Rezepte bei Magenschleimhautentzündung: Linderung und Wohlbefinden durch die richtige Ernährung

Scharf, brennend, drückend oder stechend: Der Magen zeigt auf seine Art, wenn ihm etwas nicht passt. Manchmal ist es nur ein kleines Ziehen, ein anderes Mal sticht es stark in der Magen-Gegend. Meist stecken keine ernsthaften Erkrankungen dahinter und die Bauchschmerzen gehen relativ schnell wieder vorüber. Oft sind Magenschmerzen eine Folge von Blähungen oder zu fettreicher Nahrung. Magenkrämpfe sind eigentlich nichts anderes als Magenschmerzen, die mehrmals direkt hintereinander auftreten. Die Krämpfe unterbrechen die Verdauung - der Magen streikt also. Wenn man bedenkt, was der Magen so alles zu verarbeiten hat, wundert es einen wenig, dass er manchmal streikt.

Schmerzen im Oberbauch, Übelkeit und verminderter Appetit - das alles können Symptome einer Magenschleimhautentzündung sein. Die Ursachen der Erkrankung sind vielfältig, ebenso die Therapiemöglichkeiten. Bei allen Formen der Gastritis hat sich jedoch die Ernährungstherapie bewährt - sie lindert die Beschwerden und bremst die Entzündung.

In diesem Artikel werden wir uns mit verschiedenen Rezepten beschäftigen, die auf der Schonkost basieren und dabei auf Fleisch verzichten. Dieses Rezeptbuch bietet eine Vielzahl von Optionen, die sowohl für Erwachsene als auch für Kinder geeignet sind.

Was ist Gastritis?

Bei Gastritis handelt es sich um eine Entzündung in der Magenschleimhaut. Die Ursachen finden sich in Alkohol, starkem Kaffeekonsum, schwer verdaulichen Lebensmitteln, bakteriellen Giften oder in Nebenwirkungen von Medikamenten. Man unterscheidet zwischen akuter und chronischer Gastritis. Die akute Variante äussert sich in starken Bauchschmerzen, Übelkeit, Appetitlosigkeit und Aufstossen. Sie klingt in der Regel schnell wieder ab. Die chronische Gastritis kann sich über Jahre entwickeln, ohne dass man sie bemerkt. Deshalb wird sie oft lange nicht diagnostiziert.

Die Stoffwechselaktivität des Erregers führt zu einer chronischen Entzündung. Auch als krebserregend wird das Bakterium eingestuft: Eine Infektion mit Helicobacter gilt inzwischen als wichtigster Risikofaktor für Magenkrebs. Dennoch: Trotz der hohen Infektionsrate erkranken verhältnismässig wenige Menschen. Nur etwa zehn bis 20 Prozent der Infizierten bekommen einen Ulcus, und längst nicht jeder, der eine Helicobacter-bedingte Magenentzündung oder ein Geschwür hat, entwickelt später ein Magenkarzinom.

Die Ernährungsexperten Sven Bach und Martina Amon erklären in diesem Ratgeber Ursachen und Symptome, geben Tipps zur Lebensmittelauswahl und zeigen, wie auch Lebensstilveränderungen und Stressabbau helfen können. Außerdem stellen sie 80 bekömmliche Rezepte vor, die einfach gelingen und den Magen beruhigen.

Allgemeine Ernährungstipps bei Gastritis

Der Magen kann sich nie zur Ruhe setzen, auch wenn er krank ist. Umso wichtiger ist es, ihm während eines akuten Schubs nicht zu viel zuzumuten. Klare Gemüsesuppen und Zwieback können dann gegessen werden. Haferschleimsuppe ist bei Gastritis besonders empfehlenswert. Je breiiger die Nahrungsmittel sind, desto einfacher wird es für den Magen, sie zu verarbeiten. Zudem sollte man feste Nahrung ausgiebig kauen: Die im Speichel enthaltenen Enzyme übernehmen so bereits im Mund einen Teil der Verdauung. Langsam essen ist bei Gastritis besonders wichtig. Die Speisen werden am besten lauwarm gegessen. Scharfe und fette Gerichte sind bei Gastritis tabu.

