Mules sind Cocktails, die auf einer Mischung aus Spirituose, Limettensaft und Ingwerbier basieren. Sie zeichnen sich durch ihre erfrischende Würze und die markante Schärfe aus, die das Ingwerbier verleiht.

Die Geschichte des Mule Cocktails
Der bekannteste aller Mule Cocktails und gleichzeitig auch der erste Drink, der die Bezeichnung Mule trug, ist der Moscow Mule. Dieser hat seinen Ursprung allerdings - anders als der Name vermuten lässt - keineswegs in Russland, sondern in der «Cock ’n’ Bull»-Bar in Hollywood, Los Angeles, USA. In dieser amerikanischen Bar soll er zu Beginn der 1940er-Jahre erfunden worden sein.
Gemäss der überlieferten Geschichte erwarb John G. Martin, ein Manager bei der Spirituosenfirma G.F. Heublein Brothers, die Rechte an Smirnoff Vodka. In jener Zeit war Vodka in den USA noch nicht besonders populär und schwer an die Leute zu bringen. Parallel dazu hatte Jack Morgan, Besitzer des «Cock 'n' Bull»-Restaurants in Hollywood, Schwierigkeiten beim Verkauf seines hausgemachten Ingwerbiers. Die beiden Männer trafen aufeinander und kamen zusammen mit Morgans Partner, Rudolph Kunett, auf die Idee, die Produkte zu kombinieren und den Moscow Mule zu kreieren.
Worüber historische Einigkeit herrscht, ist, dass noch eine dritte Person in die Entwicklung des Moscow Mule involviert war: Morgans Partnerin Oseline Schmidt. Oseline war seinerzeit Inhaberin einer Kupfermanufaktur, die über einen großen Überschuss an Kupferbechern verfügte. So entstand aus drei Produkten, an denen zuvor niemand Interesse hatte - denn auch Vodka war damals in den USA nicht gerade beliebt -, und einem kleinen Spritzer Limettensaft einer der erfolgreichsten Cocktails der Welt.
Der Name «Moscow» wurde gewählt, weil Vodka typischerweise mit Russland in Verbindung gebracht wird, und «Mule» (Maultier) ist ein Hinweis auf den kräftigen Kick, den das Ingwerbier dem Drink verleiht. Der Moscow Mule wurde zu einem enormen Erfolg und trug wesentlich zur Popularität von Vodka in den USA bei.
Im Laufe des Kalten Krieges verlor der Drink ein wenig an Popularität, weil in Amerika niemand mehr einen Cocktail bestellen wollte, der die Stadt Moskau im Namen trug. In den Neunzigern des vergangenen Jahrhunderts nahm die Erfolgsgeschichte aber wieder Fahrt auf. Und auch in Europa wurde der Drink in den vergangenen Jahrzehnten immer beliebter.
Der Mule zählt zu den einfachen Drinks, die inzwischen zum Standardrepertoire einer jeden gut sortierten Cocktailbar gehören. Optisch sticht der Cocktail aus der Masse heraus, weil er anders als die meisten Drinks nicht aus einem Glas, sondern aus einem Kupferbecher getrunken wird. Aber auch geschmacklich haben Mule Cocktails, deren berühmtester Vertreter zweifellos der Moscow Mule ist, einiges zu bieten.
Der Moscow Mule gehört zu den einfach zu mixenden Drinks und bietet trotzdem ein aufregendes Geschmackserlebnis mit vielen Nuancen. Da der Kupferbecher vor dem Einfüllen des Drinks bereits mit Eis vorgekühlt wird, ist er so kalt, dass du ihn am besten am Henkel greifst. An den Lippen fühlt er sich dermassen frostig an, dass du einen Moment lang befürchtest, daran kleben zu bleiben. Doch kurz darauf steigt dir auch schon ein frischer Duft nach Ingwer und Minze in die Nase. Nach dem ersten Schluck macht sich eine leichte Säure breit und der Drink beginnt, an deinem Gaumen zu kitzeln.
