Sauerkraut: Wirkung auf Blähbauch und Verdauung

Ein altbekanntes Hausmittel erlebt seine Renaissance: Sauerkrautsaft. Was unsere Großmütter schon wussten, bestätigt heute die moderne Wissenschaft - der fermentierte Saft ist ein wahres Kraftpaket für unsere Verdauung. Doch wie wirkt Sauerkraut auf Blähungen und die Verdauung im Allgemeinen? Dieser Frage gehen wir im folgenden Artikel auf den Grund.

Was ist Sauerkraut und wie entsteht es?

Sauerkraut besteht aus Weißkohl. Der Schlüssel hinter der Wunderkraft von Sauerkraut liegt in der Fermentation. Bei dem traditionellen Konservierungsprozess wandeln Milchsäurebakterien den natürlichen Zucker des Kohls in Milchsäure um. Dabei entstehen nicht nur der charakteristische saure Geschmack, sondern auch wertvolle probiotische Kulturen.

Sauerkraut wird bereits seit Jahrtausenden hergestellt und ist für seine positiven Wirkungen auf den menschlichen Körper bekannt. Dies gilt nicht nur für das Kraut selbst, sondern auch für den Saft, der bei der Herstellung parallel entsteht. Zur Herstellung wird fein gehobelter, roher Weisskohl gesalzen und mehrere Wochen in Silos eingelagert. Unter Ausschluss von Luft findet ein natürlicher Gärungsprozess (Fermentation) statt, bei dem aus dem gemüseeigenen Zucker Milchsäure entsteht.

Die Inhaltsstoffe von Sauerkraut

Die Inhaltsstoffe dürfen sich sehen lassen: Das saure Kraut verfügt über reichlich gesunde Milchsäure, die Vitamine A, B1, B2 und K und Mineralstoffe (Kalium, Kalzium, Magnesium). Mit einer normalen Portion - etwa 200 Gramm - wird bereits der halbe Tagesbedarf eines Menschen an Vitamin C abgedeckt. Und dieser Schatz kann ohne Bedauern genossen werden, denn 100 Gramm enthalten nur vernachlässigenswerte 17 Kilokalorien!

Die Wirkung von Sauerkrautsaft

Sauerkrautsaft ist mehr als nur ein traditionelles Hausmittel für die Verdauung. Seine vielfältige Wirkung basiert auf dem besonderen Zusammenspiel verschiedener Inhaltsstoffe. Die Wirkung von Sauerkrautsaft basiert dabei nicht nur auf den probiotischen Bakterien. Der Saft ist auch reich an wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen: Vor allem Vitamin C, verschiedene B-Vitamine wie B1, B2, B6 und B12 sowie die Mineralstoffe Kalium, Calcium, Magnesium und Eisen sind enthalten.

Während der Fermentation von Sauerkraut verwandeln kleine Helfer - die Milchsäurebakterien - den Kohl in eine probiotische Kraftquelle. Diese lebenden Bakterien sind echte Alleskönner: Sie unterstützen die natürliche Bakterienvielfalt in unserem Darm und helfen dabei, ein gesundes Gleichgewicht der Darmflora aufrechtzuerhalten. Denk an Deinen Darm wie an einen Garten - die Milchsäurebakterien sind wie neue, nützliche Pflanzen, die dort gedeihen und das Ökosystem unterstützen.

Wie Sauerkrautsaft die Verdauung unterstützt

Die Wirkung von Sauerkrautsaft auf unsere Verdauung ist vielseitig und beruht auf dem Zusammenspiel verschiedener Faktoren. Besonders interessant ist dabei, dass der Saft sowohl bei Verstopfung als auch bei Durchfall unterstützend sein kann.

Wenn unsere Verdauung ins Stocken gerät, kann Sauerkrautsaft auf natürliche Weise unterstützen. Die enthaltenen Ballaststoffe binden Wasser und quellen auf, wodurch sie den Darminhalt geschmeidig halten. Gleichzeitig regen die Milchsäurebakterien die natürliche Darmbewegung (Peristaltik) an. Die Kombination aus Ballaststoffen und probiotischen Kulturen soll so einer trägen Verdauung auf die Sprünge helfen.

Auch bei Durchfall kann Sauerkrautsaft unterstützend sein. Die probiotischen Kulturen sollen dabei nützlich sein, das gestörte Gleichgewicht der Darmflora wiederherzustellen. Die Milchsäure schafft ein Milieu, in dem sich schädliche Bakterien weniger gut vermehren können. Zusätzlich enthält Sauerkrautsaft wichtige Elektrolyte wie Kalium, die bei Durchfall verloren gehen können.

