Der Schweizer Detailhandel liefert sich einen Preiskampf um die günstigste Pizza. Doch welche Hersteller bieten gute Qualität zu einem günstigen Preis? Ein Test von «Kassensturz» und vom Konsumenten-Magazin «K-Tipp» gibt Aufschluss.
Pizza selber machen - So gelingt sie dir köstlich und super günstig!
Test von Fertig-Pizzateigen
«Kassensturz» hat zwölf der meistverkauften Fertig-Pizzateige im Labor auf krankmachende Inhaltsstoffe wie Schimmelpilzgifte, Salmonellen, Listerien und Darmbakterien testen lassen. Auch Aussehen, Geschmack und Konsistenz unterzogen Experten einer Sensorik-Prüfung. Neun Pizzateige sind bereits ausgewallt, drei in Kugelform. Vier Produkte stammen aus biologischer Landwirtschaft.
Die Qualität der Fertig-Pizzateige ist unbedenklich, auch die Günstigen waren im Test einwandfrei. Nichts auszusetzen hatte das Labor an allen anderen Produkten: Sie waren vollkommen frei von krankmachenden Bakterien und Schimmelpilzgiften. In der Sensorik-Prüfung waren die Teige ebenfalls einwandfrei. Die rohen Teige rochen produkttypisch und frisch. Gebacken bildeten sie vereinzelt Blasen.
Nur in einem Produkt fand das Prüflabor Spuren von Schimmelpilzgiften: Im Bio-Produkt von Kern & Sammet wies es 154 Mikrogramm Schimmelpilzgifte pro Kilogramm Teig nach. Da diese Spuren weit unter dem Richtwert für Getreidemehl sind (750 Mikrogramm pro Kilogramm), führte das Resultat im Test zu keinem Abzug. Kern & Sammet schreibt zu den Schimmelpilzspuren in ihrem Bio-Pizzateig: «Die Resultate sind in Ordnung. Wir möchten diese nach interner Absprache nicht weiter kommentieren.»
Methoden der Untersuchung:
- Mikrobiologische Untersuchung: Je 10 Gramm Pizzateig wurden in einer Lösung homogenisiert und verdünnt. Auf verschiedenen Nährmedien lagerten die Proben bei erhöhten Temperaturen während mehrerer Tage. Danach zeigte sich, ob der Teig Salmonellen, Staphylokokken, Listerien oder Darmbakterien enthält.
- Chemische Analyse: Das Labor suchte nach 12 häufigen Schimmelpilzgifte. Für die Bestimmung der Schimmelpilzgifte (Mykotoxine) werden die Teigproben mit Hilfe eines Massenspektrometers analysiert.
Preisvergleich: Fertig-Pizzateige
Am teuersten im Test ist der Bio-Pizzateig von Kern & Sammet: 1.63 Franken pro 100 Gramm. Mit 76 Rappen pro 100 Gramm ist der Naturaplan-Pizzateig das günstigste Bio-Produkt im Test. Am wenigsten bezahlt man für den Betty-Bossi-Teig von Coop: 45 Rappen pro hundert Gramm. Ebenfalls günstig sind die Produkte IP-Suisse-Pizzateig von Denner, Chef Select & You von Lidl und Cucina Nobile von Aldi. Das Produkt von Aldi ist inzwischen nicht mehr erhältlich.
Übersicht der Preise pro 100 Gramm:
| Produkt | Preis (CHF) | Bemerkung |
|---|---|---|
| Bio-Pizzateig von Kern & Sammet | 1.63 | Teuerstes Produkt im Test |
| Naturaplan-Pizzateig | 0.76 | Günstigstes Bio-Produkt |
| Betty-Bossi-Teig von Coop | 0.45 | Günstigstes Produkt |
| IP-Suisse-Pizzateig von Denner | Günstig | |
| Chef Select & You von Lidl | Günstig | |
| Cucina Nobile von Aldi | Günstig | Nicht mehr erhältlich |
Aldi erklärt: «Wir bieten das getestete Produkt Cucina Nobile nicht mehr an, da wir es in der Zwischenzeit durch ein anderes Produkt von demselben Lieferanten ersetzt haben.
Tiefkühlpizza: Preiskampf im Detailhandel
Rund um den Pizza-Klassiker Margherita ist im Schweizer Detailhandel ein Preiskampf entbrannt. Erstmals hat ein grosser Player die Marke von einem Franken für eine gefrorene Pizza Margherita unterschritten. Preisbrecher ist mit 99 Rappen für eine 300-Gramm-Pizza Aldi.