Der Moscow Mule - Einfacher Drink, viel Geschichte, großes Vergnügen!
Zutaten und Zubereitung
Das Schöne am Moscow Mule ist, dass das Rezept zu den Easy Drinks gehört, die man ganz einfach zu Hause selber mixen kann.
Für einen Moscow Mule braucht es: Vodka und Ginger Beer, das im Geschmack würziger und natürlicher als ein Ginger Ale daherkommt. Je nachdem mit welcher Spirituose man den Vodka austauscht, kann man verschiedene Tastings kreieren. Die Zubereitung bleibt dabei immer die gleiche. Das heisst: das Ginger Beer, der Limettensaft, Pfefferminz und das Eis kommen jedes Mal mit dazu.
Moscow Mule Rezept
- 4.5 cl Vodka
- 12 cl Ginger Beer
- 0.5 cl Limettensaft
- Eiswürfel
- Limettenspalte und Minze zur Garnitur
Zubereitung:
- Glas zu 1/3 mit Eis füllen.
- Alle Zutaten zugeben und gut umrühren.
- Mit Limettenspalte und Minze garnieren.
Weitere Mule Cocktail Rezepte
Neben dem klassischen Moscow Mule sind auch die Varianten Berry Mule und London Mule mit Gin sehr beliebt. Dabei handelt es sich ebenfalls um ganz einfache Drinks, die du problemlos zu Hause selber mixen kannst. Hier sind einige weitere Rezeptideen:
- Berry Mule: Vodka, Ginger Beer, Limettensaft und frische Beeren.
- London Mule: Gin, Ginger Beer und Limettensaft.
- Mexican Mule: Tequila, Ginger Beer und Limettensaft.
- Munich Mule: Gin, Ginger Beer und Limettensaft, garniert mit Gurkenscheiben oder Minze.
Der Kupferbecher
Der Kupferbecher ist eine markante und charakteristische Komponente, die den Mule-Drink besonders macht. Obwohl er nicht zwingend notwendig ist, trägt er entscheidend dazu bei, den Geschmack und die Kälte des Cocktails zu optimieren.
Kupfer ist ein Material mit hoher Wärmeleitfähigkeit, was bedeutet, dass es die Kälte des Eises schneller aufnimmt und überträgt. Ein weiterer Vorteil des Kupferbechers ist die optische Wirkung. Der kupferne Glanz des Bechers verleiht dem Cocktail eine besondere Ästhetik, die in der Mixologie oft als stilvoll und traditionell angesehen wird.
Der Kupferbecher ist ein Symbol für den Mule-Drink und hat sich in der kulinarischen Welt als typisches Zubehör etabliert. Ein weiteres Merkmal des Kupferbechers ist, dass er die Kälte des Eises besonders effektiv speichert. Das ist besonders bei der Zubereitung eines erfrischenden Longdrinks wie dem Mule von Vorteil. Der Becher nimmt die Kälte auf und gibt sie kontinuierlich an den Drink ab, wodurch der Cocktail länger trinkfrisch bleibt.
Die Verwendung des Kupferbechers ist also nicht nur eine optische Note, sondern auch eine funktional wichtige Komponente, die den Geschmack und die Haltbarkeit des Cocktails verbessert. In den Rezepten wird oft empfohlen, den Becher vor der Zubereitung mit Eis zu kühlen, um die Kälte optimal zu nutzen.
Variationen des Mule Cocktails
Durch das simple Rezept und die einfache Zubereitung sind im Laufe der Jahre viele Varianten dieses Easy Drinks entstanden. So gibt es mittlerweile beispielsweise einen London Mule, einen Mexican Mule und viele weitere.
Auch Namensvariationen haben sich mit der Zeit entwickelt - insbesondere angesichts der jüngsten politischen Ereignisse. Das war in der Zeit des Kalten Krieges so und wiederholt sich aktuell. Wenn du zum Mixen einen Trojka Vodka Pure Grain verwendest, dann nenne den Drink doch einfach Trojka Mule.
Alle Mule Drinks eigenen sich auch bestens als Hot Drinks.

