Fleisch grillen mit dem Gasgrill: Tipps für ein perfektes Ergebnis

Grillen ist mehr als nur eine Zubereitungsart - es ist ein Lebensgefühl. Das Kochen im Freien bietet unzählige Möglichkeiten für Genuss und Kreativität. Ob auf der Terrasse oder dem Balkon, mit der richtigen Ausrüstung und den passenden Rezepten wird jedes Grillfest zum Erfolg. Doch der Schlüssel zum perfekten Grillerlebnis liegt im Detail, besonders bei der Auswahl und Zubereitung des Fleisches.

Die richtige Fleischqualität

Wie in der Küche, so gilt auch beim Grillen: Der Genuss steht und fällt mit der Auswahl der Rohware. Achten Sie vor allem auf die Fleischqualität und kaufen Sie das Fleisch nur beim Metzger oder Händler Ihres Vertrauens, um Frischemerkmale sicherzustellen. Meiden Sie abgepacktes Fleisch aus dem Supermarkt, das oft unter Schutzatmosphäre verpackt ist und dadurch frischer wirkt, als es tatsächlich ist. Frisches Fleisch sollte stets trockene Schnittflächen haben. Tiefgekühltes Fleisch kann nach dem Auftauen Wasser verlieren, daher empfiehlt es sich, dieses vor dem Grillen mit Küchenpapier trocken zu tupfen. Achten Sie bei Geflügel darauf, dass das Fleisch eng an der Haut anliegt.

Generell sollte Grillfleisch nicht zu mager sein, sondern lieber zart marmoriert. Die Fettadern zergehen beim Grillen und machen das Fleisch saftig und aromatisch. Wegen des anhaltenden Trends zu mageren Produkten wurden den Hochleistungstieren die Fettadern weitgehend „weggezüchtet“. Greifen Sie am besten zu Fleisch von reinen Fleischrindern. Sie haben noch marmorierteres Fleisch.

Besondere Fleischsorten für den Grill

Für ein außergewöhnliches Geschmackserlebnis sorgen spezielle Fleischsorten, die sich durch ihre besondere Qualität und Herkunft auszeichnen:

  • Wagyu-Rind: Ursprünglich aus Japan, gilt als teuerste Hausrinderrasse der Welt. Natürliche Aufzucht, Freilandhaltung und Naturfutter garantieren einen einzigartigen Fleischgeschmack.
  • Iberico-Schwein: Das Fleisch dieser halbwild in der spanischen Extremadura aufgewachsenen Eichelmastschweine ist wunderbar nussig. Die natürliche Ernährung, vorzugsweise Eicheln, und eine feine Fettmarmorierung machen dieses Fleisch einzigartig saftig.
  • Txogitxu-Rind: Diese baskischen Rinder werden artgerecht auf der Weide gehalten und erst in fortgeschrittenem Alter geschlachtet. Charakteristisch für das Fleisch ist seine natürliche feine Fettmarmorierung sowie seine dichte äußere Fettschicht.
  • Piemonteser Fassone: Dieses hochwertige Fleisch stammt von Andrea Abbraccio aus Italien, der seine Tiere nach jahrhundertealter Tradition und auf absolut natürliche Weise heranzieht. Das Futter der Rinder enthält Mais, Wiesenheu und frische Kräuter - alles aus eigenem Anbau.

Eine aromatische Rarität ist das Fleisch des Ibérico-Schweins, auch „Pata Negra“ genannt. Dank der natürlichen Lebensweise sowie einer genetischen Besonderheit verfügt ihr Fleisch über eine delikate Fettmarmorierung sowie einen unvergleichlich zarten, nussigen Geschmack. Lammfleisch eignet sich ideal zum Grillen, weil das junge Muskelgewebe sehr zart ist. Zum Kurzbraten nehmen Sie Filet oder Koteletts, zum längeren Garen Rücken- oder Keulenfleisch.

Greifen Sie bei Hähnchen- oder Putenfleisch am besten zu Teilen mit Haut. Durch deren höheren Fettanteil trocknet das Fleisch nicht so schnell aus. Auch ganze Hähnchen lassen sich hervorragend grillen.

Marinieren und Würzen

In den Fleischtheken findet sich heute eine Riesenauswahl bereits marinierter Stücke. Kaufen Sie also besser naturbelassenes Fleisch, dessen Qualität Sie erkennen können. Ob sie es nur würzen oder marinieren, hängt vom verwendeten Fleischstück und der Art der Würzung ab. Wenn Sie eine fertige Grillgewürz-Mischung verwenden, achten Sie darauf, dass diese keine Geschmacksverstärker enthält. Beim Marinieren gilt: Tupfen Sie die Marinade am besten vor dem Grillen wieder ab, damit kein Fett ins Feuer tropft.

