Die bayerische Küche ist bekannt für ihre herzhaften und bodenständigen Gerichte, die oft von Generation zu Generation weitergegeben werden. Diese Rezepte sind nicht nur Mahlzeiten, sondern ein wichtiger Teil der bayerischen Kultur und Identität. In diesem Artikel werden wir uns einem besonderen Gericht widmen: dem bayerischen Gänsebraten.
Die winterliche Küche bietet eine große Vielfalt an Möglichkeiten, herzhafte und wärmende Gerichte mit Fleisch zuzubereiten. Die Verwendung saisonaler und regionaler Zutaten ermöglicht eine abwechslungsreiche und geschmackvolle Küche.

Gansjung: Die Basis für den perfekten Gänsebraten
Ein besonderer Bestandteil des bayerischen Gänsebratens ist das "Gansjung".
Gansjung ist die bayerische Bezeichnung für Gänseklein, und zu diesem Zweck gehören Hals, Magen, Herz und Flügel einer Gans; mancherorts nimmt man auch noch Füsse und Köpfe mit zu diesem Zweck.
Vorbereitung des Gansjungs
Die abgezogenen Mägen sowie die enthäuteten Hälse, die Herzen und Flügel werden mit Sorgfalt gewaschen, mit Küchentuch trockengetupft und in ein Gefäß gelegt. Man giesst einen halben L Leitungswasser sowie den Essig über die Gänseteile und gibt eine geschälte, halbierte Zwiebel dafür, sowie die geviertelten Karotten (jeweils einmal der Länge nach und einmal diagonal halbiert), die halbe Menge des bereitgelegten Thymians und die Lorbeerblätter. Später deckt man die Backschüssel mit Frischhaltefolie ab, stellt sie an einen abkühlen Ort und lässt die Gänseteile zwei bis drei Tage in der Marinade liegen.
Daraufhin werden die Gänseteile aus der Marinade genommen und nach dem Abtropfen mit Küchentuch trockengetupft. Die Marinade wird danach durch ein Sieb gegossen und zur Seite gestellt.
Zubereitung des Gansjungs
In einem Kochtopf erhitzt man 30 Gramm Gänseschmalz und brät die Gänseteile außer den Flügeln von allen Seiten dadrin an. Darauf gibt man den übrigen Thymian dafür sowie die geschälte zweite Zwiebel. Dann löscht man alles zusammen mit der Hühnersuppe ab und lässt die Gänseteile bei mittlerer Hitze etwa 40 minuten glimmen. (Die Garprobe nimmt man an einem Stück Magen vor). Der Bratensud wird durch ein Sieb in Schüssel geben passiert.
In einer kleinen Bratpfanne erhitzt man dabei das übrige Gänseschmalz und brät die Gänseflügel dadrin, bis sie knackig braun sind.
Alle Gänseteile werden jetzt in mundgerechte Stückchen geschnitten, die Knochen von Hälsen und Flügeln dazu entfernt.
In einem Kochtopf zerlässt man die Butter, rührt das Mehl hinzu, anschliessend den Zucker, so dass eine dunkle Einbrenne entsteht. Jetzt giesst man die Marinade und den durchpassierten Bratensud hinzu, rührt das Ganze ordentlich um und gibt die Gänsestücke hinein. Die Sosse wird mit Salz, frischem Pfeffer aus der Mühle und einem Schuss Saft einer Zitrone verfeinert.
Man vermengt das Gänseblut mit dem Essig (damit es nicht stockt) und dem Rotwein, anschliessend giesst man es gemächlich in die Sosse, die dadurch eine gute Bindung und eine schöne Farbe bekommt.
Das Gansjung wird in eine vorgewärmte Servierschüssel gefüllt und auf der Stelle gereicht.
Der perfekte Gänsebraten: Schritt für Schritt
Neben dem Gansjung ist natürlich die Zubereitung der Gans selbst entscheidend für ein gelungenes Gericht. Hier eine detaillierte Anleitung:
- Vorbereitung: Die Ente mindestens ½ Stunde vor der Zubereitung aus dem Kühlschrank nehmen. Den Backofen auf 220 Grad Umluft vorheizen.
- Füllung vorbereiten: Äpfel vierteln, entkernen und in grobe Stücke schneiden. Zwiebeln schälen und ebenfalls in grobe Stücke schneiden. In einer beschichteten Bratpfanne das Öl erhitzen und Äpfel sowie Zwiebeln darin 3-4 Minuten dünsten. Mit Salz und Pfeffer würzen und abkühlen lassen.