Pizza Margherita: Ein Klassiker im Preiskampf. (Bildquelle: 20 Minuten)
Den Preis für die günstigste Tiefkühlpizza hat Aldi um rund 10 Prozent gesenkt - bei gleicher Rezeptur -, wie ein Aldi-Sprecher sagt. Er verweist auf bessere Einkaufsprozesse. Aldi werde bei einem solchen Produkt mit Sicherheit nicht drauflegen, sagt Detailhandelsexperte Gotthard F. Wangler zu 20 Minuten. «Dieser Preis ist äusserst knapp kalkuliert, kann bei einer sehr grossen Menge aber funktionieren.»
Sich von Aldi unterbieten zu lassen, will man bei der Konkurrenz nicht einfach so hinnehmen. Coop hat angekündigt, die Packung Pizza Margherita der Linie Prix-Garantie nächste Woche von Franken 2.15 auf 2 Franken zu senken. Pro 100 Gramm ergibt das noch einen Preis von 33,3 Rappen. «Wir lassen uns nicht unterbieten», sagt Coop-Sprecher Urs Meier.
Die Preise der günstigsten Tiefkühlpizza passt kommende Woche auch die Migros an, auf neu 32,8 Rappen pro 100 Gramm. Migros ist die einzige Detailhändlerin im Vergleich, deren Produkt in der Schweiz und mit Schweizer Mozzarella hergestellt wird. Schneller reagiert Migros-Tochter Denner. Die Anpassung auf 32,7 Rappen pro 100 Gramm geschieht bereits am Dienstag. «Die Schweizer sind Pizza-Fans. Darum senken wir den Preis», sagt Denner-Sprecher Thomas Kaderli.
Die Zutaten der Tiefkühlpizza
Hergestellt wird sie in Berlin, mit Edamer-Käse aus Deutschland, Holland und Dänemark und Mozzarella aus der EU.
Viele Hersteller belegen ihre Pizza Margherita neben Mozzarella auch mit Edamer. Der aus Kuhmilch hergestellte Traditionskäse aus Holland hat einen leicht salzigen Geschmack und ist verhältnismässig günstig. Aus preislichen Gründen wird anstelle der Mozzarella-Parmesan-Mischung oft Edamer und Mozzarella verwendet. Zudem lässt er sich hervorragend reiben.
Pizza selber machen: Eine günstige Alternative
Am günstigsten ist es, den Pizzateig selbst herzustellen. Rund 20 Rappen pro hundert Gramm muss man für die Zutaten Mehl, Hefe, Salz, Wasser und allenfalls Olivenöl rechnen.
Grundrezept für Pizzateig:
- Mehl und Salz in einer Schüssel vermischen, in der Mitte eine Vertiefung formen.
- Hefe in wenig Wasser auflösen, in die Mulde geben. Restliches Wasser und Olivenöl dazugiessen.
- Die Masse zu einem weichen glatten Teig kneten.
- Zugedeckt mit einem feuchten Tuch bei Zimmertemperatur aufgehen lassen, bis der Teig etwa doppelt so gross ist.
- Dann auswallen und nach Belieben belegen.
Gesundheitliche Aspekte
Die Pizza hat vielerorts einen schlechten Ruf. Grund dafür ist vor allem der grosse Fettanteil. Entscheidend ist aber der Belag. Vergleichsweise gut schneidet die frische, echt italienische Pizza mit hauchdünnem Boden ab, die mit viel Gemüse und wenig Käse belegt ist. Anders sieht es beispielswiese bei einer Pizza Quattro Formaggi aus, die zu Recht als Kalorienbombe gilt. Grundsätzlich schlechter schneiden die gefrorenen Fertigpizzen ab, da sie oft einen hohen Fett- und Salzgehalt haben. Zudem enthalten sie teilweise weitere Öle, Zucker sowie Konservierungsstoffe.
Durch verunreinigte Rohstoffe wie Mehl, unsaubere Herstellung des Teiges oder falsche Lagerung können Gifte aus Schimmelpilzen, sogenannte Mykotoxine, entstehen. Ebenso krankmachende Bakterien wie Salmonellen, Listerien, Staphylokokken oder Darmbakterien. Diese bakteriellen Erreger können durch Erhitzen zwar abgetötet werden. Sie können Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall verursachen.
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