Paprika überwintern: So bringen Sie Ihre Pflanzen sicher durch den Winter

Paprika Pflanzen sollten in keinem Hausgarten fehlen. Die knackigen, gesunden Schoten (eigentlich Beeren) lassen sich auf viele verschiedene Arten zubereiten und sind immer ein Genuss: frisch als Snack oder im Salat, gedünstet, gegrillt, als Gemüsebeilage oder in Sossen. Paprika aussäen und ernten macht besonders viel Freude. Die leuchtend-sonnigen Farben des Fruchtgemüses machen schon beim Anschauen Appetit und gute Laune. Die form- und farbenreichen Gemüse-Paprikas (botanisch Capsicum annuum) schmecken herrlich fruchtig, und stecken voller Vitamin C. Das gilt auch für die kleinen Schwestern der Gemüse-Paprikas, den Chilis, die zusätzlich Schärfe bereitstellen.

Paprika überwintern? Klingt im ersten Moment etwas seltsam, schliesslich sind die exotisch anmutenden Gewächse ja eher als einjährige Pflanzen bekannt. Dies ist allerdings ein Irrtum, denn eigentlich sind sie mehrjährig - jedoch nicht winterhart. Um sie dennoch auch im Folgejahr kultivieren zu können, benötigen sie ein wenig Hilfe. Die folgenden Tipps helfen Ihnen und Ihren Paprika Pflanzen, die kalte Jahreszeit zu überstehen.

Glücklicherweise ist es nicht besonders schwierig, Paprika Pflanzen zu kaufen und anzubauen: kennen wir die Ansprüche und Wünsche der Pflanzen, so können wir diese erfüllen und werden am Ende mit einer reichen Ernte belohnt.

Paprika überwintern: So gelingt es ganz sicher!

Standort und Bedingungen für Paprika Pflanzen

Paprikapflanzen lieben Sonne und Wärme. Chili Pflanzen gedeihen überall dort, wo es schön warm ist - also auch in heimischen Gärten beziehungsweise auf Balkonen. Ja, das kann man sich kaum vorstellen, doch die exotisch anmutenden Gewächse können durchaus auch in Ländern kultiviert werden, die gemeinhin nicht als tropisch oder zumindest dauerhaft warm gelten. Damit der Anbau jedoch erfolgreich ist, gilt es einige diesbezügliche Tipps zu beachten.

Abgesehen von Auberginen gibt es kein anderes Gewächs, welches derart wärmeliebend ist wie Paprika. Der Standort sollte idealerweise vollsonnig und windgeschützt sein und - wenn möglich - vor einer Südwand gelegen. Im Freiland sollten die Jungpflanzen unbedingt auf schwarze Mulchfolie gepflanzt werden, die zu einer früheren und schnelleren Bodenerwärmung führt.

Bei uns in Mitteleuropa sterben Paprikapflanzen schnell an Kälte, wenn sie zu früh ins Freiland gesetzt werden. In Frühjahr und Herbst kämpfen sie mit der Dunkelheit an kurzen Tagen. Sie brauchen mindestens 8 Stunden Sonne am Tag, besser 12 Stunden. Ausserdem benötigen sie konstant viel Wärme, mit über 20°C an allen Tagen ihrer Entwicklung. Temperaturen unter 20°C führen zu Wachstumsstörungen. Ein sonniger Balkon ist der optimale Standort für deine Paprikapflanzen im Topf. Das Mauerwerk speichert die Wärme des Tages, und gibt sie auch nach Sonnenuntergang in die Umgebung ab. Hier hat der Balkon als Standort für deine Paprika im Topf sogar Vorteile zum Paprika Anbau im Freiland.

Paprika im Topf anbauen

Paprika pflanzen im Topf, für den Anbau auf dem Balkon oder Terrasse? Das gelingt ganz einfach mit den passenden Paprika-Sorten für Topf oder Kübel. Wir möchten dir zeigen, wie einfach es ist, das tropische Fruchtgemüse ohne Garten oder Gewächshaus zu ernten. Die richtigen Standortbedingungen wie ausreichend Sonne, Wärme und Feuchtigkeit liefern du und dein Balkon. Das Know How und die Pflanzen liefern wir dir hier bei Lubera: Bei uns kannst du im Frühjahr Paprikapflanzen kaufen , die auf dem Balkon gelingen.

Wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind, können Paprika Pflanzen auch im Kübel auf dem Balkon kultiviert werden. Das Pflanzgefäss muss ein Volumen von mindestens 10 l haben; je grösser es ist, desto besser. Unten müssen Löcher sein, durch die überschüssiges Wasser abfliessen kann. Nicht nur für Tomaten, sondern auch für Paprika eignet sich die Sackkultur hervorragend. Diese ist zum einen platzsparend und kann auch auf engstem Raum - sprich: auf kleinen Balkonen - durchgeführt werden.

Paprikapflanzen benötigen einen Topf von mindestens 10l Volumen. Paprikapflanzen lieben eine gut drainierte, humusreiche Erde. Du kannst für Paprika im Topf sehr gut unsere Fruchtbare Erde Nr.

Aussaat und Anzucht

Du kannst deine Paprikapflanzen selbst aussäen. Das Fruchtgemüse hat eine lange Kulturdauer von der Aussaat bis zur Ernte. Daher beginnen wir mit einer recht frühen Aussaat ab Ende Februar. Während der Keimung und in den ersten Wochen der Entwicklung mag es der Paprikasämling hell, warm und feucht. Optimal ist eine Keimtemperatur von 25°C. Während der Keimung sollte die Temperatur nie unter 22°C liegen.

Bevor man sich an die eigentliche Paprika Aussaat macht, sollten die Samen hierfür präpariert werden. In der Zwischenzeit wird ein Zimmergewächshaus mit Anzuchterde gefüllt. Alternativ können auch Pflanzschalen oder kleine Töpfchen verwendet werden, wobei diese dann mit einer Folie abgedeckt werden müssen.

Sind die Samen eingeweicht, werden sie auf das Substrat gestreut und dünn mit Erde bedeckt. Als Faustregel gilt hierbei: doppelt so tief einsetzen, wie sie gross sind. Das Substrat wird nun angedrückt und anschliessend gründlich angegossen. Die Anzuchtschale mit der Haube abdecken beziehungsweise die Gefässe mit durchsichtiger Folie überziehen - und ab geht´s an einen warmen Ort. In den folgenden Wochen muss die Erde immer leicht feucht gehalten werden. Haben die jungen Paprika Pflanzen eine Höhe von etwa 5 cm erreicht, werden sie vorsichtig in Einzeltöpfe umgepflanzt; der warme Standort ist nach wie vor unabdingbar.

Mancherorts wird empfohlen, die Kultur bei 18° C anzusetzen. Wir sagen: das ist für Paprika definitiv zu kalt! Ideal sind Temperaturen um 25° C. Die Keimdauer von Paprika Samen beträgt 15-20 Tage.

Um die Keimung zu beschleunigen, kannst du die Paprikasamen vor der Aussaat 2 - 3 Stunden in Wasser vorquellen lassen. Gute Erfahrungen werden auch mit Kamillentee oder wässrige Knoblauch-Auszüge statt Wasser gemacht. Nutze ein Zimmergewächshaus, oder stülpe eine Haube aus durchsichtigem Material wie Glas oder Plastik über die Aussaatgefässe. Wenn die kleinen Pflänzchen eine Höhe von 5 cm erreicht haben, müssen sie pikiert und in kleine Einzeltöpfe umgesetzt werden. Dabei empfiehlt es sich, nur die kräftigsten Pflanzen zu behalten.

Für alle, die ihren Pflänzchen optimale Anzuchtbedingungen bieten möchten, haben wir im Lubera-Sortiment eine besonders hochwertige Anzuchtlampe. Sie verhindert, dass sich die frisch gekeimten Capsicum annuum-Sämlinge nach dem Licht strecken und Geilwuchs entwickeln. Paprikapflanzen, die auf der Fensterbank zu dunkel gestanden haben, entwickeln sich später schlechter.

