Die Frage, welche Vögel Salat fressen, mag überraschend erscheinen. Doch tatsächlich können verschiedene Vogelarten, insbesondere Spatzen, Salat und andere Gemüsepflanzen anknabbern. Dieser Artikel beleuchtet die Ernährungsgewohnheiten von Vögeln, gibt Tipps zur richtigen Fütterung und zeigt, wie Sie Ihren Garten vogelfreundlich gestalten können.

Ein Haussperling, der sich an einer Salatblüte gütlich tut.
Spatzen und ihr Appetit auf Grünzeug
Ein Leser-Reporter beobachtete vor einem Coop in Münchenstein BL eine Gruppe Spatzen, die sich über Salatsetzlinge hermachten. Er filmte die Szene und war überrascht, dass Spatzen Salat mögen. Für ihn war danach klar: «Diese Setzlinge kaufe ich sicher nicht mehr.»
Ein Blick in ein Natur-Lexikon bestätigt: Neben Frassschäden an Früchten sind es vor allem Tauben und Spatzen, die junge Gemüsepflanzen, vor allem Salat, anfressen und Samen beziehungsweise Keimlinge aus der Erde picken.
Coop äusserte sich auf Anfrage von 20 Minuten und erklärte, dass es wie im heimischen Garten oder auf dem Feld eines Bauern vorkommen kann, dass ein Vögelchen einmal eine Pflanze anpickt. Die meisten Vögel ernähren sich in freier Natur von frischen, vitaminreichen, halbreifen Sämereien, Früchten, Blättern, Knospen, Blüten, Gräsern, Moosen, Rinde, Lehm, Maden, Insekten und vielem mehr.
Die richtige Ernährung für Vögel
Um Vögel artgerecht zu ernähren, sollten ihnen von vielen verschiedenen Pflanzen die Triebe, Blätter, Blüten, Knospen oder Früchte angeboten werden. Diese sind nicht nur nährstoffreich, sondern haben häufig auch Heilwirkungen, die unsere gefiederten Freunde gesund halten und deren Abwehrkräfte stärken.
Wie füttere ich Vögel richtig? Hier kommen Expertentipps!
Es ist wichtig zu wissen, dass das übliche im Handel angebotene Körnerfutter zu 100 Prozent aus harten, ausgereiften Sämereien besteht, die jedoch für viele Vogelarten wie zum Beispiel Sittiche und Finken nur in Notzeiten als Nahrung aufgenommen werden.
Fehler bei der Fütterung vermeiden
Bei der Fütterung von Vögeln und anderen Wildtieren kann man im Winter vieles falsch machen. Eine falsche Fütterung kann für die kleinen Überwinterer sogar tödlich enden.
Fehler 1: Vögel mit Brot füttern
Aus falsch verstandener Tierliebe füttern viele Menschen Enten und andere Vögel mit Brot. Dabei wissen sie meistens nicht, dass Brotreste für die gefiederten Tiere problematisch sein können. Das darin enthaltene Salz kann im Magen der Vögel aufquellen und zu schlimmen Bauchschmerzen führen. Backwaren sollten generell nicht an Vögel verfüttert werden, da sie unter der falschen Ernährung leiden und im schlimmsten Fall sogar sterben können.
Fehler 2: Futterhäuschen nicht reinigen
An einer unsauberen Futterstelle können schnell Krankheiten übertragen werden. Daher sollte man Futterhäuschen regelmässig putzen. Hängendes Futter in Form einer Futterglocke oder eines Kornspenders ist hygienischer.
Richtig füttern - so geht's:
- Spatzen, Meisen und Finken: Körner und Kerne (Sonnenblumenkerne, Erdnüsse, Getreide, Samen)
- Amseln, Rotkehlchen und Zaunkönige: Weichfutter (Birnen, Äpfel, getrocknete Beeren)
- Enten: Kleine, schnabelgerechte Portionen an Land (Salat, gekochte Kartoffeln, Tomaten, Trauben, Bananen, Haferflocken)
Vogelfreundliche Gartengestaltung
Am allermeisten helfen wir den Tieren in einem naturnahen Garten, indem wir geeignete Sträucher und Stauden pflanzen, die ihnen Nahrung, Verstecke und Nisthilfen bieten. Alle Beerensträucher sind natürlich auch für Vögel geeignet, beispielsweise Johannisbeeren, Himbeeren und Brombeeren. Ein Holunderstrauch ist für viele Vögel ein Segen, denn er bietet Nistplätze, Verstecke und jede Menge nahrhafter und vitaminreicher Beeren.

Ein Holunderstrauch bietet Vögeln Nistplätze und Nahrung.
Von heimischen Sträuchern fressen viel mehr Vogelarten, insbesondere auch seltenere, die Früchte als von Exoten oder Ziersträuchern.
Beispiele für vogelfreundliche Pflanzen:
- Amelanchier ovalis (Felsenbirne)
- Aroniabeeren
- Sanddorn
- Sommer-Eberesche (Sorbus aucuparia 'Edulis')
Weitere Tipps für Vogelfreunde
- Sichere Futterstellen: Mindestens 1,5 Meter Abstand zum Boden, um Katzen und andere Raubtiere fernzuhalten.
- Trockenes Futter: Vogelfutter vor Nässe schützen, um Fäulnis zu vermeiden.
- Regelmässige Reinigung: Futterhäuschen regelmässig reinigen, um Krankheiten vorzubeugen.
- Qualitativ hochwertiges Futter: Keine Essensreste oder Brot verfüttern.
- Frisches Wasser: Bei Frost mehrmals täglich lauwarmes Wasser bereitstellen.
Tabelle: Heimische vs. exotische Pflanzen und ihr Wert für Tiere
Die folgende Tabelle zeigt beispielhaft, wie heimische Pflanzenarten im Vergleich zu verwandten Exoten den Tieren einen höheren Wert bieten:
| Heimische Pflanzenart | Verwandte exotische Pflanzenart | Wert für Tiere |
|---|---|---|
| Johannisbeere | Gojibeere | Hoch |
| Holunder | Zierholunder | Hoch |
| Eberesche | Zier-Eberesche | Mittel |