Die Massage ist eine der ältesten Heilmethoden der Welt. Ihre Ursprünge finden sich im asiatischen Raum, während sie in Europa seit der Antike bekannt ist. Sie hilft bei Rückenschmerzen und Haltungsproblemen, fördert die Durchblutung, entspannt und lindert Stress: In vielen Fällen ist eine medizinische Massage eine gute Therapiemöglichkeit, oft wird sie auch in Kombination mit anderen Behandlungsmethoden wie zum Beispiel Physiotherapie verordnet.

Doch was sind die Voraussetzungen für eine Massage auf Rezept und wer übernimmt die Kosten?
Was ist Physiotherapie?
Physiotherapie (früher auch Krankengymnastik genannt) ist eine medizinische Therapieform, welche nur von diplomierten Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten durchgeführt werden darf. Sie befasst sich hauptsächlich mit dem Bewegungsapparat des Menschen. Ziel der Physiotherapie ist es Bewegungsfunktionen zu verbessern, Schmerzen zu lindern und die Gesundheit des Bewegungsapparates zu fördern. Man unterscheidet zwischen der aktiven und der passiven Physiotherapie.
Ziele der Physiotherapie
- Verbesserung der Beweglichkeit
- Wiederherstellung von Bewegungsfunktionen nach Verletzungen
- Vorbeugung von Fehlhaltungen und Bewegungseinschränkungen
Methoden der Physiotherapie
Die Physiotherapie umfasst verschiedene Behandlungsansätze, die individuell auf die Bedürfnisse des Patienten abgestimmt sind:
- Massage: Lösen von Verspannungen und Förderung der Durchblutung.
Wann wird Physiotherapie angewendet?
Die Physiotherapie eignet sich zur Behandlung einer Vielzahl von Beschwerden und kommt bei vielen Diagnosen zur Anwendung:
- Rehabilitation nach Unfällen oder Operationen
- Behandlung neurologischer Erkrankungen wie z.B. Schlaganfall oder Parkinson
- Unterstützung bei chronischen Beschwerden wie Arthrose oder Rheuma
- Nach Sportverletzungen (z.B. Muskelfaserriss, Muskelzerrung, Bänderdehnungen, Bänderrisse)
- Bei Orthopädischen Erkrankungen (z.B. Arthrose, Osteoporose, Bandscheibenvorfall, Fehlstellungen von Gelenken)
- Nach einem Unfall (z.B. Schleudertrauma, Knochenfrakturen (Knochenbrüche))
- Bei Entzündungen (z.B. Tennisellbogen oder Golferellbogen (Epicondylitis), Fersensporn)
- Bei Dekonditionierung (Verlust der Leistungsfähigkeit) (z.B. bei älteren, geschwächten Menschen, nach Krankheiten, nach Operationen und Verletzungen)
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Voraussetzungen für Massage auf Rezept
Klar zu unterscheiden ist die medizinische Massage, die der Arzt auf Rezept verordnet, von der Wellnessmassage: Letztere dient ausschliesslich der Entspannung, ist eher dem Themenbereich „Kosmetik und Wellness” zuzuordnen. Die klassische Massage wiederum ist schulmedizinisch anerkannt und kann Erkrankungen wie das Reizdarm- oder Erschöpfungssyndrom positiv beeinflussen.
Mit einer ärztlichen Verordnung für Physiotherapie (die kann jeder Arzt ausstellen - auch ein Zahnarzt) übernimmt die Grundversicherung Ihrer Krankenkasse bzw. Ihre Unfallversicherung die Kosten. Gewisse Behandlungen wie zum Beispiel Massage kann die Zusatzversicherung übernehmen. Um sicher zu gehen, fragen Sie am besten bei Ihrer Zusatzversicherung nach.
Ablauf zur Kostenübernahme
- Ärztliche Verordnung: Zunächst benötigen Sie eine ärztliche Verordnung für die Massage.
- Offerte einholen: Lassen Sie sich von einem qualifizierten Masseur oder Therapeuten eine Offerte für die geplanten Massagebehandlungen erstellen.
