Was wäre eine Party ohne gute Drinks? Egal, ob du deine Freunde mit klassischen Cocktails beeindrucken oder einfach ein bisschen Bar-Feeling nach Hause holen willst - mit diesen Rezepten bringst du Stil ins Glas! Von zeitlosen Klassikern bis hin zu eleganten Hinguckern ist für jede Gelegenheit etwas dabei. Und das Beste? Die Drinks sind nicht nur lecker, sondern auch easy nachzumixen.
Heute erleben klassische Cocktails ihr Revival. Nicht, weil wir zurück in die Vergangenheit wollen, sondern weil guter Geschmack zeitlos ist. Von raffinierten Klassikern bis zu modernen Twists - hier sind Drinks, die Stil und Charakter ins Glas bringen. Gerührt, geschüttelt und mit Genuss serviert.

Old Fashioned: Edler Klassiker
«Altmodisch», aber nie aus der Mode. Doch viele Liebhaber:innen wollten zurück zu den «guten alten Zeiten» - sie bestellten einen Whiskey-Cocktail «the old-fashioned way», also auf die ursprüngliche Art. Heute gilt der Old Fashioned als Ikone der Barkultur und wurde 2015 sogar zum offiziellen Cocktail der Stadt Louisville ernannt. In den letzten Jahren hat er durch die Mad Men-Serie nochmals einen Popularitäts-Boost bekommen, da Hauptfigur Don Draper ihn oft trank.
Zutaten:- 6 cl Straight Bourbon Whiskey von Woodford Reserve
- 2 Teelöffel Zuckersirup
- 3 Spritzer Angostura Bitter
- 2 Spritzer Orange Bitters
- Gib alle Zutaten in ein Rührglas und fülle dieses mit Eis
- Für 15 Sekunden rühren.
- Fülle ein Tumbler-Glas mit Eis.
- Seihe den Cocktail in den Tumbler ab.
- Garniere das Glas mit einer Orangenzeste.

Bloody Mary
Die bekannteste Theorie führt zurück ins Paris der 1920er-Jahre, genauer gesagt in die «Harry’s New York Bar». Dort soll Barkeeper Fernand «Pete» Petiot den Drink erstmals gemixt haben - inspiriert von russischen Gästen, die nach der Revolution in Frankreich Zuflucht suchten. Woher der Name stammt, ist ebenfalls unklar. Einige glauben, er sei von Maria I. von England inspiriert, die im 16. Jahrhundert Protestanten hinrichten liess und so den Spitznamen «Bloody Mary» erhielt. Andere behaupten, der Drink sei nach einer Schauspielerin oder einer mysteriösen Frau aus Chicago benannt. Was sicher ist: Die «Bloody Mary» wurde schnell zum Klassiker. In den 1940er- und 50er-Jahren fand sie ihren Platz auf jeder guten Cocktailkarte und wurde bald zum beliebten Brunch-Drink. Ihre würzige, herzhafte Note hebt sie von anderen Cocktails ab - und macht sie bis heute einzigartig.
Zutaten:- 6 cl Wodka
- 12 cl Tomatensaft
- 1,5 cl frisch gepresster Zitronensaft
- 3 Spritzer Worcestershire-Sauce
- 2 Spritzer Tabasco
- 1 Prise Salz
- 1 Prise schwarzer Pfeffer
- Gib alle Zutaten in einen Shaker und fülle es mit Eis.
- Für 15 Sekunden kräftig schütteln.
- Seihe den Cocktail in ein mit Eis gefülltes Longdrink-Glas ab.
- Garniere mit einem Selleriestängel und einer Zitronenscheibe.

Gin Tonic
Jahrhundert zurück. Ursprünglich wurde er nicht aus Genuss, sondern aus medizinischen Gründen getrunken. Die britischen Truppen in Indien kämpften gegen Malaria, und die einzige wirksame Prophylaxe war Chinin - ein bitterer Stoff, der aus der Rinde des Chinarindenbaums gewonnen wurde. Damit die Medizin auch geniessbar wurde, mischten die Soldaten Chinin mit Sodawasser und Zucker - heute bekannt als Tonic Water. Noch besser schmeckte die Mischung mit Gin, der bereits fester Bestandteil der britischen Offiziersrationen war. Im Laufe der Jahrzehnte wurde aus dem einstigen Heilmittel ein weltweiter Cocktail-Klassiker. Besonders in den letzten Jahren erlebte der «Gin & Tonic» eine Renaissance, mit unzähligen Gin-Sorten, aromatisierten Tonics und raffinierten Garnituren.
