Vanillekipferl, Taler und Plätzchen: Eine Welt voller Unterschiede und Gemeinsamkeiten

Viele Rezepte wurden über Generationen hinweg weitergegeben. Ganz sicher ist in diesem Zusammenhang das Vanillegipfeli zu nennen. Diese österreichisch-deutsche Spezialität erfreut sich längst auch in Schweizer Weihnachtsstuben grösster Beliebtheit. Wir präsentieren hier ein Rezept des mehrfach ausgezeichneten Konditormeisters Thomas Heinrich.

Der Münchner empfiehlt, die noch warmen Kipferl statt in Puderzucker in selbstgemachtem Vanillezucker zu wälzen (in einem verschliessbaren Glas 1 ausgekratzte Vanilleschote in 100 g Zucker für 1 Woche stehen lassen).

Die Vielfalt der Guetzli-Welt

Die Stilpalast-Redaktion hat sich erneut auf die Suche nach den weltbesten Guetzli-Rezepten gemacht und selbst in uralten und verstaubten Backbüchern aus Urgrossmutters Zeiten gestöbert. Unsere hier präsentierten Klassiker sind unschlagbar, ebenso die neu entdeckten und modernen Exoten, wie zum Beispiel unser Amaretti-Guetzlihit und die saftigen Orangenschnittli.

Klassiker und ihre Besonderheiten

Spitzbuben: Als Kinder haben wir uns jeweils mit unseren Geschwistern darum gestritten, wer das letzte Spitzbuben-Guetzli erhält. So sehr liebten wir dieses süsse “Konfi-Sandwich”. Noch heute gehört es zu unseren Lieblings-Keksen an Weihnachten. Beim Testen verschiedener Rezepte mussten wir jedoch grosse Qualitäts-Unterschiede feststellen.

Nuss-Zitronen-Guetzli: So einfach und so gut: Dieses feuchte Guetzli mit Zitronengeschmack wird insbesondere Liebhaber von Nüssen zu begeistern wissen. Das Rezept stammt aus einem alten Backbüchlein von unserer Urgrossmutter.

Brownies: Wer kann diesen verführerischen Schokoquadraten widerstehen? Wir ganz sicher nicht, umso mehr als wir hier ganz besonders feine Brownies nach einem US-Rezept präsentieren dürfen, die den Titel “Best of the World” durchaus verdienen. Und das Schöne daran: Sie sind erst noch rasch zubereitet. Unser Tipp: Mit Glace-Holzstielen kannst du aus dem Brownieteig auch wunderschöne Keks-Weihnachtsbäume zaubern.

Weihnachtsbäume mit Frischkäse: Diese süssen Weihnachtsbäumchen sind ein echter Augen- und Gaumenschmaus. Unsere Testesser konnten gar nicht genug davon kriegen. Die Guetzli sollten am besten frisch genossen und nicht in einer Dose gestapelt werden. Du kannst aber auch die Guetzli ohne Topping in einem luftdichten Behälter aufbewahren und die Frischkäse-Verzierung erst kurz vor dem Servieren darauf verteilen.

Saftige Kokos-Makronen: Aussen knusprig und innen wunderbar saftig: Wir haben endlich das perfekte Blitzrezept für Kokos-Makronen gefunden.

Orangen-Pistazien-Hit: Schnell zubereitet und sehr köstlich: Dieses saftige Xmas-Blitzguetzli sind für alle perfekt, die es hassen, Guetzli auszustechen. Du musst für die Taler mit Orangen-Aroma und knackigen Pistazienkernen lediglich den Teig herstellen, daraus Rollen formen und im DIY-Orangenzucker wälzen, in einzelne runde Scheiben schneiden und im Ofen goldgelb backen.

Sacher-Herzen aus Österreich: Neu entdeckt haben wir diese Spezialität aus Österreich. Wer bei einer Sachertorte dahinschmilzt, wird diese Weihnachtsguetzli über alles lieben. Die fruchtige Füllung und die Schokolade sind zu köstlich, um ihnen widerstehen zu können. Die Zubereitung der Sacher Herzen dauert etwas länger.

Brabanzerl: Und gleich noch ein österreichisches Traditionsgebäck. Die Brabanzerl sind ebenfalls etwas arbeitsintensiver, aber ein echter Traum. Du wirst dafür garantiert viele Komplimente ernten - insbesondere von Schoko-LiebhaberInnen. Wir präsentieren dir hier ein altes Rezept, das uns eine Freundin aus Innsbruck aus dem Backbüchlein ihrer Grossmutter zur Verfügung gestellt hat.

Amaretti-Guetzlihit: Möchtest du Komplimente einheimsen? Dann solltest du unbedingt diese Amaretti-Morbidi in dein Guetzli-Sortiment aufnehmen. Unsere Gäste sind jeweils ganz verrückt danach. Und wir natürlich auch… Sie sind einfach und blitzschnell zuzubereiten. Du brauchst dafür nicht mal eine Küchenmaschine bzw.

