Während Pulled Pork den meisten bereits ein Begriff ist, erlebt das Pulled Chicken erst seit Kurzem einen fulminanten Aufstieg in den Kennerkreisen. Es ist ebenfalls dem Low & Slow BBQ-Trend zuzurechnen und dauert somit eine ganze Weile, bis es fertig ist. Wir zeigen dir Schritt für Schritt, wie du dein ganz eigenes Pulled Chicken zu Hause selber machen kannst.

Welches Fleisch eignet sich für Pulled Chicken?
Wie immer gilt es beim Grillen, Braten oder Schmoren - je weniger Fett das Fleisch hat, desto trockener kann es werden, wenn man nicht aufpasst. Das trifft auch auf Poulet zu und viele kennen von uns die trockene Hähnchenbrust, die ohne Sauce kaum zu genießen ist. Hähnchenbrust und Schenkel eignen sich beide für Pulled Chicken.
- Hähnchenbrust: Zwar neigt die Brust etwas trockener zu werden, aber sie kommt ganz ohne Sehnen, Knochen und Knorpel aus.
- Hähnchenschenkel: Dagegen bleiben Schenkel dank mehr Fett länger saftig, obwohl es am Ende etwas mehr Arbeit macht, sie zu zerzupfen.
Vorsicht jedoch bei der Herkunft des Fleisches, denn Huhn ist aufgrund industrieller Produktion besonders oft schnell hochgezüchtet.
Der Rub: Das A und O für den Geschmack
Wie auch beim Polled Pork, ist beim Pulled Chicken der Rub extrem wichtig für einen guten Geschmack. Anders als beim Schwein braucht das Poulet jedoch keinen ganzen Tag im Kühlschrank, um das Aroma aufzunehmen, sondern es reicht einfaches Auftragen. Es gibt unglaublich viele Varianten beim Rub, die sich alle für Pulled Chicken gut eignen. Man kann hier nach dem ganz persönlichen Geschmack das passende Rezept raussuchen.
Ein beliebter Rub bzw. Du gibst einfach alle Zutaten in eine Schüssel und rührst sie zusammen. Bei Bedarf kannst du den Rub jederzeit nachwürzen und deinem Geschmack anpassen.
Pulled Chicken Burger-Blech
Pulled Chicken im Ofen zubereiten
Du kannst aber Pulled Chicken auch im Ofen selber machen. Dabei garst du mit Ober- und Unterhitze das Fleisch bei 110 Grad für 3 bis 5 Stunden. Da es anders als beim Grill, nicht das rauchige Aroma erhält, bietet es sich an, zwischendurch noch mehr Rub aufzutragen (das sogenannte 'Moppen'). Auch hier kannst du mit einem Thermometer messen, wann die Kerntemperatur von 80 Grad erreicht wurde.
Danach kannst du das Poulet aus dem Ofen nehmen und so wie bei der gegrillten Variante mit Krallen oder Gabeln zupfen. Auch hier wird dich das Ergebnis begeistern! Wir kennen sogar einige, die es geschafft haben, Pulled Chicken im Topf oder Dutch Oven zu machen.

Schnelle Variante für Ungeduldige
Wir haben auch eine Methode für dich, bei der dir das Gericht in maximal 45 Minuten gelingt. Das Ergebnis ist natürlich nicht ganz so zart wie das langsame, stundenlange Garen, aber es ist dennoch sehr schmackhaft!
Danach gibst du es in eine ofenfeste Form und bei vorgeheizten 170 Grad mit Umluft kommt es in den Ofen. Nach 10 Min nimmst du es dann erst mal heraus und zerrupfst es entlang den Fasern. Jetzt kommt das Fleisch noch mal für 20 Minuten in den Ofen, damit wir auch sichergehen, dass es gut durch ist.
Serviervorschläge für Pulled Chicken
Dein saftiges und gezupftes Poulet ist jetzt fertig? Dann musst du nur noch die passenden Gerichte daraus zaubern. Schließlich hast du jetzt lange genug darauf gewartet, bis es fertig ist. Die Klassiker unter den Gerichten sind natürlich der Burger und das Sandwich, das man oft in Food-Trucks findet.
- Burger & Sandwiches: Der Klassiker schlechthin.
- Pizza: Als Belag für die Pizza wird es auch immer beliebter, auch wenn dem traditionellen Italiener sich dabei die Nackenhaare aufstellen.
- Auflauf: Du kannst es sogar für einen Auflauf verwenden, den du mit Käse überbacken genießt.
Als Beilagen gibt es den klassisch amerikanischen Colesaw, ein Krautsalat mit Mayonnaise.

Fazit
Pulled Chicken geht wesentlich schneller als die Varianten mit Schwein oder Rind, doch am Ende steht es im Geschmack den größeren Brüdern in nichts nach.
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