Reis ist ein weltweit verbreitetes Grundnahrungsmittel, doch die Zubereitung kann manchmal eine Herausforderung sein. Ob als Beilage oder als Hauptbestandteil eines Gerichts - mit den richtigen Tipps gelingt Ihnen der Reis garantiert perfekt. Hier finden Sie eine ausführliche Anleitung, wie Sie verschiedene Reissorten optimal zubereiten und häufige Fehler vermeiden.

Die Grundlagen der Reiszubereitung
Bevor wir uns den spezifischen Tipps widmen, ist es wichtig, die grundlegenden Methoden der Reiszubereitung zu verstehen. Es gibt hauptsächlich zwei Garmethoden für Reis:
- Quellmethode: Hier wird der Reis mit einer bestimmten Menge Wasser gekocht, die er vollständig aufnimmt.
- Wassermethode: Bei dieser Methode wird der Reis in reichlich Wasser gekocht und anschließend abgetropft.
Die Wahl der Methode hängt von der Reissorte und dem gewünschten Ergebnis ab.
Die richtige Reissorte wählen
Der erste Schritt zu perfektem Reis ist die Auswahl der richtigen Reissorte. Es gibt zahlreiche Sorten, darunter Basmati, Jasmin, Langkornreis und Arborio, und jede hat ihre eigenen Eigenschaften. Entdecke die verschiedenen Sorten und finde heraus, welche dir am besten schmeckt.
- Langkornreis: Ideal als Beilage oder Basis für Wok-Gerichte.
- Basmati-Reis: Entfaltet beim Kochen ein nussiges Aroma und eignet sich gut für Currys.
- Jasminreis: Beliebt in Thailand und darf etwas klebriger sein.
- Risottoreis (Arborio, Vialone, Carnaroli): Notwendig für die Zubereitung von cremigem Risotto.
- Rundkornreis: Geeignet für Milchreis und andere süße Speisen.
Häufige Fehler vermeiden
Egal, was du machst, der Reis wird klebrig, matschig oder schmeckt nicht richtig? Mit diesen Tipps gelingt dir die Zubereitung in Zukunft immer.
1. Falsches Wasserverhältnis
Oft misst man alle Reissorten mit dem gleichen Wasserverhältnis ab. Das sollte nicht so sein. Langkornreis hat zum Beispiel ein Reis-Wasser-Verhältnis von 1:1,5 Wasser. Wildreis sollte aber in einem Verhältnis von 1:2,5 gekocht werden. Wenn man ihn mit zu viel Wasser kocht, wird er matschig. Mit zu wenig Wasser bleibt er hart oder brennt an.
2. Unterschiedliche Kochzeiten nicht beachten
Die Kochzeit variiert von Sorte zu Sorte. In der Regel ist der Reis fertig gekocht, wenn er die abgemessene Wassermenge ganz aufgesogen hat.
3. Reis nicht waschen
Jede Reissorte (ausser Risottoreis) sollte man vor dem Kochen waschen. In der Herstellung wird der Reis poliert und es bleibt Stärkepulver am Reis kleben. Das sorgt dafür, dass der Reis klebt und gummig wird. Den Reis wäscht man richtig, indem man ihn mit Wasser in einen Topf gibt und umrührt. So löst sich der Staub und das Wasser wird trüb. Diesen Prozess wiederholt man, bis das Wasser klar ist.
4. Reis beim Kochen rühren
Bei der Quellmethode (Kochen im Wasser) sollte der Reis während des Kochens nicht gerührt werden. Selbst der Risottoreis sollte nur so wenig wie nötig gerührt werden - also gerade so, damit er nicht am Pfannenboden anbrennt. Denn durch das Rühren geht die Stärke aus dem Reis verloren. Auch entweicht ihm so viel Hitze und er wird klebrig.
