Bratwurst Rückruf: Aktuelle Probleme und Warnungen in der Schweiz

In der Schweiz gibt es derzeit mehrere bemerkenswerte Vorfälle im Zusammenhang mit Bratwürsten, die Anlass zur Besorgnis geben. Diese reichen von Rückrufen aufgrund von Allergenen bis hin zu Problemen mit Umweltgiften und Qualitätsmängeln.

Migros ruft aha! Kalbsbratwurst zurück

Die Migros hat eine interne Prüfung durchgeführt, die ergab, dass in der aha! Kalbsbratwurst Milcheiweiss nachgewiesen wurde, obwohl dieses Produkt kein Milcheiweiss enthalten sollte. Da der Verzehr dieser Bratwurst für Personen mit einer Milcheiweiss-Allergie ein Gesundheitsrisiko darstellt, ruft die Migros das Produkt zurück.

Produktinformationen:

  • Produkt: aha! Kalbsbratwurst
  • Produktnummer: 2301.103.520.10
  • Verkaufspreis: 5.60 Franken
  • Verbrauchsdatum: 1. Januar 2016 oder später

Der Lieferant hat bei einer internen Kontrolle Milcheiweiss in einem Gewürz nachgewiesen, welches kein Milcheiweiss enthalten sollte. Dieses Gewürz ist in Kalbsbratwürsten mit dem Allergiker-Label aha! verwendet worden, welche ein M-Data "verbrauchen bis" 1. Januar 2016 oder später aufweisen.

Alle anderen Personen, insbesondere solche mit einer Laktose-Intoleranz, können das Produkt ohne Bedenken essen.

Migros hat umgehend die Rücknahme der betroffenen Produkte aus den Verkaufsregalen veranlasst.

Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV empfiehlt Personen, die allergisch auf Milchproteine reagieren, die Würste nicht zu konsumieren. Die gute Nachricht: Für Personen, die nicht allergisch auf Milchproteine reagieren, ist der Verzehr der Würste unbedenklich.

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PFAS-Skandal: Belastetes Fleisch in St. Gallen weiterhin im Verkauf

Ein weiterer besorgniserregender Fall betrifft St. Gallen, wo Fleisch mit Umweltgiften (PFAS) belastet ist. Trotzdem gelangt dieses Fleisch weiterhin in den Verkauf, da der Kanton St. Gallen ein Verkaufsverbot ignoriert, um seine Bauern zu schützen. Der Kanton spricht von einer Übergangsphase.

Die Situation im Überblick:

  • St. Galler Fleisch ist mit PFAS belastet.
  • Der Kanton ignoriert Lebensmittelrecht und EU-Grenzwerte für PFAS-Belastung.
  • Auf fünfzehn Höfen in St. Gallen wurden zu hohe PFAS-Werte gemessen.

Ob der Schärfe des Senfs geht vergessen, dass Fleisch aus St. Gallen mit Umweltgiften (PFAS) belastet sein kann. Denn ein Teil des toxischen Fleischs dürfte auch in den berühmten St. Galler Bratwürsten verarbeitet werden.

Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) hält das Vorgehen für nicht konform mit dem Lebensmittelrecht. Man habe den Kanton mehrfach auf die Pflicht zur Einhaltung hingewiesen und einen korrekten Vollzug gefordert. Doch geändert hat sich bislang nichts.

Qualitätsmängel bei St. Galler Bratwürsten

Das Amt für Verbraucherschutz und Veterinärwesen in St.Gallen (AVSV) hat in zertifizierten St.Galler Metzgereien mit Stichprobenkontrollen insgesamt 15 St.Galler Bratwürste und fünf St.Galler Kalbsbratwürste IGP amtlich erhoben und analysiert.

Ergebnisse der Stichprobenkontrollen:

  • Bei vier Proben waren die mikrobiologischen Werte für Enterobacteriaceen (Fäkalindikatoren) überschritten.
  • Bei einer Probe war zusätzlich der Wert der aeroben mesophilen Keime (AMK) überschritten.
  • Bei zwei Proben wurde der deklarierte Salzgehalt und bei einer St.Galler Bratwurst IGP der deklarierte Fettgehalt überschritten.
  • Eine St.Galler Olma-Bratwurst IGP überschritt den maximal zulässigen Bindegewebsanteil nach Pflichtenheft.
  • Bei einer weiteren konnte kein Kalbfleisch nachgewiesen werden.
  • Bei sechs Proben wurde zusätzlich die Kennzeichnung reklamiert.

Die Betriebe, bei denen die mikrobiologischen Werte die gesetzlichen Vorgaben nicht enthielten, wurden aufgefordert, ihre Produktionsprozesse so anzupassen, dass die Produkte den hygienischen Anforderungen entsprechen.

Das AVSV ergänzt: «In allen Fällen wurden Massnahmen ergriffen, um die Produktqualität zu verbessern, damit die Freunde der St.Galler Würste diese auch weiterhin gesetzeskonform mit einem Bürli ohne Senf geniessen können.»

Übersicht der Qualitätsmängel bei St. Galler Bratwürsten
Mangel Anzahl der Proben
Überschrittene mikrobiologische Werte (Enterobacteriaceen) 4
Überschrittene Werte für aerobe mesophile Keime (AMK) 1
Überschrittener Salzgehalt 2
Überschrittener Fettgehalt (St.Galler Bratwurst IGP) 1
Überschrittener Bindegewebsanteil (St.Galler Olma-Bratwurst IGP) 1
Kein Kalbfleisch nachweisbar 1
Mängel bei der Kennzeichnung 6

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