Die enthaltenen Vitamine und Mineralstoffe unterstützen verschiedene Körperfunktionen. Vitamin C trägt als Antioxidans dazu bei, die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen. Die B-Vitamine spielen eine wichtige Rolle im Energiestoffwechsel. Die Milchsäure, die während der Fermentation entsteht, ist ein wichtiger Baustein für unsere Verdauung. Sie unterstützt dabei, den pH-Wert in unserem Darm in einer gesunden Balance zu halten - nicht zu sauer und nicht zu basisch. Dieser ausgewogene pH-Wert ist entscheidend für eine gute Verdauung. Das erklärt auch, warum Sauerkrautsaft sowohl bei Verstopfung als auch bei Durchfall traditionell eingesetzt wird, da er den Darm unterstützen soll, wieder in sein natürliches Gleichgewicht zu finden.

Die Ballaststoffe im Sauerkrautsaft sind wie ein Festmahl für unsere guten Darmbakterien. Als sogenannte Präbiotika dienen sie als Nahrungsquelle für die nützlichen Bakterien in unserem Darm und unterstützen so Deinen Stoffwechsel. Diese präbiotischen Ballaststoffe und die probiotischen Bakterienkulturen ergänzen sich perfekt: Während die Probiotika den Darm mit guten Bakterien versorgen, liefern die Präbiotika die Nahrung, damit diese sich optimal vermehren können. Zudem können sie dabei unterstützen, unsere Verdauung natürlich zu regulieren.

Regelmäßig getrunken kann Sauerkrautsaft bei der Entwicklung und Erhaltung einer gesunden Darmflora unterstützen. Die probiotischen Bakterien und präbiotischen Ballaststoffe arbeiten dabei Hand in Hand: Die Probiotika siedeln sich im Darm an, während die Präbiotika ihnen als Nahrung dienen. Ein ausgewogenes Darmmilieu verbessert auch die Aufnahme von Nährstoffen aus unserer Nahrung. Die Milchsäurebakterien unterstützen dabei, Vitamine und Mineralstoffe besser verfügbar zu machen. Zudem unterstützt der leicht saure pH-Wert die Verdauungsenzyme bei ihrer Arbeit.

Das richtige Timing beim Konsum von Sauerkrautsaft

Nicht nur die Wirkung, sondern auch das richtige Timing spielt beim Konsum von Sauerkrautsaft eine wichtige Rolle. Viele Menschen schwören darauf, Sauerkrautsaft direkt nach dem Aufstehen zu trinken. Der Vorteil: Auf nüchternen Magen können die probiotischen Kulturen und Nährstoffe besonders gut aufgenommen werden. Starte mit einer kleinen Menge von etwa 50-100ml und beobachte, wie Dein Körper darauf reagiert.

Sauerkrautsaft vor dem Schlafengehen zu trinken, kann ebenfalls sinnvoll sein. Da nachts die Verdauung und Regeneration auf Hochtouren laufen, können die probiotischen Kulturen ihre Wirkung optimal entfalten. Häufig bauen Menschen auf Ballaststoffe und Bitterstoffe. Doch auch ein kleines Glas Sauerkrautsaft zu den Mahlzeiten kann die Verdauung unterstützen. Die enthaltene Milchsäure regt die Produktion von Verdauungssäften an.

Verwende unpasteurisierten Sauerkrautsaft: Nur der enthält aktive Bakterienkulturen und somit lebende Milchsäurebakterien und aktive Enzyme.

Tipps zur Verbesserung der Darmgesundheit

Neben dem Konsum von Sauerkraut und Sauerkrautsaft gibt es noch weitere Möglichkeiten, die Darmgesundheit zu fördern:

  • Ballaststoffreiche Ernährung: Ballaststoffe wirken gegen Verstopfung, begünstigen eine gesunde Darmflora und reduzieren entzündungsfördernde Bakterien im Darm. Empfohlen wird, täglich mindestens 30 Gramm Ballaststoffe zu sich zu nehmen.
  • Fermentierte Lebensmittel: Fermentierte Lebensmittel enthalten nicht nur Vitamine, sondern auch gesunde Bakterien, die sich positiv auf die Darmflora auswirken.
  • Ausreichend Flüssigkeit: Morgens ein Glas lauwarmes Wasser auf nüchternen Magen regt den Darm an. Über den Tag helfen Wasser oder ungesüsste Tees, ihn in Schwung zu halten.
  • Regelmäßige Bewegung: Fehlt dem Körper die Bewegung, wird auch der Darm träge. Ein Spaziergang tut es bereits.
  • Stress vermeiden: Hektik und Stress können auf den Magen schlagen, denn die Verdauung funktioniert nur im Ruhemodus gut.
  • Essenspausen einlegen: Während Essenspausen kann sich der Darm erholen. Zwischen den Mahlzeiten vier bis fünf Stunden vergehen lassen.

