Rucola schneiden für knackigen Salatgenuss: Alles, was Sie wissen müssen

Rucola, auch bekannt als Rauke, ist ein beliebtes Kraut für knackige Salate und mehr. Mit dem Siegeszug der mediterranen Küche etablierte sich für die nussigen Blätter auch hierzulande das italienische Rucola.

Wie heisst es denn nun richtig: Rucola oder Rauke? Ganz einfach: beides! Rauke ist das deutsche Wort.

Unterscheiden kann man zwei Arten: Die einjährige Salatrauke (Senf-Rauke) ist hauptsächlich in unseren Gärten zu finden, da sie sich ideal für Salate oder Pizza eignet. Die wilde Rauke kann mehrjährig kultiviert werden.

Sie ist jedoch deutlich intensiver und schärfer und daher eher als Gewürz denn als Salat zu geniessen.

Der optimale Standort für Rucola

Rucola hat generell keine hohen Ansprüche. Rauke mag es sonnig und warm. Im Halbschatten dagegen wächst der Kreuzblütler etwas langsamer. Der Boden sollte locker und humusreich sein. Und das war im Grunde auch schon alles.

Ob im Garten, Hochbeet, Topf oder auf der Fensterbank: Rucola lässt sich wirklich überall anbauen.

Rucola richtig ernten, dann wächst er wieder nach! Regrowing bei Rucola

Rucola säen und pflanzen

Die Aussaat von Rucola ist kinderleicht. Von Anfang April bis September kann Salatrauke direkt ins Freiland gesät werden. Streuen Sie die Saatkörner (manchmal gibt es die auch als Saatscheiben) 1 Zentimeter tief in die Erde ein und giessen Sie anschliessend gut.

Da Rucola sehr leicht keimt und schnell erntereif ist, lohnt es sich eigentlich nicht, auf Jungpflanzen zurückzugreifen. Trauen Sie sich ruhig an die Aussaat heran! Mit einer sonnigen Fensterbank oder einem beheizten Gewächshaus können Sie Rucola sogar ganzjährig anbauen.

Vorsicht! Die Blätter des Kreuzkrautes (auch als Jakobs-Kreuzkraut oder Greiskraut bekannt) ähneln jungen Rucolablättern, sind jedoch giftig! Ein direkter Vergleich hilft: Kreuzkrautblätter sind dunkler, kleiner und deutlich behaarter.

Richtig pflegen

Bewässerung:

Rucola wurzelt nur sehr flach und kann sich daher nicht mit Wasser aus tieferen Bodenschichten versorgen. Halten Sie die Erde daher immer oberflächlich feucht. Im Sommer bedeutet das tägliches Giessen.

Düngen:

Rucola kommt bei guter Bodenqualität ohne Dünger aus. Sie können den Boden vor der Aussaat mit Kompost aufwerten oder beim Kultivieren im Topf eine Gemüseerde nutzen. Halten Sie nach der Keimung den Boden möglichst unkrautfrei!

Ernte:

Vier bis sechs Wochen nach der Aussaat ist es bereits so weit: Sie können die Blätter des Rucola je nach Sorte ab einer Länge von 10 Zentimetern ernten. Schneiden Sie diese mit einem scharfen Messer oder einer Schere (eine Papierschere eignet sich besser als eine für den Garten) ab.

Wenn Sie die Blätter nicht zu tief abschneiden, wächst der Rucola sogar bis zu dreimal wieder nach! Junge Blätter sind sehr mild und eignen sich besonders für Salate.

Grössere, ältere Blätter enthalten deutlich mehr Senföl und können richtig scharf sein. Wenn Sie es etwas milder mögen, sollten Sie daher mit der Ernte nicht allzu lange warten!

Lagern und haltbar machen:

Rucola verarbeiten Sie am besten frisch. So ist er schön knackig und schmeckt am besten. Ist doch mal etwas über, hält Rucola sich auch ein bis zwei Tage im Kühlschrank.

Achten Sie dabei darauf, dass er locker aufeinander liegt und nicht gequetscht wird. Haben Sie grosse Mengen geerntet, können Sie Rucola auch ideal zu Pesto verarbeiten. Das dabei verwendete Öl konserviert das Pesto und Sie können den frischen Rucolageschmack deutlich länger geniessen.

Hilfe: Mein Rucola blüht - kann ich ihn noch essen?

Wenn Rucola blüht, ist das halb so schlimm. Die Blätter sind weiterhin essbar. Sie fallen nur manchmal etwas kleiner und herber im Geschmack aus.

Die Blüte hat auch etwas Positives - denn nicht nur die Nützlinge freuen sich darüber. Wenn Sie die Blüten stehen und trocknen lassen, können Sie hieraus im Handumdrehen neues Saatgut fürs nächste Jahr gewinnen!

Umwelttipp!

Rucola gibt es im Supermarkt meist in Plastikschalen oder -tüten. Schon beim Kauf sind manche Blätter schlapp. Mit eigenem Rucola haben Sie nicht nur eine Frischegarantie - sondern schonen gleichzeitig die Umwelt!

Rucola in der Küche: Rezepte und Tipps

Rucola wird häufig für Salate verwendet, schmeckt aber auch gekocht. Die gesunden Bitterstoffe passen zudem zu salzigen wie auch süssen Gerichten.

1. Rucola-Parmesan-Nocken

Zu den Rucola-Parmesan-Nocken kann man gut noch eine Rucola-Salat-Beilage servieren.

