Ob in den Gassen Barcelonas oder in einer geselligen Runde zu Hause - Tapas stehen für unkomplizierten Genuss und mediterranes Lebensgefühl. Ähnlich den Mezedes aus dem östlichen Mittelmeerraum bieten Tapas eine riesige Bandbreite an Aromen und Zubereitungen. Hochwertige, aber einfache Zutaten stehen dabei im Mittelpunkt, und auch fleischlose Varianten sind fester Bestandteil der Tapas-Kultur.
Das spanische Fingerfood kannst du schnell und einfach selber machen, zudem macht das unkomplizierte Teilen der kleinen, feinen Häppchen einfach Spass. Damit auch dein Tapas-Abend zum Erfolg wird, haben wir dir hier unsere besten Tipps und Rezepte zusammengestellt.
Tapas verkörpern ein Lebensgefühl. In Spanien gehören sie fest zur Esskultur und sind tief im gesellschaftlichen Leben verwurzelt. Ob in einer belebten Bar in Madrid oder einer kleinen Bodega in Andalusien - Tapas werden oft im Stehen genossen, begleitet von einem Glas Wein, Sherry, Portwein oder einem erfrischenden Tinto de Verano (Mischung aus Rotwein und Zitronenlimonade).

Was sind Tapas?
Tapa heisst so viel wie Deckel, Abdeckung. Einige führen die Bezeichnung auf einen Brauch zurück, der in andalusischen Tavernen üblich war: Um die Fruchtfliegen abzuhalten, sollen die Gäste ihre Sherry-Gläser mit Brotscheiben zugedeckt haben. Die Gastwirte sollen dann damit begonnen haben, das Brot mit kleinen Snacks zu beschweren. Und schon bald wurde es üblich, den Sherry mit einer Tapa zu servieren.
Tapas bedeutet also nichts anderes als Deckel mit etwas obendrauf. Noch heute dienen die Tapas vielfach als Deckel: Weil sie in Spanien meistens im Stehen gegessen werden, sieht man sich oftmals gezwungen, seinen Teller aufs Glas zu stellen.
Im Baskenland heissen die kleinen Häppchen übrigens Pintxos oder Pinchos.
Auf Deutsch spricht man neben dem spanischen Tapas auch oft von Häppchen.
Unter dem Begriff Tapas versteht man mittlerweile nicht mehr nur die appetitlichen spanischen Häppchen, sondern Fingerfood aus aller Welt. So können sich auf einem Tapas-Buffet sowohl italienische Antipasti und orientalische Mezze als auch kreative Snacks aus verschiedenen Küchen vereinen - Hauptsache, man kann sie so unkompliziert zusammen geniessen wie die kleinen Vorspeisen aus Spanien.
In Spanien ist das Tapas-Essen ein Ritual. Vor dem Mittag- oder Abendessen schlendert man von Bar zu Bar und gönnt sich zum Sherry, Wein oder Bier immer wieder ein Häppchen. Zuweilen ersetzen die appetitlichen Häppchen auch die Hauptmahlzeit. Die Angebotspalette ist gross: Kalte Tapas wählt man an der Theke, warme Tapas bestellt man ab der Schiefertafel. Manche Tapas-Bars haben sich auf bestimmte Zutaten oder Gerichte spezialisiert.
Das Tapas-Essen funktioniert am besten, wenn sich mehrere Leute viele verschiedene kleine Gerichte teilen. So kannst du von allem etwas probieren, ohne gleich einen ganzen Teller davon essen zu müssen. Und wenn du ein Tapas-Gericht nicht so gerne magst, findet sich in der Runde bestimmt jemand, dem es schmeckt.
Eigentlich die meisten! Viele Tapas werden zwar warm zubereitet, aber sie können genauso gut kalt gegessen werden. Wer die kleinen Häppchen heiss vorzieht, hält sie bei 60 Grad im Ofen warm oder wärmt sie kurz vor dem Servieren noch einmal auf.
Und ein weiterer Pluspunkt: Für viele der Tapas-Gerichte braucht man nicht lange in der Küche zu stehen. Sie sind superschnell und einfach gemacht- aber meistens ebenso schnell gegessen, weil sie einfach so gut schmecken!
Typische Tapas-Gerichte
Neben den bekannten typischen Tapas-Gerichten, die in praktisch allen spanischen Tapas-Bars angeboten werden, findet man auch oft regionale Spezialitäten.
Hier eine Auswahl der beliebtesten Tapas:
- Patatas bravas oder alioli: gebratene Kartoffeln mit scharfer Tomatensauce oder Knoblauch-Mayonnaise.
- Aceitunas: Oliven, z.B. gefüllt mit Mandeln oder Sardellen.
- Almendras: Mandeln, geröstet und gesalzen.
