Dürfen Papageien Joghurt essen? Eine umfassende Ernährungsberatung

Graupapageien sind faszinierende und intelligente Vögel, die eine spezielle Ernährung benötigen, um gesund und glücklich zu bleiben. Eine ausgewogene Ernährung ist für Graupapageien lebenswichtig.

In diesem Artikel zeigen wir Ihnen, wie Sie Ihre Graupapageien ausgewogen und artgerecht füttern können. Graupapageien benötigen eine ausgewogene Mischung aus verschiedenen Nährstoffen, um gesund zu bleiben. Besonders wichtig sind Aminosäuren, Mineralstoffe und Vitamine.

Eine ausgewogene Ernährung für Graupapageien sollte aus Obst, Gemüse, Keimfutter und Körnerfutter bestehen. Ein häufiger Fehler ist die einseitige Fütterung, oft bedingt durch die Vorlieben der Vögel.

Es ist wichtig, ihnen eine abwechslungsreiche Mischung aus Obst, Gemüse, Körnern und gelegentlich tierischem Eiweiß zu bieten. Achten Sie darauf, dass Ihr Vogel immer frisches Wasser hat und vermeiden Sie einseitige Fütterung, um Mangelerscheinungen zu verhindern.

Die Rolle von Joghurt in der Papageienernährung

Eine interessante Beobachtung wurde bei Goffin-Kakadus gemacht, die in einer Studie ihr Futter mit Joghurt würzten. Ein Forschungsteam aus Österreich beobachtete, wie einige Vögel Vollkornnudeln, die sie zweimal pro Woche als Beilage zu ihrem Frühstück bekommen, in Heidelbeer-Sojajoghurt eintauchten.

Um dies genauer zu untersuchen, wurde den Papageien neben Heidelbeer-Sojajoghurt auch ein geschmacksneutrales Joghurt angeboten. Dieses wurde nur selten genutzt, wie die Forschenden in der im Fachmagazin «Current Biology» erschienen Studie beschrieben.

Dass die Kakadus nur spezifische Nahrungsmittel ins Joghurt tunkten, zeigt laut den Forschenden, dass das Verhalten nicht ausschliesslich dem Zweck dient, den Nährwert der Lebensmittel mit dem süssen Joghurt zu erhöhen. Stattdessen vermuten sie, dass ihnen die Geschmackskombination von Nudeln mit Heidelbeer-Sojajoghurt besonders gut schmeckt.

Die Biologin Alice Auersperg von der Universität Wien untersucht mit ihrem Team schon seit Jahren Goffin-Kakadus. Zuletzt beobachteten die Forscherinnen und Forscher in dem von Auersperg geleiteten Goffin Lab, wie einige Vögel Zwiebackstücke, die Teil ihrer Futterration sind, zu Wasserbehältern trugen und dort einige Zeit einweichten, bevor sie sie frassen.

Goffin-Kakadus sind bekannt für ihre Intelligenz und ihr Verhalten bei der Nahrungsaufnahme. (Quelle: Wikipedia)

Gesunde Alternativen und Ergänzungen

Neben der gelegentlichen Gabe von Joghurt gibt es viele andere Möglichkeiten, die Ernährung Ihrer Papageien zu bereichern:

  • Obst: Äpfel, Ananas, Bananen, Birnen, Erdbeeren, Melonen, Weintrauben, Kirschen, Mandarinen und Himbeeren sind besonders beliebt.
  • Gemüse: Geeignete Gemüsesorten sind Blumenkohl, Gurke, Paprika, gelbe Rüben, Sellerie, Artischocken und Karotten. Diese können sowohl roh als auch gekocht verfüttert werden.
  • Nüsse: Papageien lieben Nüsse, da sie reich an wichtigen Nährstoffen wie Phosphor, Kalium, Vitamin A, Zink und Biotin sind. Achte darauf, dass die Nüsse ungesalzen sind. Geeignete Nüsse sind zum Beispiel Walnüsse, Mandeln und Haselnüsse.
  • Samen: Ideal sind Mischungen mit Hirse, geschältem Hafer und Leinsamen.

Bei der Zubereitung von Obst und Gemüse sollte darauf geachtet werden, dass alles gründlich gewaschen und in kleine Stücke geschnitten wird. So können die Papageien das Futter leichter aufnehmen.

Die Bedeutung von Vitaminen und Mineralstoffen

Kalzium ist essenziell für starke Knochen und Zähne. Ein Mangel kann zu ernsthaften Gesundheitsproblemen führen. Während wir mit einer ausgewogenen Konsumierung von Vitamin C unsere körpereigenen Abwehrkräfte steigern, sorgen die verschiedenen A- und B-Vitamine für gesunde Knochen, einen ausgeglichenen Fettstoffwechsel sowie der altersgerechten Verbesserung unserer Blutbildung.