Essen Sie also nicht zu scharf, zu fett, zu heiss, zu kalt oder zu süss. Langsam und gründlich kauen, ist ein weiterer Aspekt, der bedacht sein sollte.

Wenn sich wieder einmal ein akuter Gastritis-Schub bemerkbar macht, sollte man eventuell eine Fastenkur ins Auge fassen. Das entlastet den Magen ideal und im besten Fall ist schon nach ein, zwei Tagen eine markante Verbesserung festzustellen.

Ferner sollten Aufregungen und Stress gemieden werden Durch Stress etc. kann die Produktion stark erhöht werden, so dass es auch zu Magengeschwüren kommen kann.

Die Schonkost ist eine spezielle Ernährungsform, die bei Magen-Darm-Beschwerden oder Erkrankungen wie Reizdarm, Magenschleimhautentzündung oder chronischen Darmentzündungen hilfreich sein kann. Sie zielt darauf ab, den Magen und Darm zu entlasten und gleichzeitig eine ausgewogene Nährstoffzufuhr zu gewährleisten.

Schonkost: Diese Lebensmittel helfen bei Magen-Darm-Beschwerden

Heutzutage wird der Begriff "Schonkost" nicht mehr so häufig verwendet, da er als überholt gilt. Stattdessen konzentriert man sich auf eine individuelle und bedarfsgerechte Ernährung, die auf die spezifischen Bedürfnisse und Verträglichkeiten des Patienten abgestimmt ist. Dies beinhaltet den Verzehr von leicht verdaulichen Lebensmitteln, die reich an Nährstoffen sind, um den Körper bei der Genesung zu unterstützen.

Lebensmittel-Liste für eine darmgesunde Ernährung

Sie wollen Völlegefühl im Magen vermeiden? Und Blähungen und Stuhlunregelmässigkeiten reduzieren? Diese Lebensmittel helfen dabei, ein starkes Darmmikrobiom aufzubauen, das sich positiv auf das Immunsystem, die Psyche und das Gewicht auswirkt:

  • Trinken: ungesüsste Getränke, bei Beschwerden weniger Kaffee und Getränke mit Kohlesäure
  • Essen: vor allem unverarbeitete Lebensmittel, viel Obst, Gemüse, Nüsse, Samen, Kerne, Kräuter und Gewürze - in möglichst verschiedenen Arten und Farben, regelmässig Kartoffeln und Getreide (möglichst Vollkornvarianten), bei jeder Mahlzeit eine Proteinkomponente. Dazu zählen Milchprodukte, Hülsenfrüchte wie Linsen, Kichererbsen, rote/weisse Bohnen, Eier, Fisch, Fleischersatzprodukte wie Tofu und Fleisch/Poulet. Fleisch sollte zurückhaltend konsumiert werden.

Eine Ernährungsumstellung sollte schrittweise erfolgen. So kann sich der Darm an die neue Ernährung gewöhnen.

Sinnvoll essen bei empfindlichem Magen

Wer unter Blähungen und Krämpfen oder Stuhlunregelmässigkeiten wie Verstopfung oder Durchfall leidet, sollte möglichst herausfinden, welche Nahrungsmittel individuell die Beschwerden verursachen. Eine Beratung durch einen Ernährungsberater oder eine Ernährungsberaterin des Schweizerischen Verbandes der Ernährungsberater/innen kann dabei helfen.

Lebensmittel wie Zwiebeln, Knoblauch, Weizen, Milch und einige Obst- und Gemüsesorten können Verdauungsprobleme verursachen. Maja Dorfschmid: «Kleine Mengen sind oft verträglich. Es geht also selten um alles oder nichts.» Aber auch das Essverhalten und die Essensumgebung - wie beispielsweise schnelles Essen, Stress oder psychische Belastung - haben einen Einfluss auf die Verdauung. Maja Dorfschmid: «Unser Darm und unser Hirn sind eng miteinander verbunden, wir sprechen in diesem Zusammenhang von der Darm-Hirnachse.»

Sinnvoll essen bei Durchfall

Ausreichend trinken! Das ist der wichtigste Tipp bei akutem Durchfall. «Ein isotonisches Getränk, also ein Getränk, das ungefähr dieselbe Konzentration an Elektrolyten und Zucker wie das Blut hat, lässt sich leicht zubereiten», sagt Maja Dorfschmid.