Zutaten:- 5 cl London Dry Gin
- 15 cl hochwertiges Tonic Water
- 1 Limettenzeste oder eine Zitronenscheibe zur Garnitur
- Fülle ein Longdrink-Glas mit Eiswürfeln.
- Giesse den Gin darüber.
- Vorsichtig mit gekühltem Tonic Water auffüllen.
- Mit einer Limettenzeste oder Zitronenscheibe garnieren und servieren.
Unser Servier-Tipp: Klassisch steckt man dem Gin Tonic eine Limettenscheibe an den Glasrand. Wer mag, gibt die Zitrusfrucht auch in den Cocktail. Modern - und damit leider nicht vintage-tauglich - ist die Beigabe einer Gurkenscheibe geworden.

Vodka Martini
In den 1950er- und 60er-Jahren begann Vodka, Gin als bevorzugte Spirituose abzulösen - ein Trend, der mit dem Aufstieg russischer und polnischer Vodka-Marken zusammenhing. Hollywood und die High Society liebten den neuen, sanfteren Geschmack, und so wurde der «Vodka Martini» zum Symbol für Stil und Raffinesse. «Geschüttelt, nicht gerührt!» - der Running Gag in jedem James Bond-Film. Und das hat einen legendären Grund: Ein Vodka Martini besteht aus grossen und kleinen Molekülen. Die Geschmacksmoleküle des Drinks sind die grossen, die Alkoholmoleküle sind die kleinen. Beim Schütteln sollen die grossen Teilchen an die Oberfläche gelangen. James Bond lässt sich also offenbar den Geschmack an die Oberfläche schütteln, weil er ein Geniesser ist. Vielleicht auch weil er immer auf dem Sprung ist und sowieso nur einen Schluck trinken kann, bevor er die Bösen jagen muss.
Zutaten:- 5 cl Vodka
- 1 cl trockener Wermut
- 1 grüne Olive zur Garnitur
- Fülle ein Rührglas mit Eis und gib Vodka sowie Wermut hinzu.
- Für 20 Sekunden sanft rühren. (Alternativ kannst du die Zutaten in einen Shaker geben und schütteln).
- Seihe den Cocktail in ein gekühltes Martini-Glas ab.
- Mit einer Olive garnieren und servieren.

Manhattan
Seine Geschichte beginnt in den 1870er-Jahren und - wie der Name vermuten lässt - in New York. Der Legende nach wurde er im exklusiven «Manhattan Club» für eine Feier kreiert, die Lady Randolph Churchill, die Mutter von Winston Churchill, veranstaltet haben soll. Ob diese Geschichte stimmt, ist unklar, doch sicher ist, dass der Drink schnell zum Favoriten der New Yorker High Society wurde. Der «Manhattan» ist ein Whiskey-betonter, eleganter Cocktail, der durch roten Wermut eine leicht süssliche Note erhält. In den 1920er-Jahren, während der Prohibition, wurde er zum Symbol für den urbanen Lifestyle. Aus Mangel an amerikanischen Spirituosen wurde der Manhatten oft mit Canadian Whiskey gemixt und in gedämpften Jazz-Bars der gehobenen Gesellschaft serviert. Bis heute gilt der «Manhattan» als Inbegriff des klassischen American Cocktails - stark, raffiniert und mit einem Hauch von Nostalgie.
Zutaten:- 4 cl Whiskey
- 2 cl roter Wermut
- 2 Spritzer Angostura Bitters
- 1 Cocktailkirsche zur Garnitur
- Gib alle Zutaten in ein Rührglas und fülle es mit Eis.
- Für 20 Sekunden sanft rühren.
- Seihe den Cocktail in ein gekühltes Martini-Glas oder eine Coupette ab.