Orangenschnittli: Dieses Guetzli ist ein echtes Schnittchen: herrlich im Geschmack, schön feucht und damit eine perfekte Abwechslung zu den bekannten Weihnachtskeksen.

Brunsli nach altem Traditionsrezept: Schokoliebhaber werden von diesen Brunsli begeistert sein, denn sie haben einen besonders intensiven Geschmack. Unser Lieblingsrezept (ohne Mehl), das immer bestens gelingt, stammt aus der Pâtisserie-Abteilung des weltberühmten The Dolder Grand Hotel in Zürich.

Ruth's Mandel-Knusperli: Das Rezept für diese leckeren Knusperli stammt von einer Ostschweizer Bäuerin, die das Guetzli nicht nur in der Weihnachtszeit bäckt, sondern auch unter dem Jahr.

Butterguetzli: Dieses Weihnachtsguetzli, dessen Rezept wir in einem mittlerweile vergriffenen Guetzlibuch von Betty Bossi entdeckt haben, ist nicht nur äusserst delikat, sondern lässt sich auch aufgrund seiner festeren Konsistenz perfekt in Szene setzen bzw.

Himmlische Xmas-Schokoguetzli: Wir haben lange nach einem Schoggi-Guetzli gesucht, das verboten lecker schmeckt und ganz einfach zuzubereiten ist. Da wir weder im Netz noch in Büchern ein geeignetes Rezept fanden, haben wir halt selbst eines kreiert.

Schweizer Schneeherzen: Dieses Rezept haben wir selbst kreiert. Damit verdient es das Label “Swiss Made”.

Cornflakes-Schoko-Guetzli: Diese knusprigen Guetzli sind ein Dauerhit und bei grossen und kleinen Naschkatzen äusserst beliebt.

Aprikosen-Schmaus: Diese Weihnachtsnascherei ist wunderbar herb-süss und erst noch äusserst gesund.

Zimtsterne: Kein Gewürz erinnert so stark an Weihnachten wie Zimt. Deshalb gehören auch die Zimtsterne zu den beliebtesten Weihnachtsguetzli.

Weisser Schoko-Nuss-Traum: Du bist auf der Suche nach einem Guetzli, das sehr schnell zubereitet ist und gleichzeitig verboten lecker schmeckt? Dann können wir dir diesen weissen Schoko-Traum mit Macademianüssen wärmstens empfehlen.

Lidas Nuss- und Brün-Törtchen: Als Lida in den 70er Jahren mit ihrem Mann (ein ehemaliger Eishockeystar) und ihrem kleinen Sohn aus der damaligen Tschechoslowakei in die Schweiz und später in die USA flüchtete, hatte sie nicht viel Gepäck dabei. Aber zu unserem Glück hat sie damals ihre Rezeptsammlung mitgenommen. Denn ihre Weihnachtsguetzli sind einfach unschlagbar gut. Das Rezept ihrer herrlichen Nusstörtchen hat uns Lida verraten. In einer kleinen Abwandlung werden daraus auch die superfeinen Brün-Schokotörtchen.

Chocolinchen: Unser Chocolinchen ist mit seiner edlen und sämigen Pralinenfüllung die Diva unter dem Weihnachtsgebäck.

Sablés 2.0: Dieses Guetzli liebten wir schon als Kinder über alles. Für diese Weihnachten haben wir die zarten Butterkekse nach einem alten Rezept unserer Grossmutter mit einem leicht säuerlichen Zitronenguss und mit diversen Toppings gepimpt. Besonders gut schmecken uns die Varianten mit getrockneten Himbeerstreuseln und gehackten Pistazienkernen. Der Teig wird hier übrigens in Rollen über Nacht im Kühlschrank aufbewahrt.

Totenbeinli: Der Name dieses Weihnachtsguetzlis klingt etwas morbide, aber lass dich davon nicht beirren. Es schmeckt äusserst lecker! Das Guetzli gehörte früher in der Schweiz zum weihnachtlichen Plätzchen-Grundsortiment, ist aber in den vergangenen Jahrzehnten etwas in Vergessenheit geraten. Bei uns feiert es ein Comeback, ganz zur Freude unserer Tester-/innen, die dem einfach und rasch zubereiteten Guetzli allesamt Bestnoten verliehen. Das alte Rezept stammt aus einem längst vergriffenen Guetzlibuch von Betty Bossi.

Begehrte Kokos-Kugeln: Achtung, diese kleinen Kugeln machen süchtig! Also wundere dich nicht, wenn die Beschenkten baldigen Nachschub verlangen. Die verführerische Süssigkeit aus Butterkeksen, weisser Schokolade und einem kleinen Schuss Rum ist in nur 20 Minuten hergestellt (auch für KochanfängerInnen geeignet).

