Optimale Abformung in der Zahnarztpraxis: Tipps und Tricks

In der Zahnarztpraxis ist die präzise Abformung ein entscheidender Schritt für den Erfolg von Restaurationen und prothetischen Arbeiten. Dieser Artikel bietet eine umfassende Sammlung von Tipps und Tricks, um Abformungen zu optimieren und potenzielle Probleme zu vermeiden.

Materialien und Geräte

Ausblocken

Die bisherigen Methoden, Abdrucklöffel mit Hartsilikonen, Boxing Wax oder Stents Massen auszublocken, lassen sich durch folgendes Verfahren ersetzen: Zum Ausblocken verwendet man in Zukunft Prestikschnur der Fa. Mage-plast Manfred Gehring. Prestikschnur ist eine Dichtungsmasse, die unter anderem zum Abdichten von Dachfugen dient.

Reinigung von Abdrucklöffeln

Zur Reinigung von Abdrucklöffeln kann man statt Traypurol oder vergleichbaren Mitteln aus dem Depot sehr gut einen halben Becher Waschpulver auf ca. 1.5 Liter Wasser verwenden. Ein bis zwei Tage einwirken lassen. Abdrucklöffel lassen sich sehr einfach säubern, wenn sie mindestens einen Tag lang in herkömmlicher Reinigerlösung gelegen haben und danach mit einer Zahnbürste und Scheuermilch für den Haushalt bearbeitet werden.

Dosierung von Abdruckmaterialien

Abdruckmaterialien (Silikone, Impregum) lassen sich in der Menge mit einer elektronischen Waage (Fa. Kern, Messgenauigkeit 0.1 Gramm) exakt dosieren. Man legt zuerst die volle Tube auf die Waagschale und drückt die Tara-Taste. Nach der Entnahme wird die Tube wieder auf die Waagschale gelegt und die so entnommene Menge mit negativem Vorzeichen angezeigt.

Techniken und Kniffe

Vermeidung von Verziehungen

Bei schwierigen Abformungen mehrerer Zähne treten manchmal Verziehungen der Stümpfe auf, weil sich das Abformmaterial zu sehr wegdrückt. Ein höher ins Vestibulum reichender Löffelrand kann das effektiv verhindern. Ganz schnell ist das durch lichthärtenden Löffelkunststoff (Laborbereich) zu realisieren.

Sauberkeit auf dem Tray

Um die Übersicht und die Sauberkeit auf dem Tray zu erhalten, empfiehlt es sich, eine Gebäckkapsel mit Durchmesser von 4-5 cm aufzustellen. Dort kann dann sämtliches wegzuwerfendes Material hineingegeben werden und komplett entsorgt werden.

Umgang mit Restmengen

Beim Kartuschensystem verbleibt immer ein Rest, der gerade noch die Mischkanüle füllt, aber ansonsten zu nichts zu gebrauchen ist. Dieser Rest kann - ohne Mischkanüle - auf einen Mischblock gedrückt und von Hand angemischt werden. Dieser Rest reicht dann allemal für Kronenproben oder zum Markieren von Druckstellen.

Abformung bei mehreren präparierten Zähnen

Hat man in einem Kiefer sechs oder mehr Zähne präpariert (z.B. beiderseits Zahn 4 bis 7), dann kann es bei der Abformung mit z.B. Impregum folgende Probleme geben: a) beim sorgfältigen Umspritzen der Präparationen vergeht zu viel Zeit und das Zeugs zieht an, bevor man den Löffel drin hat, b) wenn man nur eine Zahnarzthelferin zur Verfügung hat, kann man nicht beide Quadranten zuverlässig trocken halten. Dieses Problem lässt sich mit folgendem KNIFF vermeiden: Man macht einen Löffel aus lichthärtendem Material und trennt ihn in der Front durch. Im vorderen Bereich schleift man zusätzlich Retentionsrillen ein. Dann nimmt man in aller Ruhe Abdruck eines Quadranten, wischt den Impregumüberschuss in der Front weg, wartet bis es abgebunden hat und macht dann mit der gleichen Ruhe den Abdruck über den anderen Quadranten. Die Löffelhälften werden mit Triad-Gel (lichthärtendes Material von DeTrey) überschichtet und verbunden. Die so verbundenen Hälften vorsichtig herausnehmen.

Vermeidung von Luftblasen

Zur Vermeidung von Luftblasen an der Präparationsgrenze wird die dünnfliessende Abdruckmasse mit dem Luftbläser zu einer dünnen Schicht „verblasen“, dann erst den Löffel aufsetzen.

Abformung bei lockeren Zähnen

Bei Abformungen über sehr lockere Zähne kann man diese dick mit Vaseline isolieren oder man stülpt eine locker sitzende Frasaco-Hülse darüber.

Gegenkieferabformung

Allen anderen die Empfehlung, auch den Gegenkiefer mit dem selben Abdruckmaterial zu machen wie die Präparation.

Entfernung von Rückständen

Reste von Adstringedent plus Blutkoagel, wie auch Schleifstaubablagerungen lassen sich von den Zähnen, also auch von den Präparierten bei liegendem Faden, mittels Air-Flow entfernen. Pulvereinstellung „minimal“.

Inlayabformungen

Zur Abdrucknahme von Inlaykavitäten nach der Korrekturmethode kann man Melitta Toppits Folie auf das Vorabdruckmaterial im Bereich der Abzuformenden Zähne legen. Vorteil: man spart sich das Ausschneiden der Kastenbereiche vor der Korrekturabformung.

Doppelabdruckverfahren

Von kommerziellen Anbietern werden Platzhalterfolien angeboten, die nach Beschickung des Abdruckloeffels mit "heavy putty" auf die Abformmasse gelegt werden. Mit dieser Folie wird nun der Erstabdruck im Doppelabdruckverfahren gewonnen. Durch die Verwendung dieser Folie wird das Ausschneiden von untersichgehenden Bereichen im Abdruckmaterial unnoetig oder zumindest auf wenige Stellen reduziert. Statt der teuren Platzhalterfolien sind auch Koferdammstreifen zu verwenden. Noch preisguenstiger und nach eigener Erfahrung besser geeignet sind Frischhaltefolien aus PE- Kunststoff, die in Rollenform in fast jedem Lebensmittelladen erhaeltlich sind.

Abformung bei parodontal vorgeschädigtem Gebiss

Vor dem Abdruck mit Impregum bei parodontal vorgeschädigtem Gebiss werden die Zwischenräume des Restbestandes mit Wattepelletts ausgeblockt. Erleichter die Entnahme der Abdrücke.

Mischmaschinen für Abformmaterialien

Es gibt verschiedene Mischmaschinen für Abformmaterialien auf dem Markt. Einige Zahnärzte bevorzugen den Mix-Star, während andere mit den DMG Mischmaschinen zufrieden sind. Die Wahl der richtigen Mischmaschine hängt von den individuellen Vorlieben und den verwendeten Materialien ab.

Vergleich von Mischmaschinen für Abformmaterialien

Mischmaschine Vorteile Nachteile
Mix-Star Bewährt, zuverlässig -
DMG Mischmaschinen Verschiedene Materialien kompatibel -

Tipps und Tricks – Alginatabformungen (DE)

Die hier aufgeführten Tipps und Tricks können Zahnärzten helfen, ihre Abformungstechniken zu verbessern und präzisere Ergebnisse zu erzielen. Durch die sorgfältige Auswahl der Materialien und die Anwendung bewährter Methoden können potenzielle Probleme minimiert und der Erfolg von Restaurationen und prothetischen Arbeiten gesteigert werden.

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