- Mit einer Cocktailkirsche garnieren und servieren.
Servier-Tipp: Am besten serviert man einen Manhattan als Aperitif. Eine rote Cocktail-Kirsche im Glas ist ein Muss bei einem echten Manhattan.

Whiskey Sour
Jahrhundert, als Seeleute auf langen Reisen Zitronensaft verwendeten, um Skorbut vorzubeugen. In Kombination mit Whiskey und Zucker - was besser schmeckte als das Wasser damals - entstand ein erfrischender Drink, der bald auch an Land beliebt wurde. Die erste schriftliche Erwähnung des «Whiskey Sour» stammt aus dem Jahr 1862, als das Rezept in Jerry Thomas’ The Bartender’s Guide veröffentlicht wurde. In den 1920er- und 30er-Jahren wurde er zum festen Bestandteil der gehobenen Barkultur. Heute ist der «Whiskey Sour» ein zeitloser Klassiker, der sowohl puristisch als auch mit einem Hauch von Eleganz serviert werden kann - traditionell als «Boston Sour» mit Eiweiss für eine cremige Textur oder ohne für eine leichtere Variante.
Zutaten:- 5 cl Bourbon
- 3 cl frisch gepresster Zitronensaft
- 2 cl Zuckersirup oder 1 TL Rohrzucker
- Optional: 1 Eiweiss für eine cremige Konsistenz
- 1 Zitronenzeste
- Gib alle Zutaten in einen Shaker und schüttle sie ohne Eis kräftig (Dry Shake).
- Falls du den Cocktail ohne Eiweiss zubereitest: Füge Eis hinzu und schüttle nochmals für 20 Sekunden.
- Seihe den Cocktail in ein mit Eis gefülltes Tumbler-Glas ab.
- Garniere mit einer Zitronenzeste.

Tom Collins
Seine Ursprünge liegen im 19. Jahrhundert, als britische Barkeeper begannen, Gin mit Zitrone, Zucker und Sodawasser zu mischen - eine erfrischende Kombination, die besonders an warmen Tagen beliebt war. Der Drink erhielt seinen Namen vermutlich in den 1870er-Jahren während eines New Yorker Bar-Streichs, bekannt als der «Tom Collins Hoax». Gäste wurden gefragt, ob sie Tom Collins gesehen hätten, und als sie verneinten, schickte man sie in eine andere Bar, wo angeblich dieser mysteriöse Mann warten würde. Die Geschichte machte die Runde, und bald begannen Barkeeper, ihren erfrischenden Gin-Cocktail unter diesem Namen zu servieren. Heute ist der «Tom Collins» ein echter Klassiker unter den Gin-Drinks - leicht, spritzig und perfekt für alle, die es unkompliziert, aber stilvoll mögen.
Zutaten:- 5 cl London Dry Gin
- 2.5 cl frisch gepresster Zitronensaft
- 2.5 cl Zuckersirup
- 100 ml Sodawasser
- 1 Zitronenscheibe
- 1 Cocktailkirsche zur Garnitur
- Gib Gin, Zitronensaft und Zuckersirup in ein mit Eis gefülltes Highball-Glas.
- Rühre die Zutaten kurz um.
- Mit Sodawasser auffüllen.
- Mit einer Zitronenscheibe und einer Cocktailkirsche garnieren.

Cosmopolitan
Doch seine Ursprünge reichen weiter zurück. Erste Varianten tauchten bereits in den 1970er-Jahren in Bars in Miami und New York auf, als Barkeeper nach einer eleganten, aber leicht zugänglichen Alternative zu klassischen Martinis suchten. Eine der bekanntesten Versionen stammt von Toby Cecchini, einem Barkeeper aus New York, der in den 1980ern einen «Cranberry Martini» verfeinerte und so den heutigen Cosmopolitan kreierte. Die Kombination aus Vodka, Triple Sec, Limette und Cranberrysaft traf den Nerv der Zeit: feminin, stylish und dabei perfekt ausbalanciert zwischen süss, sauer und fruchtig.
