Kaninchenfleisch wird in der modernen Küche oft unterschätzt, dabei ist es nicht nur geschmacklich ein Highlight, sondern auch äusserst gesund. Mit mehr Protein als Hühnerfleisch und einem reichen Gehalt an B-Vitaminen, Magnesium und Eisen liefert es die perfekte Grundlage für ein Gericht, das sowohl traditionell als auch nährstoffreich ist. Entdecken Sie die Vielfalt der Zubereitungsmöglichkeiten und lassen Sie sich von unseren Rezepten inspirieren.

Kaninchen-Kochtipps von Spitzenköchen
Für Kaninchenschenkel kursieren fast nur Schmorrezepte, obwohl sich die Teile des Schenkels und vor allem die Filets durchaus zum braten à la minute eignen.
Der pensionierte Ostschweizer Spitzenkoch und Kochbuchautor Thuri Maag ist nicht nur der bekannteste Schweizer Pilzkoch sondern auch Kaninchenfleisch-Botschafter der Firma Delimpex. Er beschäftigt sich seit Jahren mit Kaninchen und entwickelte zahlreiche kreative Variationen. Einige seiner Tipps:
- «Man muss die richtigen Stücke für die entsprechende Zubereitungsart wählen. Denn das magere Fleisch ist sehr zart.
- Damit das fettarme Schmorfleisch beim Garen nicht zu trocken wird, darf man es nicht zu lange braten.
- Schenkel sollte man marinieren, auf einem Gitter 40 Minuten mit Umluft bei 100 Grad garen und erst danach kurz knusprig braten».
Zum Schmoren verwendet er Vorderschenkel und Bauchlappen. Beim Gargrad sei es wichtig, dass das Fleisch noch etwas rosafarben ist.
Es gibt viele Rezepte in Kochbüchern für geschmorte Unterschenkel, «aber diese sind dafür zu schade und werden trocken», so Maag. Und weiter: «Da man Kaninchenfleisch im Gegensatz zu Poulet roh essen kann, sollte man es wie Kalbfleisch behandeln. Carpaccio, Tartar, Sashimi und Ähnliches sind Beispiele für kreative Produkte».
Ähnliches sagt Herbert Huber, ehemals Spitzenkoch in Stans und heute Kochbuchautor und Kolumnist: «Kaninchenfleisch ist bei richtiger Zubereitung butterzart und leicht verdaulich. Aber man darf es nie zu heiss anbraten, es wird rasch sehr trocken. Also ist liebevolles Dünsten in Olivenöl oder Bratbutter angesagt, mit anschliessendem sanftem «Süderlen». Bei einem Voressen dünstet man gleich das Gemüse mit, vorwiegend Knollen- und Wurzelgemüse. Mit Zwiebeln und Knoblauch sollte man sparsam umgehen, da diese Zutaten sonst den Fleischgeschmack überdecken. Als natürlichen Saucenbinder gibt man während des Köchelns ein Stück altbackenes Weissbrot hinzu».
Sowohl in Weisswein (Riesling) wie auch in Rotwein (Merlot) könne man Kaninchen dünsten. Den Rücken ganz zu braten sei eine höhere Kunst. Auf jeden Fall müsse das Fleisch am Knochen noch leicht rosé sein. «Die Niedergar-Methode eignet hier sich bestens», empfiehlt Huber.
Und Werner Wirth, Metzgermeister und Kochbuchautor meint, «Filet oder Schlegel sollten - wenn überhaupt - nur am Schluss kurz angebraten werden. Konkret: Garen auf 55°C Kerntemperatur, kurz anbraten und nachher mind. 30 Minuten bei 55°C Ofentemperatur warmwalten. Auf dem Grill sollte man es in einer Scheibe Rohschinken gewickelt schützen, da es sehr mager ist. Weil es eher ungereift in den Verkauf gelangt, muss man es zart machen mit einer säurehaltigen Marinade».
Und der Fleisch-Gartechnik-Experte empfiehlt, zum Anbraten «50g Speckwürfeli zu braten, herauszunehmen, je einen Esslöffel Butter und Olivenöl beizugeben und das Fleisch darin anzubraten. Dann den Fond aufzulösen und in die Sauce zu geben.
Für Kaninchenfleisch generell finden sich in den führenden Grillkochbüchern keine Rezepte. Grillmeister Andy Stüssi würde «Schenkel niedergaren bei 100 Grad, lieber im Smoker als auf dem Grill». Dadurch würden sie zart, vor allem bei jungen Kaninchen.