Erlesene Fleisch-Spezialitäten wie Wagyu-Angus-Rind sollten Sie nur mit Salz und Pfeffer würzen, um den hervorragenden Eigengeschmack des Fleisches nicht zu überdecken. Wie in der Küche, scheiden sich auch am Grill die Geister beim Thema Salzen. Die einen Experten empfehlen, das Fleisch erst nach dem Grillen zu salzen, weil ihm sonst Feuchtigkeit entzögen werde. Andere empfehlen, es vorher zu salzen, weil dies die Krustenbildung fördere. Greifen Sie aber in jedem Fall zu naturbelassenem Meersalz. Es enthält weniger Natrium als Industriesalz und schmeckt dadurch nicht so bitter.

Die richtige Vorbereitung

Fleisch sollte nicht zu kalt auf den Grill kommen. Nehmen Sie das Grillgut daher mindestens 30 Minuten vor der Zubereitung aus dem Kühlschrank. Wenn Sie selbst aus größeren Stücken Steaks oder Filets schneiden, achten Sie darauf stets quer zur Faser zu schneiden.

Fleischsorte Kerntemperatur (Medium)
Rind 55-58 °C
Schwein 70-75 °C
Lamm 60-65 °C
Geflügel 75-80 °C

Grillmethoden: Direktes und indirektes Grillen

Das direkte Grillen ist die klassische Barbecue-Art. Hierbei liegt das Fleisch direkt auf der Glut bzw. der Gasflamme. Nach etwa der Hälfte der Zeit wird das Fleisch gewendet, damit beide Seiten gar werden. Diese Methode eignet sich vor allem für Fleisch mit kurzer Garzeit wie Steaks oder Hamburger.

Hierzulande weniger verbreitet, aber sehr effektiv ist das indirekte Grillen. Einzige Voraussetzung: ein Gerät mit Deckel. Auch bei Gasgrills funktioniert die indirekte Methode hervorragend. Dazu wird der Grill mit geschlossenem Deckel gut angeheizt. Bei einem zweiflammigen Gasgrill nun einen der beiden Brenner ausschalten, Fleisch auflegen und den Deckel wieder schließen. Wenden muss man das Grillgut bei dieser Methode nicht unbedingt, da es durch die zirkulierende Hitze von allen Seiten gar wird.

Liegt das Fleisch erst einmal auf dem Grill, wenden Sie es möglichst nur einmal. Verwenden Sie dabei eine Grillzange und keine Gabel. Aus demselben Grund sollten Sie das Fleisch auch nicht anschneiden.

Damit das Steak & Co. außen knusprig und innen zart werden, bilden Sie am besten Temperaturzonen auf dem Grill: Verteilen Sie dazu die Holzkohleschicht unterschiedlich dick in der Schale oder stellen Sie beim Gasgrill die Brenner auf unterschiedliche Temperaturen. Damit sich eine schöne Kruste bildet, rösten Sie anfangs das Fleisch in der heißen Zone und garen es dann in der kühleren Zone langsam nach. Am besten lassen Sie sie am Ende ganz ohne Hitze ruhen, damit sich der Fleischsaft wieder gleichmäßig im Fleisch verteilen kann. Beim indirekten Grillen sollte das Fleisch nicht unter dem Deckel entspannen, sondern in Alufolie oder auf einem vorgewärmten Teller.

Um die Temperatur auf dem Rost zu ermitteln, gibt es einen einfachen Trick: die Mississippi-Methode. Halten Sie die Hand etwa 12 cm über den Rost und zählen Sie: „1 Mississippi, 2 Mississippi, 3 Mississippi, 4 Mississippi…“ Ziehen Sie die Hand zwischen 2 und 4 Mississippi reflexartig zurück, ist die Hitze sehr stark (230-300 °C), bei 5-7 Mississippi mittelstark (175-230 °C) und bei 8-10 Mississippi niedrig (100-175 °C).

Süße Marinaden mit Honig oder Zucker sollten Sie erst kurz vor Ende der Garzeit auf das Fleisch streichen. Zucker verbrennt sehr schnell und das Fleisch wird schwarz und fast ungenießbar.