Zutaten:- 4,5 cl Vodka
- 1,5 cl frischer Limettensaft
- 3 cl Cranberrysaft
- 1 cl Triple Sec
- Orangenzeste
- Eiswürfel
- Gib alle Zutaten mit den Eiswürfeln in einen Cocktail-Shaker und schüttle ihn kräftig für mindestens 20 Sekunden durch.
- Seihe den Drink über ein Barsieb in ein vorgekühltes Coupette-Glas ab, so dass die Eiswürfel im Shaker bleiben.
- Garniere das Glas mit der Orangenzeste.

The Origins of Your Favorite Cocktails
Der Martini Cocktail: Ein Klassiker
Der Martini Cocktail, ein absoluter Klassiker unter den alten Cocktail-Rezepten. Mögen das Rezept beim erstem Anblick sehr einfach und die Zubereitung simpel wirken, ist der König der Cocktails nicht ganz so einfach zu bezwingen. Obwohl dieser Drink auf fast jeder Barkarte steht, wird er meistens mit zu wenig Beachtung hergestellt. Die Einfachheit der Rezeptur lässt viele Barkeeper unsauber arbeiten. Doch genau bei solchen Drinks ist es extrem wichtig, dass alles passt.
Vorneweg: der Martini Cocktail hat nichts mit einem Martini - Martini Bianco zu tun. Also wer einen süssen Drink erwartet, wird eher enttäuscht. Doch es kommt auch immer wieder vor, dass in Bars ein Martini Cocktail mit süssem Wermut gemixt wird.
Ein Martini Cocktail wird grundsätzlich in einem Rührglas zubereitet und ohne Eis serviert. Deswegen ist es sehr wichtig, dass sowohl das Rührglas wie auch das Martini Glas mit Eis vorgekühlt werden. Bevor ich mit der Zubereitung beginne, giesse ich das Schmelzwasser unbedingt ab.
Oft wird der Dry Martini zu trocken serviert. Damit das nicht passiert, wende ich folgenden Technik an: Zum Eis im Rührglas gebe ich etwas trockenen Wermut dazu. Ich rühre das Ganze einige Male um und schütte den Wermut wieder aus. Das verbleibende Eis ist so ausreichend mit trockenem Wermut benetzt. Nun der Gin. Der Barkeeper sollte den Gin den er verwendet sehr gut kennen oder den Gast nach seiner Wahl fragen. Der Geschmack vom Gin ist entscheidend für einen guten Martini. Manche sind zu bitter andere zu süss oder haben ein zu starkes Kräuteraroma. Ich persönlich mag den Drink mit einem klassischen Dry Gin - zum Beispiel einem London No.3. Mindestens 6 cl Gin benötigt ein guter Martini. Dieser Cocktail muss richtig kalt sein, man darf sich also etwas Zeit lassen und den Drink richtig kalt rühren. Danach den Drink, ohne Eis, in das vorgekühlte Martini Glas umschütten.
Wichtig: die Oliven müssen immer kurz unter dem Wasser abgewaschen werden, es geht um die Olive und nicht um das Öl. Das gilt auch für die Zitronenzeste. Wenn eine Zeste von einer ungewaschenen Zitrone verwendet wird, riecht man das im Drink sofort heraus.
Oft wird der Martini als König der Cocktails bezeichnet. Ich frage mich, ob ein so einfacher Drink ein König sein kann. Wahrscheinlich ist aber genau dies das Beeindruckende. Sicher ist, dass die Geschichte des doch sehr alten Klassikers erstmals im Bar-Tenders Guide von Meistermixer Jerry Thomas 1862 veröffentlich wurde.
Der Martini Cocktail sich demnach über die Zeit gewandelt. James Bond haben wir eine weitere Version vom Martini zu verdanken. Ian Fleming erfand den Vesper Martini für seine Romanfigur James Bond im Buch Casino Royale. Eine Variante mit Gin, Vodka und Kina Lillet. Dieser Drink wird kräftig auf Eis geschüttelt und immer mit einer Zitronenzeste dekoriert.
Martinez Cocktail
Der Martinez Cocktail gilt als Vorbild und Inspirationsquelle zahlreicher ikonischer Drinks, darunter der Martini in seinen vielfältigen Varianten. In der Geschichte der Mixologie spielt der Martinez eine zentrale Rolle, nicht zuletzt, weil er den Übergang von zuckerbasierten Cocktails zu Vermouth-kombinierten Mischgetränken markierte.
