannt war. Die Kartoffel war in der Goethe-Zeit noch keine alltägliche Zutat. Erst nach und nach etablierte sich die Kartoffel in der deutschen Küche, insbesondere in der Backwarenherstellung.

In der Zeit um 1750 war die Kartoffel in Weimar noch hauptsächlich als Viehfutter bekannt. Erst in den späteren Jahrzehnten wurde sie auch für die Herstellung von Torten und Kuchen genutzt. So war die Kartoffeltorte damals etwas Exotisches und „topaktuell“.

Ein Rezept, das in mehreren Quellen erwähnt wird, ist die „Kartoffeltorte zu Goethes 64. Geburtstag“. Dieses Rezept stammt von der Männerkochgruppe „Goethecuchi“ und wurde in der Sendung „hessen à la carte“ des Hessischen Rundfunks (hr-fernsehen) vorgestellt. Die Zubereitung ist wie folgt:

  1. Die Kartoffeln werden weichgekocht, geschält und fein gerieben.
  2. Danach wird der Zucker mit den Eiern und dem Zitronenabrieb zu einer schaumigen Creme verarbeitet.
  3. Diese Creme wird unter die geriebenen Kartoffeln gerührt.
  4. Das Eiweiß wird zu Schnee geschlagen und vorsichtig unter die Masse gehoben.
  5. Die Masse wird in eine gut bestrichene Auflaufform gegeben und etwa eine halbe Stunde bei 160 Grad im Backofen gebacken.

In einem Rezept aus dem Buch „Gestern aß ich bei Goethe“ von Sybil Gräfin Schönfeldt wird die Bedeutung der Kartoffel in dieser Zeit genannt.

Traditioneller Schwäbischer Kartoffelkuchen (altes Familienrezept!)

Besonderheiten der Torten aus der Goethe-Zeit

Die Torten der Goethe-Zeit unterscheiden sich in einigen wesentlichen Punkten von den heutigen Torten. Zum einen waren die Zutaten oft seltener und schwerer zu beschaffen.

Zum Beispiel wurde der Zucker in der Zeit Goethes noch als Zuckerhut gelagert und musste zuvor zerstoßen werden. Auch Backpulver war noch unbekannt, was bedeutete, dass die Torten länger backen mussten und eine andere Konsistenz hatten.

In der heutigen Zeit sind Torten wie die Kartoffeltorte in der Regel leichter herzustellen und verwenden häufiger moderne Zutaten wie Backpulver oder Vanille.

Die Goethe-Torte in der Literatur

Die Goethe-Torte hat in der Literatur eine besondere Rolle gespielt. In mehreren Werken Goethes finden sich Verweise auf Torten und Süßspeisen seiner Zeit. Ein Beispiel dafür ist das Rezept für die „Mandeltorte“, das in einer historischen Rezeptsammlung der Herzogin Anna Amalia Bibliothek enthalten ist.

Auch in den Rezepten der Goethe-Torte, die um 1750 entstanden, gibt es Hinweise auf die Bedeutung von Torten in der Literatur. In einem Rezept aus dem Buch „Gestern aß ich bei Goethe“ von Sybil Gräfin Schönfeldt wird auf die Bedeutung der Torten in der Kulturgeschichte hingewiesen.

Goethe-Torte heute nachkochen

Heutzutage lassen sich die Rezepte der Goethe-Torte leicht nachstellen. Viele der historischen Rezepte sind in modernen Kochbüchern oder im Internet verfügbar.

So gibt es heute zahlreiche Rezepte für Kartoffeltorten, die auf den Rezepten der Goethe-Zeit basieren. Ein Beispiel für ein modernes Rezept, das auf den Rezepten der Goethe-Zeit basiert, ist der „Kartoffelkuchen mit Zitronen“, der in mehreren Rezepten beschrieben wird. Dieser Kuchen besteht aus Kartoffeln, Zitronen, Zucker und Eiern.