5. Falsche Hitze verwenden
Reis sollte man zuerst kurz auf höchster Stufe aufkochen, bevor man ihn anschliessend auf mittlerer Hitze köcheln lässt. Reis enthält viele Bakterien, welche durch das Aufkochen abgetötet werden. Geschieht das nicht, riskiert man Magenbeschwerden. Wenn man ihn zu lange zu heiss kocht, brennt er an.
Schritt-für-Schritt-Anleitung für Langkornreis (Quellmethode)
Hier das klassische Grundrezept für Langkornreis - als Beilage oder Basis für ein Wok-Gericht wie Fried Rice.
- Vorbereitung: Reis vor dem Kochen waschen, um überschüssige Stärke zu entfernen.
- Wasser aufkochen: Wasser im Verhältnis 1:1,5 (Reis zu Wasser) mit Salz aufkochen.
- Reis hinzufügen: Reis unter Rühren beigeben und erneut aufkochen.
- Köcheln lassen: Hitze reduzieren, Topf zudecken und bei kleiner Hitze ca. 20 Minuten köcheln lassen, bis der Reis das gesamte Wasser aufgesogen hat und al dente ist.
- Auflockern: Reis mit einer Gabel lockern und anrichten.
Tipps für zusätzlichen Geschmack
- Butter: 1 EL Butter unter den gekochten Reis mischen, um Glanz und ein feines Butteraroma zu erzielen.
- Trockenreis: Alternativ kann man den Reis in 2 l Wasser mit 1 EL Salz ca. 20 Minuten kochen und anschließend abtropfen lassen. Diese Methode verbraucht jedoch mehr Wasser, Salz und Energie.
Perfektes Risotto zubereiten
Die Zubereitung des perfekten Risotto ist eine wahre Kunst. Der Reis darf nicht zu hart, aber auch nicht zu matschig sein. Ein paar Tipps und etwas Übung helfen, die ideale Konsistenz zu erreichen.
- Reiswahl: Verwenden Sie speziellen Risottoreis wie Arborio, Vialone oder Carnaroli.
- Anrösten: Eine fein gewürfelte Schalotte in Olivenöl glasig dünsten, dann den Reis einstreuen und anrösten, bis er leicht glasig ist.
- Ablöschen: Mit einem Glas trockenem Weisswein ablöschen und verdampfen lassen.
- Fond hinzufügen: Heissen Geflügel- oder Gemüsefond nach und nach hinzufügen, sodass der Reis immer gerade bedeckt ist.
- Köcheln lassen: Das Risotto für etwa 20 bis 30 Minuten bei mittlerer Hitze köcheln lassen, bis es die Flüssigkeit aufgenommen hat. Dabei geduldig unterheben, um Ansetzen zu verhindern.
- Verfeinern: Topf vom Herd nehmen und Butter sowie frisch geriebenen Parmesan unterheben. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und zügig servieren.
Je nach Geschmack können dem Grundrezept noch weitere Zutaten wie Pilze, verschiedene Gemüse, frische Meeresfrüchte und unterschiedliche Käsesorten zugefügt werden. Gewürze wie Safran, Pfeffer, Piment und frische Kräuter sorgen für eine aromatische Note.
Japanische Reiszubereitung
In der japanischen Küche werden typischerweise kurzkörnige Reissorten wie Koshihikari oder Sasanishiki verwendet. Die Zubereitung folgt einem sorgfältigen Ritual, das dem Reis seine charakteristische, glänzende, klebrig-weiche Textur verleiht.
- Waschen: Reis in einer Schüssel mit kaltem Wasser bedecken, umrühren und das trübe Wasser sofort abgiessen. Diesen Vorgang drei- bis fünfmal wiederholen, bis das Wasser weitgehend klar ist.
- Kochen: Den Reis nach japanischer Methode in einem Reiskocher zubereiten oder in einem Topf garen. Im Topf den Reis mit Wasser (Verhältnis 1:1) bei mittlerer Hitze zum Kochen bringen, dann die Temperatur reduzieren und etwa 12 Minuten bei geschlossenem Deckel köcheln lassen.
