Das Reizdarmsyndrom (RDS) ist eine häufige Erkrankung des Verdauungssystems, die zu Bauchschmerzen, Blähungen und unregelmässigen Stuhlgängen führt. Viele Menschen mit der Erkrankung suchen verzweifelt nach Lösungen, um ihre Beschwerden in den Griff zu bekommen. Sauerkraut hat Eigenschaften, die Abhilfe schaffen können.

Was ist Sauerkraut?
Sauerkraut ist fermentierter Weisskohl. Sauerkraut ist feingehobelter Weisskohl, dem Speisesalz zugesetzt wird - und zwar ungefähr 1,5- bis 2,5 Prozent des Kohlgewichts. Dieses Gemisch kommt in Gärbottiche, wird fest eingestampft und häufig mit verschiedenen Gewürzen verfeinert. Der Gärprozess findet unter möglichst wenig Luftzufuhr statt.
Dieser Fermentationsprozess macht das ohnehin gesunde Kraut nochmals gesünder, denn er lässt Bedingungen entstehen, unter denen sich probiotische Kulturen entwickeln. Das sind lebende Bakterien, in diesem Fall Milchsäurebakterien, denen verschiedene gesundheitsförderliche Effekte zugeschrieben werden. Unter anderem sollen sie das Wachstum der „guten“ Darmbakterien fördern und mittels bestimmter Enzyme dafür sorgen, dass der Darm Vitamine und Mineralstoffe von Lebensmitteln besser aufnehmen kann.
Aber: Probiotische Kulturen stecken nur in nicht-pasteurisiertem Sauerkraut. Denn das Erhitzen, um Lebensmittel haltbarer zu machen, zerstört die Milchsäurebakterien.
Wie wirkt Sauerkraut auf die Gesundheit?
Wie gesund Sauerkraut im Detail ist, lässt sich wie bei vielen anderen Lebensmitteln nur unter Vorbehalt sagen. Doch nach aktuellem wissenschaftlichem Stand wirkt sich Sauerkraut wohl in vielerlei Hinsicht positiv auf die Gesundheit aus, wie verschiedene Studien nahelegen.
Sauerkraut und die Verdauung
Sauerkraut wirkt sich positiv auf die Darmflora aus. Ist sie gesund, funktioniert die Verdauung besser. Bestimmte Enzyme im Sauerkraut helfen ausserdem dabei, Nährstoffe in kleinere und leichter zu verdauende Moleküle zu zerlegen.
Auch Symptome von chronischen-entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn (Durchfall, Übelkeit, Appetitlosigkeit) oder Colitis ulcerosa (blutig-schleimige Durchfälle) verringern sich möglicherweise dank Sauerkraut-Probiotika.
Unterstützung des Immunsystems
Darmgesundheit und allgemeines Wohlbefinden sind miteinander gekoppelt. Entsprechend stärken die im Sauerkraut enthaltenen Milchsäurebakterien das Immunsystem, indem sie die Darmflora gesund halten. Auch die Darmwände werden kräftiger, was wiederum verhindert, dass unerwünschte Substanzen sie durchdringen, in den Körper gelangen und ihn krank machen.
Ein weiterer Inhaltsstoff, der das Immunsystem kräftigt, ist das im Sauerkraut enthaltene Vitamin C. Sauerkraut unterstützt die Abwehrkräfte also gleich doppelt.
Herzgesundheit
Sauerkraut hält das Herz gesund. Auch daran haben die probiotischen Kulturen ihren Anteil - sie sollen unter anderem den Blutdruck verringern. Darüber hinaus enthält der fermentierte Kohl auch Ballaststoffe, also unverdauliche Pflanzenfasern, die den Darmbakterien als Nahrung dienen. Sauerkraut ist ausserdem eines der wenigen pflanzlichen Lebensmittel, die Vitamin K2 enthalten. Dieses Vitamin gilt als Herzschützer, da es verhindert, dass sich Kalzium in den Arterien ablagert und diese verengt.
Krebsrisiko
Im Sauerkraut sind wohl einige Pflanzenbestandteile enthalten, die das Risiko verringern, dass sich Krebszellen bilden und vermehren. Unter anderem verlangsamte sich zum Beispiel die Zellschädigung und die Zellmutationsrate von Teilnehmenden einer Studie durch den sekundären Pflanzenstoff Glukosinolate sowie das wasserlösliche Vitamin Ascorbinsäure (Vitamin C).