Nährwerte von Kaninchenfleisch
Marianne Hug: «Beim Eisen übertrifft Kaninchenfleisch die geflügelte Konkurrenz mit 3.5 g pro 100 g sogar um fast das Doppelte. Auch sein Gehalt an muskel- und nervenstärkendem Magnesium (29mg) kann sich durchaus sehen lassen. Kaninchenfleisch enthält wie die meisten mageren Fleischsorten etwa 70 mg Cholesterin in 100g Fleisch. Menschen mit zu hohen Blutfettwerten können deshalb Kaninchenfleisch als gute Alternative zu den herkömmlichen mageren Fleischarten geniessen».
- Kaninchenfleisch sei nicht nur mager, sondern Bestandteil vieler Diabetiker-Rezepte. Im Durchschnitt enthält Kaninchenfleisch ca. 8% Fett.
- In diesem kommen nicht nur gesättigte Fettsäuren vor, sondern auch gesunde, ungesättigte. Verglichen mit anderen mageren Fleischsorten enthält Kaninchenfleisch bedeutend mehr herzgesunde Omega-3-Fettsäuren.
- Weitere wichtige Inhaltsstoffe sind Eisen, Kalium, Zink, Selen sowie Vitamin B12.
Rezept: Kaninchen in Rotwein-Kräutersauce
Wer kulinarisch nach Italien reisen möchte, findet in diesem Kaninchen Rezept für geschmortes Kaninchen in Rotwein-Kräutersauce eine wahre Offenbarung. Die Kombination mit Rotwein und Kräutern hebt das Fleisch geschmacklich auf ein neues Niveau und sorgt für ein unvergessliches Genusserlebnis. Die Zubereitung ist zwar etwas zeitintensiv, jedoch keineswegs kompliziert. In diesem Kaninchen Rezept schmoren wir das Kaninchen schonend im Ofen, sodass es wunderbar zart wird. Der kräftige Rotwein, kombiniert mit frischem Thymian und Rosmarin, sorgt für eine tiefgründige Sauce, die durch Reduktion und abschliessendes Andicken ihre Intensität entfaltet.
Zutaten:
- 1 ganzes Kaninchen (ca. 1.5 kg)
- Zwiebeln, Knoblauch, frischer Thymian und Rosmarin
- Olivenöl
- 100 ml Rinderbrühe
- Rotwein und Balsamico-Essig
- Tomatenmark und klare Brühe
- Saucenbinder
Zubereitung:
- Marinade vorbereiten: Zwiebeln, Knoblauch, zwei Zweige Thymian und Rosmarin fein hacken. Mit Olivenöl und 100 ml Rinderbrühe zu einer Marinade vermischen.
- Anbraten: Olivenöl in einem Bräter erhitzen.
- Ablöschen: Den Bratensatz mit reduziertem Rotwein und Balsamico-Essig ablöschen. Tomatenmark einrühren, klare Brühe und restlichen Rotwein hinzufügen.
- Schmoren: Die angebratenen Kaninchenstücke in den Bräter geben. Bei 150 °C im Ofen ca. 90 Minuten schmoren.
- Sauce vollenden: Kaninchenstücke aus dem Bräter nehmen und warmstellen. Die Sauce durch ein Sieb giessen, erneut aufkochen und mit Saucenbinder andicken.
- Servieren: Das Kaninchen mit Polenta oder einer Beilage Ihrer Wahl anrichten.
Dieses Kaninchen Rezept bringt nicht nur ein Hauch Toskana in Ihre Küche, sondern ist auch eine perfekte Gelegenheit, Wein und Essen auf höchstem Niveau zu kombinieren. Wir empfehlen dazu einen Il Pino di Biserno, dessen würzige Noten und reife Kirsch-Aromen das Gericht ideal abrunden.
Kaninchen zerteilen Anleitung und Video

Tradition und Herkunft
Das Zubereiten von Kaninchen ist in der mediterranen Küche tief verwurzelt, insbesondere in Italien, Frankreich und Spanien. Das Gericht Kaninchen in Rotwein-Kräutersauce hat seinen Ursprung vermutlich in der italienischen Toskana, wo Rotwein und aromatische Kräuter wie Rosmarin und Thymian traditionell in vielen Rezepten verwendet werden. Diese Kombination spiegelt die Philosophie der toskanischen Küche wider: einfache Zutaten von hoher Qualität, die zusammen ein harmonisches Geschmackserlebnis ergeben.