- Würzen: Alle Kräuterblättchen von den Zweigen zupfen und fein hacken. Den Knoblauch schälen und ebenfalls sehr fein hacken.
- Ente füllen: Von der Ente die Flügelspitzen abschneiden und den Hals kürzen. Wenn nötig Innereien wie Leber und Herz entfernen. Die Ente innen und aussen grosszügig mit Salz würzen, dann mit den Kräutern und dem Knoblauch ebenfalls innen und aussen einreiben. Die Ente mit den Äpfeln und Zwiebeln befüllen und anschliessend die Beine über Kreuz zusammenbinden.
- Anbraten: Ein Backblech auf die zweitunterste Rille in den Ofen geben, darüber den Gitterrost einschieben. Die Ente mit der Brust nach unten auf das Gitter legen und im 220 Grad heissen Ofen mit Umluft 20 Minuten anbraten. Dann die Ente mit der Brustseite nach oben drehen und die Temperatur auf 80 Grad reduzieren, dabei den Ofen nur zum Wenden der Ente geöffnet lassen, anschliessend sofort wieder schliessen. Die Ente bei absinkender Hitze weitergaren, dann bei 80 Grad weitere 4 Stunden garen lassen.
- Fertigbraten: Den Backofen auf 230 Grad Grill-Temperatur einstellen. Die Ente 6-8 Minuten bei aufsteigender Hitze fertigbraten, damit die Haut knusprig wird. Die Ente aus dem Ofen nehmen und kurz ruhen lassen.
- Anrichten: Mit einem scharfen Messer die Brust vom Knochen lösen. Die Schenkel vom Körper lösen und im Gelenk in jeweils 2 Stücke teilen. Jede Entenbrust in 4-5 Stücke aufschneiden.
Weitere traditionelle bayerische Gerichte
Die bayerische Küche hat noch viel mehr zu bieten als nur Gänsebraten. Hier eine kleine Auswahl:
- Bayerische Schweinshaxn: Mit knuspriger Kruste und deftigem Geschmack.
- Spätzle: Eine unverzichtbare Beilage, besonders zu Fleischgerichten.
- Kartoffelknödel: Besonders beliebt zu Weihnachten oder zu Gans und Ente.
- Buchteln: Ein süßes Backwerk, das besonders an den Wochenenden gebacken wird.
- Sauerkraut mit Schweinebauch: Besonders in der kalten Jahreszeit beliebt.
- Bayerisches Bierfleisch: Ein deftiges Schmorgericht für kalte Tage.
- Weiße Bohnen Eintopf: Ein Gericht, das besonders nach einem Arbeitstag oder in der kalten Jahreszeit gut kommt.
- Maultaschen: Typisch für die Region Schwaben.
Diese Gerichte sind nicht nur schmackhaft, sondern auch ein wichtiger Teil der bayerischen Kultur und Tradition.
Weihnachtsgans zubereiten: So wird der Gänsebraten zart und knusprig
Tipps und Tricks für die perfekte Zubereitung
Die Rezepte aus den Quellen enthalten zahlreiche Tipps, die sich auf die Zubereitung, die Aromen und die Speicherung der Gerichte beziehen.
Wichtige Hinweise für ein gelungenes Gericht
- Teige und Mischungen gut ruhen lassen, bevor sie weiterverarbeitet werden.
- Das Würzen sollte nach Geschmack erfolgen.
- Die richtige Hitze während des Garens ist entscheidend.
- Klassische Gerichte sollten nicht übermäßig modernisiert werden.
Mit diesen Tipps und Tricks gelingt der bayerische Gänsebraten garantiert!
Beilagen zum Gänsebraten
Als Zuspeisen schmecken am besten Semmelknödel bzw. Bienenstich Honig und Mandeln und dazu noch eine Vanillecrème Apfelstrudel.
Hier eine Zusammenfassung der beliebtesten Beilagen in einer Tabelle:
| Beilage | Beschreibung |
|---|---|
| Semmelknödel | Klassische Beilage aus altbackenen Brötchen, Milch und Eiern. |
| Bienenstich | Süßer Kuchen mit Honig und Mandeln. |
| Apfelstrudel | Blätterteig gefüllt mit Äpfeln, Rosinen und Zimt. |
| Vanillecrème | Cremige Dessert-Sauce mit Vanille Geschmack. |