Samen gewinnen

Es ist sehr gut möglich, aus eigenen Paprikaschoten Samen zu gewinnen. Doch dieses Procedere ist nur bei Früchten aus dem eigenen Garten sinnvoll. Es sollten möglichst keine Paprika aus dem Supermarkt zur Samengewinnung verwendet werden; falls doch, dann bitte nur in BIO-Qualität.

Paprika Samen befinden sich im Inneren der Schote an einer Art Fruchtstempel. Dieser wird mithilfe eines Teelöffels vorsichtig entfernt und auf ein Küchenpapier gelegt. Nun werden die Samen mit dem Löffel von dem Stempel abgeschabt und auf dem Küchenpapier ausgebreitet. So verbleiben sie etwa fünf Tage an einem sonnigen Platz, wo sie trocknen können.

Pflege der Paprika Pflanzen

Die Pflege der Paprika Pflanzen ist nicht besonders schwierig. Capsicum benötigt ein feuchtes Substrat, um gut gedeihen zu können - und zwar immer. Nun kann man leider nicht eine grosszügige Wassergabe auf einmal geben, da diese Staunässe begünstigen kann. sinnvoller ist es, während der Vegetationszeit die Pflanzen mehrmals täglich zu giessen. Wie auch Tomaten gehören Paprika zu den Starkzehrern und haben demzufolge einen hohen Nährstoffbedarf.

Paprika düngen.Paprika düngen ist für jeden Hobbygärtner ganz einfach. Mit unseren Tipps werden die Naturschätze aus dem eigenen Garten hervorragend schmecken. Durch eine regelmäßige richtige Düngung wird die Paprikapflanze besonders schöne Früchte tragen. Dieser kann nur durch regelmässiges Düngen gedeckt werden; Fachleute sprechen auch davon, dass Paprikapflanzen regelrecht «gefüttert» werden müssen.

Im Frühsommer fängt die Paprikapflanze an zu blühen. Ab jetzt steigt ihr Nährstoffbedarf beträchtlich, und du beginnst mit dem Düngen. Verabreiche mit Beginn der Blütezeit alle zwei Wochen einen Dünger, der die Fruchtbildung unterstützt. Wir raten dir beim Paprika Düngen zu unserem Frutilizer® Instant Bloom Kübelpflanzendünger aus dem Lubera Sortiment. Stelle mit ihm eine Düngelösung her, indem du 1 Messlöffel (20 g) in 10 Liter Wasser auflöst. Nach der Blüte brauchen die jungen Pflanzen vor allem für die Ausbildung ihrer Früchte ausreichend Dünger.

Als "Königsblüte" einer Paprikapflanze wird jene Blüte bezeichnet, die in der ersten Y-Verzweigung der Pflanze entsteht. Mit der Bildung dieser Blüte, heisst es oft, verlangsame die Pflanze ihr Wachstum. Bei großfruchtigen Gemüsepaprika-Sorten scheinen sich die Pflanzen nach dem Ausbrechen der "Königsblüte" erst einmal stärker zu verzweigen, statt sofort viel Kraft in die Ausbildung einer Frucht zu stecken.

Schneiden notwendig?

Ganz ehrlich: wozu sollte man Paprika Pflanzen schneiden? Es wird nur zu einer üppigen Ernte kommen, wenn die Gewächse genügend Volumen bilden können. Dies bedeutet für uns Hobbygärtner: Seitentriebe werden nicht entfernt oder ausgegeizt! Nie. Doch wer nun meint, er könne sich entspannt zurücklehnen, der irrt sich: es gibt durchaus ein Pflanzenteil, welches entfernt werden muss, und zwar die Königsblüte.

Diese entsteht in der Achsel zwischen dem Haupttrieb und der ersten Verzweigung. Wird sie entfernt, regt dies die Pflanze zu mehr vegetativem Wachstum an; sie bildet dadurch insgesamt mehr Volumen, Blüten und Früchte aus.

