Konfitüren und Gelees aus Beeren, Früchten, Kräutern und Blüten sind farbenfrohe Delikatessen für den kulinarischen Start in den Tag. Die süssen Köstlichkeiten begleiten uns das ganze Jahr. Verpasse deshalb nicht, die Schätze des Sommers reichlich in Gläser abzufüllen - die Einmachsaison hat begonnen, Konfi & Co. sind voll im Trend, einfach und unkompliziert.
Wahrscheinlich erinnern Dich die schwarzen Beeren an Deine Kindheit, als Du im Sommer vom großen Strauch im Nachbargarten heimlich genascht hast. Diesen sauer-süßen Geschmack der Johannisbeeren bekommst Du nun bei uns das ganze Jahr hindurch. Die leichte Säure der Johannisbeeren schmeckt einzigartig und macht selbst einfachen Naturjoghurt im Löffelumdrehen zum Geschmacks-Highlight.
Johannisbeermarmelade ist ein beliebter Klassiker, der nicht nur auf dem Brot schmeckt, sondern auch als Zutat für feine Gebäckspezialitäten wie Linzer Torte oder Frankfurter Kranz bekannt ist. Zudem passt sie hervorragend zu Quark, Joghurt, Müsli, Eis oder Pfannkuchen. Es gibt viele verschiedene Rezepte für Johannisbeermarmelade, von einfach bis ausgefallen.
Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über die Zubereitung von Johannisbeermarmelade, einschließlich verschiedener Rezeptideen, Tipps und Tricks.

Grundrezept für Johannisbeermarmelade
Um einfache Johannisbeermarmelade selber zu machen, braucht es nicht viel:
- 1 kg Johannisbeeren (rot, weiß oder schwarz, oder gemischt)
- 500 g Gelierzucker (2:1 oder 1:2, je nach gewünschter Süße und Gelierfähigkeit)
- Saft einer halben Zitrone (optional, zur Unterstützung der Gelierung und für eine frische Note)
- Etwas Vanille (optional, für zusätzlichen Geschmack)
Zubereitung
- Vorbereitung der Gläser: Um zu verhindern, dass die leckere Johannisbeermarmelade irgendwann schimmelt, werden zuerst die Gläser sterilisiert. Kochen Sie diese dazu samt Deckel in kochendem Wasser aus. Im Anschluss können Sie sie auf einem sauberen Geschirrtuch an der Luft trocknen. Konfitürengläser auf die herkömmliche Art zu sterilisieren, ist ja etwas umständlich. Nicht nur, dass die Pfannen meist viel Platz auf dem Herd einnehmen. Das Hantieren mit den Gefässen birgt eine gewisse Gefahr, sich die Hände zu verbrennen. Insbesondere das Herausnehmen der Gläser aus dem kochenden Wasser ist tückisch. Einfacher geht das Sterilisieren der Konfigläser im Ofen! Lege oder stelle die sauberen Gefässe inklusive Gummidichtungen ca. 10 Minuten bei 100 Grad auf das Ofengitter. Herausnehmen, ein paar Minuten auskühlen lassen.
- Johannisbeeren vorbereiten: Die Johannisbeeren gründlich waschen. Danach zupfen Sie Stiele und Blätter ab. Verdorbene Beeren werden aussortiert und die fertig vorbereiteten Früchte wandern in einen großen Kochtopf.
- Johannisbeeren kochen: Dazu kommt der Saft der Bio-Zitrone. Optional können Sie das Mark einer Vanilleschote mit einem Messer auskratzen und ebenfalls in den Topf geben. Achten Sie darauf, dass die eventuell in der Zitrone enthaltenen Kerne nicht hineinfallen. Jetzt kochen Sie die Johannisbeeren, bis sie weich sind. Dabei können Sie die Früchte mit einem Kartoffelstampfer auf dem Topfboden zerdrücken. Wer gar keine Stückchen mag, kann der Johannisbeermasse auch mit einem Pürierstab zu Leibe rücken.
- Zucker hinzufügen und kochen: Um eine samtigsüße Johannisbeermarmelade zu bekommen, geben Sie jetzt den Gelierzucker hinzu. Kochen Sie alles nochmals auf. Aber aufgepasst: Ständiges Rühren ist ein absolutes Muss. Sonst brennt die Marmelade an.