Rezept: Rucola-Parmesan-Nocken

Zutaten (für 4 Portionen):

  • 150 g Rucola
  • 100 g Parmesan
  • 500 g Ricotta
  • 2 Eigelb
  • 100 g griffiges Mehl
  • 100 g Hartweizengriess
  • Salz, Pfeffer
  • Muskat
  • Butter
  • Salbeiblätter
  • Parmesan zum Bestreuen

Zubereitungszeit: 35 Minuten

Zubereitung:

  1. Rucola waschen und klein hacken. Parmesan fein reiben.
  2. Ricotta gut in einem Sieb abtropfen lassen.
  3. Rucola mit Ricotta und Eigelben vermischen. Mehl, Griess und die Gewürze hinzufügen.
  4. Wasser mit etwas Salz in einem Topf kurz aufkochen lassen und dann die Temperatur etwas reduzieren.
  5. Vom Teig mit einem Esslöffel Nocken abstechen und im siedenden Salzwasser zirka 6 Minuten gar ziehen lassen. Die Nocken schwimmen und steigen nach oben, wenn sie fertig sind. Zum Schluss abtropfen lassen.
  6. Butter in einer Pfanne mit Salbeiblättern zerlassen und die Nocken darin kurz abraten. Mit etwas Parmesan bestreut servieren.

2. Sommerlicher Rucolasalat

Die Melonen und Pfirsiche sorgen für eine frische, süsse Note.

Rezept: Sommerlicher Rucolasalat

Zutaten (Für 4 Portionen):

Für den Salat:

  • 1 Bund Rucola
  • ½ Cantaloupe-Melone
  • ½ Honigmelone
  • 2 Nektarinen
  • 12 dünne Scheiben Parmaschinken
  • 80 g Blauschimmelkäse
  • 1 Handvoll Johannisbeeren (oder andere Beeren)
  • 25 g Pinienkerne

Für das Dressing:

  • 3 EL Apfelessig
  • 3 EL Aceto Balsamico
  • 1 EL Honig
  • 5 EL Olivenöl
  • Salz, Pfeffer

Zubereitungszeit: ca. 30 Minuten

Zubereitung:

  1. Rucola waschen.
  2. Das Kerngehäuse der Melonen entfernen und in Spalten schneiden. Die Schale dabei entfernen.
  3. Nektarinen halbieren, den Stein entfernen und anschliessend in Stücke schneiden.
  4. Pinienkerne in einer Pfanne ohne Fett goldbraun rösten.
  5. Blauschimmelkäse in Stücke schneiden.
  6. Johannisbeeren von den Rispen streifen.
  7. Alle Zutaten des Salats auf Tellern auslegen.
  8. Die Zutaten des Dressings verrühren und über den Salat träufeln.

3. Rucola-Aufstrich

Passt zu frischem Brot und Baguette oder als Dip, kann aber auch als Beilage zu Gegrilltem gereicht werden.

Rezept: Rucola-Aufstrich

Zutaten (für 1 Portion):

  • 1 Bund Rucola
  • 25 g Pinienkerne
  • 1 kleine Knoblauchzehe
  • 25 g geriebener Parmesan
  • 50 ml Olivenöl
  • Salz
  • 150 g Frischkäse, natur
  • 1 EL Zitronensaft
  • Chili

Zubereitungszeit: ca. 20 Minuten

Zubereitung:

  1. Rucola waschen und so lange schütteln, bis er ganz trocken ist.
  2. Pinienkerne goldbraun rösten.
  3. Knoblauch schälen und mit dem Rucola, Parmesan, Pinienkernen und Olivenöl pürieren, bis ein Pesto entsteht. Mit Salz würzen.
  4. Vom Pesto 2 bis 3 Esslöffel mit dem Frischkäse, Zitronensaft und etwas Chili verrühren. Restliches Pesto zum Beispiel für Pasta weiterverwenden.

Zubereitung eines einfachen Rucola Salats

Für den Salat die Kräuterblättchen abzupfen, dabei gröbere Stiele entfernen.

Für das Dressing in einer Schüssel den Honigsenf mit der ersten Portion Zitronensaft (1) sowie Salz und Pfeffer verrühren.

In einer kleinen trockenen Pfanne die Pinienkerne ohne Fettzugabe goldbraun rösten.

Für die Artischocken in einer Schüssel die zweite Portion Zitronensaft (2) mit etwa ¾ Liter Wasser mischen. Von den Artischocken die äusseren Blätter abzupfen, bis sie am unteren Ende hellgrün bis hellgelb werden. Die oberen dunklen Teile der Blätter abschneiden. Etwa 2 cm Stiel stehen lassen und diesen schälen. Die Artischocken der Länge nach halbieren. Falls vorhanden, das Heu auf dem Artischockenboden mit einem spitzen Messer entfernen.

Vor der Zubereitung die Artischockenhälften auf Küchenpapier trockentupfen und in etwa ½ cm dicke Scheiben schneiden. In einer Bratpfanne die zweite Portion Olivenöl (2) erhitzen, die Artischocken hineingeben, salzen und bei mittlerer Hitze etwa 8 Minuten braten, bis sie bissfest und schön gebräunt sind.

Den Rucola und die Kräuter mit dem Dressing mischen und auf Tellern anrichten. Die Artischocken darauf verteilen und mit den Pinienkernen bestreuen.

Tipp: Für diesen Salat eignen sich auch Carciofini, die ganz kleinen Babyartischocken. Von diesen werden nach dem Waschen nur die äusseren Blätter abgezupft und das untere Ende sauber zurechtgeschnitten; sie besitzen meist noch kein Heu oder wenn nur in Form sehr zarter Fäden.

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