Unterstützung der Psyche
Dank Sauerkraut kann der Verdauungstrakt Nährstoffe besser aufnehmen. Das betrifft auch Mineralstoffe wie Magnesium oder Zink, die die Stimmung regulieren. Ein Effekt, der Stress reduzieren und die geistige Gesundheit erhalten kann.
Probiotika verbessern wohl zudem das Erinnerungsvermögen und verringern Symptome von Angstzuständen, Depression oder Zwangsstörungen.
Basisrezept: Sauerkraut selber machen
Nährstoffe im Sauerkraut
Sauerkraut schmeckt zwar säuerlich, wirkt aber basisch. Was feststeht: Sauerkraut hat wenig Kalorien und Fett, dafür jede Menge Ballaststoffe und einen hohen Wasseranteil. Dank seines geringen Kohlenhydratanteils eignet sich Sauerkraut auch für Low-Carb-Gerichte.
Sauerkraut liefert viele verschiedene Vitamine und Mineralstoffe. Der Clou: Die ebenfalls enthaltenen probiotischen Kulturen und Enzyme helfen dem Darm dabei, die wertvollen Inhaltsstoffe besser aufzunehmen als das bei rohem Kohl der Fall wäre.
Nährwerttabelle für 100 Gramm Sauerkraut (abgetropft)
| Nährstoff | Menge |
|---|---|
| Kalorien | 18 |
| Eiweiss | 1,0 g |
| Fett | 0,4 g |
| Kohlenhydrate | 2,1 g |
| Ballaststoffe | 18,3 g |
| Wasser | 78,6 g |
| Natrium | 5 mg |
| Kalium | 329 mg |
| Calcium | 53 mg |
| Phosphor | 76 mg |
| Magnesium | 23 mg |
| Eisen | 3,3 mg |
| Vitamin A | 3 µg |
| Vitamin E | 6 mg |
| Vitamin B1 | 0,011 mg |
| Vitamin B2 | 0,03 mg |
| Niacin | 0,3 mg |
| Vitamin B6 | 0,07 mg |
| Vitamin C | 4 mg |
| Vitamin K | 7,7 µg |
Sauerkraut und Gewichtsmanagement
Mit Sauerkraut lässt sich abnehmen. Regelmässig Sauerkraut zu essen, kann helfen, Gewicht zu verlieren und schlank zu bleiben. Unter anderem deshalb, weil Sauerkraut wenig Kalorien, aber viele sättigende Ballaststoffe liefert. Eine weitere Eigenschaft von Sauerkraut scheint ebenfalls beim Gewichtsmanagement zu helfen: Zwar ist der Wirkmechanismus noch nicht vollständig erforscht, doch bestimmte probiotische Kulturen im Sauerkraut scheinen die Fettmenge, die der Körper aus der Nahrung zieht, zu verringern.
Worauf sollte man beim Verzehr von Sauerkraut achten?
Sauerkraut birgt viele gesundheitliche Vorteile. Alles kann es aber nicht. So stimmt es zum Beispiel nicht, dass es den Blutzuckerspiegel senkt und Sauerkraut deshalb Diabetes verhindern hilft.
Natrium
Da dem Kraut zum Fermentieren Salz zugesetzt wird, ist der Natriumgehalt von Sauerkraut mit fünf Gramm pro 100 Gramm recht hoch. Eine Ernährung mit zu viel Natrium erhöht die Wahrscheinlichkeit für einen hohen Blutdruck und damit für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Schlaganfall oder Herzinfarkt.
Histamin
Sauerkraut enthält viel Histamin. Einige Menschen vertragen es aber nicht, der Körper kann das Histamin nicht abbauen, sodass es sich im Körper ansammelt. Sie reagieren mit Beschwerden wie Schwindel, Müdigkeit, Magen-Darm-Problemen, Juckreiz oder Herzrasen.
Verdauungsprobleme
Wer es nicht gewohnt ist, ballaststoffreich zu essen, wird nach dem Genuss von Sauerkraut eventuell mit Blähungen oder Durchfall zu tun haben. Menschen, die am Reizdarmsyndrom mit Durchfall leiden, sollten auf Sauerkraut verzichten. Es gehört zu den schlecht bekömmlichen Lebensmitteln, die den ohnehin angeschlagenen Verdauungstrakt weiter belasten.

