Das Raclette ist ein klassisches Schweizer Gericht, das in den Alpen schon seit Jahrhunderten geschätzt wird. Laut schriftlichen Überlieferungen schöpften die Hirten der Urschweiz bereits im 12. Jahrhundert bei einem würzigen Raclette in gemütlicher Runde neue Kraft. Dazu setzten sie einen halben Käselaib der Hitze des Ofens aus und streiften den geschmolzenen Käse zu einem bekömmlichen Mahl ab.
Im Wallis taucht die erste schriftliche Erwähnung dieser Art der Käsezubereitung im Jahre 1574 auf. Und auch Johanna Spyri deutet in ihrem Buch „Heidi“ mit dem“ Käsebraten am Spiess“ auf das Raclette hin. Der Käse galt in diesen Gebieten lange als wichtigstes Grundnahrungsmittel der Sennen und Hirten. Erst im 20. Jahrhundert ist die Bauernmahlzeit von den Alpen in die Täler gelangt und wurde rasch zu einem der beliebtesten Schweizer Nationalgerichte.
Der Name stammt vom Begriff „abschaben/abkratzen“ des geschmolzenen Käses vom Laib ab. Die erste schriftliche Erwähnung von Raclette im Wallis stammt aus dem Jahr 1574. Aber bereits in Schriften aus Klöstern in Ob- und Nidwalden aus dem 12. Jahrhundert taucht der «Bratchäs» auf, ein Vorgänger des Raclettes, der am offenen Feuer geschmolzen und dann auf einen Teller abgestreift wurde. Lange waren der Bratchäs und das Raclette typische Essen der Sennen. Jahrhundert ist die Bauernmahlzeit von den Alpen in die Täler gelangt und wurde rasch zu einem der beliebtesten Schweizer Nationalgerichte.
Geniessen Sie unsere verschiedenen Raclettekäse.
Als Raclette-Käse wird grundsätzlich ein Halbhartkäse mit sehr guten Schmelzeigenschaften verwendet. Entscheidend für ein hervorragendes Schmelzen des Käses ist die Zusammensetzung des Käses, insbesondere der Wasseranteil. Raclette-Käse werden entsprechend ihrer Verwendung beschriftet. Auf der Verpackung oder auf einer Etikette ist normalerweise die Raclette-Beschriftung ersichtlich.
Typischerweise ist neben der Beschriftung «Raclette» auch eine Abbildung von einem Raclette-Pfännchen zu finden.
Für eine Raclette-Mahlzeit eignet sich am allerbesten ein Halbhartkäse. Dieser Käsetyp bringt ideale Voraussetzungen mit, um im Raclette-Öfeli seine hevorragenden Schmelzeigenschaften zu zeigen. Nicht jeder Halbhartkäse weisst die gleiche Qualität auf. Vor dem Schmelzen ist äusserlich nicht zu erkennen, wie gut der Raclettekäse tatsächlich schmelzen wird.
Natürlich versuchen Raclettekäseanbieter die Verpackung mit Bildern und Illustrationen so zu gestalten, dass der Kunde vor dem Raclettekühlregal einen ersten Eindruck erhält, wie der Käse bei einer Erwärmung tatsächlich schmelzen wird. Es ist jedoch zu empfehlen, sich selbst durch das Raclettesortiment zu probieren und seinen Lieblingsraclette zu finden. Übrigens ist in den schweizerischen Absatzkanälen Käse zu finden, welcher als Schmelzkäse deklariert ist.
Idealerweise werden als Raclette-Käse Vollfettkäse verwendet. Erfahrungsgemäss sind teilentrahmte oder Käse mit einem erhöhten Fettgehalt weniger geeignet als Raclette. Der Hinweise zum Fettgehalt ist auf der Verpackung zu finden.

Wenn auf der Verpackung «vollfett» steht, wurde weder Milchfett entfernt noch hinzugefügt. Bei Raclette-Käse mit einem erhöhten Fettgehalt besteht die Gefahr, dass der Käse nach dem Schmelzen nicht homogen bleibt und es bei der Konsistenz Abzüge gibt. Teilentrahmter Raclettekäse kann vor allem auf Grund des Geschmacks nicht mit einem Vollfett-Raclette mithalten.
Im Käseregal sind Raclette aus roh oder pasteurisierter Milch zu finden. Traditionellerweise wird Raclette aus Rohmilch hergestellt. Deswegen gehört es auch zum Pflichtenheft von Raclette du Valais AOP, dass die Produzenten nur Rohmilch verwenden dürfen. Vor allem Käsepuristen behaupten, dass nur Käse aus Rohmilch ein wahres Raclette ist.