Der richtige Garpunkt von Rindersteaks und Lammfleisch ist erreicht, wenn sie innen noch rot oder rosa sind, Schweinefleisch sollte leicht rosa sein. Geflügel muss jedoch immer durchgebraten werden, um eventuelle Salmonellen vollständig abzutöten. Die richtige Temperatur ermitteln Sie am besten mit einem Fleischthermometer.

Ist das Fleisch perfekt gegrillt, schneiden Sie es auch auf dem Teller möglichst quer zur Faser. dass kein Fett in die Glut tropfen kann. So werden gesundheitsschädliche Stoffe um ein Vielfaches reduziert, während sich aromatische Grillaromen dennoch ungestört entwickeln können.

Sicherheitstipps für den Gasgrill

Bevor du mit dem Grillen von beispielsweise Fleisch und Gemüse startest, mach noch einen kurzen Sicherheitscheck und überprüfe die Schläuche, die Gasflasche sowie den Brenner des Grills. Überprüfe vor dem ersten Grillen alle Verbindungen des Gasgrills, damit sichergestellt ist, dass kein Gas entweicht. Lecksprays sind bei der Überprüfung hilfreich. Die Sprays signalisieren per Bläschenbildung, ob eine Dichtung oder eine andere Stelle, die manuell montiert wurde, durchlässig ist. Tauchen bei der Prüfung Bläschen auf, verwende den Grill nicht mehr, bis du alles wieder ordentlich abgedichtet oder defekte Bauteile ausgetauscht hast.

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Nützliches Grillzubehör

Ein wichtiger Helfer beim Grillen ist zudem ein hochwertiges Grillbesteck. Ob Wenden, Greifen, Tranchieren oder Reinigen, mit dem 6-teiligen Set sitzt jeder Handgriff. Für schnell und gleichmäßig perfekt gegrillte Fleisch sorgt ein Guss-Fleischbeschwerer. Während des Grillvorgangs auf Steaks, Burgerpatties oder anderem Grillfleisch platziert erzielt er eine absolut gleichmäßige Verteilung der Hitze.

Ganze Hähnchen lassen sich mit einem Geflügelbräter perfekt durchgaren. Unser Modell aus robustem Edelstahl verfügt zusätzlich über einen Aromaaufsatz, der etwa mit Wein, Bier oder auch Kräutern befüllt werden kann. So wird das Geflügel von innen aromatisiert. Während der aufsteigende Dampf für zartes, saftiges Fleisch sorgt, gelingt die Kruste unter der Grillhaube unvergleichlich knusprig und kross.

Mit dem Elektro-Power-Grillrostreiniger werden auch stark verschmutzte Grillroste innerhalb kürzester Zeit wieder blitzsauber. Mittels rotierender Messing- oder Hartkunststoff-Bürste löst der elektrische Grillreiniger selbst hartnäckige Fettbeläge und eingebrannte Rückstände bei 430 U/Min.

Häufige Fehler beim Grillen vermeiden

Wer keine verbrannte, zähe Schuhsohle auf dem Teller haben möchte - oder gar ein noch rohes Stück Fleisch - muss mindestens 40 Minuten einplanen, bis Steak und Cervelat auf den Grill können und die Glut optimal temperiert ist. Schnellentschlossene und Ungeduldige sollten lieber auf Gas- oder Elektro umsteigen.

Auch zu viel Hitze ist nicht gut: Dann wird das Fleisch aussen verbrannt, bleibt aber innen noch roh. Halte deine Hand 12 cm über den Grillrost. Musst du sie nach 5 bis 7 Sekunden wegziehen, hat der Grill eine mittlere Temperatur. Ist dies bereits nach 2 bis 4 Sekunden der Fall, ist die Hitze eher schon zu hoch.

Viel hilft nicht immer viel: Es reicht vollauf, wenn du ein Fleischstück mit ein paar wenigen Tropfen Pflanzenöl einreibst. Überschüssiges Öl tropft nur in die Glut und erzeugt Qualm.

Gewendet wird erst, wenn auf der Oberfläche der ölig glänzende Fleischsaft austritt. Danach brätst du das Fleischstück auf der anderen Seite fertig und legst es in die indirekte Hitze oder nimmst es vom Grill, um es noch eine Weile mit Alufolie bedeckt ruhen zu lassen.

Je gleichmässiger du die Temperatur in deinem Grill halten kannst, desto besser wird dein Fleisch. Jedes unnötige Öffnen des Deckels lässt die im Grill gespeicherte Wärme entweichen und es dauert bis zu zehn Minuten länger, bis dein Fleisch servierbereit ist. Oder wie BBQ-Experten zu sagen pflegen: «When you look, you don’t cook.»

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