- Pan con tomate: geröstetes Weissbrot mit Tomatenwürfeln.
- Gambas al ajillo: gebratene Crevetten mit Chili und Knoblauch.
- Tortilla: spanische Omelette mit Kartoffeln und Gemüse.
- Albóndigas con salsa de tomate: Fleischbällchen mit Tomatensauce.
- Calamares a la romana: frittierte Tintenfische.
- Champiñones: Champignons mit Knoblauch.
- Pimientos de Padrón: gebratene Paprikaschoten mit Knoblauch.
- Empanadas: Teigtaschen mit einer Hackfleisch- oder einer Gemüse-Füllung.
- Serrano- oder Ibérico-Schinken: luftgetrockneter Schinken vom weissen bzw. iberischen (schwarzen) Schwein (Pata Negra).
- Papas arrugadas: Kartoffeln (Gschwellti) mit Salzkruste.
- Ajo blanco: kalte Mandelsuppe mit Knoblauch und evtl. Trauben.
- Queso manchego: Manchego-Käse (Hartkäse aus Schafmilch).
- Chorizo: grobkörnige, mit Knoblauch und Paprika gewürzte Schweinswurst.

Tortilla und Serrano- oder Ibérico-Schinken dürfen auf keinem Tapas-Buffet fehlen.
Es gibt aber noch weitere typische spanische Tapas-Gerichte, die auf keinem Tapas-Buffet fehlen dürfen. Hier 6 Ideen für kalte und warme Gerichte für deinen Tapas-Abend:
- Patatas bravas! Spanische Backkartoffeln mit Aioli dazu Pimientos de Padrón, Oliven, Rucola und getrocknete Tomaten
- Albondigas! Hacktätschli in pikanter Peperonisauce dazu knusprige Ofen-Drillinge
- Spanischer Flammkuchen mit Argentinos dazu Pimientos de Padrón
- Knusprige Empanadas mit Peperoni-Mais-Füllung dazu Petersilien-Dip
- Spanischer Kartoffelsalat mit selbst gemachter pikanter Mojo Rojo
🇪🇸 6 spanische Tapas Rezepte - einfach, schnell und lecker zubereitet 🇪🇸
Was ist typisch spanisches Essen?
Neben dem Nationalgericht Tortilla, das auf dem Tapas-Buffet nicht fehlen darf, gibt es viele weitere typische Gerichte, die wir von spanischen Restaurants und Spanien-Ferien kennen.
Die ursprüngliche Version der Paella soll aus Valencia kommen. Inzwischen gibt es aber unzählige Varianten. Ob man zum Safranreis Poulet, Kaninchen, Fisch, Meeresfrüchte und/oder Gemüse beigibt, ist den Vorlieben der Köchin bzw.
Die traditionelle kalte Suppe aus püriertem Gemüse ist ein beliebtes Sommergericht. Die gebrannte Creme mit der knackig-süssen Caramelkruste ist das beliebteste spanische Dessert. Am einfachsten kriegt man den Caramel mit einem Bunsenbrenner hin. Das Brühteig-Gebäck wird in Spanien gerne zum Frühstück oder als Snack gegessen.
Die leicht scharfe Sauce aus Katalonien wird mit Tomaten, Knoblauch, gerösteten Mandeln und Chili zubereitet.
In ganz Spanien werden gerne deftige Eintopfgerichte mit Hülsenfrüchten, Würsten, Speck, Schinken und Gemüse gegessen.
Aus Madrid kommt ein Suppeneintopf (Cocido madrileño) mit Kichererbsen, Blutwürsten, Poulet, Speck, Chorizo, Serrano-Schinken, Weisskabis, Kartoffeln, Rüebli und Nudeln. Er wird in drei Gängen serviert: Zuerst gibt es die Suppe mit den Nudeln, dann das Gemüse und zum Schluss das Fleisch und die Würste.
Im Norden von Spanien kocht man den Bohneneintopf Fabada. «All i oli» (franz. Aïoli) bedeutet auf Katalanisch Knoblauch und Öl. Die spanische Mayonnaise besteht denn auch nur aus diesen zwei Zutaten plus Salz und ist ziemlich scharf. Sie enthält keine Eier und ist deshalb lange haltbar. In Spanien wird Allioli mit Brotals Vorspeise gegessen. Sie passt aber auch zu Schmortöpfen mit Gemüse und Hülsenfrüchten oder zu Fisch.
Hier eine kleine Tabelle, die die Anzahl der Tapas pro Person für ein gelungenes Abendessen aufzeigt:
| Anzahl der Personen | Anzahl der Tapas |
|---|---|
| 1-3 | 4-6 |
| 3-4 | 6-8 |
| 3 | 9-12 |
| Jede weitere Person | + 3-4 |
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