Der Strassenverkehr birgt zahlreiche Herausforderungen und Risiken, die von der Einhaltung des Sicherheitsabstands bis zu den spezifischen Fehlern junger und älterer Autofahrer reichen. Dieser Artikel beleuchtet einige dieser Aspekte und gibt Einblicke in aktuelle Probleme und mögliche Lösungen.
Die Schwierigkeit, den Sicherheitsabstand einzuhalten
Jeder Autofahrer kennt das Dilemma: Einerseits soll und will man genügend Abstand zum Vorausfahrenden wahren, besonders auf der Autobahn. Denn zu wenig Abstand ist teuer und ein massives Sicherheitsrisiko, wenn zum Beispiel der Bremsweg länger ist als die Distanz zum Auto vor uns. Andererseits ist es auf unseren Autobahnen fast unmöglich, die vorgeschriebene Sicherheitsdistanz einzuhalten - weil jede Lücke von anderen gleich zum Spurwechsel und Überholen genutzt wird.
Ein Selbstversuch auf der Autobahn A1 im Raum Zürich zeigt, wie schnell der korrekte Abstand verloren geht. Anfangs scheint alles gut, doch sobald der Verkehr dichter wird, scheren andere Fahrzeuge in die vermeintlich grosszügige Lücke ein. Hält man sich an die Zwei-Sekunden-Faustregel, wirkt die Lücke gigantisch, und Autos drängen sich hinein. Unterschreitet man den Abstand von 1,8 Sekunden, drohen bereits hohe Strafen. Zudem rücken die Autos hinter einem oft viel zu dicht auf.
Besonders kritisch wird es in Tunnels. Im Gubrist-Tunnel schert ein Auto so dicht ein, dass eine Notbremsung erforderlich ist. Dieses Verhalten ist kein Einzelfall: Gerade nach dem Spurabbau fahren viele zu dicht auf. Würden alle sofort vom Gas gehen, um den Abstand zu vergrössern, entstünde ein Stau. Fährt man jedoch einfach weiter, riskiert man hohe Bussen und sogar den Führerausweis.
Auch die Nutzung eines radarbasierten Abstandstempomaten birgt Risiken. Die Systeme sind oft variabel einstellbar, aber selbst bei vermeintlich sicheren Einstellungen kann man sich im teuren oder sogar im Ausweisentzugsbereich befinden. Die Verantwortung für die korrekte Einstellung liegt jedoch beim Fahrer.