Rezept für 1 Liter:
  • 3 Deziliter Orangensaft
  • 6 bis 7 Deziliter Leitungswasser
  • 1 TL Salz
  • 1 EL Zucker

«Wichtig ist, so viel zu trinken, dass der Urin möglichst klar ist», erklärt die Ernährungsberaterin. Konzentrierter Urin dagegen warne vor Flüssigkeitsmangel. «Bei starkem Durchfall braucht der Körper auch salzige Speisen wie zum Beispiel eine Bouillon oder salzige Cracker.»

Sinnvoll essen bei Magenschleimentzündung

Sie leiden an einer Magenschleimhautentzündung? Falls Alkohol die Magenschleimhaut gereizt hat, muss der Alkoholkonsum sofort gestoppt werden. Das Essen sollte zudem nicht übermässig fettig sein.

Sinnvoll essen bei Darmentzündung

Es existiert kein allgemeingültiger Speiseplan bei Darmentzündungen im Dickdarm und Dünndarm. Die Entzündungen im Dickdarm und Dünndarm wirken sich unterschiedlich auf den Körper aus.

Beispiel Morbus Crohn, eine chronisch-entzündliche Darmkrankheit, die der Körper vermutlich als Autoimmunreaktion selbst auslöst: Die Art der Ernährung richtet sich hier nach der Frage, welcher Darmabschnitt betroffen ist. Falls die erkrankte Person nicht genügend Nährstoffe aufnehmen kann, ist eine ergänzende künstliche Ernährung angebracht.

Rezepte für Schonkost bei Gastritis

Die Schonkost ist eine wichtige Ernährungsform, die bei Magen-Darm-Beschwerden oder Erkrankungen wie Reizdarm, Magenschleimhautentzündung oder chronischen Darmentzündungen hilfreich sein kann. Die Rezepte sind einfach zuzubereiten und enthalten nahrhafte Zutaten, die den Verdauungsprozess unterstützen. Sie eignen sich gut für den Alltag und können als Vorspeise oder Hauptgericht serviert werden.

Hier sind einige Rezeptideen, die auf der Schonkost basieren und den Magen schonen:

  1. Kartoffelsuppe mit Pellkartoffeln: Diese Suppe ist leicht verdaulich und eignet sich gut als Vorspeise oder als Hauptgericht.
  2. Kürbissuppe mit Kokoscreme: Diese Suppe ist nicht nur lecker, sondern auch nahrhaft.
  3. Gemüse-Kokos-Curry: Es ist nicht nur lecker, sondern auch nahrhaft.
  4. Kartoffel-Paprika-Gulasch: Es ist sättigend und nahrhaft.
  5. Rote-Linsen-Bolognese: Es ist sättigend und nahrhaft.
  6. Blumenkohl-Kartoffel-Auflauf: Es ist sättigend und nahrhaft.
  7. Curry mit Kichererbsen: Es ist sättigend und nahrhaft.

Spezielle Rezepte für den Start in den Tag

Ein gesunder Darm sorgt für starke Abwehrkräfte und für mehr Wohlbefinden. Mit diesen drei darmgesunden Rezepten können Sie die Darmflora stärken:

Porridge mit Obst und Nüssen

Zutaten:

  • ½ Apfel oder eine ½ Birne oder ½ Banane
  • 50 g frische Beeren oder Beeren aus dem Tiefkühlfach
  • 3 EL Nusskerne
  • ½ Liter Milch oder Hafermilch
  • 60 g Haferflocken
  • 2 EL Rosinen
  • 1 EL Honig oder Ahornsirup
  • 1 Prise Zimt

So geht's:

  1. Apfel oder Birne waschen oder Banane schälen, Obst halbieren, in kleine Stücke schneiden und mit den gewaschenen Beeren in eine Schüssel geben.
  2. Nüsse in einem Topf leicht anrösten und ebenfalls in die Schüssel geben.
  3. Milch zum Kochen bringen, Haferflocken und Trockenfrüchte hinzugeben und bei leichter Hitze 10 Minuten quellen lassen.
  4. Masse unter die Früchte und Nüsse mischen. Mit Honig oder Ahornsirup süssen und mit Zimt würzen.

