Der Cosmopolitan: Mehr als nur ein Cocktail aus "Sex and the City"

Die HBO-Serie «Sex and the City» machte den Cosmopolitan weltweit berühmt. Dank des aktuellen 90s-Booms wird man ihn bestimmt auch in der Serienfortsetzung «And Just Like That…» entdecken. Doch was steckt hinter dem Drink in Pink?

Die Lichter New Yorks, jazzige Musik und Freundinnen, die mit einem pinkfarbenen Cocktail im Martini-Glas auf die Liebe und das Leben anstossen. Wer den Lifestyle der Protagonistinnen nachahmen wollte, konnte sich vielleicht keine Stilettos von Manolo Blahnik leisten, einen Cosmopolitan jedoch schon.

Ein Cosmopolitan Cocktail mit Limettenkeil

Cosmopolitan Cocktail Zubereitung (Original-Rezept) | für Anfänger geeignet

Was steckt im Cosmopolitan?

Der Cosmopolitan gehört, wie auch der Margarita, zu den New Orleans Sours. Das sind Cocktails, die als Zuckerquelle Orangenlikör nutzen. In ihm finden sich zudem Zitronenvodka, Limettensaft, Cranberrysaft und Triple Sec, etwa Cointreau. Wer nicht extra Zitronenvodka kaufen möchte, kann den Cosmo auch einfach zusammen mit einem Stück Zitronenzeste und einem gängigen Vodka mixen.

Seine Bedeutung in «Sex and the City»

Versucht man herauszufinden, weshalb ausgerechnet der Cosmopolitan genauso berühmt wurde wie «SATC» selbst, hält sich eine Theorie wacker. Lauren Garroni, Co-Betreiberin des Instagram-Accounts «Every Outfit on SATC» sieht den Cosmopolitan dagegen als Symbol für Sexualität und Power - als weibliches Pendant zu Alphamännchen James Bond und seinem Martini. Der Cosmo symbolisiert für sie New Yorker Alpha-Girls in ihrer eigenen Welt, mit eigenen Regeln.

SATC-Protagonistin Carrie in der Folge «Plus One Is The Loneliest Number»

Die Geschichte des Cosmopolitan

Kurz nachdem der Wodka Absolut Citron 1985 in den USA auf den Markt kam, soll Cheryl Cook in ihrer Bar The Strand in Miami Beach den ersten modernen Cosmopolitan mit Zitronenvodka, Triple Sec, Rose’s Lime Juice und Cranberrysaft gemixt haben. Aber auch Bartender Toby Cecchini wird als Erfinder zitiert. Er habe das Cocktail-Rezept von einem Vorläufer, der in einer LGBTIQ-Bar in San Francisco beliebt war und mit Granatapfelsirup zubereitet wurde, adaptiert und mit der Triple Sec Marke Cointreau angepasst. In der New Yorker Bar Odeon in Tribeca, in der er damals arbeitete, bestellten ihn die Stammgäste - darunter Madonna und Andy Warhol.

Der Ursprung des Cosmopolitans

Zum ersten Mal tauchte der Cocktailname bereits in einem Barbuch von 1934 auf. Diese Urversion mit Gin hat bis auf die Farbe aber nichts mit dem Cosmopolitan der 80er gemeinsam, der durch den Barboom der 1990er Jahre zum beliebtesten Cocktail der Londoner und New Yorker Szene-Bars wurde. Als Lieblingsgetränk von Carrie, Miranda, Samantha und Charlotte aus der damals ikonischen Serie wurde er dann auf der ganzen Welt bekannt. Mittlerweile gibt es etliche Abwandlungen des Cosmopolitans, die etwa Himbeer- statt Cranberrysaft oder wieder den Gin statt Vodka nutzen.

Das erste Mal in «Sex and the City» zu sehen war der Cosmopolitan übrigens in der zweiten Folge der zweiten Staffel von 1999 mit dem Titel «Die schreckliche Wahrheit». Während Carries Geburtstags-Dinner sieht man den pinken Cocktail auf einem Tisch neben Samantha und Stanford stehen.

Der Cosmopolitan und die Barkultur heute

Cocktails werden wichtiger - auch im Restaurant. Früher war die Sache klar: Hier die Restaurants, dort die Cocktailbars. Allmählich wird klar, dass beides auch sehr gut zusammenpasst. Cool gemixte Drinks kann man in einem eigenen Bereich geniessen, aber wer selbige zum Essen am Tisch geniessen will (wahlweise auch als Apéro oder nach dem letzten Gang), kann dies immer öfter tun.

Auch alkoholfreie Getränke erhalten die Bedeutung, die ihnen zusteht. Ausnahmen gibt es ja schon heute: Restaurants, in denen man aus einer ganzen Karte voller Drinks wählen kann, die mit Fruchtsäften und Kombucha, mit Essenzen und Molke, mit Ingwer und Gewürzen, aber ohne Alkohol zubereitet wurden und sich perfekt an die Speisen anschmiegen. 2022 werden immer mehr Wirte merken, dass dies nicht genügt.