Die Reifezeit des Raclettekäses hat einen signifikanten Einfluss auf den Geschmack und die Beschaffung des Käseteiges. Je länger ein Raclettekäselaib im Käsekeller reift, desto mehr bilden sich typische Käsearomen und der Käseteig verfestigt sich.
Bereits nach rund 6 Wochen Reifezeit ist die Laktose (Milchzucker) im Käse abgebaut. Diese Tatsache bedeutet, dass in allen Raclette-Käse, welche über 6 Wochen lang gereift sind, keine Laktose mehr enthalten ist. Egal wie lange der Raclette-Käse gereift hat, die Rinde des Raclette-Käses kann gegessen werden.
Nach dem Reifen wird die Käseoberfläche und entsprechend auch die Rinde gründlich mit frischem Wasser gereinigt. Während der Käsereife von Schweizer Raclette werden keine umstrittenen Zusätze verwendet.
In den letzten Jahren tauchten auf dem Markt vermehrt Raclettekäse auf, welche Geschmacks-Zusätze enthalten. Je nach Vorliebe können Racletteliebhaber ihren Lieblingsgeschmack wählen. In der Regel sind Gewürze und Zutaten neben dem Racletteofen auf dem Tisch zu finden. Dann hat auch jede Person die Möglichkeit, den Käse nach seinen eigenen Wünschen aufzupeppen.
Die Liste mit potenziellen Zutaten zum Raclettekäse ist praktisch unendlich. Die beliebtesten Gewürze im Raclettekäse sind Pfeffer, Paprika und Knoblauch.
Raclettekäse ist in verschiedenen Formen und Grössen erhältlich. Zum Schmelzen eines Raclettekäses stehen in der Schweiz üblicherweise 2 verschiedene Öfen im Angebot. Zum einen ist es der Portionen-Racletteofen und andererseits der Racletteofen für einen halben Raclettekäselaib.
Raclette-Liebhaber mit einem Portionen-Racletteofen zu Hause finden im Käseregal Raclettescheiben mit einem perfekten Zuschnitt oder Raclette-Blöcke. Raclette-Blöcke müssen vor der Verwendung zuerst in Scheiben geschnitten werden, damit Sie auf dem Tisch serviert werden können. Üblicherweise sind Blöcke im Verkauf preislich vorteilhafter als die Portionen.
Es kann auch der Raclette-Käse direkt an einem halben Käse-Laib (Demie Meule) geschmolzen werden. Mit einem speziellen Ofen wird jeweils die oberste Schicht geschmolzen. Sobald diese Schicht ausreichend erwärmt wurde, wird sie auf einen Teller geschabt und mit Beilagen garniert. Wer es sehr traditionell mag, kann den halben Käselaib über dem offenen Feuer erwärmen.
Für den Hausgebrauch eignet sich die Möglichkeit mit dem offenen Feuer weniger - dieser am nächsten kommt aber der elektrische Raclette-Tischofen, bei dem halbe Käselaibe eingespannt werden können. Der Ofen verfügt über eine oder mehrere Halterungen, in welche die Käsehälften mit der Schnittfläche nach oben eingespannt und von oben her erwärmt werden.
Die verbreitetste Raclette-Variante ist das Schmelzen von einzelnen Scheiben im Pfännchen, das in einen Tischofen geschoben wird. Klassisches Hilfsutensil ist dabei der Raclette-Spachtel aus Holz oder Plastik. Mittlerweile haben sich richtige High-Tech-Varianten solcher Raclette-Öfen entwickelt, bei denen teilweise bis zu 12 Personen gleichzeitig Raclette geniessen können. Für die Pfännchen-Variante eignen sich Raclette-Sorten aus pasteurisierter Milch am besten.
Raclette Suisse®: Unter dem Dach der Marke Raclette Suisse® sind verschiedenste Raclettekäse aus der ganzen Schweiz zusammengefasst. Aus pasteurisierter Milch, aber auch aus Rohmilch hergestellt. Produktionsgebiet sind verschiedene Kantone am Alpenkamm, so zum Beispiel die Regionen Freiburg und Bern oder auch die Innerschweiz. Aus den würzigen Kräutern der Wiesen nördlich der Alpen entsteht ein natürlicher halbharter Raclette-Käse, der sich durch eine geschmackliche Milde und ein abgerundetes Aroma auszeichnet.
Walliser Raclette AOP: Dieser traditionelle Halbhartkäse aus dem Wallis wird bis heute nachaltüberliefertem Rezept hergestellt. Walliser Raclette AOP ist ein Naturprodukt aus Walliser Rohmilch und trägt seit 2007 die geschützte Ursprungsbezeichnung AOP, die ihn als typisches und traditionelles Produkt seiner Region auszeichnet.