Erdnuss-Konfitüre-Würfel: Wer Erdnüsse mag, wird dieses herb-süsse Gebäck lieben. Es ist sehr einfach und rasch zuzubereiten. Die Erdnuss-Konfitüre-Würfel sind übrigens auch ein beliebtes Dessertguetzli bzw.

Änisguetzli: Schwerer Magen nach einem deftigen Weihnachtsbraten? Anis soll gut für die Verdauung sein. Also darfst du dich beim Festessen zum Nachtisch bei diesem Guetzli mit gutem Gewissen bedienen. Wir präsentieren hier ein altes Basler Originalrezept.

Gefüllte Datteln: Sie komplettieren perfekt jedes Weihnachtskonfekt-Sortiment: Die mit Marzipan und Walnüssen gefüllten und mit Schokolade überzogenen Datteln.

Butterplätzchen können zu unterschiedlichen Figuren ausgestochen werden. Dann sind der Phantasie kaum Grenzen gesetzt, denn diese Plätzchen eignen sich hervorragend zum Verzieren.

Die meisten Güetzi werden aus Mürbteig hergestellt. Die einfache Forme heisst: 1-2-3. 1 Teil Zucker, 2 Teile Fett, 3 Teile Mehl - das sind die Grundzutaten. Wichtig ist, dass man den Teig nicht zu lange knetet, da er sonst bröselig wird und er sich nicht mehr gut auswellen lässt. Sollte dies doch einmal passieren, dann schnell 1-2 Eiweiss unterkneten. Um das Bröckeln des Teiges zu verhindern zuerst Fett und Zucker (am besten Puderzucker) und evtl.

Damit zum Beispiel Vanillekipferl möglichst die gleich gross geraten hier folgender Tipp - erst eine gleichmässige Rolle formen und dann immer ca. 1 cm mit dem Messer abschneiden.

Eine schnelle und optisch tolle Glasur erhält man, indem man Schokolasur schmilzt und sich aus Backpapier eine Tüte dreht. So entsteht ein ansprechendes Spritzmuster, dass sich vor allem für Taler, Spritzgebäck und doppelte Marmeladenplätzchen anbietet.

Mürbe Guetzli bleiben mindestens 3 Wochen in der Blechdose frisch. Es gibt aber auch Geschichten von versteckten Plätzchendosen, die erst im Sommer wiedergefunden wurden.

Legen Sie ein Stück Apfel dazu, um das Hartwerden zu verhindern. Ab und zu sollten Sie mal kontrollieren, ob der Apfel schimmelt. Tipp: Nehmen Sie Gebäck mit Honig ca.

Weitere Köstlichkeiten und ihre Geschichten:

  • Die Entstehung des Christstollens lässt sich fast 700 Jahre zurückverfolgen. Der weltweit berühmte Dresdner Christstollen wurde vor ca. 550 Jahren das Erste mal erwähnt.
  • Kletzenbrot, Früchtebrot oder Hutzelbrot ist ein süsses Brot, in das getrocknete Früchte und ganze Nüsse gemischt werden. Kletzen sind mit Schale getrocknete Birnen, als Hutzeln bezeichnet man Birnen, die vor dem Dörren geschält wurden. Früher wurde mit dem Backen des Früchterotes am Andreastag begonnen (30. November) und erst am Weihnachtstag angeschnitten.
  • Basler Läckerli gehören zweifellos zu den bekanntesten und beliebtesten Lebkuchen. Für einen Besuch hoher Kirchenfürsten mussten sich die Lebkücher, wie damals die Lebkuchenbäcker genannt wurden, etwas besonders leckeres einfallen lassen. In den Ratsbüchern der Basler Akten wird der Name „Läckerli“ erstmals 1720 genannt.
  • Eine weitere Schweizer Spezialität sind die Luzerner Lebkuchen, die ursprünglich einfach Honiglebkuchen waren. Anfang des 20. Jahrhunderts setzte sich die Variante mit Birnenhonig bzw. Birnendicksaft und Rahm durch, die heute als typische Zutaten zu den Luzerner Lebkuchen gehören. Es gibt kein Standardrezept und die Gewürzmischung für die süssen Teilchen wird oft streng geheim gehalten.
  • In dieser Aufzählung darf natürlich der italienische Weihnachtskuchen, der Panettone nicht fehlen. Zu Weihnachten buk man dort 3 Brote, in die der Hausherr vor dem Backen das Kreuzzeichen ritzte.
  • Einen berühmten englischen Weihnachtskuchen dürfen wir hier nicht vergessen: den Dundee-Cake. Er wird als Rührkuchen mit Farinzucker hergestellt und mit Sultaninen, Zitronat und Mandeln verfeinert.

Die weltbesten Guetzli aus aller Welt: Lust auf weitere Backinspirationen?

Geniale Weihnachtsplätzchen - einfach und schnell aus 1 Teig 9 Plätzchen

tags: #vanille #taler #platzchen