Synonyme für Brötchen: Eine kulinarische Entdeckungsreise

Die deutsche Sprache ist reich an regionalen Unterschieden, besonders wenn es um kulinarische Begriffe geht. So gibt es zahlreiche Synonyme für das Wort "Brötchen", die je nach Region variieren. Dieser Artikel beleuchtet die Vielfalt dieser Bezeichnungen und ihre kulturellen Hintergründe.

Regionale Vielfalt: Brötchen, Semmel, Schrippe und mehr

Die Kampagne "Rettet den Rahm und die Semmel!" aus Bayern macht auf die Verdrängung süddeutscher Wörter durch norddeutsche Varianten aufmerksam. In der Schweiz würde man "Nidle u Mütschli" oder "Nidel und Bürli" sagen. Laut Duden ist "Rahm" landschaftlich, also regional, und "Semmel" besonders österreichisch oder bayrisch. "Bürli" wird als schweizerisch im Rechtschreib-Wörterbuch geführt, während "Nidel/Nidle" als schweizerisch mundartlich gilt.

Der Bund Bairische Sprache und der Bayerische Landesverein für Heimatpflege haben eine Kampagne für "Südhochdeutsch" gestartet, da viele Wörter der süddeutschen Hochsprache allmählich von ihren norddeutschen Varianten verdrängt werden. Die Vereine rufen dazu auf, die süddeutsche Hochsprache in ihrer altbayerischen, fränkischen und schwäbischen Variante konsequent und kontinuierlich zu fördern. Es wird betont, dass die deutsche Hoch- und Schriftsprache nur in regionalen Varianten existiert, was in der Öffentlichkeit oft zu wenig bekannt ist.

Ein Beispiel dafür ist das "Sprachquiz" der "Sonntags-Zeitung", das Tipps gibt, wie man auf Reisen Richtung Norden zeigt, dass man das mit dem Hochdeutsch im Griff hat. So solle man in Berlin statt "Brötli" eben "Schrippen" sagen - also ein Wort verwenden, das laut Duden "besonders berlinisch" für Brötchen ist.

Wer sich für schweizerisches Hochdeutsch wehrt, kann sich schon lange auf sprachlich Selbstbewusste in Österreich berufen und findet nun auch im Süden Deutschlands Gleichgesinnte. Dort steht unter anderem, diese Sprache sei jedem und jeder in die Wiege gelegt, was dann für die Schweiz doch eine kühne Behauptung wäre. Dennoch gibt es auch eine schweizerische Färbung, die als Standardvariante akzeptiert ist.

Ein kleines Wörterbuch gibt es nun auch für "Altbayerisches Hochdeutsch", gratis im Internet, nebst politischer Petition: "Blaukraut bleibt Blaukraut". Das ist unser Rotkabis; beides steht mit Regionalvermerk im Duden, ohne Einschränkung sind dort Rotkraut und Rotkohl zu finden.

Ebenfalls zum Herunterladen bereit sind Forschungsliteratur und ein südhochdeutsch gesprochenes, fremdenfreundliches Märchen; dort sind mir vor allem dunklere Vokalfärbungen und gerollte R aufgefallen. Dem "altbayerischen" Wörterbüchlein ist eine Ausweitung aufs ganze Südhochdeutsch zu wünschen, um das Gewicht gegenüber der nördlichen Sprachdominanz zu vergrössern. Davon würden auch Österreich und die Schweiz profitieren, trotz Unterschieden in den jeweiligen Versionen des Standarddeutschen.

Eine Tabelle der regionalen Unterschiede

Region Synonym für Brötchen
Bayern Semmel
Österreich Semmel
Berlin Schrippe
Schweiz Bürli, Mütschli

Mit den Süddeutschen können wir uns dann wieder verbünden, um zwischen Zwetschgen und Pflaumen zu unterscheiden - im Online-Duden sind doch tatsächlich unter Pflaume eindeutige Zwetschgen abgebildet. Als Synonyme werden genannt: "süddeutsch, schweizerisch und Fachsprache" Zwetschge sowie "regional, besonders norddeutsch" Zwetsche.

Eigene Bilder gibt’s dazu nicht, dafür den (botanisch fast richtigen) Hinweis, das sei «eine Pflaumenart» - und sie heisse «besonders österreichisch» auch Zwetschke. Aber nur via Pflaumenmus gelangt man zu dessen sehr österreichischem, aus dem Tschechischen stammenden Synonym Powidl. Beim EU-Beitritt sorgte Wien für amtliche Geltung in der Union, wie bei 22 weiteren Delikatessen.

Das Wort wird auch sprichwörtlich verwendet: Es ist mir Powidl (wurscht).

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