Haben Betroffene aufgrund des Reizdarmsyndroms regelmässig Verstopfung (Verstopfungstyp), kann Sauerkraut in Massen im Zuge einer ballaststoffreichen Ernährung allerdings sinnvoll sein - jedoch erst nach Absprache mit dem behandelnden Arzt oder der Ärztin und mittels sehr behutsamen Herantastens.
Sauerkraut in der Schwangerschaft
Fermentierte Lebensmittel wie Kefir, Kombucha oder auch Sauerkraut sind in der Schwangerschaft normalerweise unbedenklich. Das in Sauerkraut enthaltene Eisen ist sogar ein Argument dafür, Sauerkraut zu essen, denn ein ausgewogener Eisenspiegel macht Frühgeburten unwahrscheinlicher.
In der Stillzeit ist es ebenfalls grundsätzlich okay, Sauerkraut zu essen. Da aber nicht nur die Mutter, sondern auch das Baby über die Muttermilch Blähungen davon bekommen kann, sollten es nur kleine Mengen sein.
Zubereitung und Haltbarkeit von Sauerkraut
In der Tat ist Sauerkraut länger haltbar als viele seiner Gemüsekollegen - vorausgesetzt Sie lagern es nicht bei Zimmertemperatur. Dann hält frisches Sauerkraut nur wenige Tage. Anders im Kühlschrank. Bei Temperaturen um die sechs bis sieben Grad Celsius können Sie frisches Sauerkraut problemlos bis zu vier Wochen lang aufbewahren.
Pasteurisiertes Sauerkraut im Glas oder in der Dose hält sich mehrere Jahre. Allerdings tötet das Erhitzen auch die gesunden Milchsäurebakterien. Egal welche abgepackte Variante Sie wählen: Einmal geöffnet, bewahren Sie die Reste unbedingt im Kühlschrank auf und verbrauchen Sie sie innerhalb weniger Tage, sonst können sich unerwünschte Bakterien bilden.
Frisches Sauerkraut schmeckt unerhitzt lecker, Sie können es direkt als gesunden Salat auf den Teller packen. Doch auch warm ist es schmackhaft, zum Beispiel als Beilage zu Kassler, Würstchen oder Püree. Gut verträgt sich Sauerkraut mit Wurzelgemüse wie Möhren oder Kartoffeln sowie mit Äpfeln oder Birnen, die allesamt dem Kraut etwas von der Säure nehmen.
Sauerkraut lindert womöglich Reizdarmbeschwerden
Das traditionelle Sauerkraut ist womöglich eine echte Wohltat für Ihren Darm. Denn dem Kohl wird nachgesagt, dass er Reizdarmsymptome lindert.
Sauerkraut wird durch Fermentation hergestellt - ein Prozess, der Milchsäurebakterien nutzt, um Kohl zu fermentieren. Diese Bakterien sind probiotisch und tragen dazu bei, unsere Darmgesundheit zu verbessern.
Probiotika sind lebende Mikroorganismen, die unsere Darmflora positiv beeinflussen können. Sie helfen dabei, das Gleichgewicht der guten und schlechten Bakterien in unserem Darm aufrechtzuerhalten. Dies kann bei Menschen mit Reizdarmsyndrom besonders hilfreich sein.

Studien haben bereits gezeigt, dass eine erhöhte Zufuhr von Probiotika positive Auswirkungen auf unser Verdauungssystem hat. Allerdings ist es wichtig zu beachten, dass nicht alle Sauerkrautsorten gleich sind.
Für maximale gesundheitliche Vorteile sollte man rohes oder fermentiertes Sauerkraut wählen. Greifen Sie nicht zu pasteurisierten oder konservierten Produkten. Denn in diesen sind oft keine lebenden Kulturen mehr enthalten, sodass die Wirkung vermutlich ausbleibt.
Weitere Tipps, um das Reizdarmsyndrom zu bekämpfen
Weil die Ernährung Einfluss auf das Verdauungssystem nimmt, beeinflusst sie oft die Reizdarmsymptome. Wichtig ist deshalb, in Ruhe und nicht zu hastig zu essen.
Beachten Sie, dass das Reizdarmsyndrom häufig mit einem stressigen Lebensstil und Alltag assoziiert wird, sodass Pausen und Entspannung wichtig sind.
Probiotische Lebensmittel und ihre Wirkung
Probiotische Lebensmittel sollen die „guten“ Darmbakterien unterstützen und unsere Gesundheit fördern. In unserem Darm tummeln sich unzählige Bakterien - Fachleute schätzen, etwa 1,3-mal so viele, wie wir insgesamt Körperzellen besitzen. Jeder Mensch hat 100 bis 200 verschiedene Bakterienarten im Darm. Einige Arten wirken sich besonders günstig, andere eher ungünstig auf unsere Gesundheit aus.
