Die Currywurst ist eine Imbissbuden-Erfindung. Sie gilt als eines der beliebtesten Fastfood-Gerichte und war an Imbissständen, bei Festivals, in der Gastronomie und als Industrieprodukt im Supermarkt zu finden. Erst die Sauce macht eine Wurst zur Currywurst, aber sie wird auch in Restaurants serviert. Konkurrenz bekam sie erst durch Döner sowie Hamburger.
Die glaubhafteste Ursprungsgeschichte der Currywurst begann am 4. September 1949 in Berlin. Die Imbissbuden-Betreiberin Herta Heuwer soll eine gebratene und in Scheiben geschnittene Brühwurst mit einer Sauce aus Tomatenmark, Currypulver, Worcestershiresauce und weiteren Zutaten kombiniert haben und gilt damit als Erfinderin der Currywurst.

Currywurst mit Pommes
Die Currywurst-Sauce: Das A und O
Am weitesten verbreitet ist dabei die milde Sauce aus Tomatenketchup mit Currypulver. Hausgemachte Saucen sind weit verbreitet. Über 30 Currywurst-Rezepte kursieren alleine im Internet, zB auf www.chefkoch.de. Einige enthalten Cola und Fruchtkomponenten wie Orangensaft oder Apfelpüree (Fruchtketchup).
Ursprünglich war «Catshup» eine südostasiatische Fischsauce aus Sardellen, Schalotten, Weissweinessig, Weisswein und Gewürzen. 1812 erschien das erste Rezept für Tomatenketchup. Heute ist dies die verbreiteste Variante.
Ketchup: Mehr als nur eine Zutat
Tomatenketchup ist eine der weltweit beliebtesten Kaltsaucen. Vor rund 70 Jahren wurde sie erstmals mit warmer Brühwurst und Curry kombiniert.
Tomatenketchup wird oft wegen seines hohen Zuckergehaltes kritisiert, gemäss Konsummagazinen 13-27%. Zum Vergleich: Glacé enthält rund 20% Zucker, frische Tomaten 2-3%. Dass dieser starke Zuckerzusatz nicht zu aufdringlich schmeckt, liegt daran, dass Säuren, Salze und Gewürze ihn etwas dämpfen.
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Als Massenprodukt ist Ketchup keine kulinarische Offenbarung, aber das gilt ja für viele Billigprodukte. Es gibt jedoch unzählige Varianten im Handel, verfeinert mit Cognac, abgeschmeckt mit feurigem Chili, ja sogar mit Fruchtsüsse (zB Mango) oder gänzlich ungezuckert, als Light- oder Bioprodukt. Für die industrielle Herstellung wird Tomatenmark mit Gewürzen, Zucker und Essig erhitzt und vorhomogenisiert. Die Weiterverarbeitung kann sowohl kalt unter Vakuum oder heiss in der Kolloidmühle erfolgen. Stückige Zutaten werden in einem Puffergefäss mit dem Ketchup vermischt. Die Abfüllung geschieht unter Vakuum kalt oder heiss. Die kalt hergestellten Produkte werden häufig mit Sorbin- und Benzoesäure konserviert.
Ketchup selber machen
Ketchup kann man als frisches oder haltbares Produkt selbst machen und die Kunden oder Gäste mit dem Prädikat «hausgemacht» überraschen. Die Herstellung und Haltbarmachung gleicht der Konfitüre-Produktion im Haushalt, und Ketchup ist tatsächlich eine Konfitüre-Variante mit Gewürzen: Tomaten sind botanisch betrachtet Beeren und enthalten Säure, die gut mit Zucker harmoniert. Wie bei Konfitüre dient das Zuckern und Erhitzen der Konservierung aber vor allem auch die Essigzugabe.
Rezept für die Currywurst-Sauce
Für die Sauce Tomaten und alle Zutaten bis und mit Zucker in einer Pfanne verrühren, aufkochen. Hitze reduzieren, unter gelegentlichem Rühren bei kleiner Hitze zugedeckt ca. 20 Min. köcheln, pürieren. Nach Belieben Sambal Oelek dazugeben.
Zubereitung der Currywurst
Die Currywürste über mittelstarker Glut bzw auf mittlerer Gasgrill-Stufe (ca. 180 Grad) rundum ca. 10 Min. grillieren, in Rugeli schneiden, mit der Sauce anrichten und Curry darüberstreuen.
Grosse Hitze (ab 220-280 °C) eignet sich zum Anbraten bzw. direkten Grillieren; das Gargut wird direkt über der Glut auf dem Rost platziert.
Ein Rezeptvorschlag
Zwiebel hacken. In einer Pfanne im Öl kurz andünsten. Curry dazugeben und kurz mitdünsten. Mit Orangensaft ablöschen. Konfitüre und Ketchup dazugeben und die Sauce ca. 3 Minuten unter Rühren einköcheln lassen. Grill auf 180 °C vorheizen. Würste ca. In Stücke schneiden und mit Currysauce anrichten. Mit etwas Curry bestreuen und sofort servieren.

Currywurst
Eine Anekdote zum Schluss
Im Jahr 1981 machte David Stockman, der unter US-Präsident Ronald Reagan für den Finanzhaushalt zuständige Experte, den Vorschlag, Ketchup als Gemüse zu deklarieren. Dies war als Teil von Reagans Plänen zu Etatkürzungen bei vom Staat finanzierten Schulspeisungen gedacht. Dadurch wäre es billiger geworden, die Anforderungen an den Anteil von Gemüse in den Schulspeisungen zu erfüllen. Dieser Vorschlag wurde verworfen und die entsprechende Gesetzesinitiative gestoppt.
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