Weitere Rezeptideen
Hier sind einige weitere Rezeptideen für Mule Cocktails:
Disaronno Mule
- Disaronno
- Limettensaft
- Ginger Beer
Disaronno und Limettensaft in einen Becher mit Eis giessen und verrühren. Ginger Beer hinzugeben.
Apple Mule
- Stücke von 1/2 Apfel
- Jack Daniel’s Tennessee Honey
- Süssmost
- Ginger Beer
Stücke von 1/2 Apfel in einen Cocktailshaker geben und zerstampfen. Jack Daniel’s Tennessee Honey, Süssmost und einige Eiswürfel beigeben und ca. 30 Sek. gut schütteln. Einige Eiswürfel in ein Glas geben, Cocktail durch ein feines Sieb dazugiessen und mit Ginger Beer auffüllen.
Ginger Mint Mule
- 4 cl Mikks Ginger Mint
- 4 cl Vodka
- Eis
- Optional: Thomas Henry Ginger Beer
Gib 4 cl Mikks Ginger Mint, 4 cl Vodka und Eis in einen Shaker. Shake das Ganze für 20 Sekunden und giesse den Drink in ein Glas. Wenn du magst, kannst du den Drink noch mit frischem Ingwer und Pfefferminze garnieren. Tipp: Falls du es etwas spritziger magst, kannst du den Ginger Mule am Ende mit etwas Thomas Henry Ginger Beer oder einem anderen Ginger Beer aufgiessen.
Alkoholfreie Variante
Für alle, die auf Alkohol verzichten möchten, bietet der Munich Mule auch eine alkoholfreie Variante an, die den Geschmack des klassischen Cocktails ohne den Alkoholgehalt bewahrt. In den Rezepten wird oft empfohlen, entweder alkoholfreien Gin oder einen selbstgemachten Gin Sirup ohne Alkohol zu verwenden.
Die alkoholfreie Variante des Mule-Drinks folgt dem gleichen Grundrezept wie der klassische Cocktail, wobei der Gin durch alkoholfreien Gin oder einen Sirup ersetzt wird. Der Ginger Beer und der Limettensaft bleiben unverändert und sorgen für die typische Schärfe und Säure, die den Mule-Drink besonders machen.
Die alkoholfreie Variante des Mule-Drinks ist also eine willkommene Alternative, die den Geschmack und die Erfrischung des klassischen Cocktails bewahrt, ohne den Alkoholgehalt.
Cocktail Bitters
In der Welt der Cocktails gibt es kaum ein so vielfältiges und dennoch oft unterschätztes Element wie Cocktail Bitters. Diese intensiven Aromageber verleihen Getränken eine besondere Tiefe und eröffnen eine neue Dimension an Geschmacksnuancen.
Cocktail Bitters sind konzentrierte Kräutertinkturen. Sie werden hergestellt, indem eine Mischung von Kräutern, Gewürzen, Rinden und Wurzeln in hochprozentigem Alkohol eingelegt werden. Diese Mischung wird dann destilliert oder einfach extrahiert, um ein stark aromatisiertes und bitteres Ergebnis zu erzielen.
Es gibt eine beeindruckende Vielfalt an Cocktail Bitters. Diese reicht von traditionellen Klassikern wie Angostura über moderne, exotische Sorten bis hin zu spezifischen Geschmackskomponenten. Dazu gehören beispielsweise Zitrusfrüchte, Kräuter oder Schokolade. Diese Auswahl ermöglicht es, für jeden Cocktail und Geschmack die passenden Bitters zu finden, um das Getränk perfekt zu ergänzen und ihm zusätzliche Tiefe und Raffinesse zu verleihen.
Bitters verleihen Cocktails nicht nur Tiefe, sondern helfen auch, die verschiedenen Aromen eines Drinks miteinander zu verbinden. Die richtige Menge ist hier entscheidend: Schon wenige Tropfen genügen, um dem Cocktail eine ganz neue Dimension zu verleihen, ohne dabei die Balance der übrigen Zutaten zu stören.