Erstmals in der Fachliteratur erwähnt wurde der Martinez 1884 von O.H. Byron, doch seine Entstehung liegt bereits in den 1870er Jahren, zeitgleich mit dem Manhattan Cocktail. Die genaue Herkunft des Martinez liegt im Nebel der viktorianischen Barkultur des 19. Jahrhunderts, weshalb zwei rivalisierende Legenden über seine Entstehung kursieren.
Die eine geht auf Jerry Thomas zurück, den legendären Bartender des Occidental Hotel in San Francisco, der 1862 angeblich einen Gast namens Julio Richelieu mit einem „Drink nach Martinez“ bediente.
Die klassische Rezeptur des Martinez besteht aus Gin, süßem Wermut (auch als Sweet Vermouth bezeichnet), Maraschino-Likör und ein paar Tropfen Cocktailbitter. Das Mischverhältnis ist meist 1:1 zwischen Gin und süßem Wermut, wobei Maraschino in geringer Menge als süße und aromatische Note hinzugefügt wird. In einigen Rezepten wird statt Gin auch Genever verwendet, eine Gin-Variante mit intensiverem Geschmack und Wacholdernoten, die in den 19. Jahrhundert noch verbreiteter war.
Die Zubereitung des Martinez ist in ihrer klassischen Form relativ einfach, erfordert jedoch die Verwendung von hochwertigen Zutaten und einer gewissen Präzision. Die Grundtechnik besteht darin, alle alkoholischen Komponenten in ein Rührglas zu geben, auf Eiswürfeln zu kaltrühren und anschließend durch einen Strainer in ein gekühltes Cocktailglas zu abseihen. Ein Cocktailshaker ist nicht unbedingt erforderlich, da alle Zutaten alkoholisch sind und sich gut auf Eis vermischen. Ein Jigger wird empfohlen, um die genaue Menge an Gin, Wermut und Maraschino zu messen. Bei der Verwendung von Bittern sind Dashes (kleine Tropfengaben) üblich. 2-3 Dashes aromatischer Bitter (z. B.
Die Rezeptur variiert geringfügig je nach Quelle. Einige Rezepte empfehlen 60 ml Gin, andere 30 ml, wobei die Verwendung von Maraschino-Likör optional sein kann. Der Gin ist die Grundlage des Martinez und entscheidet maßgeblich über das Aromenprofil des Cocktails. In der historischen Rezeptur wurden englische Gin-Sorten wie Old Tom Gin bevorzugt, die durch ihre mildere Wacholdernote und etwas süßere Komponente charakterisiert sind. Old Tom Gin, wie Hayman’s oder Ransom, eignet sich besonders gut, da sie den historischen Rezepturen am nächsten kommen.
Der süße Wermut verleiht dem Martinez eine cremige Textur und eine süße, herb-würzige Note. Wermut (Vermouth) ist ein aromatisierter Wein mit verschiedenen Kräutern, Blüten und Gewürzen. Qualitativ hochwertige süße Wermuts wie Carpano Antica Formula oder Punt e Mes sind empfehlenswert, da sie die Aromen des Martinez gut ergänzen.
Der Maraschino-Likör stammt aus der Region um Triest und wird aus getrockneten Maraschino-Kirschen hergestellt. Er ist süß, aromatisch und verleiht dem Martinez eine cremige Textur sowie eine leichte Kirschnote. In der historischen Rezeptur war der Maraschino-Likör jedoch ein fester Bestandteil, und viele Bartender empfehlen heute noch, ihn nicht wegzulassen.
Cocktailbitter sind in winzigen Mengen hinzugefügt und verleihen dem Martinez eine feine Bitternote, die die süße Komponente ausbalanciert. Aromatische Bitter, wie Angostura oder Boker’s, sind üblich.