- Ruhen lassen: Nach dem Kochen 10 bis 15 Minuten stehen lassen, ohne den Deckel zu öffnen.
Sushi Reis kochen – im Kochtopf | Reishunger
Japanischer Sushi-Reis ist ebenfalls eine kurzkörnige Reissorte, aber hier gelten andere Regeln. Er muss zuerst gründlich gewaschen und vor dem Kochen eingeweicht werden, damit die Körner quellen und die gewünschte klebrige Konsistenz entwickeln. Der grösste Unterschied liegt jedoch in der Würzung: Nach dem Kochen wird Sushi-Reis mit einer Mischung aus Reisessig, Zucker und Salz gewürzt, um den unverwechselbaren Geschmack und die Konsistenz zu erzielen, die für Sushi typisch ist.
Langkornreis nach der Absorptionsmethode (Asiatische Methode)
Langkornreis wie Basmati- oder Jasminreis sollte zuerst gewaschen werden, um die pulvrige Stärke zu entfernen, und dann nach der in Asien bevorzugten Absorptionsmethode gekocht werden. Befolgen Sie dabei diese fünf einfachen Schritte:
- Abmessen: Den Reis zum Abmessen in eine Tasse oder einen Becher füllen und die Oberfläche glattstreichen.
- Waschen: Den Reis gut in kaltem Wasser spülen, bis das Wasser klar ist.
- Kochen: Den gewaschenen Reis zusammen mit Salz (falls gewünscht) in einen Topf geben. Wasser im Verhältnis von zwei Teilen Wasser zu einem Teil Reis hinzufügen - dabei alles mit demselben Gefäss abmessen.
- Garen: Das Wasser bei starker Hitze zum Kochen bringen und den Topf einmal schwenken, damit sich die Körner gleichmässig verteilen. Den Topf mit einem Deckel verschliessen, die Hitze auf die niedrigste Stufe reduzieren und den Reis 10 Minuten garen.
- Prüfen: Am Ende der Garzeit sollte das gesamte Wasser vom Reis aufgenommen sein. Probieren Sie ein paar Körner, um zu überprüfen, ob der Reis gar ist. Wenn er länger braucht, decken Sie ihn wieder zu, lassen ihn noch einige Minuten ziehen und probieren erneut. Nun den Herd ausschalten und den Reis mit einer Gabel auflockern.
Fehlerbehebung
Der Reis ist zu hart: Zu wenig Wasser oder zu kurze Garzeit.
Resteverwertung
Haben Sie noch gekochten Reis übrig? Werfen Sie ihn nicht weg. Kühlen Sie ihn schnell ab, indem Sie ihn auf einem Brett verteilen. Geben Sie ihn dann in einen Behälter mit Deckel, bewahren Sie ihn im Kühlschrank auf und verbrauchen Sie ihn innerhalb von 2 bis 3 Tagen.
Es gibt viele leckere Möglichkeiten, Reisreste zu verwerten:
- Probieren Sie doch einmal gebratenen Reis mit würzigen Eiern und Gemüse oder den Klassiker Nasi Goreng.
- Haben Sie Lust auf einen Snack? Versuchen Sie zum Beispiel Yaki Onigiri mit Miso und Käse.
Sie können frisch gekochten und (wie oben beschrieben) vollständig abgekühlten Reis auch portionsweise in Gefrierbeuteln bis zu einem Monat lang einfrieren. Erwärmen Sie ihn im gefrorenen Zustand in der Mikrowelle, bis er kochend heiss ist, und geniessen Sie ihn zu Chili con Carne oder Curry.
Nährwerte
Nährwerte pro Portion (1/4): 226 kcal
Mit diesen Tipps und Tricks gelingt Ihnen der perfekte Reis jedes Mal. Viel Erfolg und guten Appetit!