Gutes Kauen ohne Hast verbessert die Verdauung. Bitterstoffe lassen die Verdauungssäfte fliessen.

Sauerkraut tut dem Darm allerdings Gutes: Es wirkt darmreinigend und entschlackend. Dabei tut sich die auf die Darmflora gesundheitsfördernd einwirkende Milchsäure hervor, der Wirkstoff Acetylcholin verstärkt die Darmbewegung. Für die gute Verträglichkeit sorgt, dass die Pflanzenzellulose des Krautes durch die Milchsäuregärung bereits stark erweicht ist.

Milchsauer vergorenes Sauerkraut ist Rohkost. Die Milchsäure-Bakterien machen das Gemüse verdaulicher, weil die Mineralien durch die "Vorverdauung" bioverfügbarer sind.

Sauerkraut bei Blähungen: Was ist zu beachten?

Sauerkrautsaft enthält gesunde Milchsäurebakterien. Sie stärken zum Beispiel den Darm und sorgen für ein Gleichgewicht der Darmbakterien. Die Bakterien im Saft können Blähungen lindern und die Verdauung anregen, besonders nach einer Therapie mit Antibiotika. Achten Sie bei Sauerkrautsaft auf die Dosis: Sie sollten nicht mehr als drei Mal pro Tag ein halbes Glas trinken. Sauerkrautsaft in grossen Megen kann Blähungen verstärken und zu Durchfall führen. Zudem enthält Sauerkraut viel Histamin. Das ist ein Botenstoff, der zum Beispiel an allergischen Reaktionen beteiligt ist. Leute mit einer Histaminintoleranz oder einem Reizdarm vertragen Sauerkrautsaft daher meist nicht.

Blähungen treten häufig als akute Beschwerden nach üppigen, schwer verdaulichen Speisen oder Konsum von viel Rohkost auf. Normalerweise verschwinden sie schnell wieder. Selten liegt den Blähungen eine ernste Krankheit zugrunde. Es gibt auch Menschen, die ständig unter einem geblähten Bauch leiden. Bei Blähungen kommt es in Magen und Darm zu einer übermässigen Füllung mit Luft und anderen Gasen. Die Ursachen sind vielfältig.

Wer weiss, dass er zu einem Blähbauch neigt, der sollte sich bei der Auswahl seines Essens Gedanken machen. Es gibt Lebensmittel, die blähend wirken. Andere wiederum begünstigen einen ruhigen Magen.

Blähende und nicht-blähende Lebensmittel

Hier eine Übersicht über blähende und nicht-blähende Lebensmittel:

Blähende LebensmittelNicht blähende Lebensmittel
  • Zwiebeln und Knoblauch
  • Lauchgewächse
  • Kohl
  • Oliven
  • Sauerkraut
  • Hülsenfrüchte
  • Bohnen
  • Beeren
  • Vollmilch
  • Gorgonzola und Schimmelkäse
  • gebratene Eier
  • Müsli
  • frisches Vollkornbrot
  • scharfes Essen
  • fettiges Fleisch
  • Hefeteig
  • Fast Food
  • Kaffee
  • Bier
  • fettarmes Fleisch
  • milde Wurst
  • fettarme Milch
  • fettarme Käsesorten
  • altbackenes Brot
  • Getreideprodukte wie Reis oder Nudeln
  • Kartoffeln
  • Zucchini, Karotten und Tomaten
  • frische Kräuter
  • Bananen, Äpfel und Birnen
  • Marmelade und Honig

Grundsätzlich gilt, dass der Körper schonend gegarte Nahrungsmittel mit wenig Fett besser verdauen kann. Auch langsames Essen, gutes Kauen und viel Wasser trinken begünstigen eine einwandfreie Verdauung. Wer auf Nummer sicher gehen will, bewegt sich nach dem Essen ein wenig - das schadet nie!

Auch Kauen ist von grosser Bedeutung. Warum dem so ist? Wer zu grosse Bissen runterschluckt, bei dem kann der Speichel nicht richtig vorverdauen. Erst den Darmbakterien gelingt es, die Happen zu zersetzen. Und weil diese beim Verdauungsprozess für übermässig viel Gase sorgen, bläht sich der Bauch auf.

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