Viele lieben den traditionellen Christstollen, aber nicht jeder mag die typischen Zutaten wie Orangeat, Zitronat, Rosinen oder Sultaninen.
Beliebt weil einfach - Quarkstollen Rezept aus der DDR, mit dem du schnell Stollen backen kannst

Warum ein Stollen ohne Hefe und Quark?
Ein Stollen, der aus Quarkteig besteht, muss nicht Wochen vor den Festtagen gebacken und gelagert werden. Er ist schnell zubereitet und kann auch sofort verzehrt werden. Dieses Rezept ist ideal für alle, die spontan Lust auf einen leckeren Stollen haben oder die traditionellen Zutaten nicht mögen.
Zutaten und Zubereitung
Hier ist ein einfaches Rezept für einen Nussstollen ohne Hefe und Quark:
Zutaten für den Teig:
- Mehl
- Zucker
- Butter
- Milch
- Ei
Zutaten für die Nussfüllung:
- Gemahlene Nüsse
- Zucker
- Butter
- Milch
- Ei
Zubereitung:
- Die trockenen Zutaten für die Nussfüllung in einer Schüssel vermischen.
- Butter und Milch erhitzen und zusammen mit dem Ei zu den trockenen Zutaten geben.
- Alle Teigzutaten in die Schüssel der Knetmaschine geben und 4-5 Minuten verkneten.
- Jeden Teigling auf eine Größe von ca. 25×30 cm ausrollen und die Nussmasse aufstreichen.
- Dann das obere Teigviertel bis zur Mitte einklappen, das untere Teigviertel ebenso zur Mitte klappen und dann einmal zusammenklappen und fest andrücken.
- Die Stollen auf einem mit Backpapier ausgelegtem Backblech auf die 2. Schiene von unten in den Ofen schieben und ca. 40-45 Min. backen.
- Gleich nach dem Backen noch warm mit flüssiger Butter bepinseln und mit Puderzucker bestreuen.
Wer einen großen Stollen backen möchte, muss eine Backzeit von ca. 55-60 Min. einplanen.
Variationen und Tipps
- Schokoladenstollen: Für eine schokoladige Variante können Sie Schokostückchen in den Teig geben.
- Marzipanstollen: Füllen Sie den Stollen mit Marzipanrohmasse für eine besonders feine Note.
- Champagnerstollen: Verwenden Sie Champagner statt Rum oder Wein, um die Sultaninen einzuweichen.
Die Geschichte des Stollens
Kaum zu glauben: Über den Christstollen, der vielen das Wasser im Munde zusammenlaufen lässt, ist schon heftig gestritten worden. Den Stollen selbst zu backen, liess man sich nicht nehmen, und zwar schon im November. Denn dieses süsse, dicke Backwerk voller leckerer Zutaten musste zuerst lange im kühlen Kämmerchen ruhen, bis es kurz vor Weihnachten - oder in einigen Familien erst am 1. Weihnachtsfeiertag - angeschnitten wurde.
Die Zutaten für einen guten Stollen haben es nämlich in sich: Neben Mehl, Milch, Eiern sowie Hefe und Gewürzen braucht man eine gehörige Menge Butter. Fürs Stollenbacken musste man sich genug Zeit nehmen, vor allem fürs gründliche Kneten des Teigs. Und nach dem Backen während der Ruhezeit - noch nicht genug der Kalorien - muss der Stollen zweimal mit flüssiger Butter bestrichen und reichlich mit Puderzucker bestreut werden. Wir als Kinder haben den Stollen ebenso genossen wie die Erwachsenen.
Am Anfang war der Stollen allerdings ein Fastengebäck: 1474 tauchte er auf der Rechnung eines sächsischen Hospitals auf und bestand aus weiter nichts als Mehl, Hefe und Wasser, war also wirklich ein Brot. Ein Jahrhundert früher schon hatten die Bäcker in Naumburg an der Saale das Privileg erhalten, ein ähnliches Brot zu backen.

Die Entwicklung des Stollens vom Brot zum süssen Kuchen mussten sich Bäcker und Geniesser übrigens von der katholischen Kirche erbetteln: Die zuständigen Kirchenbehörden besassen die Kompetenz, den Bäckern zu erlauben, dem Stollenteig Butter und weitere süsse Zutaten hinzuzufügen. Da Butter während der Fastenzeit verboten war, hätte man teures, aber «stinkendes» Öl verwenden müssen.
Dresdner Stollen: Ein Qualitätssiegel
Dresdner Stollen sind klassische Weihnachtsartikel und als geografische Herkunftsangabe geschützt, d.h. beim Deutschen Patentamt eingetragen. Sie dürfen nur von Backwarenherstellern in Dresden oder der näheren Umgebung in Verkehr gebracht werden. Man unterscheidet nach den Details der Zutaten Echter Dresdner Stollen, Echter Dresdner Christstollen und Original Dresdner Christstollen.