Ernte und Lagerung

Das A und O beim Ernten der Schoten ist ein fürsorglicher Umgang mit den Pflanzen. Werden sie schonend, fast zärtlich behandelt, kann man immer und immer wieder nachernten. Wichtig ist, dass auch während des Heranreifens der folgenden Früchte das Giessen und Düngen keinesfalls eingestellt werden darf.

Eine reife Paprika erkennt man ganz einfach an der schönen roten Farbe. Es sollten nur wirklich reife Früchte geerntet werden, jedoch kann es Ausnahmen von dieser Regel geben: hängt eine Pflanze derart voll, dass ihre Triebe abzubrechen drohen, ist es sehr empfehlenswert, die eine oder andere unreife - also grüne - Paprika zu ernten.

Idealerweise werden die Schoten mit einem sauberen, scharfen Messer oder einer ebensolchen Schere abgenommen. Ein Rupfen oder Zupfen kann zu Verletzungen an den Pflanzenteilen führen, was man ja ganz bestimmt nicht möchte. Gelegentlich wird empfohlen, die Paprika einfach abzudrehen. Auch davon ist abzuraten: der Stiel wird sich nicht zwingend so behandeln lassen und sich im schlimmsten Fall von der Schote lösen. Dies wiederum ist nicht erwünscht, da eine Trennung der beiden zwangsläufig eine Öffnung an der Frucht mit sich bringen würde.

Unter perfekten Umständen kann man die ersten Paprika bereits Mitte Juli ernten; für gewöhnlich ist dies jedoch erst ab August der Fall. Je nach Witterung zieht sich die Ernte bis in den Oktober hinein. Wer in der glücklichen Lage ist, ein Gewächshaus zu besitzen und seine Paprika im Kübel kultiviert hat, kann die Gefässe Mitte Oktober in dieses Quartier umsiedeln.

Der erste Gedanke ist für gewöhnlich: ab in den Kühlschrank. Dies ist jedoch nicht unbedingt der beste Aufenthaltsort, da es dort schlichtweg zu kalt ist.

Überwinterung

Ein ganz klares Nein. Paprikapflanzen werden einjährig kultiviert und werden demzufolge nicht überwintert. Soll die Paprikapflanze mehrjährig kultiviert werden, muss sie vor Frosteinbruch ins Haus geholt werden.

Willst du im Herbst noch unreife Früchte ausreifen lassen? Dann sollte die Pflanze auf eine helle Fensterbank umziehen. Hier kann sie sogar überwintern. Wenn du deine Pflanzen überwintern möchtest, wird es spätestens bei unter 10 Grad wichtig, sie vom Garten ins Haus zu holen. Hell und kühl sollte der Winterstandort sein. Zwischen 10 und 15 Grad ist optimal. Giesse regelmässig, aber nicht zu viel. Die Pflanzen dürfen nicht komplett austrocknen, aber zu nass ist schädlicher als eher trocken. Je nach Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit kann der Wasserbedarf sehr unterschiedlich sein. Du musst unter deinen Bedingungen austesten, wie hoch der Wasserbedarf ist.

Haben die Chili-Pflanzen gut überwintert, dann gilt es im Frühjahr, sie umzutopfen. Die alte Erde wird entfernt und ersetzt und die Pflanze erhält ein grösseres Gefäss. Mitte Mai kann sie wieder raus in den eigenen Garten.

Gleich, ob im Beet oder einem Topf gepflanzt - bevor es richtig kalt wird, graben Profis ihre Chili-Pflanzen aus. Die Wurzeln werden grob eingekürzt und die Erde bestmöglich entfernt. Dies verhindert, dass Schädlinge wie Trauermücken oder die Weisse Fliege mit ins Haus getragen werden, die bei wärmeren Innenraumtemperaturen schlüpfen. Schnell wachsende Sorten zu überwintern, beispielsweise Jalapenos, lohnt sich meist nicht. Die frühe Aussaat gleicht den Vorsprung der überwinterten Pflanze schnell aus.

