Swing Raclette Gerät von Stöckli im Test: Traditionelles Raclette-Erlebnis für Zuhause

Raclette wie beim Profi, das versprechen die grossen Racletteöfen. Ein solcher Ofen wurde getestet, und das Ergebnis: Man will gar nicht mehr zurück zum Raclette mit Pfännli.

Die Racletteverkäufer sind stets die Rettung an Weihnachtsmärkten: Sie spannen die halben Käselaibe unter eine Heizschlange und servieren Raclette, so wie es sein sollte, nämlich als tellerfüllende Portion mit brauner Kruste. Tatsächlich ist diese Urform des Raclette die einzig richtige.

Raclette im Tischöfeli mag ja eine tolle Partyvariante sein, der Käse wird aber nie so cremig und gleichzeitig perfekt überbacken aus den kleinen Pfännchen herausflutschen. Vor ein paar Wochen war der Autor im Wallis und hat von der lokalen Biokäserei einen halben Laib Raclette mitgenommen, und bat das Team zum «Raclette Tuesday».

Während Tischöfen in sämtlichen Formen, Farben und Designs zu finden sind, sind Racletteöfen für halbe Käselaibe keine Bijous. Sie scheinen zu sagen: «Ich bin hässlich, aber ich kann's.» Das zeigt sich auch bei der Funktion der Öfen: Kein optionaler Tischgrill, keine Regler für Temperatur, das sind Öfen für Raclettepuristen - alles andere ist Käse.

In diesem Test wurde das Modell «TTM Ambiance» gewählt, in dem sich ein halber Käselaib einspannen lässt.

Aufbau und Inbetriebnahme

Der Zusammenbau des Ofens ist denkbar einfach: Die Halterung für den Käse schraubt man auf das dafür vorgesehene Gewinde, dann montiert man den eigentlichen Ofen mit einer simplen Handschraube. Einstecken, Schalter umlegen und schon heizt der Ofen auf. Die Käsehälfte schraubt man - wie in einem Schraubstock - in den Käsehalter, bis sie sitzt. Dann kann's schon losgehen.

Ein halber Käse, in der Halterung befestigt.

Die Zubereitung: Akkordarbeit gefragt

Das ist kein Gerät für Schnarchnasen. Sobald die Käsehälfte zirka zwei Zentimeter unter der Heizung platziert ist, dauert es nur etwa eine Minute, bis man das Raclette runterschaben kann. Wer die Maschine bedient, kann kaum mitessen. Eigentlich ist das Akkordarbeit: Man dreht die Halterung aus der Hitze, kippt den Käse an, streicht ihn weg, schneidet die gebratene Rinde weg und dreht den Käse wieder in die Hitze.

Etwas umständlich ist die Höhenverstellung: Weil die Käsehalterung an einem langen Gewinde befestigt ist, muss man jeweils den ganzen Käse ein paar Mal herumdrehen. Gross gestört hat das System aber nicht. Eher schade ist, dass kein spezielles Raclettemesser beigelegt wurde. Man musste mit einem gewöhnlichen Messer abschaben und die Rinde abschneiden.

Resultat: Ein kleines Schlachtfeld.

In der Theorie funktioniert der Racletteofen sehr gut, auch in der Praxis ist das Abschaben dank des Kippmechanismus ziemlich einfach... solange noch genügend Käse eingespannt ist. Wenn sich das geschmolzene Gold aber dem Ende zuneigt, wird das Käseschaben zum Spiessrutenlauf: Der weiche Käse ist dann schwierig im Schraubstock festzumachen. Hier sind die kleinen Racletteöfeli weitaus sauberer.

Der Hersteller sollte sich dazu etwas ausdenken, damit der Käselaib auch bis zum letzten Stück verzehrt werden kann. Übrigens funktioniert dieser Ofen nicht nur mit runden Käsen. Auch Raclette im Block kann man zubereiten - auch dort zeigen sich dieselben Probleme.

Mondlandschaft: Am Schluss wird's schwierig.

Das Raclette-Erlebnis: Qualität statt Vielfalt

In dieser Maschine kann man nicht zehn verschiedene, exotische Raclettearten machen, sondern nur eine. Aber muss man denn wirklich immer Raclettekäse mit getrockneten Mangostücken, japanischen Bergpilzsprösslingen oder argentinischen Heublumen drin haben? Eine Raclettesorte reicht vollkommen, wenn sie gut ist. Und Raclette gelingt in einer solchen Maschine einfach besser.

Es bekommt eine bessere Kruste, schmilzt gleichmässiger und ist cremiger. Und auch der Abwasch ist nicht viel aufwändiger als bei den Pfännli. In einer Welt, in der es Spülmaschinen mit Fondue-Raclette-Programm gibt, sowieso!

Hau rein: Raclette, wie Gott es erschuf.

Fazit: Lohnt sich die Anschaffung?

Also nur noch Raclette aus der Maschine? Das kommt drauf an: Wenn man oft Raclette für weniger als vier Personen zubereitet, dann lohnt sich ein grosser Racletteofen nicht. Wenn man aber eine grosse Familie hat oder nur für Gäste Raclette macht, dann ist ein Ofen die beste Anschaffung. Das Raclette wird besser und man spart Geld, weil Käse am Stück günstiger ist.

Technische Daten des Swing Raclette Geräts von Stöckli:

Eigenschaft Wert
Leistung 470 W
Besonderheit Käseträger ist um 360° frei schwenkbar
Zusatzfunktion Antihaft-beschichtete Alugussplatte für Grillen

Das Leben ist schliesslich zu kurz für schlechtes Raclette. Und: Wer braucht schon eine Tischgrillfunktion?

How to Entertain Friends with the Raclette Grill | Food 101 | Well Done

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