Zutaten für den Kartoffelkuchen mit Zitronen:

  • 500g Kartoffeln
  • 2 Zitronen
  • 200g Zucker
  • 4 Eier

Zubereitung:

  1. Kartoffeln kochen, schälen und reiben.
  2. Zitronenabrieb und -saft mit Zucker und Eiern schaumig schlagen.
  3. Kartoffeln unter die Zitronencreme rühren.
  4. In einer gefetteten Form bei 180°C backen.

Die Rezepte der Goethe-Torte sind einzigartige kulinarische Dokumente, die den Stil und die Zutaten der damaligen Zeit widerspiegeln.

Kartoffelteig

Weitere Rezepte aus der deutschen Küche

Neben den historischen Rezepten der Goethe-Zeit gibt es auch viele andere traditionelle deutsche Gerichte, die es wert sind, ausprobiert zu werden. Hier sind einige Beispiele:

Sauerbraten mit Kartoffelknödel

Zutaten für 4 Personen

  • Sauerbraten: 1 kg Rindsbraten, 1 Rüebli, 1 Sellerie, 1 Zwiebel, 7 dl Rotwein, 2 dl Rotweinessig, 1 Zweig Rosmarin, 2 TL Maizena, 2 EL Rotwein, Salz und Pfeffer
  • Knödel: 1 Toastbrot, 750 g Kartoffeln, 75 g Mehl, 75 g Kartoffelstärke, 1 Ei, Salz

Zubereitung:

  1. Sauerbraten: Fleisch in eine grosse Schüssel geben und Wein und Essig darüber giessen. Rüebli und Sellerie in kleine Stücke schneiden. Zwiebel abziehen und würfeln. Rüebli, Sellerie, Zwiebel und Rosmarin beigeben. Fleisch zugedeckt im Kühlschrank für 4 Tage beizen. Täglich wenden.
  2. Fleisch und Gemüse aus dem Bratentopf herausnehmen und trocken tupfen. Flüssigkeit vom Topf aufkochen und beiseite stellen. Fleisch salzen und mit etwas Butter bei mittlerer Hitze für 10 Minuten anbraten. Erst wenden, wenn sich eine Kruste gebildet hat. Fleisch wieder herausnehmen.
  3. Bratfett auftupfen, etwas Butter beigeben und darin das Gemüse für 5 Minuten braten. Die beiseite gestellte Flüssigkeit dazugiessen. Fleisch wieder beigeben. Es sollte zur Hälfte in der Flüssigkeit liegen. Fleisch zugedeckt bei kleinster Hitze für 2 Stunden schmoren. Gelegentlich wenden (falls nötig etwas Flüssigkeit beigeben). Braten herausnehmen und für 10 Minuten ruhen lassen. Maizena mit dem Wein anrühren und mit dem Schwingbesen beigeben. Braten in Tranchen schneiden.
  4. Knödel: Toastbrot würfeln und in einer Pfanne mit etwas Butter bei mittlerer Hitze goldbraun rösten. Beiseite stellen. Kartoffeln waschen und in einem Kochtopf mit kaltem Wasser bedecken. Zugedeckt aufkochen lassen und bei mittlerer Hitze für 20 Minuten weich garen. Wasser abgiessen und die Kartoffeln auf der ausgeschalteten Herdplatte ausdampfen lassen, bis die Haut rundum trocken ist.
  5. Kartoffeln mit einem Kartoffelstampfer fein zerstampfen. Vollständig abkühlen lassen. Die Kartoffelmasse mit Salz würzen. Mehl und Stärke darüberstreuen und mit den Händen locker untermischen. Ei verquirlen und mit einer Gabel untermischen. Alles mit den Händen rasch zu einem Teig zusammendrücken. Kartoffelteig mit mit Stärke bemehlten Händen zu 8 Knödeln formen, dabei mit Brotwürfeln füllen.
  6. Die Knödel ins kochende Wasser geben und zugedeckt aufkochen lassen, danach halb offen bei milder Hitze 15 Minuten ziehen lassen.

