Der Fall Trois Pommes: Als Oprah Winfrey in Zürich einkaufen wollte

Die Geschichte von Trois Pommes, einer Schweizer Modeboutique, erlangte internationale Aufmerksamkeit, als die amerikanische Talkshow-Legende Oprah Winfrey während eines Besuchs in Zürich im Sommer 2013 dort einkaufen wollte. Der Vorfall, der sich in der Edelboutique ereignete, sorgte für Empörung in den US-Medien und löste eine Debatte über Rassismus aus.

Zur Hochzeitsfeier von Tina Turner und Erwin Bach Ende Juli 2013 war auch Oprah Winfrey in Zürich zu Gast. Die 59-Jährige logierte im noblen Hotel The Dolder Grand und unternahm eine Shoppingtour durch die Innenstadt. In einem Laden kam es dann zu einem Vorfall, der in den USA für Schlagzeilen sorgte.


Oprah Winfrey im Jahr 2014

Der Vorfall in der Boutique

In einem Fernsehinterview mit Larry King äusserte sich Oprah Winfrey zu den Umständen des Vorfalls. Sie erzählte, dass sie allein einkaufen gegangen sei und trotz ihrer prominenten Erscheinung in dem Laden nicht erkannt wurde. Als sie eine schwarze Tasche aus Krokodilleder im Wert von 35.000 Franken anschauen wollte, soll die Verkäuferin gesagt haben: «Nein, die ist zu teuer.»

Winfrey bestand darauf, die Tasche zu sehen, aber die Verkäuferin soll erwidert haben: «Nein, nein. Sie können sich diese Tasche nicht leisten. Sie wollen nicht die, sondern diese hier.» Die Verkäuferin habe ihr stattdessen eine kleinere Tasche angeboten, die für Jennifer Aniston kreiert worden war. Schliesslich habe Winfrey den Laden verlassen, ohne die gewünschte Tasche gekauft zu haben.

Winfrey sagte später, dass sie kurz überlegt habe, den Laden leer zu kaufen, aber es dann doch nicht tat, weil die Verkäuferin dann nur Kommissionen kassiert hätte. Die Entertainerin hätte den Laden wohl mit einem Griff in die Portokasse leer kaufen können. Das Magazin «Forbes» führt Winfrey auf seiner Liste der reichsten Menschen der Welt mit einem geschätzten Vermögen von 2,8 Milliarden US-Dollar auf Rang 503.

Reaktionen und Entschuldigungen

Nachdem der Vorfall bekannt wurde, entschuldigte sich Ladenbesitzerin Trudie Götz für das Verhalten ihrer Verkäuferin. Sie erklärte, dass es sich um ein Missverständnis gehandelt habe und die teure Tasche im Schaufenster hinter einer Sicherheitswand gestanden habe. Deshalb habe die Verkäuferin Oprah Winfrey «in die erste Etage eingeladen, um ihr ähnliche Taschen zu zeigen.» Doch Winfrey sei nicht mehr interessiert gewesen.

Die Verkäuferin selbst äusserte sich ebenfalls zu dem Vorfall und sagte, dass es ihr «furchtbar» leidtue. Sie bestritt, Winfrey aus rassistischen Gründen die Tasche nicht ausgehändigt zu haben. «Ich fragte sie sogar, ob sie die Tasche genauer anschauen wolle. Frau Winfrey hat sich nochmals im Geschäft umgeblickt, aber nichts mehr gesagt. Dann ging sie mit ihrem Begleiter in den unteren Stock. Mein Kollege hat ihnen noch die Tür aufgehalten. Sie waren nicht einmal fünf Minuten bei uns im Geschäft.»

Sie fügte hinzu, dass es «absurd» sei, dass sie gesagt haben soll, Winfrey könne sich die Tasche nicht leisten. «So etwas würde ich nie zu einem Kunden sagen. Gute Manieren und Höflichkeit sind das A und O in diesem Geschäft.»

Tina Turner als Vermittlerin

Boutique-Besitzerin Trudie Götz holte sich Hilfe bei Oprah Winfreys Freundin Tina Turner. «Ich berate mich bereits mit Tina Turner darüber, wie ich am besten vorgehen soll», sagte Götz im Interview mit der Zeitung «Schweiz am Sonntag». Sie wolle sich auf jeden Fall persönlich mit Winfrey aussprechen, brauche dafür aber die Hilfe von Turner - nur sie könne den direkten Kontakt herstellen. Die Sängerin ist sehr gut mit Götz und Winfrey befreundet, beide waren zu ihrer Hochzeit geladen.


Tina Turner

Die Reaktion der Medien und die Folgen

Der Vorfall in der Boutique Trois Pommes sorgte weltweit für Schlagzeilen und löste eine Debatte über Rassismus in der Schweiz aus. Einige Medien warfen der Verkäuferin und der Boutique Rassismus vor, während andere von einem Missverständnis sprachen.

Oprah Winfrey entschuldigte sich später öffentlich für die Aufregung, die der Vorfall verursacht hatte. Sie bestand jedoch darauf, dass ihr die gewünschte Handtasche mit dem Verweis auf weniger teure Exemplare nicht gezeigt worden sei.

Für Boutiquen-Inhaberin Götz war zu hoffen, dass die unbedachte Aussage nicht eine neue Unruhe-Welle in die Affäre bringt, denn erst am Montag hatte sich Oprah im US-Fernsehen öffentlich entschuldigt: Es tue ihr so leid, dass die Geschichte so aufgebauscht worden sei.

Die Affäre um Trois Pommes und Oprah Winfrey verdeutlicht, wie schnell ein vermeintliches Missverständnis zu einem internationalen Skandal werden kann. Sie zeigt auch, wie wichtig es ist, sensibel mit dem Thema Rassismus umzugehen und Vorurteile abzubauen.

Die Geschichte von Trois Pommes ist ein Beispiel dafür, wie ein einzelner Vorfall das Image eines Unternehmens und eines ganzen Landes beeinflussen kann. Sie erinnert uns daran, dass Freundlichkeit, Respekt und interkulturelle Kompetenz im Umgang mit Kunden unerlässlich sind.

Tabelle: Beteiligte Personen und ihre Rollen

Person Rolle
Oprah Winfrey US-amerikanische Talkshow-Legende und Kundin
Verkäuferin Mitarbeiterin der Boutique Trois Pommes
Trudie Götz Inhaberin der Boutique Trois Pommes
Tina Turner Freundin von Oprah Winfrey und Trudie Götz, Vermittlerin

Swiss Apologize to Oprah for Shopping Incident

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