Vielleicht wäre ein System à la Deutschland besser? Dort sind Abstandsbussen im Bussgeldkatalog definiert, beginnend erst unter einer Sekunde. Das ist an sich zwar zu wenig - aber vielleicht einfach realistischer. Bei uns wird mangels fixer Ordnungsbussen zwar selten der Abstand kontrolliert, aber im Falle eines Falles wird es dann horrend teuer. Und ebenfalls deshalb weiss kaum jemand, wie viel genau eigentlich ganz schnell viel zu wenig ist.
Weitere Regeln und ihre Tücken
Neben dem Abstand gibt es zahlreiche weitere Regeln im Strassenverkehr, deren Nichtbeachtung teuer werden kann. Hier einige Beispiele:
- Hupen: Hupen ist fast immer illegal. Es ist ein Warnsignal bei drohender Gefahr. Das Gesetz verlangt eine Fahrweise, die ohne Hupe auskommt; reicht das nicht, darf zur Warnung gehupt werden. Explizit genannt sind unaufmerksame Kinder an der Strasse und blinde, enge Kurven. Hupen ist bis auf Notfälle nur tagsüber erlaubt, nachts ist stattdessen die Lichthupe zu nutzen. Und nicht erlaubt ist Rachehupen.
- Licht: Standlicht ist nicht zum Fahren da, sondern nur am stehenden Auto erlaubt. Tagsüber ist mit Tagfahrlicht oder Abblendlicht zu fahren, nachts sowie tagsüber bei schlechter Sicht mit Abblendlicht. Ausserorts und auf ungenügend beleuchteten Strassen innerorts darf bei Dunkelheit das Fernlicht strahlen. Für Gegen-, Quer- und Vorausverkehr ist abzublenden.
- Blinken: Jede Richtungsänderung ist anzuzeigen. Auf Autobahnen ab 250 Meter vor der Ausfahrt. Blinkverstösse sind teurer als gedacht: 100 Franken, bitte!
- Warnblinken: Erlaubt ist Warnblinken am stehenden Auto, wenn es aus zwingendem Grund falsch steht. Und am fahrenden Auto, um vor einer Gefahr (z.B. Stauende) zu warnen - nicht nur auf der Autobahn.
- Nebellicht: Genutzt werden dürfen Nebellichter bei erheblich eingeschränkter Sicht durch Nebel, Regen oder Schneefall. Vorne allerfrühestens bei 150 Meter Sicht und tagsüber nicht, weil wirkungslos. Hinten bitte erst wie früher unter 50 Meter Sicht und ausschalten, wenn die Sicht sich bessert oder andere in der Kolonne hinter uns sind.
Typische Fehler junger und älterer Autofahrer
Statistiken zeigen, dass sowohl junge als auch ältere Autofahrer spezifische Fehler begehen, die zu Unfällen führen können. Es ist wichtig, diese Fehler zu kennen und zu vermeiden.
Fehler junger Autofahrer
Junglenkende haben keinen guten Ruf: Sowohl in der Unfall- als auch in der Bussen-Statistik sind sie Spitze. Hier sind sieben oft übersehene Fehler mit grossen Folgen, die Anfängern häufig passieren:
- Kreisel-Slalom fahren: Wer in den Kreisel sticht, als sei es ein Slalom-Parcours, riskiert Unfälle. Das Tempo muss vor dem Kreisel deutlich verringert werden, und der innere Ring ist tabu.
- Zu mutig überholen: Tempolimiten gelten auch für Überholende! Lieber nicht überholen statt einmal zu viel.
- Spielen am Smartphone: Das Fummeln am Smartphone endet oft mit dem Crash ins Grüne oder einem tödlichen Unfall.
- Zu laute Musik hören: Laute Musik kann Warnsignale übertönen und ist zudem strafbar.
- Zu dicht auffahren: Mangelnde Erfahrung führt zu dichtem «Aufhocken».
- Zu nervös werden: Nie nervös machen lassen, selbst wenn jemand hupt.
- Zu spät bremsen: Das Austesten von Grenzen endet oft fatal. Bei Schleudern oder zu langem Bremsweg sofort voll in die Eisen.

Die 8 typischen Fehler: Daran erkennst du schlechte Autofahrer -Bloch erklärt #23|auto motor & sport
Fehler älterer Autofahrer
Seniorinnen und Senioren fahren weit regeltreuer und defensiver als andere Altersgruppen. Doch häufen sich im Alter manche Unfallursachen. Hier sind einige typische Fehler:
- Selbstüberschätzung: Die Fahrfähigkeit lässt schleichend nach, und die obligatorischen Untersuchungen ersetzen keine Selbstkritik.
- Toten Winkel ignorieren: Im Alter wird das Drehen des Kopfes schwieriger, was dazu führt, dass Velos oder Autos im Toten Winkel übersehen werden.
- Zu mutig sein: An Kreuzungen übersieht man andere eher oder unterschätzt deren Tempo.
- Regeländerungen verpassen: Das Regelwissen basiert oft auf älteren Kenntnissen.
- Zu langsam fahren: Wer dauerhaft langsam fährt, ist gesetzlich verpflichtet, vorbeizulassen.
- Zu wenig blinken: Oft hat es mit langsamerer Reaktion und schlechterer Koordination zu tun.
- Zu dicht auffahren: Gerade unsichere Lenkende neigen zum «Anhängen» am Vordermann.

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