Pudding mit Obst

Zutaten:

  • 1 Apfel oder 1 Banane
  • Zitronensaft
  • Magerquark
  • Leinöl
  • Trockenobst
  • Nusskerne

So geht's:

  1. Apfel und Banane waschen, in kleine Stücke schneiden und in einer Schüssel mit Zitronensaft mischen.
  2. Pudding mit Magerquark mischen und auf das Obst löffeln.
  3. Leinöl darüber verteilen und den Pudding mit Trockenobst und Nusskernen garnieren.

Hüttenkäse auf Vollkornbrot

Zutaten für eine Portion:

  • 50 g Sprossen
  • ½ Karotte
  • Petersilie nach Belieben
  • 100 g Hüttenkäse
  • Salz
  • 2 Scheiben Vollkornbrot

So geht's:

  1. Sprossen, Karotte und Petersilie waschen.
  2. Karotte reiben.
  3. Petersilie hacken.
  4. Sprossen, Karotte und Hüttenkäse verrühren und salzen.
  5. Den Aufstrich auf den Broten verteilen. Mit Petersilie garnieren.

Haferschleimsuppe: Das Universalmittel bei Magenproblemen

Was zaubert Übelkeit weg? Hilft gegen Durchfall? Macht Kater erträglich? Lässt einen bei einer Erkältung Energie tanken? Ein heller Schleim, den (Gross)Eltern fleissig anrühren, wenns mal unangenehm wird. Haferschleimsuppe ist die blitzschnell gebastelte Universalwaffe aus dem Küchenschrank. Bei Magenproblemen oder als Schonkost bei Durchfall wird sie uns vor allem deshalb ans leidende Herz gelegt, weil Haferflocken Klebereiweisse enthalten. Die sorgen einerseits dafür, dass Haferbrei beim Erwärmen schleimig wird - genau diese Konsistenz aber ist es auch, die die Magenschleimhaut geschmeidig hält und so Beschwerden lindert. Hot Tipp: Das Süppchen als erste warme Mahlzeit nach einem Infekt schlürfen. Der Körper wirds einem danken.

Wie gesund Haferflocken im Allgemeinen sind, ist hinreichend bekannt. Aber nun nochmal zum Mitschreiben: Sie enthalten wertvolle Ballaststoffe, hochwertiges Eiweiss, Zink, Eisen und B-Vitamine. Als Porridge stehen sie bereits auf jedem anständigen Frühstückstisch, als Suppe aber muss die Haferflocke mit Vorurteilen kämpfen. Liegt es wohl am Namen?

Für eine Portion des magenschonenden Basisrezepts 60 Gramm Haferflocken, 3 Deziliter Wasser und 1 Prise Salz in einen kleinen Topf geben und das Ganze unter ständigem Rühren kurz aufkochen lassen. Dann den Haferschleim auf mittlerer Hitze so lange köcheln, bis er die gewünschte Konsistenz hat - je länger er brodelt, desto fester und breiiger wird er. Leckerer wirds, wenn man das Wasser durch Gemüsebrühe ersetzt. Mutige braten Zwiebeln in Butter an, rösten dann die Haferflocken darin an und giessen sie mit Gemüsebrühe auf. Dann wieder köcheln, köcheln und köcheln, bis der cremige Schleim entsteht. Mit Salz und Muskat würzen. Wer mag, gibt noch angebratenes Gemüse (Zucchini, Tomate, Aubergine, Karotten, Pilze, Stangensellerie, Fenchel) als Topping hinzu.

Weitere Tipps und Hausmittel

  • Rollkur mit Kamillentee: Auch hierfür wird Tee getrunken. Damit dieser besser wirkt, muss er über der gesamten Magenschleimhaut verteilt werden. Dazu trinkt man zunächst zügig zwei lauwarme Tassen Kamillentee und legt sich anschliessend flach auf den Rücken. Nun verweilt man für je drei Minuten auf jeder Körperseite, bis man am Ende auf dem Bauch liegt.

Diese Informationen und Rezepte sollen Ihnen helfen, Ihre Ernährung bei Gastritis optimal zu gestalten und somit Ihre Beschwerden zu lindern und Ihr Wohlbefinden zu steigern.

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