Als probiotisch werden Lebensmittel bezeichnet, wenn sie Mikroorganismen enthalten, die in ausreichender Menge in unseren Darm gelangen und dort positive gesundheitliche Wirkungen erzielen. Milchsäurebakterien wandeln Milchzucker (Laktose) in bekömmlichere Milchsäure um - die Milch gerinnt und wird dickgelegt (fermentiert.
Ihre Darmflora ist so individuell wie Ihr Fingerabdruck - und sagt viel über Ihre Gesundheit aus. Fachleute bringen eine gestörte Darmflora, also eine Dysbalance der „guten“ und „schlechten“ Darmbakterien, mit verschiedensten Erkrankungen in Verbindung.
Die wichtigsten probiotischen Lebensmittel
- Joghurt
- Kefir
- Käse (Cheddar, Gruyère, Gouda, Mozzarella und Parmesankäse)
- Sauerkraut
- Kimchi
- Saure Gurken
- Apfelessig
- Tempeh
- Miso
- Kombucha
Hausmittel gegen Reizdarm
Schon seit Generationen setzen viele Menschen auf Omas Hausmittel gegen Reizdarm, um die Verdauung zu beruhigen und Beschwerden auf natürliche Weise zu lindern. Viele Betroffene suchen nach sanften Alternativen zur medikamentösen Behandlung und fragen sich: Was tun gegen Reizdarm? Hausmittel können eine hilfreiche Ergänzung zur klassischen Therapie sein.
Zu den bewährtesten von Omas Hausmitteln gegen Reizdarm gehören traditionelle Kräutertees. Tees aus Kamille, Fenchel, Pfefferminze und Kümmel wirken entspannend auf die Darmmuskulatur und helfen, Blähungen und Krämpfe zu reduzieren. Schon früher wurde Apfelessig als natürliches Heilmittel zur Förderung der Verdauung und zur Unterstützung einer gesunden Darmflora eingesetzt.
Probiotische Lebensmittel wie Joghurt, Sauerkraut oder Kefir enthalten nützliche Bakterien, die die Darmflora stärken können. Eine Wärmeanwendung, wie das Auflegen einer Wärmflasche auf den Bauch, kann helfen, die Darmmuskulatur zu entspannen und Bauchkrämpfe zu lindern.
Stress spielt eine große Rolle bei der Entstehung und Verschlimmerung von Reizdarmsymptomen. Deshalb sind Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder Atemübungen wichtige Hausmittel zur Linderung von Reizdarmbeschwerden. Eine effektive Möglichkeit, den Darm zu entlasten und die Verdauung zu fördern, ist die Darmreinigung mit Hausmitteln.
Ernährungsempfehlungen bei Darmbeschwerden
Die Ernährung spielt eine entscheidende Rolle in der Behandlung von Darmbeschwerden, insbesondere bei Patienten mit Reizdarmsyndrom (RDS). Eine gezielte Ernährungsumstellung kann nicht nur die Symptome lindern, sondern auch die langfristige Darmgesundheit fördern und die Lebensqualität verbessern.
- Low-FODMAP-Diät: Diese Diät wird für Reizdarmpatienten empfohlen. FODMAPs (fermentierbare Oligosaccharide, Disaccharide, Monosaccharide und Polyole) sind Kohlenhydrate, die im Dünndarm nur schlecht resorbiert werden.
- Verzicht auf Gluten: Viele Menschen mit Reizdarm berichten von einer Verbesserung der Symptome durch den Verzicht auf Gluten, selbst wenn eine Zöliakie oder Weizenallergie ausgeschlossen wurde.
- Ballaststoffreiche Ernährung: Besonders lösliche Ballaststoffe aus Lebensmitteln wie Hafer, Äpfeln oder Karotten haben positive Auswirkungen auf die Darmgesundheit.
- Fermentierte Lebensmittel: Sie tragen dazu bei, die Vielfalt des Mikrobioms zu fördern und die Verträglichkeit von Lebensmitteln zu verbessern.
- Phytonährstoffe: Diese natürlichen Substanzen, die in Pflanzen vorkommen, haben antioxidative und entzündungshemmende Eigenschaften und können die Heilung des Darms unterstützen.
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