- Antrag bei der Krankenkasse stellen: Reichen Sie zusammen mit der ärztlichen Verordnung und der Offerte einen Antrag auf Kostenübernahme bei Ihrer Krankenkasse ein.
- Prüfung des Antrags: Die Krankenkasse wird Ihren Antrag prüfen und entscheiden, ob sie die Kosten für die Massage übernimmt.
Kostenübernahme durch die Krankenkasse
Massagetherapien, egal um welche Form der Massage es sich handelt, werden nicht von der Grundversicherung übernommen. Bei Beschwerden mit Muskeln und Gelenken wird im Rahmen der Grundversicherung oft eine physiotherapeutische Behandlung empfohlen, diese ist im Leistungskatalog der Grundversicherung enthalten.
Die Massage zählt in der Schweiz zu den alternativen Therapieformen. Eine Kostenübernahme für medizinische Massage findet sich deshalb meist in den Tarifen für Komplementär- oder Alternativmedizin. Seit einiger Zeit verlangen viele Zusatzversicherer eine ärztliche Verordnung für die Massagetherapie, andernfalls muss man die Kosten selbst tragen. Nicht jede Form der Massage ist von den Versicherungen anerkannt, einige gelten als reine Wellness-Behandlungen.
Zusatzversicherungen
Ob Hot-Stone, Fussreflexzonen oder Aromatherapie - In der Schweiz zählt Massage zu den alternativen Therapieformen und ist deshalb meist über die Zusatzversicherung “Komplementär- oder Alternativmedizin” abgedeckt. Für Massage allein existiert keine Zusatzversicherung, sondern sie ist immer Teil eines kleineren oder grösseren Leistungspakets.
Inwieweit die Zusatzversicherung die Kosten für die Massage übernimmt, variiert je nach Versicherer. Die meisten Anbieter übernehmen zwischen 50-90% der Behandlungskosten, in der Regel bis zu einem festgelegten Höchstbetrag oder einer maximalen Anzahl an Behandlungen pro Jahr.
Einige Versicherungen bieten spezielle Zusatzversicherungen an, die einen Teil der Kosten für alternative Behandlungen wie Massagen übernehmen. Hier eine Übersicht am Beispiel von Vital Basic, Vital Smart und Vital Premium:
| Zusatzversicherung | Kostenübernahme |
|---|---|
| Vital Basic | Kein Beitrag |
| Vital Smart | 50% der Kosten, max. 200 oder 300 CHF pro Kalenderjahr |
| Vital Premium | 80% der Kosten, max. 400 CHF pro Kalenderjahr |
Es ist ratsam, die Deckungsumfänge Ihrer Zusatzversicherung zu überprüfen und sich gegebenenfalls mit Ihrer Versicherungsgesellschaft in Verbindung zu setzen, um weitere Informationen zu erhalten.

Wichtige Hinweise
- Franchise bei Krankenkasse: Die Franchise ist der Betrag, den Sie jedes Jahr selbst bezahlen müssen, bevor die Krankenkasse Kosten übernimmt. In der Regel liegt die Franchise zwischen 300 und 2 500 CHF.
- Selbstbehalt: Der Selbstbehalt ist der prozentuale Anteil, den Sie nach Erreichen Ihrer Franchise noch selbst tragen müssen. Bei den meisten Versicherern liegt der Selbstbehalt zwischen 10 % und 20 %.
Kosten für eine Massage in der Schweiz
Die Preise für eine Massage in der Schweiz können je nach Art der Massage, Dauer der Behandlung, Standort und dem jeweiligen Anbieter variieren. Im Durchschnitt liegen die Preise für eine Massage in der Schweiz zwischen 80 und 150 CHF pro Stunde. Luxuriösere Spas oder Wellnesszentren können höhere Preise verlangen, während unabhängige Masseure möglicherweise günstigere Tarife anbieten.
Fazit
Eine medizinische Massage kann eine wertvolle Ergänzung zur Behandlung verschiedener Beschwerden sein. Informieren Sie sich genau über Ihre Versicherungspolice und holen Sie sich im Zweifelsfall eine ärztliche Beratung ein, um die bestmögliche Behandlung zu erhalten.