Alkoholfreie Cocktailvariationen

Der Trend zu alkoholfreien Cocktails

Es ist das Jahr, in dem ein befreundeter Sommelier eine Flasche alkohol­freien Rosé in die Hand drückt. In dem ich von Bars höre, die seit einiger Zeit mehr Cocktails ohne Alkohol verkaufen als mit. In dem der Duden das Wort «Mocktail» aufnimmt und die gross vermarktete Netflix-Serie «Emily in Paris» von der zunehmenden «sober curiosity» erzählt: Menschen erkunden, wie es ist, nüchtern zu bleiben da, wo sie sonst getrunken hätten.

Margot Lecarpentier kreiert seit 2017 für ihre Pariser Bar Combat alkohol­freie Cocktails, die gleich schmecken wie ihr Pendant mit Alkohol. Im vergangenen Frühling ernannte sie Alain Ducasse, der sternereichste Gourmet­koch der Welt, zur Cheffe Cocktail seiner Restaurants in Paris, New York, Tokio, im Schloss von Versailles, im National­museum von Katar und anderswo. Wenn eine weiss, wie es geht, dann sie.

Lecarpentier spricht nicht von «Mocktails». Der Begriff stammt vom englischen Verb to mock ab, was so viel heisst wie «imitieren» oder «verhöhnen». Damit wäre der Cocktail ohne Alkohol «ein Plagiat von schlechter Qualität», sagt sie, eine mindere Kopie eines alkoholischen Cocktails. «Moi, je dis ‹cocktail sans alcool›.»

Es erlaubt ihnen eine andere Perspektive: Sie verzichten nicht auf Alkohol, sie erlauben sich das Alkoholfreie.

Die Bedeutung des Glases

Rund 2000 Gläser werden am Wochenende im Grand Hotel Les Trois Rois in Basel täglich gebraucht. Im Barbereich gibt es 25 verschiedene Glastypen - alle von renommierten Glasherstellern wie Schott-Zwiesel oder Riedel -, Wein- und Schaumweingläser nicht mitgezählt.

Nicht aus jedem Glas schmeckt der Cocktail gleich. «Es gehört zum Fachwissen des Bartenders, den Cocktail oder den Drink im richtigen Glas zu servieren», so Thomas Huhn. Doch er hält fest, dass nicht immer nötig sei, eine grosse Anzahl verschiedener Gläser zu haben. «Es kommt immer auf das Konzept der Bar an. Viele Gläser lassen sich im Drinkbereich universell einsetzen.»

Welcher Drink in welches Glas passt, hängt gemäss Thomas Huhn von dem ab, was gerade im Trend ist. So servierte man lange Zeit Schaumwein ausschliesslich in Cüpli-Gläsern. «Heute fragt man den Gast, wie er ihn serviert haben möchte», so Thomas Huhn. «Viele bevorzugen heute das Weinglas, weil der Schaumwein besser zur Geltung kommt.» Aber nicht nur beim Schaumwein, sondern bei allen Getränken gilt: Jedes kann in einem anderen Glas mit verschiedener Öffnung anders munden.

Die Vielfalt der Cocktailgläser

Verschiedene Cocktailgläser und ihre Verwendung

Hier eine Übersicht über einige wichtige Cocktailgläser:

  • Martiniglas: Für Dry Martini, Manhattan
  • Cocktailschale (Coupette): Für Shortdrinks von Daiquiri bis Blood and Sand
  • Tumbler: Für Negroni, Gin Basil Smash, Old Fashioned, jegliche Art von Sours mit Eis oder Whiskey on Ice
  • Ballonglas (Copa-Glas): Für Gin-Tonic-Variationen
  • Longdrinkglas: Für Mojito, Bloody Mary, Dark and Stormy, Cuba Libre
  • Weinglas: Für alle Arten von Weinen
  • Schaumweinglas: Für alle Arten von Schaumweinen
  • Nosingglas: Für Cognac, Armagnac, Calvados, Tequila oder Rum pur
  • Mulebecher: Für alle Arten von Mules
  • Becherglas: Für Signature Cocktails der einzelnen Bars, Eigenkreationen

Wichtige Mixgetränke

Cocktails bestehen aus zwei oder mehr Zutaten, darunter mindestens eine Spirituose. Sie werden mit Eis im Cocktail-Shaker oder Rührglas zubereitet.

Fizzes/Collinses sind alkohol- und kohlensäurehaltige Cocktails. Zu den bekanntesten Fizzes zählt der Gin Fizz. Ihm ähnlich sind Collinses.

Longdrinks und Highballs bestehen oft aus einer Basisspirituose, einem Filler und einer Garnitur.

Old Fashioned, ursprünglich als Whiskey Cocktail bezeichnet, besteht aus einer Spirituose, Zucker, Eis sowie Cocktailbitter.

Shrubs sind essiggesäuerte Fruchtsirups aus Früchten, Essig und Zucker.

Sours sind Cocktails, die aus einer Spirituose, einer Säurequelle wie Zitrone oder Limette sowie Zucker bestehen. Die Bekanntesten sind Whiskey Sour, Pisco Sour und Amaretto Sour.

Alkoholfreie Varianten, genannt Mocktails, sind im Bar­bereich im Trend.

tags: #sie #will #nur #meinen #cocktail