Schädlinge und Krankheiten

Unsere Lubera® Paprikapflanzen sind sehr robust und resistent gegenüber den meisten Krankheiten. Dies bedeutet jedoch nicht, dass sie komplett von unerwünschten Besuchern in Form von Schädlingen heimgesucht werden können: Blattläuse beispielwiese sind sehr angetan von den frischen, saftigen Blättern und Trieben, so dass es durchaus vorkommen kann, dass sie an ihnen knabbern. Der Einsatz von Insektiziden ist jedoch weder notwendig noch sinnvoll.

Neben den Blattläusen schauen gelegentlich Rote Spinnen vorbei. Ihre Anwesenheit lässt sich daran erkennen, dass auf den Blättern kleine Einstichlöcher zu sehen sind. die Spitzen der betroffenen Blätter verfärben sich dunkel. Im späteren Stadium kommt es zu einer Wölbung und zum Abfall dieser Blätter. Auch Rote Spinnen müssen nicht chemisch bekämpft werden.

Sortenempfehlungen

Unsere Gemüse-Paprikasorten 'Yolo Wonder', 'Red Bull's Horn', 'Roter Augsburger', 'Ungarischer Wax' und 'Californian Wonder' werfen sogar im Topf eine gute Ernte mit aromatisch-fruchtigen Gemüse-Paprikas ab - vorausgesetzt, sie werden in einem grossen Topf angebaut und mit einem Pflanzstab unterstützt.

Am besten eignen sich für den Anbau im Topf allerdings die Paprikasorten mit kleinen Früchten, wie die bei Paprika 'Snack Mix' und Freilandpaprika 'Sweet Chocolate'.

Wenn du bei Lubera Gemüsepflanzen kaufst, erhältst du robuste Sorten, die sich in Mitteleuropa für die Freilandpflanzung eignen. Das ist bei Paprika Sorten nicht selbstverständlich, denn ein Grossteil der hier erhältlichen Sorten sind für den professionellen Anbau im Gewächshaus gezüchtet. Mit unseren Freilandsorten ist sogar eine Kübelkultur sehr erfolgreich.

Die würzig-scharfe Freilandpaprika 'Würzpaprika Fresno' ist Gemüsepaprika und Chili in einem. Sie bilden früh reifende Früchte an gesunden Pflanzen aus. Praktisch jede Sorte gedeiht in unseren Breitengraden.

Chili Anbau

Foto: themacx/ iStock / Getty Images PlusChilis können auch Garten-Anfänger ganz einfach anbauen! Nur ein paar wenige Dinge solltest du beachten: Chili solltest du erst im Mai anpflanzen, wenn der letzte Frost vorbei ist. Es spielt keine Rolle, ob die Pflanze auf dem Balkon oder im Gartenbeet wächst: Das Wichtigste ist ein sonniger Standort und nährstoffreiche Erde.

Chilis kannst du als Setzlinge kaufen und direkt anpflanzen, du kannst aber auch die Samen setzen und die Pflanze selber anziehen. Chilis zu pflanzen ist nicht sonderlich kompliziert. Gepflanzt wird üblicherweise ab Mitte Mai, wenn der letzte Frost vorbei ist.

Die Schoten brauchen viel Nährstoffe, am besten eignet sich daher eine Gemüseerde. Wichtig ist auch, dass du die Pflanze regelmässig mit organischem Dünger versorgst. Für Setzlinge solltest du ein Gefäss ab 10 Liter Erdvolumen pro Pflanze wählen. Am Anfang dürfen es auch kleinere Töpfe sein. Bedenke aber, dass es mehrjährige Pflanzen sind.

