Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen: Eine umfassende Filmkritik

Der Film "Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen" (Originaltitel: Cloudy with a Chance of Meatballs) aus dem Jahr 2009 war ein internationaler Überraschungserfolg. Die farbenprächtige Umsetzung ist in erster Linie ein grossartiger Augenschmaus, der auf inhaltlicher Ebene keine grossen Überraschungen bereithält.

Flint Lockwood, ein eigenbrötlerischer Erfinder mit bisher mäßigem Erfolg, steht vor der Entdeckung seines Lebens: einer Maschine, die Essen produziert - zur Freude aller Kinder! Doch wegen eines überaus gierigen Bürgermeisters spielt die Maschine verrückt und verursacht plötzlich essenstechnische Unwetter. Die Moral von der Geschicht: Mit Essen spielt man nicht!

Doch eines Tages gelingt ihm sein Meisterstück mit einer Maschine die Wasser in Essen verwandelt. Wegen eines Missgeschicks schwebt das Wunderobjekt aber irgendwo zwischen den Wolken und steht nicht mehr im sicheren Labor. Alsbald regnet es Hamburger, Hot Dogs und Steaks. Flint programmiert alle Wünsche der Bewohner und findet endlich jene Anerkennung, nach der er sich schon lange gesehnt hat.

Flint möchte so gerne ein berühmter Erfinder sein. Als es eine Nahrungsmittelknappheit gibt, erfindet er eine Maschine, die aus Wasser Essen macht. Er erobert sich so den Respekt aller Dorfbewohner und das Herz der Meteorologin Sam. Doch schon bald gerät seine Maschine ausser Kontrolle.

Die wirklichen Stars des Films sind aber nicht die Figuren sondern die Fressalien. Da zerläuft der Hamburgerkäse, Gurkenscheiben lugen aus dem Brot hervor, leicht poröses Eiscreme zeichnet eine Schneelandschaft, goldbraune Pfannkuchen dampfen zum Himmel und ein Schloss aus Wackelpudding glänzt in der Abendsonne. Im Gegensatz dazu sind die Figuren minimalistisch und in ihrer Animation weniger realistisch gehalten.

Der Film hat in seinem verschwenderischen Umgang mit Lebensmitteln einen stark US-amerikanischen Blick, der manchem Zuschauer in unseren Breitengraden nicht sonderlich munden wird. Eine etwas scharfsinnigere Kritik an der Konsumgesellschaft hätte dem Abenteuer auf jeden Fall gut getan, stattdessen werden haufenweise Nahrungsmittel beiläufig auf einem riesigen Abfallberg „versorgt“.

Im Gegensatz dazu sind die Figuren minimalistisch und in ihrer Animation weniger realistisch gehalten. Der Film hat in seinem verschwenderischen Umgang mit Lebensmitteln einen stark US-amerikanischen Blick, der manchem Zuschauer nicht sonderlich munden wird. Eine etwas scharfsinnigere Kritik an der Konsumgesellschaft hätte dem Abenteuer auf jeden Fall gut getan, stattdessen werden haufenweise Nahrungsmittel beiläufig auf einem riesigen Abfallberg „versorgt“.

Hier eine Tabelle mit den wichtigsten Informationen zum Film:

Kategorie Details
Regie Phil Lord, Chris Miller
Darsteller Bill Hader, Anna Faris, James Caan, Andy Samberg, Bruce Campbell, Mr. T, Bobb'e J.
Erscheinungsjahr 2009
FSK FSK 6

Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen 2

Der zweite Teil, "Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen 2" (USA 2013, 95 Min., FSK 0), setzt die Geschichte fort. Endlich wird allseits anerkannt, dass Erfinder Flint Lockwood ein Genie ist. Er wird daraufhin von seinem Idol Chester V eingeladen, der Live Corp Company beizutreten, einer Firma, in der die besten und klügsten Erfinder der Welt Technologien erschaffen, die dem Wohle der Menschheit dienen.