Gnocchi al ragù

Zutaten für 4 Personen

  • Ragù: 600 g Rindsragout, 1 Zwiebel, 1 Aubergine, 2 Rüebli, 3 Tomaten, 1 dl Rotwein, 5 dl Fleischbouillon, 1 Lorbeerblatt, 1 Bund Petersilie, Salz und Pfeffer
  • Teig: 2 grosse Kartoffeln, 50 g Ricotta, 90 g Mehl, 1 Ei, 1 Thymianzweig, Salz und Pfeffer

Zubereitung:

  1. Ragù: Öl im Bratentopf erhitzen. Fleisch portionenweise für je 5 Minuten anbraten und wieder herausnehmen. Zwiebel andämpfen und Aubergine, Rüebli und Tomaten für 5 Minuten dämpfen. Wein, Bouillon, Lorbeer und Petersilie dazugeben. Hitze reduzieren und Fleisch wieder beigeben. Zugedeckt bei kleiner Hitze für 2 Stunden schmoren lassen.
  2. Gnocchiteig: Kartoffeln bei 200 Grad für 1 Stunde backen. Kartoffelfleisch aus der Schale lösen und mit einer Gabel oder mit einer Kartoffelpresse zerkleinern. Ricotta und Mehl mit dem Kartoffelfleisch zu einer einheitlichen Masse vermengen und alles kräftig würzen. Eine Mulde in die Mitte drücken und das verquirlte Ei dazugeben. Alles unter Zugabe der Thymianblätter zu einem glatten Teig verkneten. Kräftig würzen.
  3. Teig halbieren und die Hälften zu 2 cm dicken Rollen formen. Rollen mit der Rückseite eines bemehlten Messers in 2 cm dicke Stücke schneiden. Gnocci in einem grossen Topf ins kochende Wasser geben und für 2 Minuten sieden lassen. Vorsichtig umrühren, damit sie nicht aneinanderkleben. Sobald die Gnocchi an die Wasseroberfläche steigen, aus dem Wasser nehmen und 2 Minuten ruhen lassen.

Pulled Pork

Zutaten für 8 Personen

  • 1 kg Schweinsbraten
  • Gewürzmischung: 1 EL Zwiebelpulver, 1 EL Paprikapulver, 1 EL Knoblauchpulver, 1 EL Chilipulver, 2 EL Salz, 2 TL Pfeffer, 2 TL Senfpulver, 1 EL Kumin, 110 g brauner Zucker
  • Marinade: 1 l Wasser, 1 l Apfelcider, 125 g Salz, 110 g brauner Zucker, 3 EL von der hausgemachten Gewürzmischung, 1 Prise Chiliflocken

Zubereitung:

  1. Gewürzmischung: Alle Zutaten zusammen in einen grossen Gefrierbeutel geben und gut durchschütteln. Danach beiseite legen.
  2. Marinade: Alle Zutaten in einem grossen Bratentopf miteinander vermischen.
  3. Das Fleisch abwaschen und trocken tupfen, dann in den Topf legen und so positionieren, dass es komplett mit der Marinade bedeckt ist. Deckel auf den Bratentopf geben und diesen für 24 Stunden in den Kühlschrank stellen.
  4. Fleisch wieder aus dem Kühlschrank und der Marinade nehmen. Ofen auf 100 Grad vorheizen und das Fleisch in einen Bräter legen. Fleisch mit etwas Papier abtupfen und komplett mit der Gewürzmischung einreiben und für 12 Stunden im Ofen braten.
  5. Den Ofen nach 12 Stunden ausstellen und das Fleisch noch weitere 2 Stunden dort ruhen lassen. Fleisch aus dem Ofen nehmen und die Schwarte abschneiden. Der Knochen löst sich, in dem du das Fleisch grob mit einer Gabel zerfaserst. Nach Belieben noch mit der übrigen Gewürzmischung würzen. Mit Krautsalat in einem Brötchen servieren.

Die Rezepte der Goethe-Torte und andere historische Gerichte bieten einen faszinierenden Einblick in die kulinarische Welt vergangener Zeiten. Sie sind nicht nur köstlich, sondern auch ein Stück Kulturgeschichte, das es zu bewahren und neu zu entdecken gilt.

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