Mohnnudeln Rezept: Ein süsser Botschafter aus dem Waldviertel

Mohnnudeln sind ein typisch österreichisches Gericht und schmecken einfach wunderbar. Besonders im niederösterreichischen Waldviertel haben sie eine lange Tradition. In diesem Artikel erfahren Sie alles über die Zubereitung dieses köstlichen Gerichts.

Die süssen Mohnnudeln sind ein kulinarisches Highlight, das man sich nicht entgehen lassen sollte. Doch was macht dieses Gericht so besonders?

Die Geschichte des Waldviertler Mohns

Bis 1934 war der Waldviertler Mohn sogar an der Londoner Börse notiert. Dann verdrängten ihn billigere Produkte aus Osteuropa und dem Nahen Osten allmählich vom Markt. Heute wird er in der Gegend wieder in grösserem Stil angebaut.

Erstmals erwähnt wird der Papaver somniferum der Gegend schon 1280 in einem Dokument des Stiftes Zwettl. Damals brauchten die Mönche das Mohnöl vor allem für ihre Lampen, für das ewige Licht. Mohn kam aber ebenso als Heil- und Betäubungsmittel zum Einsatz. Später wurden die Samen mehr und mehr vor allem kulinarisch genutzt, auch von den Konditoreien in Wien. 1997 erhielt der Mohn aus der Gegend eine geschützte Ursprungsbezeichnung der EU.

Wenn die Kapseln des Graumohns reif sind, gehen unterhalb der Krone kleine Fensterchen auf, durch die man die Samen herausschütteln kann. Man spricht deshalb auch von einem «sehenden Mond».

Mohn ist sehr ergiebig: Eine Kapsel erhält 3 bis 5 Gramm Samen, 5 Gramm entsprechen 6000 Stück. Pro Hektar produzieren die Bauern im Waldviertel 700 bis 1000 Kilo Mohn.

«Das nennt man Augen. Daran erkennt man den typischen Graumohn unserer Gegend. Man spricht auch von einem ‹sehenden Mohn›. Und wenn man . . . Strecken Sie mal die Hand aus!» Sie dreht die Kapsel um, schüttelt sie wie einen Salzstreuer und lässt braungraue Mohnsamen über meine Finger rieseln.

«Wenn das ein Blaumohn wäre, dann würde da gar nichts rauskommen, gell. Das aber ist unser Graumohn, der schmeckt feiner, weniger bitter, denn er hat eine dünnere Schale.»

Waldviertler Mohnnudeln

Das Rezept für Mohnnudeln

Bitte beachte: Wenn du die Mengenangaben selbst anpasst, kann es passieren, dass dir das Rezept nicht perfekt gelingt. Die Mengenangaben und Koch-/Backzeiten der Zutaten werden im Text nicht automatisch angepasst.

Zutaten (für 4 Personen)

  • 500 g mehlige Kartoffeln
  • 250 g Weizenmehl, sogenannt griffiges Mehl (Typ 550)
  • 30 g Butter in Flocken
  • Etwas Salz
  • 1 Ei
  • 50 g Butter
  • 100 g Zucker (oder 60 g Zucker und 2 EL Honig)
  • 1 EL Rum
  • 100 g Graumohn, gemahlen
  • Etwas Staubzucker

Zubereitung (30 Minuten, Ruhezeit 3 Stunden)

  1. Kartoffeln garen, schälen und vollständig abkühlen lassen.
  2. Kartoffeln (mit Presse oder Passevite) fein zerdrücken, mit Mehl, 30 g Butter, einer Prise Salz und einem Ei rasch zu einem Teig verkneten.
  3. Von Hand fingerförmige Nudeln formen, in kochendes Wasser geben und zehn Minuten sieden (wenn sie zur Oberfläche aufsteigen, sind sie gar).
  4. Mit einer Schaumkelle aus dem Wasser heben.
  5. 50 g Butter in einer Bratpfanne schmelzen lassen, Zucker, Rum und Mohn vermischen.
  6. Nudeln kurz darin schwenken, auf Teller verteilen, mit Puderzucker bestäuben.
  7. Je nach Grösse der Bratpfanne ist es besser, die Nudeln in zwei Durchgängen mit dem Mohn zu verbinden.

Man kann Mohn bereits gemahlen kaufen, in einer speziellen Mohnmühle quetschen oder in der elektrischen Kaffeemühle mahlen.

Variationen und Tipps

Teigwaren mit Bundzwiebeln und Mohn: Teigwaren (z.B. Teigwaren im siedenden Salzwasser knapp al dente kochen. 1 dl Kochwasser beiseite stellen, Teigwaren abtropfen. Butter in derselben Pfanne erwärmen. Bundzwiebeln und Mohn kurz andämpfen. Saucen-Halbrahm, Zitronenschale und -saft beigeben, würzen, ca. 1 Min. köcheln. Teigwaren und beiseite gestelltes Kochwasser beigeben, mischen, nur noch heiss werden lassen. Beiseite gestelltes Bundzwiebelgrün darüberstreuen, Käse dazu servieren.

Weitere Rezeptideen mit Mohn

UrDinkel-Mohn-Safran-Nudeln mit karamellisierten Tomätchen

Zutaten:

  • 300 g Cherry-Tomaten, quer halbiert
  • 1 Briefchen Safran
  • 1 1/2 EL Zucker
  • 1/2 TL Salz
  • Pfeffer aus der Mühle
  • Butterflocken
  • 1,5 dl Rotwein oder Gemüsebouillon
  • 200 g UrDinkel-Mohn-Safran-Teigwaren oder andere UrDinkel-Pasta
  • Butter zum Verfeinern
  • 1 EL glatte Petersilie, fein geschnitten, zum Garnieren

Zubereitung:

  1. Cherry-Tomaten mit der Schnittfläche nach oben auf ein rundes Blech von 28-30 cm Durchmesser verteilen. Safran, Zucker, Salz und Pfeffer mischen, auf den Tomaten verteilen. Butterflocken darauf legen. In der oberen Hälfte des auf 220 °C vorgeheizten Ofens 15-20 Minuten rösten. Dann mit Rotwein oder Bouillon ablöschen, 5-10 Minuten einkochen.
  2. Teigwaren im Salzwasser al dente kochen, abgießen, mit Butter verfeinern. UrDinkel-Mohn-Safran-Nudeln auf vorgewärmte Teller verteilen. Karamellisierte Tomätchen samt Flüssigkeit darüber verteilen, garnieren.

Tipp: Geriebener Käse dazu servieren.

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