Chilis kannst du auch mit Samen anbauen. Wenn du gern in warme Länder reist, dann bring deine Samen einfach aus dem Urlaub mit. Samen exotischer, besonders scharfer Sorten bekommst du im Fachhandel oder bei diversen Tauschbörsen. Die Anzucht sollte zwischen Februar und März passieren, damit die Pflanzen ab Mai bereit sind, um ins Freie gesetzt zu werden. Bevor die Samen gepflanzt werden, sollten sie ein paar Stunden in lauwarmes Wasser gelegt werden. Danach kannst du sie in Anzuchttöpfchen mit Anzuchterde pflanzen. Zum Keimen brauchen die Pflanzen einen hellen Standort und etwa 20 Grad. Von der Aussaat bis zur Reife der Schoten dauert es etwa 70 bis 80 Tagen. Übrigens: Chili-Samen kannst du von frischen oder von getrockneten Chilis gewinnen. Chili kannst du als Setzlinge kaufen und anbauen. Es gibt sie im Frühjahr in jedem Gartencenter zu kaufen.

Alle Chili-Sorten eignen sich als Zimmerpflanzen. Achte darauf, dass du eine Sorte wählst, die nicht zu gross wird. Ein Vorteil von einem Standort im Innern, ist die gleichbleibende Temperatur. Allerdings brauchen die Früchte einen hellen Standort und eine hohe Luftfeuchtigkeit. Am besten du besprühst die Pflanze regelmässig mit Wasser. Ein Nachteil an der Indoor-Haltung ist die fehlende natürliche Bestäubung durch Insekten. Dem kannst du nachhelfen, indem du die Pflanzen mit einem Pinsel von Blüte zu Blüte selber bestäubst.

Chilis im Pflanzgefäss. In Frage kommen zum Beispiel Habanero oder Royal Black. Wichtig ist, dass deine Chilis einen schön sonnigen Standort bekommen. Der Vorteil von Pflanzgefässen betrifft das Überwintern: Sobald die Temperaturen sinken, kannst du sie in die Wohnung nehmen.

Auch hier solltest du auf eine möglichst sonnige Lage achten. Zudem mögen sie lockeren, nährstoffreichen Boden, der im Idealfall einen leicht sauren pH-Wert hat. Chilis schätzen es, wenn du sie gelegentlich düngst. Gut geeignet ist flüssiger Gemüsedünger. In Sachen Wasser sind sie nicht sonderlich anspruchsvoll und die Erde darf auch mal austrocknen. Gross pflegen musst du sie also nicht. Die Pflanzen gedeihen auch im europäischen Garten gut, werden allerdings nicht so gross und kräftig wie in der südamerikanischen Heimat. Ein Gewächshaus kann helfen, denn sie mögen es heiss mit hoher Luftfeuchtigkeit.

Wenn Chilis reif werden, ändern die meisten ihre Färbung von grün zu rot. Einige Sorten behalten ihre grüne Farbe oder werden mit Absicht grün geerntet, weil sie dann schärfer sind. Verwende zur Ernte der kleinen Früchte ein Messer oder eine Schere, um die Schote nicht zu verletzen. Tipp: Chilis kannst du auch nicht voll ausgereift ernten und in der Küche verarbeiten. Sie sind dann im Geschmack nicht ganz so scharf und aromatisch wie die reifen Schoten.

Während der Ernte kannst du auch Samen zur Aussaat im nächsten Jahr gewinnen. Schneide dazu eine Schote auf, entnimm die Samen mit einem Teelöffel und lass sie gut trocknen. Wichtig: Verwende nur die Samen von reifen Früchten für die Anzucht, die anderen sind nicht fähig zu keimen.

Hell und kühl sollte der Winterstandort sein. Zwischen 10 und 15 Grad ist optimal. Giesse regelmässig, aber nicht zu viel. Die Pflanzen dürfen nicht komplett austrocknen, aber zu nass ist schädlicher als eher trocken. Je nach Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit kann der Wasserbedarf sehr unterschiedlich sein. Du musst unter deinen Bedingungen austesten, wie hoch der Wasserbedarf ist.

Wer Chilis haben möchte, hat eine riesige Auswahl an Formen, Farben und Schärfegraden. Gerade die Schärfe der Früchte könnte unterschiedlicher nicht sein. So gibt es Chilis in fruchtig-mild, die selbst Ungeübte verspeisen können. Am anderen Ende der Skala warten derart scharfe Früchte, die nur wirklich geübte und erfahrene Züchter essen können. Grundsätzlich gilt, dass Exemplare mit dickerer Schale eher milder sind als solche mit dünner Haut. Aber das ist auch lediglich eine Richtschnur und wer Schärfe nicht gewöhnt ist, wird auch so manchen Vertreter der fleischigen Peperoncini als unerträglich empfinden.