Die rechte Hand und Freundin von Chester ist Barb, eine seiner bisher besten Erfindungen. Barb ist ein hochentwickelter Orang-Utan mit einem menschlichen Gehirn, der allerdings recht verschlagen und manipulativ veranlagt ist und außerdem gerne Lippenstift trägt.

Flint hat immer davon geträumt, eines Tages endlich als großer Erfinder anerkannt zu werden. Doch alles ändert sich, als er entdeckt, dass seine berühmteste Maschine (die Wasser in Essen verwandeln kann) noch immer aktiv ist und jetzt aus dem Essen lebende Tiere erschafft - sogenannte "Naschtiere"! Während das Schicksal der Menschheit in seinen Händen liegt, schickt Chester Flint und seine Freunde auf eine ebenso delikate wie gefährliche Mission.

Sie müssen hungrige Tacodile, Shrimpansen, Klapperkuchen, Frittantulas und andere Kreaturen aus Essen bekämpfen, um die Welt zu retten - schon wieder!

Basierte Cloudy with a Chance of Meatballs noch lose auf dem gleichnamigen Bilderbuch von Judi und Ron Barrett, entwickelten die Macher für den Nachfolger eine neue Geschichte, die genau dort ansetzt, wo der erste Teil endet. Obschon die Hauptfigur abermals gegen die Geister ankämpfen muss, die sie selbst herbeirief, gibt es mit Chester V nun einen verschlagenen Antagonisten, der Flints Bewunderung für einen bösen Plan ausnutzen will.

Dabei scheut er nicht davor zurück, einen Keil zwischen den begeisterten Erfinder und seine treuen Begleiter Sam Sparks, Manny, den unerschrockenen Polizisten Earl, den beleibten Brent und das komische Äffchen Steve zu treiben. Der Zwiespalt des Helden dient als emotionaler Anker, ist erzählerisch allerdings alles andere als innovativ.

Immerhin gibt es unzählige Filmfiguren, die den wahren Wert von Freundschaft nach und nach erkennen müssen. Deutlich spannender ist dann auch der visuelle Ideenreichtum, mit dem Flints veränderte Heimatinsel zum Leben erweckt wird.

Auf Filmklassiker wie Jurassic Park anspielend, eröffnet sich dem Zuschauer eine farbenfrohe und üppige Urwaldwelt, in der allerlei merkwürdige Geschöpfe leben. So trifft die kleine Reisegruppe unter anderem auf Shrimpansen, Frittantulas und Tacodile, die jedoch weitaus weniger bösartig sind, als angenommen.

Hat man das nicht immer geschickt konstruierte Anfangsdrittel einmal überstanden, schreitet die Handlung angenehm zügig voran. Actionmomente und Slapstick-Einlagen halten das junge Publikum bei Laune, während die älteren Zuschauer sich vor allem an den Seitenhieben auf moderne Medienunternehmen erfreuen dürften. Apple & Co.

Gefahr im Tal der lebendigen Lebensmittel | Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen 2 | German Clip

Fazit

Wie schon der erste Teil punktet auch das Sequel rund um den leidenschaftlichen Erfinder Flint Lockwood mit einer detailfreudigen Gestaltung sowie reichlich Situationskomik. Der nur selten überraschende Handlungsverlauf und die wenig nuancierte Figurenzeichnung lassen sich so verschmerzen. Auch wenn Flint seine größte Erfindung, eine Maschine, die Wasser in feste Nahrung umwandeln kann, zerstören musste, hat er doch viel erreicht: Man nimmt ihn endlich ernst.

Mehr noch, sein großes Vorbild Chester V bietet ihm sogar an, für die Live Corp Company zu arbeiten, was nur den klügsten Köpfen vorbehalten ist. Bei einem Spezialauftrag kann Flint sich zusätzlich beweisen. Seine vermeintlich abgeschaltete Maschine hat den Zerstörungsversuch unbeschadet überstanden und produziert auf seiner Heimatinsel aus Nahrungsmitteln lebende Tiere. Da diese sich schon bald gegen die Menschheit auflehnen könnten, soll Flint seine Erfindung endgültig unschädlich machen.

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