Walliser Raclettekäse schmeckt milchig-frisch, unterstützt durch eine leicht säuerliche Komponente mit einer dominierenden pflanzlichen und fruchtigen Note, was der reichhaltigen Flora der Walliser Berg- und Alpregion zu verdanken ist.
Die klassische Zubereitungsart, bei der ein halber Raclette-Laib auf einem Brett in die Nähe der Glut gelegt und der weiche Käse danach mit einem Messer direkt in den Teller geschabt wird, sieht man heute vor allem noch im Kanton Wallis - an Festen oder in traditionellen Restaurants. Der Käse wird durch die Nähe zum Feuer nicht nur zum Schmelzen gebracht, sondern auch geräuchert und gegrillt, was dem Walliser Raclette sein typisches, unverkennbares Aroma verleiht.
Die Herkunft hat einen signifikanten Einfluss auf das Kaufverhalten von Raclette-Käse. Eine Marktanalyse hat ergeben, dass im Schweizer Detailhandel ausschliesslich Raclette-Käse aus der Schweiz angeboten wird. Nicht nur das Herkunftsland kann den Kaufentscheid beeinflussen, sondern auch die Regionalität.
Aufgrund dessen verwenden Detailhändler auch Labels wie «Aus der Region» oder Miini Region. Auch können Konsumenten ein Raclette von der Dorfkäserei aus dem eigenen Dorf präferenzieren. Des Weiteren ist es für die Herstellung von Raclettekäse wichtig, woher die Milch kommt und was sie für eine Qualität aufweist.
Die Milch für Raclettekäse kann entweder von konventionellen Milchproduktionsbetrieben stammen oder die Richtlinien der Bio-Zertifizierung erfüllen. Ausserdem muss ein Raclettekäse nicht unbedingt aus Kuhmilch bestehen. Spezialisierte Milchverarbeiter stellen auch Raclette aus Büffel, Ziegen oder Schafmilch her.
Raclette Zutaten Ideen | schnell & einfach | Lidl Kochen
Wichtig ist, dass der Käse nicht zu stark bzw. Die meisten Raclette-Öfen verfügen über einen Grill. Dieser eignet sich perfekt, um beim Raclette-Essen frisches Fleisch, Speck und Gemüse zu braten, während der Käse schmilzt. Wie der Name schon sagt, eignet sich der Raclette-Käse zum Schmelzen am besten: Er nimmt mit der Hitze eine samtige Textur an und entfaltet dabei seinen vollen Geschmack.
Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass jeder Racletteliebhaber seinen eigenen Favoriten für seinen Racletteofen finden muss. Wenn Gäste eingeladen sind, lohnt es sich verschiedene Sorten aufzutischen. Mit dem gelernten Wissen über Raclettekäse steht auf jeden Fall nichts mehr im Weg für ein perfektes Raclette-Essen mit der Familie oder mit Freunden.
Unser praktischer TTM-Racletterechner berechnet im Handumdrehen, wie viel Raclettekäse und Beilagen Sie für Ihr Fest benötigen. Wir rechnen mit durchschnittlich 60 Gramm pro Raclette, wenn man vom halben Käse abstreicht - so, wie es man im Original macht! Die Käseportion für's Pfännli-Raclette ist etwas kleiner. Hier rechnet man mit ca. 40 Gramm pro Raclette. Kartoffeln, Cornichons und Silberzwiebeln sind die traditionellen Beilagen.
Ein spritziger, trockener Weisswein oder Tee sind beim Schweizer Raclette besonders beliebt. Beim Raclette-Essen sind Geselligkeit und Genuss garantiert!
Die gewünschte Menge Raclette-Käse wählen Sie bei uns individuell aus. Wir empfehlen ca. Bestellen Sie online in wenigen Schritten Ihre Raclette-Platte. Und holen Sie die frisch zubereitete Platte bequem in Ihrer Migros-Filiale ab.

Zusammenfassung der wichtigsten Raclette-Käsesorten
| Käsesorte | Herkunft | Milch | Besonderheiten |
|---|---|---|---|
| Walliser Raclette AOP | Wallis, Schweiz | Rohmilch | Geschützte Ursprungsbezeichnung, milchig-frischer Geschmack |
| Raclette Suisse® | Verschiedene Kantone, Schweiz | Rohmilch oder pasteurisierte Milch | Milder, abgerundeter Geschmack |
| Raclette mit Geschmackszusätzen | Variiert | Variiert | Mit verschiedenen Gewürzen und Zutaten verfeinert |