Bei den Früchten reichen die Farbvarianten von weiss über gelb, orange, rot, pfirsichfarben bis dunkel-violett, braun und schwarz. So reichen die Farbvarianten von weiss über gelb, orange, rot, pfirsichfarben bis dunkel-violett, braun und schwarz. Alleine diese Farbgebung macht die Chili-Pflanzen zu attraktiven, dekorativen Gewächsen. Hinzu kommt eine schöne Formenvielfalt, die von kleinen, tropfenförmigen über kugelrunde, lange dünne bis hin zu kegelförmigen Früchten reicht.

Als Chili werden im allgemeinen Sprachgebrauch die schärferen Früchte der Paprikapflanze (Capsicum) bezeichnet. Die unterschiedliche Schärfe der verschiedenen Sorten Zuchtformen wird durch Capsaicin hervorgerufen. In der Schweiz heissen die feurigen Früchte (die, wie bei allen Nachtschattengewächsen, eigentlich Beeren sind) Peperoncini. Im Gegensatz zum fleischigen, milden Gemüsepaprika, in der Schweiz Peperoni genannt, sind die Pfefferschoten der verschiedenen Chilisorten deutlich kleiner und meist spitz und leuchten, je nach Reifegrad, in vielen Färbungen von grün über gelb bis feuerrot. Auch violette Exemplare sind bekannt. Frisch oder getrocknet verleihen Chilischoten jedem südländischen Essen die nötige Würze. Weitere Bezeichnungen der rassigen Sorten sind Spanischer Pfeffer oder Cayennepfeffer.

Gemessen wird die Schärfe von Chilischoten in Scoville, abgekürzt SHU. Dabei sind 1000 SHU noch wirklich harmlos, denn die schärfste bekannte Chili der Welt, die Carolina Reaper, bringt es auf 1,6 Mio. SHU. Dagegen erscheint beispielsweise die bekannte Tabasco-Sauce wie eine Süssspeise. Andere, richtig höllisch-scharfe Früchte liefernde Pflanzen heissen unter anderem Scotch Bonnet oder stammen aus der Naga- oder Bhut Joloka-Familie. Diese sind allerdings wirklich nur etwas für erfahrene Züchter. Viele andere Sorten landen schärfemässig im Mittelfeld, erträglicher, auch für den Laien, wird es mit dem klassischen spanischen Bratpaprika Pimentos de Padron (werden grün gebraten oder gegrillt mit etwas Olivenöl, Knoblauch und mit Salz abgeschmeckt. Rot und ausgereift sind sie wieder deutlich schärfer!), Bishop’s Crown, Glockenchili, Lemon Drop, Bolivian oder Jalapeno.

Das breite Sortiment kann sich jeder auch selbst zulegen und gerade letztere sind für (normal) würzige Gerichte, zum Trocknen, für Salz und Saucen sehr gut geeignet. Aber auch hier ist die Schärfeeinschätzung und -Wahrnehmung relativ. Leichter einzuschätzen ist der Schärfegrad mit einer vereinfachten Angabe, die viele Samenhändler angeben. Diese Skala reicht von 0 - 10+++. Bis zur Nummer 5 könnte man die Schärfe noch erträglich nennen. Allerdings wird diese Skala den schärfsten Exemplaren nicht so wirklich gerecht.

Schärfegrad Scoville (SHU) Beispiele
Mild 0-1000 Gemüsepaprika, Pimentos de Padron (grün)
Mittel 1000-5000 Jalapeno
Scharf 5000-50.000 Cayenne, Tabasco
Sehr Scharf 50.000-300.000 Habanero, Scotch Bonnet
Extrem Scharf 300.000+ Naga Jolokia, Carolina Reaper

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