Gemäss dem Dresdner Stollen Schutzverband werden Dresdner Stollen nur von 150 Bäckereien und Konditoreien nach überlieferten Rezepturen handgefertigt. Traditionsgemäss ist der Dresdner Stollen ein 4-Pfund-Stollen. In dieser Grösse entfaltet er seinen köstlichen Geschmack am besten. Auch der 3-Pfund-Stollen erfreut sich mittlerweile grosser Beliebtheit. Es werden aber auch 2-Pfund-Stollen und sogar 750-Gramm-Stollen angeboten.
Um den Stollen vor dem Austrocknen zu schützen, wickelt man ihn in ein Leinentuch und bewahrt ihn in einer Holzwanne im Keller auf. Oder man stellt ihn in der Originalverpackung auf den Balkon. Die Lagertemperatur sollte dabei zwischen 3 und 10 Grad liegen. Luftfeuchtigkeit von ca. 70% ist ideal. Der Dresdner Stollen sollte nicht frisch konsumiert werden sondern mit 2-4 Wochen Alter. Man schneidet ihn von der Mitte aus auf. Um das Austrocknen der erhaltenen zwei Hälften zu vermeiden, schiebt man diese zusammen.
Qualitätsmerkmale des Dresdner Stollens:
- Dresdner Stollen enthalten mindestens 3 kg praktisch wasserfreier Fette, davon mindestens 50% Milchfett auf je 10 kg Mehl oder Stärken.
- Es werden mindestens 7 kg Trockenfrüchte, bevorzugt Rosinen, auch Zitronat und Orangeat, und mindestens 1 kg Mandeln zugefügt.
- Nach dem Backen muss der Stollen mindestens 3 Wochen kühl lagern, ehe er den feuchten und festen Zustand erhält und schmeckt.
- Ein echter Dresdner Stollen enthält nie Marzipan.
Stollenvielfalt: Von Mohn bis Champagner
Neben dem klassischen Christstollen gibt es viele weitere Varianten, die sich durch ihre besonderen Zutaten auszeichnen:
- Mohnstollen: Enthält mindestens 20 kg Mohn mit handelsüblichem Feuchtigkeitsgehalt auf 100 kg Getreideerzeugnisse oder Stärken.
- Quarkstollen: Enthält mindestens 40 kg Speisequark oder die entsprechende Menge Quarktrockenprodukte und mindestens 20 kg Butter auf 100 kg Getreideerzeugnisse oder Stärken.
- Champagnerstollen: Enthält statt Rum oder Wein echten Champagner, in dem die Sultaninen über Nacht getränkt werden.
- Rotweinstollen: Hier wird statt mit Wasser oder Milch ein Teig aus trockenem Rotwein bereitet. Auch die Sultaninen werden über Nacht in Rotwein mariniert.
Neue Sorten sind zum Beispiel Champagnerstollen, Orangen Cointreau-Stollen, Rotweinstollen oder Marzipanstollen. Alternative Zutaten sind dann zum Beispiel Schokostückchen im Teig. Diese Backwerke werden zumeist als Schokostollen oder in kleinerer Stückgrösse als Kinderstollen verkauft.
Haltbarkeit und Lagerung
Ich denke ein Mittelmaß von 4 Wochen schön eingewickelt in Folie und kühl gelagert sollte machbar sein, ich wickle meine immer in Klarsichtfolie ein und vacuumiere.
Tabelle: Qualitätsmerkmale verschiedener Stollenarten
| Stollenart | Besondere Merkmale |
|---|---|
| Echter Dresdner Stollen | Mind. 200 g Mandeln auf 1000 g Getreideerzeugnisse |
| Echter Dresdner Christstollen | Mind. 40 kg Butter und 70 kg Trockenfrüchte auf 100 kg Getreideerzeugnisse |
| Marzipanstollen | Füllung aus Marzipan- bzw. Persipanrohmasse |
| Mohnstollen | Mind. 20 kg Mohn auf 100 kg Getreideerzeugnisse |
| Quarkstollen | Mind. 40 kg Speisequark und 20 kg Butter auf 100 kg Getreideerzeugnisse |
Ob klassisch oder modern, mit oder ohne Hefe und Quark - der Stollen ist und bleibt ein beliebtes Gebäck in der Weihnachtszeit. Probieren Sie doch einmal unser einfaches Rezept für einen saftigen Nussstollen ohne Hefe und Quark und genießen Sie die festliche Zeit!