Der Martinez gilt als direkter Vorfahre des Martini, der im Laufe der Zeit immer trockener wurde und sich schließlich als „Dry Martini“ etablierte. Ein Beispiel ist der „Marguerite Cocktail“, der 1904 von Stuart’s Fancy Drinks beschrieben wurde und aus Plymouth Gin, Dry Vermouth und Orange Bitters besteht.
Der Dry Martini, wie wir ihn heute kennen, besteht aus London Dry Gin und trockenem Vermouth. Er ist klarer, trockener und weniger süß als der Martinez. Der Dry Martini wurde in den frühen 1900er Jahren populär und etablierte sich als einer der ikonischsten Cocktails der Welt.
In der zeitgenössischen Mixologie erfährt der Martinez eine Renaissance, da Old Tom Gin und verschiedene Vermouths wieder an Popularität gewonnen haben. Ein Beispiel ist die Interpretation von Jim Meehan (PDT, New York), der sich eng an die klassische Struktur hält, jedoch hochwertige Produkte verwendet. Sein Martinez besteht aus Old Tom Gin, süßem Wermut, Luxardo Maraschino und Bittertropfen.
Ein weiteres Beispiel ist die Interpretation von Joaquín Simó (Pouring Ribbons), der den Martinez mit aromatischer Tiefe betont. Er verwendet fassgereiften Ransom Old Tom Gin, Punt e Mes, Luxardo Maraschino und Jerry Thomas Bitters.
Diese modernen Interpretationen zeigen, dass der Martinez nicht nur historisch relevant ist, sondern auch in der heutigen Bartkultur eine Rolle spielt. Trotz der Existenz zahlreicher moderner Cocktails bleibt der Martinez ein fester Bestandteil der klassischen Barkarte.
Im Gegensatz zum Martini, der sich durch seine Einfachheit und Minimalismus auszeichnet, ist der Martinez ein komplexes Aromenbild, das sich durch die Kombination aus Gin, süßem Wermut und Maraschino-Likör definiert. In vielen Bars und Cocktail-Locations wird der Martinez heute wieder entdeckt und in modernen Varianten serviert.
Der Martinez Cocktail ist mehr als nur ein historisches Rezept - er ist ein Meilenstein in der Entwicklung der modernen Bartkultur. Seine Entstehung im 19. Jahrhundert markiert den Übergang von zuckerbasierten Cocktails zu Vermouth-kombinierten Getränken und hat den Weg für den Martini und seine zahlreichen Varianten geebnet.
Die Zubereitung des Martinez ist einfach, erfordert jedoch die Verwendung von hochwertigen Zutaten und eine gewisse Präzision. Die Vielfalt an modernen Interpretationen zeigt, dass der Martinez nicht nur historisch relevant ist, sondern auch in der heutigen Bartkultur eine Rolle spielt.
Die Bedeutung von Gin in der Cocktailgeschichte
Gin was considered one of the frequently used basic spirits in the 19th century, along with brandy, whiskey and rum. Jerry Thomas' "Bar Tenders Guide" mentions gin as a possible spirit for a gin cocktail that would be called "Gin Old Fashioned " today. As with most recipes from this period, one should bear in mind that dry gin became popular relatively late, at least in the USA.
At the latest since the first sacrosanct combination of gin with vermouth, the juniper spirit hardly had to worry about its once bad reputation. Gin played the leading role in Martini, Martinez, Bronx Cocktail and Bijou Cocktail, which emerged during this period. As a very easy-to-produce spirit (cue Bathtub Gin), it was also drunk when it was actually forbidden. Even after Prohibition, gin was popular, but after a few decades it was increasingly squeezed by vodka (Vodka Martini anyone?).
A cocktail that can already be called a classic (even though it was only invented 12 years ago) is the Gin Basil Smash. The freshness of the basil together with the aromas of the gin are in perfect balance with acidity and sweetness. It is not uncommon for gin to be enjoyed neat - which is not surprising given today's qualities (and prices). The gin range is currently growing particularly strongly due to so-called flavoured gins. The wide range of gins on offer has also revived the classic gin cocktails.
Twenty years ago, if you ordered a gin & tonic in a Swiss bar, you got Gordon's, Bombay if you were lucky, mixed with Schweppes. Two different drinks and that was it. Today there are more combinations than bars in Switzerland.