- Gelierprobe: Sobald die Marmelade Blasen schlägt, dauert es noch etwa 3 bis 4 Minuten, bis sie richtig geliert und Sie den Kochtopf vom Herd nehmen können. Mit der Gelierprobe können Sie testen, ob die Johannisbeermarmelade bereits fest genug ist. Geben Sie etwas davon auf einen Teller und schauen Sie, ob sie darauf direkt fest wird.
- Abfüllen: Füllen Sie die heiße Marmelade sofort in die vorbereiteten Gläser. Verschließen Sie die Gläser gut und stellen Sie sie für etwa 10 Minuten auf den Kopf. Dadurch wird die Marmelade haltbarer. Nach dem Verschliessen Gläser mit Schraubdeckel (nicht aber solche mit Cellophan und Gummiring) etwa 1 Minute auf den Kopf stellen, dadurch werden allfällige Bakterien und Schimmelpilzsporen abgetötet. Gläser wieder umdrehen und auf isolierender Unterlage auskühlen lassen. Beschriften nicht vergessen!
Variationen und besondere Rezepte
Johannisbeermarmelade ohne Kerne
Viele Menschen empfinden die Kerne in Johannisbeeren als störend. Um Johannisbeermarmelade ohne Kerne herzustellen, gibt es verschiedene Möglichkeiten:
- Passieren: Die gekochten Johannisbeeren durch ein feines Sieb oder eine "Flotte Lotte" passieren, um die Kerne und Schalen zu entfernen. Dies ist zwar etwas aufwendiger, ergibt aber eine besonders feine Marmelade.
- Entsaften: Die Johannisbeeren entsaften und nur den Saft für die Marmelade verwenden. Dies ergibt ein Johannisbeergelee statt einer Marmelade. Eine praktische Alternative zum Entsafter: Wer keinen Entsafter besitzt, kann die Johannisbeeren auch pürieren und durch ein Sieb streichen.
Zubereitung:
- Johannisbeeren waschen und von Stielen befreien.
- Johannisbeeren in einem Topf kurz erhitzen, bis sie aufplatzen, oder mit einem Pürierstab leicht pürieren.
- Die Masse durch ein feines Sieb oder eine "Flotte Lotte" passieren, um die Kerne und Schalen zu entfernen.
- Den gewonnenen Saft mit Gelierzucker und eventuell Zitronensaft und Vanillepaste vermischen.
- Alles zum Kochen bringen und ca. 10 Minuten sprudelnd kochen lassen.
- Gelierprobe machen und die Marmelade in vorbereitete Gläser füllen.
Beschwipste Johannisbeermarmelade mit Portwein
Für eine besondere Note kann die Johannisbeermarmelade mit Portwein, Zimt und Vanille verfeinert werden.
Zutaten:- 1 kg rote Johannisbeeren
- 500 g Gelierzucker 2:1
- 100 ml Portwein
- 2 TL Zimt
- 1 EL Vanillepaste
- Johannisbeeren waschen und von Stielen befreien.
- Johannisbeeren mit einem Pürierstab leicht pürieren und portionsweise durch ein Sieb passieren.
- Den Johannisbeerbrei mit Gelierzucker, Portwein, Zimt und Vanillepaste in einem Topf vermischen.
- Alles zum Kochen bringen und ca.
Johannisbeer-Erdbeermarmelade
Zutaten:- 500 g Johannisbeeren
- 500 g Erdbeeren
- 500 g Gelierzucker 2:1
- Saft einer halben Zitrone (optional)
- Johannisbeeren und Erdbeeren waschen und putzen.
- Beide Früchte getrennt pürieren.
- Die Pürees mit Gelierzucker und Zitronensaft in einem Topf vermischen.
- Alles zum Kochen bringen und ca. 4 Minuten sprudelnd kochen lassen.
- Gelierprobe machen und die Marmelade in vorbereitete Gläser füllen.
Weitere Rezeptideen
- Johannisbeer-Brombeer-Marmelade: Eine Kombination aus säuerlichen Johannisbeeren und süßen Brombeeren.
- Schwarze Johannisbeere-Erdbeermarmelade: Das herbe Aroma der schwarzen Johannisbeeren harmoniert gut mit der Süße der Erdbeeren.
- Stachelbeeren-Johannisbeeren-Marmelade: Eine fruchtig-säuerliche Marmelade.
- Johannisbeer-Sauerkirsch-Marmelade: Eine Kombination aus säuerlichen Johannisbeeren und aromatischen Sauerkirschen.