Wasser und Säfte

Graupapageien brauchen täglich mindestens zweimal frisches Leitungswasser. Zusätze wie Medikamente oder Naturheilmittel sollten nicht ins Trinkwasser gegeben werden. Direktsäfte, auch selbstgemacht, sind bei Graupapageien sehr beliebt und können direkt aus einem Teelöffel angeboten werden. Diese Säfte können auch als Träger für Medikamente dienen. Frisches Wasser sollte immer zur Verfügung stehen und mindestens zweimal täglich gewechselt werden.

Spezielle Ernährungsbedürfnisse

  • Jungvögel: Benötigen eine besonders nährstoffreiche Ernährung, um gesund zu wachsen. Eine ausgewogene Mischung aus Samen, Obst und Gemüse ist essenziell.
  • Erwachsene Graupapageien: Ihre Ernährung sollte ballaststoffreich sein und eine gute Mischung aus Samen, Nüssen, Obst und Gemüse enthalten.
  • Senioren-Graupapageien: Benötigen eine angepasste Ernährung, die leicht verdaulich ist und weniger Fett enthält. Eine erhöhte Zufuhr von Vitaminen und Mineralstoffen kann helfen, das Immunsystem zu stärken.

Heike Mundt über Haltung und Ernährung von Ara Papageien

Selbstgemischtes Futter

Selbstgemischtes Futter bietet den Vorteil, dass du genau weißt, was dein Graupapagei frisst. Du kannst die Zutaten an die speziellen Bedürfnisse deines Vogels anpassen. Selbstgemischtes Futter sollte immer frisch zubereitet werden. Reste können im Kühlschrank bis zu zwei Tage aufbewahrt werden.

Kumquats als gesunde Ergänzung

Obwohl der Fokus dieses Artikels auf Joghurt liegt, ist es wichtig, auch andere gesunde Optionen zu betrachten. Die Kumquat ist ein gutes Beispiel für eine solche Option. Die Frucht der Kumquat ist gesund und verwöhnt uns dazu noch mit einem ganz besonderen kulinarischen Genuss. Je nach Sorte bestehen die Früchte zunächst einmal zu gut 80 Prozent aus Wasser, weitere 16 Prozent sind verschiedene Kohlenhydrate. In 100 Gramm Fruchtgewicht sind etwa 6,5 Gramm Ballaststoffe sowie durchschnittlich 9,4 Gramm Zucker verteilt.

Kumquats sind reich an Vitaminen und Mineralstoffen und können eine gesunde Ergänzung zur Ernährung von Papageien sein. (Quelle: Lubera)

Tatsache ist, dass die Minifrüchte der Kumquats von Hause aus einen süss-säuerlichen Hauptgeschmack haben, der zusätzlich mit einer keineswegs zu leugnenden milden Bitternote einhergeht. Bei den im Ganzen zu geniessenden Früchten schmeckt die Schale in der Regel süss, während das Fruchtfleisch einen (je nach Sorte unterschiedlichen konzentrierten) Säuregehalt aufweist. Wird’s schliesslich im Abgang noch bitter, sind in den meisten Fällen die Kerne daran schuld.

Vorsicht bei gekauften Kumquats

Echte spanische Bio-Kumquats, am Baum sonnengereift und nach der Ernte nicht behandelt - hört sich doch gut an solch ein Qualitätsversprechen vom spanischen Direkterzeuger. Aber was war denn da mit der „Behandlung“ vor der Ernte? Dass chemische Spritzmittel neben der Bekämpfung von Insekten in den Erzeugerländern auch noch gegen Unkräuter, die verschiedensten Pilzerkrankungen und obendrein in den Wochen vor der Ernte gegen vorzeitiges Abfallen der Früchte gespritzt werden, ist inzwischen Usus bei vielen dieser Anbieter geworden.

Noch mehr der kein bisschen harmlosen chemischen Substanzen gibt’s für die Früchte aus dem Grosshandel. Vorrangig Zitrusfrüchte wie Orangen (und auch die Kumquat), Mandarinen und Pampelmusen sollen während ihrer Lager- und Transportzeiten vor dem Verderb durch Fäulnis, Schimmel und vorzeitiger Austrocknung geschützt sein und werden mitunter sogar mehrfach gespritzt. Eine entsprechende Deklaration solcher Artikel aus dem Obstregal sucht man als Käufer im Supermarkt oftmals vergebens.

Fazit

Eine ausgewogene Ernährung ist für Graupapageien unerlässlich, um gesund und glücklich zu bleiben. Es ist wichtig, ihnen eine abwechslungsreiche Mischung aus Obst, Gemüse, Körnern und gelegentlich tierischem Eiweiß zu bieten. Achten Sie darauf, dass Ihr Vogel immer frisches Wasser hat und vermeiden Sie einseitige Fütterung, um Mangelerscheinungen zu verhindern.

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