Kaninchen ist ein besonders beliebtes Fleisch in Ländern wie Italien, Spanien und Frankreich. In Italien gehört Kaninchen zu den Klassikern der ländlichen Küche, speziell in der Toskana und auf Sardinien, wo es traditionell geschmort oder gegrillt wird. Spanien ist bekannt für das berühmte „Conejo al Ajillo“ (Kaninchen mit Knoblauch), während in Frankreich Gerichte wie „Lapin à la moutarde“ (Kaninchen in Senfsauce) geschätzt werden. Weltweit zählt China zu den grössten Konsumenten von Kaninchenfleisch, wobei der Fokus dort stärker auf industrieller Zucht liegt.
Nachhaltigkeit und Ethische Aspekte
Die Frage, ob es ethisch vertretbar ist, Kaninchen zu essen, hängt stark von der Haltung und Zucht der Tiere ab. Die Tiere lebten artgerecht, mit viel Platz und natürlicher Nahrung.
Kaninchenfleisch hat im Vergleich zu anderen Fleischsorten wie Schwein oder Rind einen kleineren ökologischen Fussabdruck. Die Tiere benötigen weniger Futter und Platz, was Kaninchenfleisch zu einer nachhaltigeren Wahl macht - vorausgesetzt, sie werden respektvoll aufgezogen und verarbeitet.
In der heutigen Diskussion um Fleischkonsum und Nachhaltigkeit ist es wichtig, bewusste Entscheidungen zu treffen.
Rezept: Kaninchen mit Sauerkraut und Rahm
Ein echter Klassiker mit einer cremigen Note, der nicht nur in der Schweizer Küche für Begeisterung sorgt. Kaninchen mit Sauerkraut und einem Hauch von Rahm - das ist Comfort Food, das die Seele wärmt und den Gaumen kitzelt. Ein Gericht, das von der Einfachheit und der Qualität seiner Zutaten lebt und durch die Zugabe von Rahm eine sanfte, harmonische Komponente erhält.
Zutaten:
- Kaninchenteile
- Sauerkraut
- Äpfel
- Lorbeerblätter und Wacholderbeeren
- Weißwein und Bouillon
- Rahm
Zubereitung:
- Die Kaninchenteile kräftig mit Salz und Pfeffer würzen. In einem großen Bräter das Pflanzenfett erhitzen und die Kaninchenteile darin rundum goldbraun anbraten.
- Im Bräter die Zwiebeln und den Knoblauch anschwitzen, bis sie glasig sind.
- Das Sauerkraut, die Äpfel, Lorbeerblätter und Wacholderbeeren hinzugeben und mit dem Weißwein sowie der Bouillon ablöschen.
- Um eine gleichmäßige Bräune zu erreichen, die Kaninchenteile nicht zu dicht im Bräter anordnen. Lass das Kaninchen nach dem Garen noch ein paar Minuten ruhen. Verfeinere das Rezept mit frischen Pilzen, z.B.
Rezept: Kaninchen im Ofen - einfach und knusprig
Ein einfaches Rezept, mit dem Sie mit wenigen Zutaten um ein ganzes Kaninchen im Ofen perfekt zuzubereiten können.
Zutaten:
- 1 Kaninchen, ohne Innereien
- Salz, Pfeffer
- frischer Rosmarin, Thymian und Oregano
- Olivenöl
- Honig
- Sojasauce
Zubereitung:
- Kaninchen mit Salz und Pfeffer würzen und in ofenfeste Form oder Pfanne geben.
- Rosmarin, Thymian und Oregano waschen und Kaninchen mit einigen Zweigen damit stopfen. Restliche Kräuter auf das Fleisch legen.
- Kaninchen mit Garn umwickeln und die Kräuter festbinden.
- Honig mit Sojasauce zu einer Marinade mischen. Marinade auf das Kaninchen geben.
- Kaninchen mit Olivenöl beträufeln und bei 170 Grad ca. 60 Minuten backen.
Schmoren im Öl: Ein besonderes Rezept
Fleisch wird im Öl geschmort unglaublich zart.
Zutaten:
- Kaninchenfleisch
- grüne Oliven und dunkle Sultaninen
- Salbei
- Knoblauchzehen
- Olivenöl
Zubereitung:
- Öl in einer Bratpfanne heiss werden lassen. Fleisch würzen, portionenweise je ca. 10 Min. anbraten, herausnehmen, in die Einmachgläser geben.
- Oliven, Sultaninen, Salbei und Knoblauch beigeben. Gläser auf ein Backblech stellen.
- Schmoren im Öl: ca. 3 Std. in der unteren Hälfte des vorgeheizten Ofens. Gläser herausnehmen, Fleisch aus dem Öl nehmen, mit den Oliven und dem Knoblauch anrichten.
Dazu passt: Kartoffelstock, Polenta.
Mit diesen vielfältigen Rezepten und Tipps steht dem Genuss von zart geschmortem Kaninchen nichts mehr im Wege. Guten Appetit!