- Weiße und Rote Johannisbeermarmelade mit Vanille: Eine Mischung aus weißen und roten Johannisbeeren, verfeinert mit Vanille.

Konfitüre aus blauen Sommerfrüchten
Tipps und Tricks für die perfekte Johannisbeermarmelade
- Fruchtsorte: Es gibt rote, weiße und schwarze Johannisbeeren. Rote Johannisbeeren sind säuerlicher und herber, weiße Johannisbeeren milder. Schwarze Johannisbeeren haben ein herbes Aroma und sind reich an Vitaminen. Für eine gemischte Marmelade können die verschiedenen Sorten kombiniert werden.
- Erntezeitpunkt: Die Saison für Johannisbeeren beginnt Ende Juni und dauert bis August oder September. Vollreife Johannisbeeren besitzen am meisten Süße, während weniger reife Beeren noch etwas saurer sind.
- Trockener Tag: Beim Ernten der Johannisbeeren ist es sinnvoll, einen trockenen Tag abzuwarten, um Fäulnis vorzubeugen.
- Gelierzucker: Je nach gewünschter Süße und Gelierfähigkeit kann Gelierzucker 2:1 oder 1:2 verwendet werden. Bei Verwendung von Beerensaft ist möglicherweise mehr Gelierzucker erforderlich.
- Gelierprobe: Die Gelierprobe ist wichtig, um sicherzustellen, dass die Marmelade die richtige Konsistenz hat. Geben Sie dazu einen Teelöffel heiße Marmelade auf einen kalten Teller. Wenn die Marmelade nach kurzer Zeit fest wird, ist sie fertig.
- Säure: Johannisbeeren enthalten viel Pektin, das für die Gelierung wichtig ist. Etwas Zitronensaft kann die Gelierung zusätzlich unterstützen.
- Lagerung: Die abgefüllte Marmelade sollte kühl und dunkel gelagert werden. So ist sie mehrere Monate haltbar.
Marmelade oder Konfitüre?
Marmelade ist eigentlich ein geschützter Begriff und darf streng genommen nur für Produkte aus Zitrusfrüchten verwendet werden. Brotaufstriche aus anderen Früchten werden daher als Konfitüre bezeichnet. In der Praxis wird der Begriff Marmelade jedoch häufig für alle Arten von Fruchtaufstrichen verwendet.
Unterschiede Konfitüre und Gelee
Oft werden die Wörter Konfitüre, Marmelade oder auch Gelee synonym verwendet. Das ist so nicht korrekt. Denn es gibt sowohl Unterschiede in der Zubereitung, als auch im Resultat. Gemeinsam haben die drei Dinge, dass es sich bei allen um Aufstriche handelt, die mit Früchten und Zucker hergestellt werden und daraus ausgerichtet sind, dass sie lange haltbar sind.
Warum braucht es Zucker in der Konfitüre?
Ebenso wichtig fürs Gelingen der Konfitüre ist - neben den Früchten - der Zucker. Diese werden immer zusätzlich zu mehr oder weniger Kristallzucker verwendet. Wichtig: Immer die Angaben auf der Packung beachten.
Der Pektingehalt der Früchte spielt eine entscheidende Rolle. Pektin ist ein natürlicher Bestandteil in Pflanzen, sein Gehalt ist in knapp reifen, säuerlichen Früchten am höchsten und baut sich mit zunehmender Reife ab. Pektine entwickeln ihre Gelierfähigkeit in Verbindung mit Zucker und Säure.
Enthalten Früchte für die Herstellung von Konfitüre und Gelee zu wenig Pektin oder möchte man die Zuckermenge reduzieren, wird Gelierzucker oder ein Geliermittel zur Unterstützung verwendet.
Wichtig: Die Gelierkraft von Gelierzucker ist je nach Marke unterschiedlich, deshalb wird in den Rezepten das zu verwendende Produkt angegeben.
Kernfrei glücklich: Alles zum Thema Gelee
Wer morgens schlaftrunken nicht auf einen Beerenkern beissen möchte, greift statt zur Konfitüre zum edlen Gelee. Anders als bei Konfitüren filtert man die eingekochte Masse durch ein Sieb und erhält so das kernenfreie Produkt mit der einzigartig feinen Gelee-Konsistenz.
Verarbeite auch hier Quitten, Johannisbeeren oder Äpfelimmer in ihrer Hochsaison.
