Knuspermüsli erfreut sich großer Beliebtheit als schnelles und vermeintlich gesundes Frühstück. Doch was steckt wirklich drin? Untersuchungen zeigen, dass einige Produkte bedenkliche Inhaltsstoffe enthalten können. Dieser Artikel beleuchtet die Ergebnisse verschiedener Tests und gibt Tipps für eine gesündere Alternative.

Acrylamid: Ein krebserregender Stoff
Das Kantonale Laboratorium hat in Knuspermüslis Acrylamid untersucht. Acrylamid ist krebserregend und kann sich beim Erhitzen von Lebensmitteln bilden. Fast alle Knuspermüslis enthielten Acrylamid.
Vor 20 Jahren wurde Acrylamid in Lebensmitteln entdeckt, die für die Produktion stark erhitzt werden. Damals mussten Hersteller von Pommes-Chips, Kaffeebohnen oder Knäckebrot ihre Produktion umstellen. Beim Knuspermüesli sorgt die Hitze für den beliebten «Crunchy»-Knuspereffekt und die Röstaromen.
Alle untersuchten Proben wiesen Acrylamid-Konzentrationen zwischen 44 und 580 μg/kg auf, der Median lag bei 94 μg/kg. Fünf Proben wiesen Acrylamid-Konzentrationen oberhalb des Richtwerts von 150 μg/kg für Frühstückscerealien auf Haferbasis auf, wobei bei den beanstandeten Proben Acrylamid-Konzentrationen zwischen 195 und 580 μg/kg nachgewiesen wurden.
Bei allen Knuspermüesli liegt die gefundene Acrylamid-Verunreinigung unter den gesetzlich zugelassenen Grenzwerten. Trotzdem wurden Produkte mit grösserer Verunreinigung abgewertet.
Pestizide: Eine weitere Belastung
«Kassensturz» und die Konsumentenzeitschrift «Saldo» haben im Labor 14 Knuspermüesli mit Beeren auf Pestizide, Schimmelpilze und Acrylamid untersucht. Fünf Knuspermüseli enthielten Pestizide, drei davon das Herbizid Glyphosat. Das weitverbreitete Spritzmittel schädigt Umwelt und Mensch. Wie stark, ist umstritten.
In einem Müesli ließ sich ein Cocktail von sechs verschiedenen Pestiziden nachweisen (Jordans von Globus). Darunter eines, das besonders umweltschädlich ist. Solche Substanzen führten auch bei Migros Sélection zu einer zusätzlichen Abwertung. Gourmet Premium Müesli von Aldi hat die höchste Pestizidsumme (vgl.
Zuckergehalt: Eine Kalorienbombe
Für besser Haltbarkeit muss Früchten das Wasser entzogen werden: Die Masse schrumpft, die Energie wird verdichtet, aber die Kalorienzahl bleibt. Deshalb sind Knuspermüesli Kalorienbomben.
Der Gesamtzuckergehalt bei den 14 Knuspermüesli liegt pro 100 Gramm zwischen 12 und 25 Gramm. Über 20 Gramm ist «eindeutig zu hoch», sagt Ernährungswissenschaftlerin Brombach: «Wenn ich dann noch ein gesüsstes Fruchtjoghurt dazu esse, komme ich sehr schnell auf eine Menge Zucker, die nicht mehr gesund ist. Die WHO empfiehlt für Erwachsene maximal 40 Gramm pro Tag. Mit diesem Frühstück habe ich schon über die Hälfte gegessen.
Transfette
Da auch Transfette bei der starken Erhitzung von pflanzlichem Öl entstehen können, standen sie ebenfalls im Fokus der Untersuchung, da sie das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen bergen. Erfreulicherweise lagen alle Transfettgehalte bei den untersuchten Proben unter dem gesetzlichen Höchstwert von 2 g/100 g. Der höchste detektierte Wert lag dabei bei 0.5 g/100 g.
Deklaration
Angaben des Fettgehalts und des Gehalts an gesättigten Fettsäuren müssen zur Information des Konsumenten bei Lebensmitteln auf der Verpackung aufgeführt werden. Jedoch mussten je zwei Proben aufgrund fehlerhafter Deklaration der gesättigten Fettsäuren beziehungsweise dem Gesamtfett beanstandet werden.
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Granola selber machen: Die gesunde Alternative
Die industrielle Verarbeitung geht aber auch auf Kosten gesunder Inhaltsstoffe. «Müesli, Früchte, Haferflocken. Das tönt ja gesund», sagt Christine Brombach, Professorin für Ernährungswissenschaften an der ZHAW in Wädenswil. Aber jede Verarbeitungsstufe verändere auch wertvolle Inhaltsstoffe. «Wenn ich den Hafer, so wie er vom Feld kommt, als Haferflocke verwende, habe ich eine hohe Gewähr, dass alle wertgebenden Inhaltsstoffe noch enthalten sind», sagt Brombach.
Brombach rät, Müesli mit frischen Früchten zu essen: «Ein Apfel hat ein anderes Volumen. Da muss ich wirklich kauen und daran essen.
Eine gesunde Alternative ist es, Granola selbst herzustellen. Hier ein einfaches Rezept:
- Die - wichtig - sehr, sehr reifen Bananen zu einem Mus pürieren.
- Alle Zutaten zerhacken oder pürieren, mit Bananenmus und Haferflocken gut vermengen und auf ein Backblech mit Backpapier geben.
- Masse wie einen Teig ausstreichen und festdrücken.
Backen:
- Bei 200° C für 20 min (kein Vorheizen).
- Nach 10 Min. das Blech aus dem Ofen nehmen und die Masse mit Gabeln in kleine Stücke zerreissen und umwenden.
- Nochmals 10 Min. im Ofen lassen.
- Ofen ausschalten. Falls Granola noch zu feucht ist, die Restwärme nutzen, um eine knusprige Struktur zu bekommen. Dabei einen Holzlöffel in die Backofentür klemmen, damit die Feuchte entweichen kann.
Gut auskühlen lassen.
Variationen:
Wer experimentierfreudig ist, kann je nach Geschmack Gewürze beigeben: Orangen- oder Zitronenschale, Zimt und Kardamom, Vanille. Auch bei den Trockenfrüchten kann variiert werden: Statt Datteln Aprikosen oder Apfel, statt Rosinen Orangeat (kandierte Schalen) oder Zitronat. Auch die Getreidesorten können variiert werden. Je nach Geschmack können die Nüsse variiert werden, nicht jedoch die Menge.
Granola vollständig auskühlen lassen, bevor es luftdicht verpackt wird.
Zutaten eines kommerziellen Knuspermüslis
Um ein besseres Verständnis für die Inhaltsstoffe zu bekommen, hier ein Beispiel für die Zutaten eines kommerziellen Knuspermüslis:
Müsli Knusper Früchte: VollkornHAFERflocken 44,5%, Mehl (GERSTE, Mais), Maisgrieß 1,5%, Fruchtmischung 20% in verschiedenen Anteilen [Rosinen, Bananenchips (Banane, Kokosöl, Rohrzucker, Aroma, Honig), kandierte Ananas (Ananas, Rohrzucker), getrocknete gesüßte Cranberry (getrocknete Cranberry, Rohrzucker), getrockneter Apfel (Apfel, konzentrierter Zitronensaft)], unraffinierter Rohrzucker, ungehärtetes Palmfett, Glukosesirup, Rohrmelasse, Kokosflocken, Meersalz, Aroma, Emulgator: Lecithine (SOJA); Zimt, GERSTEnmalzextrakt.
