XXXL Heißluftfritteuse Test: Können die Geräte überzeugen?

Heißluftfritteusen oder Airfryer haben sich in den vergangenen Jahren zu wahren Verkaufsschlagern entwickelt. Idealerweise ganz ohne oder nur mit wenig Fett, sollen die kompakten Geräte knusprige Pommes frites, knackige Aufbackbrötchen und perfekte Grillhähnchen produzieren. Und das alles schneller und energiesparender als jeder Ofen. Ob die Geräte die Versprechen der Hersteller einlösen, wollte Stiftung Warentest wissen und hat in der Ausgabe 1/2025 20 Heißluftfritteusen untersucht.

Eigentlich haben Heissluft-Fritteusen oder Airfryer wenig mit Fritteusen gemein: Die Lebensmittel kommen nicht in ein Ölbad, sondern werden mit Umluft erhitzt wie in einem Backofen. «Die Geräte haben den falschen Namen, es sind kleine Backöfen und keine Fritteusen; man kann nicht das gleiche Ergebnis erwarten wie bei einer Öl-Fritteuse.» Das sagt Nadine Weber, die für «Kassensturz» Aifryer getestet hat.

Im Auftrag von «Kassensturz» hat das Labor Applitest acht der meistverkauften kleineren Heissluft-Fritteusen getestet. Sie sind für kleinere Haushalte geeignet. Entsprechend gespannt ist Nadine Weber, Geschäftsführerin des Labors Applitest in Nürnberg (DE).

Im Vergleich der Stiftung Warentest mussten sich 20 Heißluftfritteusen beweisen. Gleich vier Geräte konnten die Tester überzeugen. Mit ihnen bereitest du schnell knusprige Speisen zu.

Heissluft-Fritteuse, 5.5 l - Produkt von Betty Bossi

Testverfahren und Ergebnisse

Getestet wurde insbesondere Tiefkühlkost: Pommes frites, Apfelküchlein, Chicken-Nuggets sowie ein Kuchen. Die Testanlage wurde bewusst nicht zu einfach gewählt, so Testleiterin Weber: «Wir haben den Test mit den Maximalmengen gemacht, die die Hersteller angeben.

Der Test zeigt: Es ist schwierig, Pommes oder Chicken-Nuggets in Heissluft-Fritteusen gleichmässig zu garen. Die Resultate sind durchzogen: Zum Teil sind die Pommes frites an den Ecken verbrannt, andere sind kaum gegart und lasch. Entsprechend «ungenügend» schneiden zum Teil die Resultate ab, darunter das Gerät von Electrolux.

Electrolux schreibt dazu: «Das Frittier-Ergebnis hängt, insbesondere bei Tiefkühlprodukten, von diversen Faktoren ab, wie bspw. Rezeptur, Qualität und Ausgangstemperatur der gefrorenen Lebensmittel vor dem Frittieren.» Ein weiterer Punkt, den die Hersteller angeben: Die Lebensmittel mehrmals wenden. So könne verhindert werden, dass es zu einer unregelmässigen Konsistenz kommt.

Anders beim Kuchentest: Hier schlagen sich die Geräte eher schlecht, die Kuchenoberfläche ist in einem Fall (Betty Bossi) ganz verbrannt, andere sind im Innern noch flüssig. Im Gegensatz dazu ist das Resultat aus dem Backofen perfekt: sehr gute Bräunung, sehr gute Konsistenz.

«Kassensturz» hat auch noch den Vergleich zum Backofen gemacht. Die Resultate sind besser oder zumindest gleichwertig, allerdings verbraucht ein Backofen wegen des grösseren Volumens etwa dreimal mehr Strom. Der geringere Energieverbrauch macht die graue Energie, die in einer Heissluft-Fritteuse steckt, aber nur nach vielfachem Gebrauch wett.

Kein Gerät fiel durch: Alle Geräte haben im Test zumindest die Note «Befriedigend» erreicht. Durchgefallen ist also kein Airfryer. Bewertet wurden die Zubereitung der Lebensmittel, die Handhabung des Geräts, die Sicherheit und die Umwelteigenschaften.

Schon deutlich mehr Mühe hatten die meisten Airfryer mit Aufbackbrötchen. Häufig auf einer Seite zu stark gebräunt, auf der anderen zu blass oder zu weich. Die Resultate überzeugten die Tester selten. Bessere Resultate erzielen die Heißluftfritteusen, wenn die Brötchen nach der Hälfte der Garzeit gewendet werden.