Gelee selber machen: So gehts
Gelees selber machen ist keine Hexerei. Im Unterschied zum Konfitürekochen benötigt man jedoch einen Gelee-Sack oder ein Sieb, das mit einem feinen Passiertuch ausgelegt ist. Dadurch giesst man die eingekochte Fruchtmasse und befreit sie von allen festen Partikeln.
Wichtig: Die Fruchtmasse nicht ausdrücken, das Gelee wird sonst trüb!
Erst nach dem Absieben wird der Fruchtsaft mit Zucker zu Gelee verarbeitet. Es braucht je nach Rezept Kristallzucker oder Gelierzucker.
Geliermittel (z.B. Confi-vite) werden immer zusätzlich zu mehr oder weniger Kristallzucker verwendet. Wichtig: Unbedingt die Angaben auf der Verpackung beachten. Da nicht alle Früchte dieselben Geliereigenschaften haben, ist vor dem Einfüllen eine Gelierprobeempfehlenswert (siehe oben unter Konfitüre).
Tipps rund ums Einmachen
Warum sollte man Konfitüre oder Gelee abschäumen?
Beim Einkochen von Konfitüre und Gelee bildet sich auf der Oberfläche gerne ein weisslicher Schaum. Dieser kann zwar problemlos gegessen werden, aber wir empfehlen dir trotzdem, ihn abzuschöpfen.
Erstens sieht dieser Schaum nicht gerade appetitlich aus, zweitens kann er die Haltbarkeit der Marmelade beeinträchtigen. Auf seiner Oberfläche kann sich Schimmelpilz bilden. Erschwerend kommt hinzu, dass dieser kaum vom weisslichen Schaum zu unterscheiden ist.
Also schöpfst du den Schaum am besten mit einem Schaumlöffel ab, bevor du deine Konfitüre oder dein Gelee in Gläser füllst.
Wichtig: Hat sich auf der Marmelade Schimmel gebildet, darfst du sie nicht mehr essen. Das Schimmelpilzgift befindet sich nämlich nicht nur im sichtbaren Teil, sondern in der ganzen Konfitüre.
Leckere Johannisbeermarmelade ohne Kerne: Wenig Zucker!
Welche Früchte miteinander kombinieren?
Früchte und Beeren kann man sehr unterschiedlich miteinander kombinieren. Zu beachten ist dabei die Gelierfähigkeit. Weniger gut gelierende Früchte (z.B. Erdbeeren) sollte man mit gut gelierenden (z.B. Johannisbeeren, Rhabarber) kombinieren. Welche Früchte gut und welche weniger gut gelieren, siehst du hier auf einen Blick:
| Gut | Mittel | Schlecht |
|---|---|---|
| Äpfel | Aprikosen | Ananas |
| Cranberry | Brombeeren | Birnen |
| Feigen | Heidelbeeren | Erdbeeren |
| Johannisbeeren | Himbeeren | Holunder |
| Graipfruit | Kirschen | Hagebutten |
| Kiwi | Mirabellen | Mango |
| Orangen | Melonen | Pflaumen |
| Nekatrinen | Quitten | Pfirsiche |
| Rhabarber | Trauben | Stachelbeeren |
| Zitronen | Zwetschgen |
Welche Konfitüre für Linzer Torte und Spitzbuben?
Was wären Sacher- oder Linzer Torten ohne Konfitüre oder Gelee? Für die klassische Linzer Torte wird Himbeerkonfitüre oder Johannisbeergelee verwendet.
Weitere traditionelle Gebäcke mit Konfi sind Berliner, Spitzbuben und Vogelnestli.
In einen Berliner gehört Himbeer- oder Johannisbeergelee. Bei den Spitzbuben hat man die Wahl zwischen Johannisbeer- und Quittengelee oder Aprikosenkonfitüre.
Wenn's mal eilt: Schnelle Konfitüren aus rohen Früchten
Du hast es verpasst, Konfitüren einzukochen, oder schlicht keine Zeit dazu? Dann probiere unsere Blitzkonfitüre oder unsere schnelle Konfitüre mit rohen Erdbeeren aus! Die frischen Früchte werden nicht eingekocht, sondern ganz einfach mit Gelierzucker bzw. Honig püriert.
Der Nachteil ist allerdings, dass Konfitüren aus rohen Früchten nicht lange haltbarsind. Sie sind für den sofortigen Verzehr gedacht. Aber das ist ja bei einem Brunch kein Problem, oder?
tags: #gemischte #marmelade #mit #schwarzen #johannisbeeren