Eine Herausforderung für die Heißluftfritteusen stellen Pommes frites dar. Gerade bei größeren Portionen waren die Resultate optisch und geschmacklich häufig wenig überzeugend. Für ein optimales Ergebnis geben die Hersteller für ihre Modelle Höchstmengen an. Um hier eine Vergleichbarkeit herzustellen, errechneten die Tester für jedes Modell im Verhältnis zum Volumen des Garbehälters eine individuelle Menge für kleine und große Portionen.

Das Fazit der Tester: Bei Einhaltung der Vorgaben frittieren die Geräte Pommes «flotter und günstiger als der Backofen.»

Testsieger und weitere Ergebnisse

Testsieger ist Tefal Genius 2-in-1 mit der Note 4,9. Es ist auch das teuerste der getesteten Geräte. Es schneidet bei den Pommes frites und auch in der Handhabe am besten ab. Es kommt nah ran an eine echte Öl-Fritteuse, wie das Resultat zeigt: «Diese Pommes sind richtig gut geworden, die sind weder verbrannt noch untergegart. Der Hauptgrund dürfte darin liegen, dass in diesem Gerät die Lebensmittel permanent gewendet werden.» Denn Tefal Genius hat einen Mechanismus, bei dem der Inhalt permanent bewegt wird.

Unter den Geräten mit einem Garraum wurden drei mit «Gut» (2,3) bewertet: «Cosori CP158-AF», «Ninja AF180DE» und die «Gourmetmaxx 04782». Bei den Modellen mit zwei Garräumen konnte sich die «Cosori CAF-R901-AEU» durchsetzen. Dieser Airfryer ist auch das günstigste Gerät dieses Segments.

Stiftung Warentest gab den nachfolgenden vier Geräten zwar die Bewertung «befriedigend». In der Note stand bei allen aber noch eine Zwei vor dem Komma. Zur Abwertung führten Schwächen bei der Zubereitung von Speisen.

  • NutriBullet Heissluftfritteuse NBA071B: In der NutriBullet NBA071B gelangen Aufbackbrötchen und Muffins nicht so gut.
  • Philips HD9255/90: Während die in der Philips HD9255/90 produzierten Pommes bei den Testern nicht so gut ankamen.
  • Rommelsbacher Heissluftfritteuse FRH 1700: Das Ergebnis bei den Pommes frites führte auch beim Airfryer von Rommelsbacher zur Abwertung. So gab es für diese Heißluftfritteuse noch eine 2,9.
  • Panasonic: Der Airfryer von Panasonic hat bei den Kocheigenschaften ein «ausreichend» erzielt, seine Gesamtnote stammt aus den anderen Disziplinen des Vergleichs.

Aus dem Testfeld findest du noch zwei weitere Geräte in unserem Sortiment. Das sind die Fritteuse «Tefal Easy Fry & Grill EY801D» mit der Note 3,0 und das Gerät von Grundig (FRY7320), das mit 3,3 abschnitt.

Das Testergebnis bedeutet indes nicht, dass alle Speisen in jeder Heißluftfritteuse gleich gut gelingen. Ein überzeugendes Bräunungsergebnis, durchgegart und eine Kerntemperatur über 85 Grad Celsius - die Zubereitung von Hähnchenkeulen gelang mit allen Testgeräten.

Zusammenfassung der Testergebnisse

Die folgende Tabelle fasst die Testergebnisse verschiedener Heißluftfritteusen zusammen:

Modell Note (Stiftung Warentest) Besondere Eigenschaften
Tefal Genius 2-in-1 4,9 Testsieger, beste Pommes, automatische Wendefunktion
Cosori CP158-AF Gut (2,3) Gute Aufbackbrötchen
Ninja AF180DE Gut (2,3) -
Gourmetmaxx 04782 Gut (2,3) -
Cosori CAF-R901-AEU - Günstigstes Gerät mit zwei Garräumen
NutriBullet NBA071B Befriedigend Schwächen bei Aufbackbrötchen und Muffins
Philips HD9255/90 Befriedigend Schwächen bei Pommes
Rommelsbacher FRH 1700 Befriedigend (2,9) Schwächen bei Pommes
Panasonic Befriedigend Schwächen bei Kocheigenschaften
Tefal Easy Fry & Grill EY801D 3,0 -
Grundig FRY7320 3,3 -

Heissluft-Fritteusen eignen sich primär für kleinere Haushalte, dort, wo kein Backofen vorhanden ist oder wenn parallel zum Backofen weitere Speisen zubereitet werden sollen.

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